Informationen für Neugeborene im Krankenhaus

Die Geburt ist geschafft, das Baby ist da. Aber wie geht es jetzt weiter? Wenn es keine Komplikationen während der Entbindung gab, wird das Neugeborene zum ersten Kennenlernen auf die Brust der Mutter gelegt. Durch das sogenannte Bonding haben Eltern und Kind die Möglichkeit, ausgiebig zu kuscheln und einander kennenzulernen. Wie sieht das Baby aus? Hat es die Augen der Mutter oder des Vaters? Wie sieht es mit der Behaarung aus? Unser Team der Geburtshilfe lässt Ihnen beim ersten Kennenlernen ausreichend Zeit, bis schließlich die erste Untersuchung bei dem Neugeborenen ansteht - die sogenannte U1.

Sie wird noch im Kreißsaal von einer unserer erfahrenen Hebammen oder einem unserer erfahrenen Gynäkologen durchgeführt. Die U1 ist jedoch nicht die einzige Untersuchung, die bei Neugeborenen nach der Geburt ansteht. Frühestens ab der 48. Lebensstunde folgt die zweite Untersuchung, die U2. Sie ist deutlich umfangreicher als die U1 und wird von einem Kinderarzt durchgeführt. Sollte Ihr Krankenhausaufenthalt zwei Nächte oder länger dauern, wird die U2 noch in unserer Klinik durchgeführt. Bei einer ambulanten Geburt ist es möglich, für die Untersuchung zurückzukommen. Alternativ kann die U2 auch bei einem niedergelassenen Kinderarzt durchgeführt werden. Nach der Geburt bekommen Sie von uns ein gelbes Untersuchungsheft, in das Sie die Untersuchungsergebnisse eintragen lassen können. Die Untersuchungen werden in Kooperation mit der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten durchgeführt.

Schema des Bonding-Prozesses zwischen Mutter und Neugeborenem

Vorbereitung auf die Geburt und die Wahl der Geburtsklinik

Wissen Sie schon, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen möchten? Die Wahl der Geburtsklinik ist sowohl von persönlichen Vorlieben als auch von gesundheitlichen Voraussetzungen abhängig. Viele Kliniken bieten Infoabende an, bei denen Sie sich über deren Ausstattung und Angebote informieren können (zum Beispiel Geburtswanne, Familienzimmer, angeschlossene Kinderklinik). Besprechen Sie sich auch mit Ihrer Hebamme und Ihren behandelnden Ärzt:innen und fragen Sie nach Empfehlungen. Um die 30. Wenn Sie wissen, wo Sie entbinden möchten, kontaktieren Sie bitte das Krankenhaus und melden sich für ein Geburtsplanungsgespräch an.

Geburtsplanungsgespräch und wichtige Fragen

In einem ärztlichen Gespräch, bei dem meistens auch eine Hebamme anwesend ist, haben Sie die Möglichkeit, alle Fragen zum Ablauf Ihrer Entbindung vor Ort zu klären. Zu diesem Termin wird auch Ihre Patientenakte angelegt, in der alle wichtigen Informationen notiert werden - zum Beispiel über Ihre bisherigen Erkrankungen, Allergien, eventuell vorangegangene Schwangerschaften, Verlauf der aktuellen Schwangerschaft und Ihre Wünsche im Rahmen der bevorstehenden Entbindung.

  • Wie liegt das Baby? In Schädellage (SL) oder in Beckenendlage (BEL)?
  • Erwarten Sie Zwillinge, Drillinge oder weitere Kinder?
  • Haben Sie einen Diabetes oder besteht ein Schwangerschaftsdiabetes?

Sollte im Rahmen der Pränataldiagnostik bei Ihrem Kind ein auffälliger Befund festgestellt worden sein, erfolgt bei der Geburtsplanung eine kinderärztliche und - wenn erforderlich - eine kinderchirurgische Vorstellung. Zusätzlich erhalten Sie bei Ihrem Termin einen Aufklärungsbogen für die Periduralanästhesie (PDA), den Sie in aller Ruhe lesen und ausfüllen können.

Der Geburtsverlauf und die ersten Momente nach der Geburt

Babys sind selten pünktlich: Laut Statistik kommen nur etwa fünf Prozent aller Kinder an dem errechneten Termin zur Welt. Haben Sie den VET bereits überschritten, sollte das Wohlbefinden Ihres Kindes alle zwei Tage mittels Wehenschreiber in Ihrer frauenärztlichen Praxis kontrolliert werden.

