Medizinische Versorgung und Notdienste in Vechta: Ein umfassender Überblick

Die medizinische Versorgung und die Erreichbarkeit von ärztlicher Hilfe außerhalb der üblichen Praxis-Sprechzeiten sind entscheidende Aspekte der Gesundheitsfürsorge. In Vechta und Umgebung stehen verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung, um sicherzustellen, dass Patienten auch in dringenden Fällen kompetent versorgt werden.

Die 116117: Ihre kostenfreie Hotline für ärztliche Hilfe

Die kostenfreie Hotline 116117 fungiert als eine zentrale Schnittstelle der medizinischen Versorgung. Sie bietet rund um die Uhr Unterstützung für Personen, die außerhalb der Praxis-Öffnungszeiten ein gesundheitliches Problem haben. Geschulte Mitarbeiter des Patientenservice nehmen sich Ihrer Anliegen an, führen eine medizinische Ersteinschätzung durch und geben Empfehlungen für die weitere Behandlung, basierend auf der Dringlichkeit Ihrer Erkrankung.

Die Terminservicestelle der 116117 erleichtert zudem die Suche nach einem Facharzt oder Psychotherapeuten. Sie können dort nicht nur einen geeigneten Spezialisten finden, sondern auch direkt online einen Termin buchen. Für die Inanspruchnahme dieser Dienste ist es hilfreich, wenn Sie folgende Informationen bereithalten:

  • Name und Vorname
  • Geburtsdatum und Alter
  • Ort, Postleitzahl
  • Straße, Hausnummer und Etage
  • Ihre Telefonnummer (für eventuelle Rückrufe)
  • Möglichst genaue Angaben zum Gesundheitszustand

Für die Notizen während des Gesprächs empfiehlt es sich, Zettel und Stift bereitzuhalten.

Für gesetzlich Versicherte, die einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt oder Psychotherapeuten suchen, vermittelt die Terminservicestelle (TSS) Termine. Voraussetzung hierfür ist in der Regel eine Überweisung mit einem zwölfstelligen Vermittlungscode. Die Terminservicestelle ist telefonisch unter der Rufnummer 116 117 (ohne Vorwahl) erreichbar und bietet auch einen Online-Buchungsservice.

Das St. Marienhospital Vechta: Ein Zentrum der Gesundheitsversorgung

Das St. Marienhospital Vechta, ein akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover, hat sich durch seine spezialisierten Abteilungen, darunter die für Frühgeborene und Kinder, überregional einen Namen gemacht. Mit sechs Haupt- und zwei Belegabteilungen, 310 Betten auf 13 Stationen und über 20.000 stationär versorgten Patienten jährlich, bietet das Krankenhaus ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen.

Die Medizinische Klinik ist der größte Fachbereich und zeichnet sich durch eine Vielfalt an Angeboten sowie modernste medizinische Ausstattung aus, wie beispielsweise einen Linksherzkathetermessplatz. Darüber hinaus verfügt das Krankenhaus über weitere Fachkliniken, die für die Region von großer Bedeutung sind.

Luftaufnahme des St. Marienhospital Vechta

Notfallversorgung am St. Marienhospital Vechta

In dringenden Notfällen ist es ratsam, sofort die 112 anzurufen. Die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses ist jederzeit unter der Nummer (0 44 41) 99 -0 erreichbar. Ergänzend dazu steht der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst rund um die Uhr unter der 116 117 für Patienten zur Verfügung.

Das Krankenhaus betont, dass Patienten in der Notaufnahme nicht nach der Reihenfolge des Eintreffens, sondern ausschließlich nach Dringlichkeit behandelt werden. Lebensbedrohliche Notfälle wie Herzinfarkte oder schwere Unfälle haben stets Vorrang.

Für ambulante Behandlungen steht der kassenärztliche Notdienst zur Verfügung. Die Praxis des Kassenärztlichen Notdienstes befindet sich in den Räumlichkeiten der Notaufnahme und ist geöffnet, wenn die Hausärzte außerhalb der regulären Sprechzeiten nicht erreichbar sind. Die Anmeldung der KV-Praxis ist an einem gemeinsamen Tresen mit der Notaufnahme angesiedelt.

Spezialisierte Abteilungen und Kliniken

Das St. Marienhospital Vechta beherbergt mehrere spezialisierte Zentren, die eine umfassende Versorgung gewährleisten:

  • Brustzentrum: Bietet individuelle, kompetente und umfassende Betreuung bei Brustkrebs.
  • HNO-Klinik: Fokussiert sich auf Tumor- bzw. Krebserkrankungen, sowie die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen im Hals-, Nasen- oder Ohrenbereich, einschließlich Cochlea-Implantaten.
  • Nephrologisches Zentrum: Durch intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich Niere wird eine optimale Patientenversorgung sichergestellt. Das Zentrum hat sich zu einer modernen Einrichtung entwickelt.
  • Geburtshilfe: Als anerkanntes Perinatalzentrum Level I nimmt die Geburtshilfe eine herausragende Stellung in Nordwestdeutschland ein.
Symbolbild für Geburtshilfe

Geburtshilfe am St. Marienhospital Vechta

Das Team der Geburtshilfe steht werdenden Eltern bereits vor der Geburt zur Seite, sei es für Geburtsplanungsgespräche, geburtsvorbereitende Akupunktur oder zur Klärung spezifischer Fragestellungen. Frauenärzte und Hebammen bieten Unterstützung während der Schwangerschaft und Geburt. Die Abteilung für Pränataldiagnostik, unter der Leitung von Oberärztin Lika Kulijanishvili (DEGUM II, NT-zertifiziert), ermöglicht erweiterte Ultraschalluntersuchungen und Fruchtwasserpunktionen auf Wunsch.

