Bewegung als Schlüssel zur kindlichen Gehirnentwicklung

Bewegung ist für die gesunde Entwicklung von Kindern von fundamentaler Bedeutung. Sie fördert nicht nur kräftige Muskeln und Knochen sowie ein starkes Herz-Kreislauf-System und ausgeprägte motorische Fähigkeiten, sondern beeinflusst auch maßgeblich die Gehirnentwicklung, das allgemeine Wohlbefinden und die Ausbildung sozialer Kompetenzen. Kinderärztin Dr. Carina Weiß betont die Wichtigkeit von Bewegung für gesunde Kinder, da diese zu einer verbesserten körperlichen, motorischen und kognitiven Leistungsfähigkeit führt, vor Zivilisationskrankheiten schützt und das Selbstwertgefühl steigert. Kinder mit guten koordinativen Fähigkeiten zeigen zudem eine bessere Konzentrationsfähigkeit.

Ein Mangel an Sport und Bewegung birgt hingegen Risiken wie Übergewicht und Haltungsschwächen, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule, die oft durch lange Phasen sitzender Tätigkeiten ohne Ausgleich begünstigt werden. Die gute Nachricht ist, dass Kinder von Natur aus eine hohe Eigenmotivation zur Bewegung mitbringen. Physiotherapeutin Katharina Kapfer hebt hervor, dass Kinder fast immer von sich aus aktiv werden möchten. Entscheidend ist jedoch, dass passende Bewegungsangebote von Anfang an zur Verfügung stehen.

Infografik: Die positiven Auswirkungen von Bewegung auf die kindliche Entwicklung

Bewegung von den ersten Lebensmonaten an

Erlebnispädagoge DI Markus Pisecker unterstreicht, dass der Grundstein für ein bewegungsreiches Leben bereits in den ersten Lebensmonaten gelegt wird. Säuglinge sollten nicht den ganzen Tag in der Wiege auf dem Rücken liegen; Eltern sollten ihnen vielmehr vielfältige neue Bewegungserfahrungen ermöglichen. Babys benötigen ausreichend Platz und Zeit, um zu krabbeln und sich hochziehen zu können. DI Pisecker ergänzt, dass Kinder oft schon klettern, bevor sie laufen können.

Sobald Kinder sicher auf beiden Beinen unterwegs sind, ist es wichtig, das Balancieren, Klettern und Ausprobieren nicht aus Angst vor Verletzungen zu unterbinden. Katharina Kapfer warnt davor, dass ständiges Nichtstun und übermäßige Nutzung von Handys und Computern auf Dauer wesentlich mehr Schäden verursachen kann. Ab dem Zeitpunkt, an dem Kleinkinder gehen können, ist sportliche Betätigung möglich. Dabei steht zunächst nicht die spezifische Sportart im Vordergrund, sondern der Spaßfaktor. Egal ob Klettern, Schwimmen, Radfahren oder Fußballspielen - alles, was Freude bereitet, ist erlaubt.

DI Pisecker erklärt, dass Kinder nicht einfach „trainiert“ werden können; Interesse muss geweckt werden, und dies geschieht primär über das Spiel. Katharina Kapfer betont die Bedeutung von abwechslungsreichen Bewegungsangeboten, die auch Koordination und Gleichgewicht schulen. Kinderorthopädin Dr. Weiß rät dazu, einseitig belastende Sportarten durch andere Aktivitäten auszugleichen. Sie warnt vor Sportarten wie Tennis, Speerwerfen und bestimmten Ballsportarten, die durch einseitige, hyperextendierende und rotierende Bewegungen auf die Wirbelsäule ein erhöhtes Risiko für Wirbelbogendefekte („Spondylolyse“), Wirbelgleiten („Spondylolisthese“) und funktionelle Wirbelsäulenverkrümmungen bergen.