Wann sollten Sie ins Krankenhaus fahren?

Viele werdende Mütter sind verunsichert und fragen sich, wann Sie sich auf den Weg in die Klinik machen sollten. Bitte zögern Sie unter den folgenden Umständen nicht, die Klinik umgehend aufzusuchen:

  • bei regelmäßigen Wehen alle fünf bis zehn Minuten
  • bei einem Blasensprung (auch ohne Wehen)
  • bei Blutungen
  • bei Unwohlsein mit Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch
  • wenn Sie beunruhigt sind, beispielsweise bei längerem Ausbleiben von Kindsbewegungen

Manchmal kommt es vor, dass die Wehen nach einiger Zeit wieder nachlassen und sich der Muttermund noch nicht geöffnet hat. Das ist nicht ungewöhnlich. Es kann sinnvoll sein, bei unregelmäßigen Wehen zur Überwachung in der Klinik zu bleiben. Bitte haben Sie keine Bedenken, wenn Sie die Klinik umsonst aufgesucht haben. Viele Signale, die der Körper in der Schwangerschaft aussendet, sind für werdende Mütter neu und schwer zu bewerten.

Direkt nach der Geburt: Abläufe und Bonding

Die Abläufe direkt nach der Geburt hängen maßgeblich davon ab, wie die Geburt verlaufen ist und in welchem Zustand sich das Baby und die Mutter befinden.

  • Der erste Haut-zu-Haut-Kontakt: Das Baby wird nackt auf die Brust der Mutter gelegt. Dieser Haut-zu-Haut-Kontakt ist von großer Bedeutung, da er die Bindung zwischen Mutter und Kind fördert und das Baby beruhigt. In dieser Phase wird das Kind mit einem warmen Tuch bedeckt, um eine Auskühlung zu verhindern.
  • Überprüfung der Atemwege: Um sicherzustellen, dass das Neugeborene gut atmet, werden die Atemwege abgesaugt, sollten sie noch Fruchtwasser enthalten. Dieser Schritt kann unerwartet entscheidend sein, da freie Atemwege direkten Einfluss auf die Gesundheit des Kindes haben.
  • Nabelschnurversorgung: Die Nabelschnur pulsiert nach der Geburt noch etwa eine Minute lang. Diese Zeit ist nicht nur wichtig, um dem Kind weiteres Blut sowie Nährstoffe zuzuführen, sondern auch für den Übergang in die neue Lebenssituation außerhalb des Mutterleibs. Nach etwa einer Minute wird die Nabelschnur mit zwei Klemmen abgeklemmt und dazwischen durchtrennt.
  • Blutentnahme aus der Nabelschnur: Eine Blutentnahme aus der Nabelschnur erfolgt, um den Rhesus-Faktor sowie die Blutgruppe und den pH-Wert zu ermitteln.
  • Erstes Stillen: Während all dieser Vorgänge wird oft geholfen, das Kind das erste Mal an die Brust zu legen. Das Stillen ist nicht nur eine Nahrungsaufnahme, sondern auch eine wichtige Quelle für Trost und Nähe.
  • APGAR-Test: In den ersten zehn Minuten nach der Geburt findet der APGAR-Test statt. Dieser Test bewertet die Gesundheit des Neugeborenen anhand von fünf Kriterien: Atmung, Puls, Grundfarbe, Muskeltonus und Reflexe. Er wird in der Regel mit einer Punktzahl von 0 bis 10 durchgeführt.
  • Erste Messungen: Die Körperlänge, der Kopfumfang und das Gewicht Ihres Babys werden gemessen. Diese Daten sind nicht nur für medizinische Zwecke wichtig, sondern auch für die Dokumentation und die Erfassung des Wachstums des Kindes im ersten Lebensjahr.
  • Nachgeburt: Ungefähr 15 Minuten nach der Geburt wird die Nachgeburt, also die Plazenta, geboren. Die Hebamme prüft dann, ob diese vollständig ist und ob Auffälligkeiten sichtbar sind.
  • Versorgung von Verletzungen: Kam es während der Geburt zu einem Dammschnitt oder -riss, wird dieser jetzt, meist unter örtlicher Betäubung, versorgt und genäht.
Illustration des APGAR-Tests mit den fünf Kriterien

Nach diesen ersten wichtigen Momenten zieht sich die Hebamme etwas zurück und lässt den Eltern Zeit, sich als Familie kennenzulernen. In dieser Phase ist es essenziell, dass die Eltern sich emotional auf ihr neues Familienmitglied einstellen und die erste gemeinsame Zeit genießen.

