Pfeifender Husten bei Kleinkindern: Ursachen und Behandlung

Pfeifen oder Giemen ist ein auffälliges Atemgeräusch, das insbesondere bei kleinen Kindern im Rahmen von akuten Atemwegsinfekten auftreten kann. Oftmals können Eltern dieses hochfrequente Atemgeräusch bereits ohne Stethoskop wahrnehmen, da die Kinder beim Ausatmen „pfeifen“ oder giemen. Dieses Geräusch entsteht durch eine Verkrampfung der kleinen Atemwege.

Etwa jedes dritte Kind erlebt im Laufe seines Lebens eine sogenannte „obstruktive Bronchitis“. Während manche Kinder ausschließlich bei viralen Bronchitiden betroffen sind, reagieren andere auch auf Reize wie Rauchen, Allergene (z. B. Haustiere) und bei stärkerer körperlicher Anstrengung.

Illustration eines kleinen Kindes mit pfeifendem Husten, um die Symptomatik zu visualisieren.

Ursachen für pfeifenden Husten bei Kleinkindern

Das pfeifende Geräusch beim Ausatmen, auch Giemen genannt, deutet auf eine Verengung der Atemwege hin. Bei Kleinkindern kann dies verschiedene Ursachen haben:

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhaut, die die Bronchien auskleidet. Sie ist eine häufige Atemwegserkrankung im Kindes- und Jugendalter, besonders in den Wintermonaten. Typische Auslöser sind Viren wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), Parainfluenzaviren, Rhinoviren und Adenoviren. Seltener können auch Bakterien beteiligt sein. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren ist eine Bronchitis mit pfeifendem Husten besonders verbreitet.

Zu Beginn einer Bronchitis steht oft ein trockener, pfeifender Husten, der sich später in einen schleimig-eitrigen Husten wandeln kann. Bei Babys und kleinen Kindern können zusätzlich Atemnot und typische Rasselgeräusche beim Atmen auftreten. Eine obstruktive (verengende) Bronchitis ist bei Kleinkindern nicht selten und geht mit Atemnot einher, die sehr stark bis bedrohlich werden kann. Das typische, pfeifende Geräusch beim Ausatmen (Giemen) resultiert aus der entzündlichen Schleimbildung in den Bronchien, was die Ausatmung erschwert - ähnlich wie bei Asthmapatienten. Unbehandelt kann eine Bronchitis in eine Lungenentzündung übergehen.

Schema der Atemwege, das eine Verengung der Bronchien bei Bronchitis zeigt.

Asthma bronchiale und Allergien

Wiederkehrende obstruktive Bronchitiden können ein Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Asthma bronchiale sein. Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder entwickelt später diese chronische Atemwegserkrankung. Die individuelle Vorhersage ist jedoch schwierig. Risikofaktoren für Asthma umfassen Allergien in der Familie, das Auftreten von Allergien beim Kind selbst und eine Neurodermitis.

Auch Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen oder Tierhaare können bei prädisponierten Kindern zu einer Verengung der Atemwege und pfeifenden Atemgeräuschen führen. Bei Asthma sind die Bronchien meist zeitweise verengt, während sie bei COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) eher dauerhaft betroffen sind.

Pseudokrupp

Der Pseudokrupp (virale stenosierende Laryngitis) ist ein Virusinfekt der oberen Atemwege, der vor allem Babys und Kleinkinder zwischen drei Monaten und fünf Jahren betrifft. Er äußert sich typischerweise durch einen trockenen, bellenden Husten, eine heisere Stimme und Atemnot, insbesondere in der Nacht. Das Einatmen kann ein hörbar pfeifendes Geräusch (inspiratorischer Stridor) verursachen, da die Schleimhäute im Kehlkopf anschwellen und die Atemwege verengen.

Ursächlich sind meist Parainfluenza-Viren, aber auch RSV oder andere Viren. Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion. Luftschadstoffe wie Zigarettenrauch können die Erkrankung begünstigen.

Illustration eines Kindes mit Pseudokrupp, das bellend hustet und Atemnot hat.

Weitere Ursachen

Weniger häufige Ursachen für wiederkehrende Episoden von Keuchatmung (Giemen) bei Kindern können chronische Schluckbeschwerden mit wiederholtem Einatmen von Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten in die Lunge, gastroösophagealer Reflux, ein Fremdkörper in der Lunge oder Herzinsuffizienz sein.