Schema: Risiken einseitiger sportlicher Belastung für die kindliche Wirbelsäule

Risiken von Überlastung und die Bedeutung von Abwechslung

Um Überlastungsschäden an den Apophysenfugen bei jungen Sportlerinnen und Sportlern zu reduzieren, sollten die altersabhängige Belastbarkeit und Trainingskomponenten wie Koordination, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft richtig dosiert werden. Zu den möglichen Überlastungsschäden gehört der „Morbus Osgood-Schlatter“, eine Entzündung am Ansatz der Kniescheibensehnen nahe der Wachstumsfuge des Schienbeins. Zur Vorbeugung solcher Probleme wird empfohlen, verschiedene Sport- und Bewegungsarten zu kombinieren, beispielsweise Tennis mit Radfahren oder gezieltem Klettern.

Sollte ein Kind ein wachsendes Interesse am Leistungssport entwickeln, ist eine gewisse Bandbreite an Sportarten ebenfalls von Vorteil. Dr. Weiß merkt an, dass viele erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler auf olympischem Niveau erst relativ spät auf eine Sportart spezialisiert haben und in jungen Jahren unterschiedliche Disziplinen ausübten. Eine frühe Spezialisierung führe demnach nicht zwangsläufig zu den besten Ergebnissen. Eine einfache Faustregel für das richtige Maß beim Sport lautet: Das Alter des Kindes in Jahren entspricht ungefähr der Anzahl der Stunden pro Woche, an denen es dieselbe Sportart ausüben kann.

Sport und Bewegung, auch ohne Leistungsdruck, fördern das Bewusstsein für den eigenen Körper und ermöglichen wichtige soziale Erfahrungen. Kinder lernen, wie sie auf andere wirken und wie andere auf sie reagieren. Kinder mit ADHS, die beispielsweise beim Klettern oft eine gesteigerte Frustrationstoleranz entwickeln, lernen, mit Herausforderungen umzugehen, wenn sie eine Kletterroute nicht meistern oder warten müssen. Die Erkenntnis, dass nach Anstrengung auch eine Auszeit verdient ist, ist ebenfalls wertvoll.

Kooperatives Koordinationstraining mit Basketball und Reifen

Individuelle Bedürfnisse und Förderung

Katharina Kapfer betont, dass Kinder von Natur aus über viel Energie verfügen und oft zu mehr fähig sind, als man denkt. Ihre Grenzen erreichen sie jedoch auch. Während Müdigkeit bei Erwachsenen schleichend eintritt, kann sie bei Kindern abrupt auftreten. Weder Anstrengung noch Ruhe sollten Kinder aufgezwungen werden; vielmehr sollten ihnen entsprechende Möglichkeiten angeboten werden. Gemeinsames Lesen oder eine gemütliche „Kuschelecke“ helfen Kindern, neue Energie zu tanken.

Nicht jedes Kind zeigt die gleiche Begeisterung für körperliche Aktivitäten. Es ist daher entscheidend, individuell auf die Bedürfnisse einzugehen und eine Aktivität zu finden, die dem Kind Freude bereitet. Die Vorbildfunktion der Eltern ist hierbei von enormer Bedeutung. Wenn Eltern selbst aktiv sind, wird dies von den Kindern wahrgenommen und positiv beeinflusst. Neben den Eltern können auch Influencer eine Rolle spielen, indem sie Fitness propagieren, was gerade bei älteren Kindern und Teenagern Anklang findet. Exzessives Krafttraining bei Kindern, wie es leider in einigen Ländern vorkommt, sollte jedoch tabu sein.

Motorische Entwicklung und frühe Hilfen

Bereits im Säuglingsalter benötigen Kinder ausreichend Möglichkeiten für Bewegungserfahrungen, um motorische Meilensteine wie Krabbeln und Hochziehen zu erreichen. Lauflernwagen und Hüpfschaukeln sollten vermieden werden. Das Balancieren, Klettern und Ausprobieren sollte Kindern erlaubt werden. Bewegung und Sport sollten einen spielerischen Charakter haben und Spaß machen, ohne Zwang bei Bewegung oder Pausen, sondern als Angebot.