Der weitere Aufenthalt nach der Geburt

Sind alle überprüften Parameter stabil, werden Sie nach etwa ein bis zwei Stunden auf die Wochenstation verlegt oder nach Hause entlassen, falls Sie sich für die ambulante Geburt entschieden haben. Eine ambulante Geburt kann besonders attraktiv sein, da sie Rückzug und eine schnellere Rückkehr in gewohnte Umgebung ermöglicht. Dort werden Sie dann engmaschig von Ihrer Hebamme betreut.

Stationärer Aufenthalt und Rooming-In

Bei einer stationären Entbindung verbringen Sie und Ihr Neugeborenes in der Klinik in der Regel ein bis drei Tage miteinander. Diese Zeit ist entscheidend für die Eingewöhnung in die neue Lebenssituation. In vielen Kliniken haben Sie die Option des Rooming-In, was bedeutet, dass Ihr Baby immer bei Ihnen im Zimmer ist. Dies fördert nicht nur die Bindung, sondern erleichtert auch das Stillen und die Kontaktaufnahme.

Foto eines Familienzimmers auf einer Wochenstation

Stillberatung und Rückbildung

In stillfreundlichen Krankenhäusern wird großer Wert auf das Stillen gelegt. Fachkräfte zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Kind richtig anlegen können. Es ist nicht ungewöhnlich, dass frisch gebackene Mütter Fragen oder Unsicherheiten beim Stillen haben. In der Klinik wird zudem täglich kontrolliert, wie die Rückbildung verläuft und wie eventuelle Geburtsverletzungen verheilen. Es ist normal, dass Frauen Fragen zu ihrem eigenen Körper und zur Heilung haben. In den vielen Kliniken werden auch Kurse und Informationsveranstaltungen zur Wochenbettgymnastik angeboten.

Die ersten Stunden und Tage nach der Geburt sind entscheidend für den Start in eine gesunde und glückliche gemeinsame Zeit. Das Zusammenspiel von medizinischer Betreuung und emotionaler Unterstützung über den Geburtsprozess hinaus ist von großer Bedeutung. Es ist völlig normal, sich über den Verlauf und die verschiedenen Abläufe nach der Geburt Gedanken zu machen.

Das Perinatalzentrum Level 1: Höchste Versorgungsstufe

Perinatalzentrum Level 1 bedeutet die höchste Versorgungsstufe in der Geburtshilfe. In einem Geburtszentrum dieses Levels können alle Frauen ihr Kind zur Welt bringen, auch wenn Besonderheiten in der Krankengeschichte oder in der Schwangerschaft bestehen. Neben der normalen Geburt können hier auch Mehrlinge und Kinder aus Beckenendlage natürlich auf die Welt kommen. Auch nach einem bereits vorangegangenen Kaiserschnitt kann hier eine normale Geburt erfolgen. Ebenso wenn in der Schwangerschaft Besonderheiten auftreten (Diabetes, Bluthochdruck, Fehlbildungen des Kindes, Frühgeburtlichkeit, etc.). Wenn bei Ihnen eine Besonderheit besteht, nutzen Sie bitte die Geburtsplanungssprechstunde, um Ihnen die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen.

Vorbereitung auf die Geburt in einer Klinik

Kliniken bieten regelmäßige Kreißsaalführungen an, zu denen Sie herzlich eingeladen sind. Die Besichtigungen finden oft an festen Terminen statt. Treffpunkt ist meist im Eingangsbereich der Kinderklinik. Von dort geht es gemeinsam in den Kreißsaal. Sie erhalten Einblick in die Räumlichkeiten und können alle Fragen stellen, die Ihnen auf dem Herzen liegen. Für die Kreißsaalführung ist keine Anmeldung erforderlich und Sie dürfen gerne mit einer Begleitperson erscheinen.

Anmeldung zur Geburt

Sie dürfen auch ohne Anmeldung zu uns in den Kreißsaal zur Geburt kommen. Allerdings erleichtert es die Abläufe und verschafft Ihnen ein entspannteres Ankommen bei Geburtsbeginn, wenn bereits eine Anmeldung erfolgt ist. Daher empfehlen wir Ihnen, sich ab der 34. Schwangerschaftswoche bei uns im Kreißsaal oder der Geburtsplanungssprechstunde vorzustellen, um die Formalitäten zu erledigen. Falls Ihr Anruf nicht direkt beantwortet werden kann, sprechen Sie bitte auf den Anrufbeantworter, wir rufen Sie gerne zurück. Noch schneller geht es, wenn Sie den Anmeldetermin online über die Online-Terminvereinbarung buchen.