Bei Babys, die sich bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht mit dem Kopf nach unten gedreht haben, kann eine äußere Wendung in Erwägung gezogen werden. Risikoschwangere sind ebenfalls in besten Händen. Die geburtshilfliche Abteilung des St. Marienhospital Vechta ist als "Perinatalzentrum Level I*" anerkannt, was ihre besondere Stellung in Nordwestdeutschland unterstreicht.

Frauenklinik und Gynäkologische Onkologie

In der Frauenklinik des St. Marienhospitals Vechta wird das gesamte Spektrum moderner operativer Gynäkologie angeboten. Bei gutartigen Erkrankungen wie Myomen oder Zysten der Eierstöcke wird überwiegend die Bauchspiegelung (Schlüssellochchirurgie) angewendet. Auch die Entfernung der Gebärmutter erfolgt meist laparoskopisch, wobei oft die Möglichkeit besteht, den Gebärmutterhals zu erhalten (laparoskopische suprazervikale Hysterektomie). Diese Methode bietet Vorteile wie eine schnelle Erholung, einen kurzen stationären Aufenthalt und weniger postoperative Schmerzen.

Bei Harninkontinenz und Senkungszuständen der Gebärmutter und Scheide kommen häufig Netzimplantate zum Einsatz, um ein gutes funktionelles und anatomisches Ergebnis zu erzielen, wobei die Gebärmutter in vielen Fällen erhalten bleiben kann.

Die Klinik behandelt auch bösartige Erkrankungen wie Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Eierstockkrebs. Bei diesen Erkrankungen werden Operationen ebenfalls per Bauchspiegelung durchgeführt.

Ärztliches Personal und Ausbildung

Das St. Marienhospital Vechta beschäftigt qualifiziertes medizinisches Personal. Zu den leitenden Ärzten gehören:

  • Dr. med. Dietmar Seeger: Chefarzt/Ärztlicher Direktor, Facharzt für Frauenheilkunde, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, Gynäkologische Onkologie, Spezielle operative Gynäkologie, Psychotherapie.
  • Talal Hadj-Abo: Leitender Oberarzt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
  • Maram Omran: Oberärztin, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
  • Irina Wagner: Oberärztin, Fachärztin für Frauenheilkunde, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin.
  • Lika Kulijanishvili: Leitende Oberärztin für den Bereich der Geburtshilfe, Sectionsleitung Pränatalmedizin, Fachärztin für Frauenheilkunde, Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin (DEGUM II).
  • Stefano Menetti: Oberarzt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Die Praxis von Dr. med. Seeger befindet sich im Krankenhaus und Termine sind nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Das Krankenhaus engagiert sich auch in der Ausbildung von medizinischem Nachwuchs. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten wie Bremen, Osnabrück, Vechta, Rostock und der Universität des Saarlandes. Studierende der Medizinischen Hochschule Hannover absolvieren hier ihr Praktisches Jahr (PJ) in Fachbereichen wie Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe/HNO/Pädiatrie und Anästhesie. Zudem absolvieren Auszubildende der Berufsfachschule Massage & Physio Kolleg Oldenburg einen Teil ihrer praktischen Ausbildung im St. Marienhospital.

Die Rolle der Selbsthilfe-Unterstützung

Die KOSKON NRW (Koordinierungsstelle für die Selbsthilfe-Unterstützung in NRW) setzt sich für das Prinzip der gemeinschaftlichen Selbsthilfe durch Selbsthilfegruppen ein. Ihre Aufgaben umfassen das Sammeln und Zugänglichmachen von landesweiten Informationen zur Selbsthilfe, die Vermittlung zu Selbsthilfe-Kontaktstellen und -verbänden, Beratung, Unterstützung und Fortbildung der Kontaktstellen sowie die Koordination des Landesarbeitskreises der Selbsthilfe-Kontaktstellen.

Patientenstimmen und Einschätzungen

Die Notwendigkeit der 116117 wird durch verschiedene Perspektiven verdeutlicht:

  • Kristina S., Hausärztin: "Schnupfen, Kopfschmerzen, Muskelzerrung… viele wissen gar nicht, wo sie damit am Wochenende oder Abend hin sollen. [...] Von der 116117 nie was gehört… Und dann bei Erkältung gleich: Tatütata! [...] wenn es nicht lebensbedrohlich, aber dringend ist, gibt’s doch genau uns, also die Bereitschaftsdienstärzte!"
  • Peter M., Arzt, Notaufnahme: "Letzte Nacht war wieder heftig! Ein Patient nach dem anderen… der eine klagt über Durchfall, der nächste über Hexenschuss und wieder einer meint er hätte die Grippe! [...] Zwischendrin dann ein Motorradunfall - also ein WIRKLICH lebensbedrohlicher Notfall, für den ich eigentlich meine volle Konzentration bräuchte!" Er betont, dass die Bereitschaftsdienstpraxen besser entlastet werden könnten, wenn Patienten diese bei nicht lebensbedrohlichen, aber dringenden Fällen aufsuchen würden.
  • Markus F., Patient: "116117? Jupp, kenn ich, neulich beim Googlen entdeckt, als ich krank war! Da sitzen lauter Leute, mit Ahnung von Medizin und so, und sagen dir, was zu tun ist. [...] Da wird man dann vielleicht in die nächste Bereitschaftsdienstpraxis geschickt und beim Notfall natürlich doch ins Krankenhaus!" Er empfiehlt die Nummer weiter.

Diese Stimmen unterstreichen, dass die 116117 eine wichtige Funktion bei der Lenkung von Patienten zu den passenden medizinischen Anlaufstellen erfüllt und die Notaufnahmen von Krankenhäusern bei nicht lebensbedrohlichen Fällen entlastet.

SmED - Das Patienten-Navi bei der 116117

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