Zentrale Notaufnahme am CaritasKlinikum Saarbrücken: Ein Meilenstein in der Patientenversorgung

Die neue Zentrale Notaufnahme (ZNA) am CaritasKlinikum Saarbrücken ist seit heute am Netz und markiert einen bedeutenden Fortschritt in der medizinischen Versorgung der Region. Ärztliche Direktorin Margret Reiter und die stellvertretende Ärztliche Leitung Stephanie Groenewold äußern ihre Freude und Erwartungen über den Start dieser lang ersehnten Einrichtung.

Moderne Architektur der neuen Zentralen Notaufnahme am CaritasKlinikum Saarbrücken

Umfassende Planung und Realisierung

Nach einer Bauzeit von rund anderthalb Jahren öffnet die neue Zentrale Notaufnahme des CaritasKlinikums Saarbrücken Mitte September ihre Türen. Margret Reiter betont die entscheidende Rolle einer gut funktionierenden ZNA für den weiteren Behandlungsverlauf eines Patienten im Krankenhaus. Das Schlagwort lautet hierbei interdisziplinäre Zusammenarbeit, da alle Notfallpatienten künftig an diesem zentralen Punkt zusammenlaufen werden. Der Aufbau dieser zentralen Strukturen erforderte in den vergangenen Monaten intensive Arbeit.

Mitarbeiterqualifizierung und Teambildung

Um eine flexible Einsetzbarkeit der Mitarbeitenden zu gewährleisten, wurden in den vergangenen Wochen umfangreiche innerbetriebliche Fortbildungen durchgeführt. Diese dienten sowohl der Vertiefung bestehender Kenntnisse als auch dem Erwerb neuer Fähigkeiten. Stephanie Groenewold, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, hebt hervor, dass diese Maßnahmen Unsicherheiten reduzieren und den Teamgeist stärken. Sie begleitet den Entstehungsprozess der ZNA seit dem 1. April intensiv und beschreibt ihre Rolle als „unheimlich spannend“.

Ärztliche Direktorin Margret Reiter und Stephanie Groenewold vor der neuen ZNA

Hintergrund und Expertise von Stephanie Groenewold

Stephanie Groenewold verfügt über eine umfassende Ausbildung und Erfahrung. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester studierte sie Medizin und erwarb Facharztbezeichnungen in Innerer Medizin und Kardiologie. Zusätzliche Weiterbildungen in Notfallmedizin und Intensivmedizin sowie klinische Erfahrungen in der Anästhesie runden ihr Profil ab. Sie ist weiterhin aktiv als Notärztin tätig.

Die strategische Bedeutung der Zentralen Notaufnahme

Margret Reiter, in ihrer Doppelfunktion als Ärztliche Direktorin des CaritasKlinikums und Ärztliche Leiterin der ZNA, unterstreicht die Bedeutung der Notaufnahme als Schnittstelle zwischen Notarzt, Rettungsdienst und Krankenhaus. Nach Fertigstellung ermöglicht die neue Struktur eine sinnvolle Trennung der Aufnahme, Untersuchung und Erstbehandlung von Notfallpatienten und einbestellten Patienten. Die ZNA ist somit die zentrale Anlaufstelle für alle notfallmäßig ankommenden Patienten.

Ausstattung und räumliche Gegebenheiten

Neben Ersteinschätzungs-, Beobachtungs-, Untersuchungs- und Behandlungsräumen verfügt die neue ZNA über einen großzügigen Warte- und Eingangsbereich. Die Begeisterung der Verantwortlichen wird beim Rundgang durch die Baustelle deutlich. Hervorzuheben ist die Leistung der Abteilung Technik und Bau des Klinikums, die in den vergangenen Monaten die Koordination und Umsetzung übernommen hat. Die Räumlichkeiten sind modern gestaltet und mit Geräten der neuesten Generation ausgestattet. Herausforderungen wie Bauarbeiten im Untergeschoss, die die Entfernung von Resten eines alten Schwimmbades und die Suche nach neuen Räumen für Umkleiden beinhalteten, wurden erfolgreich gemeistert.