Was muss ich für meinen Krankenhausaufenthalt mitbringen?

Für Ihre Kliniktasche gibt es eine Liste mit notwendigen Dingen für Ihren Krankenhausaufenthalt, die Sie sich herunterladen können. Bitte bringen Sie Ihren Mutterpass und die Versichertenkarte Ihrer Krankenkasse mit. Soll Ihr Kind bei unterschiedlichen Familiennamen der Eltern den Namen des Vaters bekommen, brauchen wir eine Kopie einer in Deutschland beglaubigten Heiratsurkunde oder einer Vaterschaftsanerkennung durch ein Jugendamt. Bringen Sie das Dokument zum Anmeldetermin (spätestens zur Geburt) mit.

Unter der Geburt: Abläufe und Unterstützung

Sie dürfen sich gerne telefonisch ankündigen, bevor Sie in den Kreißsaal kommen, dies ist aber nicht zwingend notwendig. Der Kreißsaalbereich und die Kreißsäle sind klimatisiert. Es befindet sich eine Aufbauphase für einen Hebammenkreißsaal im Gange. Die individuelle und ganzheitliche Betreuung findet kontinuierlich durch erfahrene Hebammen statt. Bei der Geburt des Kindes wird eine zweite Hebamme dazu gerufen. Falls im Geburtsverlauf eine Notfallsituation eintritt, sind Ärztinnen und Ärzte der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Pädiatrie umgehend anwesend.

Besonderheiten im Kreißsaal

Wenn es mal schnell gehen muss, halten wir für Sie zwei Storchenparkplätze direkt am Haupteingang des Krankenhauses bereit. Hierfür klingeln Sie bitte an der Schranke, damit Ihnen die Auffahrt ermöglicht werden kann. Sie dürfen zur Geburt eine Begleitperson Ihrer Wahl mitbringen. Da die Geburt eines Kindes ein sehr intimer und besonderer Moment ist, haben Sie bitte Verständnis dafür, dass weitere Besucher erst auf der Wochenbettstation in den Tagen nach der Geburt erlaubt sind. Zum Infektionsschutz für Gebärende und Neugeborene/Frühgeborene dürfen Kinder den Kreißsaal nicht betreten.

Die Geburt eines Kindes ist ein sehr intimer und besonderer Moment. Als werdende Mutter sollten Sie sich in Ruhe überlegen, wen Sie bei Ihrer Geburt dabeihaben möchten und ob diese Person das auch möchte. Denken Sie daran, dass Ihre Begleitperson sich ausreichend Snacks und Getränke zur Geburt mitnimmt, auch für die Begleitperson kann eine Geburt anstrengend sein. Gemütliche Kleidung, ein kleiner Zeitvertreib, eventuell eine Zahnbürste können ebenfalls von Vorteil sein.

Wer ist bei der Geburt dabei?

Neben Ihrer Begleitperson ist eine Hebamme vor, während und nach der Geburt für Sie da. Kurz vor der Geburt Ihres Kindes kommt der zuständige Arzt oder die zuständige Ärztin dazu. Falls notwendig, ist immer ein erfahrener Oberarzt, Kinderarzt und Narkosearzt in der Nähe. Da wir uns für die praktische Ausbildung von werdenden Hebammen engagieren, kann ebenfalls eine Hebammenstudentin anwesend sein.

Kinderärzte und Schmerzerleichterung

Da es sich um ein Perinatalzentrum Level 1 handelt, sind Kinderärzte und speziell ausgebildete Neugeborenenmediziner jederzeit auf dem gleichen Stockwerk verfügbar. Die Kinderklinik ist die Größte der Region. Im Kreißsaal haben Sie die verschiedensten Möglichkeiten der Schmerzerleichterung für Ihre Geburt. Sprechen Sie mit Ihrer betreuenden Hebamme über die einzelnen Methoden, denn Schmerzempfinden ist sehr individuell und Schmerzausschaltung ist je nach Situation eine sehr individuelle Entscheidung.