Zudem wurde in Studien ein Zusammenhang zwischen dem vorgeburtlichen Kontakt mit Zigarettenrauch und Passivrauchen und der Entwicklung von frühkindlichem Giemen gezeigt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer rauchfreien Umgebung für Kinder.

Symptome und Diagnose

Das Hauptsymptom ist das pfeifende oder giemende Geräusch beim Ausatmen. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Husten (trocken oder schleimig)
  • Atemnot
  • Schnelles Atmen (Tachypnoe)
  • Einsatz der Brustkorb- und Bauchmuskulatur zur Atmung
  • Nasenflügelblähen
  • Bläuliche oder gräuliche Verfärbung der Haut und Lippen (Zyanose) bei schwerer Atemnot
  • Fieber
  • Brustschmerzen
  • Blutiger Auswurf (selten)

Bei Verdacht auf eine Bronchitis oder andere Atemwegserkrankungen wird die Kinderärztin oder der Kinderarzt das Kind abhören, die Atemanstrengung beurteilen und die Sauerstoffsättigung messen. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann helfen, eine Lungenentzündung, Fremdkörper oder Herzinsuffizienz auszuschließen und eine obstruktive Bronchitis zu differenzieren.

Bei häufigerem Auftreten des Pfeifens können weitere diagnostische Schritte notwendig sein:

  • Lungenfunktionsuntersuchung (bei älteren Kindern)
  • Allergietestung
  • In seltenen Fällen: Schluckuntersuchungen, Computertomographie (CT) oder Bronchoskopie

Lungenentzündung bei Kindern - schnell erkennen und richtig handeln

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Erkrankung:

Medikamentöse Therapie

In der Akuttherapie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die zur Entspannung und Beruhigung der Bronchien führen. Dazu gehören:

  • Bronchodilatatoren (Atemwegserweiterer): Inhalationssprays, ähnlich denen bei Asthma bronchiale, können mit angepasster Technik auch bei Kleinkindern sehr effektiv eingesetzt werden, um die Bronchien zu erweitern.
  • Kortikosteroide: Bei schwereren Verläufen oder Asthma können Kortikosteroide (oral oder als Zäpfchen) eingesetzt werden, um Entzündungen zu reduzieren.
  • Schleimlösende und entzündungshemmende Medikamente: Diese können helfen, zähen Schleim zu verflüssigen und den Abtransport zu erleichtern.

Bei viralen Infekten sind Antibiotika in der Regel nicht wirksam, da sie nur gegen Bakterien helfen.

Allgemeine Maßnahmen

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sind allgemeine Maßnahmen wichtig:

  • Ruhe und Schonung
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Viel Trinken hält den Schleim flüssig.
  • Frische Luft: Regelmäßiges Lüften der Räume und Aufenthalte an frischer Luft können wohltuend sein.
  • Luftfeuchtigkeit: Eine angemessene Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen kann helfen, die Atemwege zu befeuchten.
  • Vermeidung von Reizstoffen: Insbesondere Zigarettenrauch sollte unbedingt vermieden werden.

Bei einem akuten Pseudokrupp-Anfall helfen oft folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Das Kind in eine aufrechte Position bringen (hinsetzen oder hochnehmen).
  • Das Kind an ein offenes Fenster oder auf den Balkon bringen, um kühle, feuchte Luft einzuatmen.
  • Dem Kind etwas Kühles zu trinken anbieten.
  • Ruhe bewahren und dem Kind Sicherheit vermitteln.
Eine Grafik, die die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei pfeifendem Husten bei Kindern darstellt.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • Sie den Verdacht auf eine Bronchitis oder eine andere ernsthafte Atemwegserkrankung haben.
  • Der Husten plötzlich auftritt und ungewöhnlich klingt.
  • Der Husten länger als sechs Wochen anhält.
  • Bestimmte Warnsymptome auftreten: hohes Fieber, Atemnot, starke Brustschmerzen, blutiger Auswurf.
  • Bei einem Pseudokrupp-Anfall die Akutmaßnahmen nicht helfen oder das Kind zu ersticken droht.

Die Kinderärztin oder der Kinderarzt kann die Art der Erkrankung feststellen und eine geeignete Therapie einleiten.

tags: #kleinkind #husten #pfeifen #beim #ausatmen