Innenansicht eines Behandlungsraumes der neuen ZNA mit modernen medizinischen Geräten

Die ZNA als zentrales Steuerungsinstrument

Margret Reiter beschreibt das Management von Notaufnahmen als ein komplexes Handlungsfeld innerhalb der medizinischen Versorgungskette. Die schnelle Diagnose einer Vielzahl von Krankheiten und die medizinisch ganzheitliche Betrachtung von Versorgungsprozessen unter Zeitdruck sind hier essenziell. Die ZNA setzt prägende Akzente für die fachliche Leistungserbringung und die Wahrnehmung des Krankenhauses. Durch die organisatorische Zusammenführung heterogener Bereiche und die Integration von Spezialbereichen steht der Patient stets im Mittelpunkt. Die von der ZNA ausgehenden Workflows beeinflussen die gesamte Klinik und bestimmen den weiteren Behandlungsweg des Patienten.

Investitionen und Kapazitäten

Geschäftsführer Rafael Lunkenheimer von der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) ist von der strategischen Bedeutung der neuen ZNA überzeugt. Sie ermöglicht eine erhebliche Steigerung der Qualität in der Notfallversorgung. Die ZNA ist für rund 40.000 bis 45.000 Patientenkontakte pro Jahr ausgelegt. Die Baukosten belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von etwa 8 Millionen Euro.

Hinter den Kulissen der Zentralen Notaufnahme | Asklepios

Politische Unterstützung und Ausblick

Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann hob anlässlich des Spatenstichs die grundlegende und unverzichtbare Leistung der Notfallversorgung für die Bevölkerung hervor. Das Caritas Klinikum auf dem Saarbrücker Rastpfuhl ist bis Ende 2029 finanziell gesichert. Die cts hat sich mit mehreren Partnern auf den Erhalt des Klinikums geeinigt. Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Ende des Jahres die Orthopädie und die Schmerzklinik von Dudweiler nach Saarbrücken umziehen. Zuvor aufgegebene Bereiche wie die Gefäßchirurgie schaffen dafür Platz.

Kooperationen und zukünftige Entwicklungen

Das Caritas Klinikum kooperiert mit dem Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg, an das Bereiche wie die Gefäßchirurgie, Urologie und Wirbelsäulenchirurgie abgegeben wurden. Die Psychosomatik-Abteilung verbleibt vorerst in Dudweiler. Bis 2030 ist der Abriss eines alten Bettenhauses am Saarbrücker Klinikum und ein Neubau im Wert von 104 Millionen Euro geplant. Dieser Neubau ist Teil des Finanzierungskonzepts und an die Schließung des Standorts Dudweiler gekoppelt. Das Land plant, 160 Millionen Euro in die Saarbrücker Krankenhäuser auf dem Winterberg und Rastpfuhl zu investieren, was in einer Absichtserklärung zwischen Gesundheitsminister Jung und den Kliniken vereinbart wurde. Ziel ist eine verstärkte Zusammenarbeit.

Erweiterte Angebote im Bereich Geburtshilfe

Seit November verfügt die Klinik für Geburtshilfe am CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia über einen perinatalen Schwerpunkt, was eine rund um die Uhr verfügbare kinderärztliche Versorgung, auch für Frühgeborene, ermöglicht. Chefarzt Dr. Mustafa Deryal erklärt, dass dies eine signifikante Verbesserung gegenüber der bisherigen Versorgung darstellt. Frühgeburten ab 32. Schwangerschaftswoche oder einem Geburtsgewicht von 1.500 Gramm können nun am Standort versorgt werden, was jährlich etwa 70 bis 80 Geburten betrifft, die zuvor an andere Kliniken verwiesen werden mussten. Dies bietet Müttern zusätzliche Beruhigung und Sicherheit.

Symbolbild einer glücklichen Familie mit einem Neugeborenen

Weitere Neuerungen in der Geburtsklinik

Auch Mütter mit Schwangerschaftsdiabetes können nun im CaritasKlinikum entbinden. Die Klinik erweitert derzeit die Mutter-Kind-Station, um den steigenden Geburtenzahlen Rechnung zu tragen. Ein neuer, gemütlich eingerichteter Bonding-Raum für Frühgeborene wird Anfang des kommenden Jahres nutzbar sein, um Familien ungestörte gemeinsame Zeit zu ermöglichen. Vorgeburtliche Untersuchungen werden künftig auf der vierten Etage des Klinikums durchgeführt, wodurch die gesamte geburtshilfliche Station auf einer Etage vereint wird. Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen und individuellen Betreuung von Familien.

Infoabende für werdende Eltern

Die nächsten Infoabende für werdende Eltern finden am 2. und 16. Januar, jeweils um 18:30 Uhr, im Eingangsgebäude, 4. OG, Konferenzraum 4, Rheinstraße 2, statt.

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