  • Ein entspannendes Bad
  • Verschiedene Gebärpositionen
  • Massagen oder Aromaöltherapie
  • Medikamentöse Schmerztherapie (Spasmolytica bis hin zu Opioiden)
  • Lachgas
  • Periduralanästhesie (PDA)

Schmerzen lindern während der Geburt I Dr. Johannes Wimmer & Prof. Dr. Volker Ragosch

Dammschnitt und Wassergeburt

Ein Dammschnitt ist keine Routine-Maßnahme. In seltenen Fällen kann ein Dammschnitt notwendig sein, dies ist aber vor oder während des Geburtsvorgangs nicht absehbar und wird erst bei der Geburt des kindlichen Köpfchens deutlich. Sollte ein Dammschnitt notwendig sein, werden Sie durch den Kreißsaalarzt vorher darüber aufgeklärt. Die Versorgung einer möglichen Geburtsverletzung erfolgt innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mithilfe einer Lokalanästhesie.

Es gibt eine große Gebärbadewanne, in der eine Wassergeburt bei normalem Verlauf der Schwangerschaft und Geburt möglich ist. Fast jeder Kreißsaal verfügt zudem über eine „normale“ Badewanne, in der ein Entspannungsbad genommen werden kann.

Kaiserschnitt und Ernährung während der Geburt

Ihre Begleitperson darf Sie bei einem Kaiserschnitt in den OP begleiten, sofern der Kaiserschnitt in einer Regionalanästhesie stattfindet. Sollten Sie eine Vollnarkose benötigen, muss Ihre Begleitperson im Kreißsaal warten und kann dann Ihr Kind in Empfang nehmen und das Bonding übernehmen, solange die Operation andauert. Dies gilt ebenso für einen Notkaiserschnitt.

Sie dürfen während einer normalen Geburt essen und trinken. Besonders auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr sollte geachtet werden. Empfohlene Getränke sind isotonische Getränke (z.B. Apfelsaftschorle), stilles Wasser oder Tee. Sie werden selbstverständlich während Ihres Krankenhausaufenthaltes mit Essen versorgt, bringen Sie sich aber gerne für die Geburt ein paar Ihrer Lieblingssnacks mit (Datteln, Nüsse, Riegel, Obst, etc.).

Nachsorge und Untersuchungen nach der Geburt

Nach der Geburt werden Mutter und Kind noch etwa 2-3 Stunden im Kreißsaal überwacht. Ist in dieser Zeit alles normal verlaufen und sind keine Komplikationen aufgetreten, werden Sie auf die Wochenbettstation verlegt.

Familienzimmer und Stillberatung

Es gibt die Möglichkeit der Unterbringung mit Ihrem Partner im Familienzimmer, damit auch die Väter die Möglichkeit haben, die ersten Stunden und Tage mit dem Neugeborenen intensiv zu erleben. Bitte teilen Sie uns Ihren Wunsch nach einem Familienzimmer am besten bereits bei der Geburtsanmeldung, spätestens aber zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme mit. Die Kosten für ein Familienzimmer belaufen sich auf circa 106 Euro pro Nacht (inklusive Verpflegung der Begleitperson) und werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.

Das erste Anlegen des Kindes erfolgt bereits mit Unterstützung der Hebammen im Kreißsaal. Zusätzlich arbeiten an sechs Tagen in der Woche ausgebildete Stillberaterinnen auf der Wochenbettstation. Diese betreuen sehr gerne auch Mütter auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation und in der Kinderklinik. Darüber hinaus verfügen alle Kolleginnen und Kollegen der Wochenstation über umfangreiches Wissen zum Stillen, um Sie optimal zu unterstützen.

Stillzimmer und Abstillen

Es gibt ein Stillzimmer auf der Wochenbettstation, in das Sie sich gerne zurückziehen können zum Stillen oder zum Abpumpen der Muttermilch. Das Stillzimmer steht Ihnen, außer in bestimmten Zeiten, rund-um-die-Uhr zur Verfügung. Es gibt die Möglichkeit des medikamentösen Abstillens mittels einer einmaligen Einnahme einer Abstilltablette (Einnahme innerhalb 24h nach der Geburt). Alternativ können Sie auch ohne Einnahme von Medikamenten abstillen. Hierzu beraten wir Sie gerne.

Rückbildungsgymnastik und Krankenhausaufenthalt

Unsere Physiotherapeutinnen zeigen Ihnen in den Tagen nach der Geburt direkt in Ihrem Zimmer auf der Entbindungsstation erste leichte Übungen, um die Tiefenmuskulatur im Bauch und Beckenboden anzuregen. Durch sanfte Bewegung soll die Muskulatur wieder aktiviert werden. Sechs bis acht Wochen nach der Geburt können Sie an einem Rückbildungskurs teilnehmen, die unsere Elternschule anbietet. Hier haben Sie die Wahl zwischen Kursen mit und ohne Kind und Online-Angeboten.

Die Dauer des Aufenthaltes nach der Geburt wird durch verschiedene Faktoren bedingt und variiert daher individuell. In der Regel bleiben Frauen nach einer vaginalen Geburt drei Tage im Krankenhaus, nach einem Kaiserschnitt 4-5 Tage. Es gibt auch die Möglichkeit einer frühzeitigen Entlassung, hierbei gehen Mutter und Kind frühestens sechs Stunden nach der Geburt nach Hause. Zu beachten ist hierbei, dass Sie dringend eine Wochenbetthebamme und einen niedergelassenen Kinderarzt brauchen, um die notwendigen Untersuchungen durchzuführen (U2, Neugeborenenscreening, Überwachung des allgemeinen Gesundheitszustandes und des Stillens). Die Entlassung am Entlasstag ist zwischen 11 und 12 Uhr vormittags geplant.

Untersuchungen des Kindes im Krankenhaus

Bei Ihrem Kind wird 36 Stunden nach der Geburt das Neugeborenen-Screening durchgeführt. Dieses beinhaltet einen Hörtest, eine Pulsoxymetriemessung und die Abnahme von Fersenblut. Im Rahmen dieses Screenings ermitteln wir außerdem das aktuelle Gewicht und die Temperatur Ihres Kindes.

Die Vorsorgeuntersuchung U2 findet in unserer Klinik am 3. Lebenstag Ihres Kindes durch einen erfahrenen Kinderarzt unserer Kinderklinik statt. Die Uhrzeit ist jeweils ab etwa 9:30 Uhr und wird von den Arzthelferinnen der Wochenstation begleitet.

Infografik zu den wichtigsten Untersuchungen des Neugeborenen (U1, U2, Neugeborenen-Screening)

Besuchszeiten und Verpflegung auf Station

Unsere allgemeinen Besuchszeiten sind von 10 bis 20 Uhr. Auf der Wochenstation sind Väter und Geschwisterkinder in dieser Zeit jederzeit willkommen. Für alle anderen Besucher startet die Besuchszeit ab 15 Uhr. Die Zeit nach der Geburt ist sehr sensibel und benötigt Ruhe und Entspannung, um die Mutter-Kind-Bindung aufzubauen, das Stillen zu fördern und Heilungsprozesse zu unterstützen. Bitten Sie deshalb Ihre Besucher nur gleichzeitig mit zwei Personen zu kommen, damit Mutter, Vater, Baby und Geschwisterkind genügend Zeit fürs Bonding haben. Kinder mit Infekten und Coronainfizierte dürfen nicht zu Besuch kommen, um Sie und Ihr Kind und die anderen jungen Mütter und Neugeborenen zu schützen. Wir bitten um gegenseitige Rücksichtnahme.

Wir bieten morgens ein Frühstücksbuffet an, bei dem Sie sich von 7:30-9:30 Uhr bedienen können. Hatten Sie am Tag zuvor oder in der Nacht einen Kaiserschnitt, wird Ihnen das Frühstück selbstverständlich von unseren Stationshilfen ans Bett gebracht. Mittagessen und Abendessen erfolgen im üblichen Tablettsystem.

Benötigte Utensilien für das Baby

Nach Entbindung werden von uns Windeln, Feuchttücher und Kleidung bereitgestellt. Sie brauchen nur ein Outfit für die Entlassung und eine entsprechende Babyschale für den Transport.

Besondere Überwachung bei Schwangerschaftsdiabetes

Bei einem insulinpflichtigen Schwangerschaftsdiabetes, Diabetes Typ 1+2, werden die Blutzucker Ihres Kindes nach jeweils 3, 5 und 8 Stunden kontrolliert. Sind diese 3 Blutzucker unauffällig, sind keine weiteren Kontrollen notwendig. Bei Kindern mit einem Geburtsgewicht von <2500 Gramm oder >4000 Gramm wird ebenfalls der Blutzucker kontrolliert. Sind die Werte bei drei aufeinanderfolgenden Untersuchungen unauffällig, müssen keine weiteren Untersuchungen erfolgen. Bei Ihnen als Patientin erfolgt am 2. Tag nach Geburt eine Kontrolle des Blutzuckers vor dem Frühstück und eine St...

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