Bildschirmzeiten sollten mit Bewegungszeiten ausgeglichen werden. Neue Medien können auch gezielt eingesetzt werden, um ältere Kinder spielerisch zur Bewegung zu motivieren, beispielsweise durch Kinderyoga, „Animal Moves“ oder Tanz. Ältere Kinder, die in Vereinen Sport treiben, profitieren zudem vom Vereinsleben, was soziale Fähigkeiten, Selbstbewusstsein und Zugehörigkeitsgefühl stärkt. Zur Vermeidung gesundheitlicher Probleme durch einseitige Belastung empfiehlt sich die Kombination von Sport- und Bewegungsarten, die einen Ausgleich schaffen.

Jugendliche sollten mit intensivem Bodybuilding erst nach Abschluss der Wachstumsphase beginnen. Wenn ein Kind unsicher oder ungeschickt wirkt, können Störungen der motorischen Entwicklung dahinterstecken. Manche Kinder entwickeln ihre motorischen Fähigkeiten langsamer als Gleichaltrige, zeigen aber in anderen Bereichen eine normale Entwicklung. Unsicherheiten im Bewegungsverhalten können sich beim Gehen, Laufen, Hüpfen oder Klettern zeigen. Ungeschicklichkeiten der Hände und Arme können zu Schwierigkeiten beim Erlernen von Schleifenbinden, Knöpfen oder beim Ballwerfen führen. Auch Malen, Basteln oder das Legen von Puzzles können betroffen sein.

Solche Störungen können die weitere Entwicklung erheblich beeinflussen und mit Verhaltensproblemen einhergehen, wie Ängstlichkeit, Meidung von Aktivitäten oder aggressives Verhalten. Motorische Entwicklungsstörungen können auch frühe Hinweise auf spätere Lernstörungen sein. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Förderung sind daher wichtig. Motorische Entwicklungsstörungen müssen von ADHS abgegrenzt werden, da Kinder mit motorischen Schwächen schneller ermüden können, was nicht automatisch auf ADHS hindeutet. Bei Sorgen über die körperliche Entwicklung sollte ein Kinderarzt konsultiert werden. Oftmals können negative Folgen durch Bestärkung der vorhandenen Fähigkeiten und geeignete Alltagsbedingungen verhindert werden.

Illustration: Kind beim Erlernen des Balancierens

Bewegung als Katalysator für das Gehirn

Bewegung beeinflusst das Gehirn auf vielfältige Weise. Zum einen führt die erhöhte Durchblutung im Körper, die auch das Gehirn erreicht, zu mehr Wachheit. Zum anderen werden während der Bewegung Botenstoffe ausgeschüttet, die das Wohlbefinden fördern. Der für Neurowissenschaftler spannendste Effekt ist die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren, sogenannter neurotropher Faktoren, die dem Aufbau und der Stärkung neuronaler Verbindungen dienen. Wenn Nervenzellen miteinander kommunizieren, bilden sie Verbindungen, die durch Bewegung gefestigt werden.

Studien zeigen, dass Kinder sich zu wenig bewegen. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 60 Minuten moderater bis hoher körperlicher Aktivität pro Tag. Mehr Bewegung würde zu einer verstärkten Ausschüttung dieser Wachstumsfaktoren im Nervensystem der Kinder führen und somit alle Lernprozesse unterstützen. Kurze Bewegungseinheiten von 5 bis 30 Minuten können den Rumpf und die Arme aktivieren, die Atmung vertiefen und die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren anregen. Bei hohem Stresspegel sind längere Bewegungseinheiten von 20 bis 30 Minuten ratsam, was auch die Dauer von Schulpausen erklärt.

Ausdauertraining kann langfristig zu einem höheren Niveau dieser Wachstumsfaktoren führen. Ein Viertelstunde Bewegung mit Koordinationsübungen kann besonders für Grundschulkinder von Vorteil sein, da sie ihren Bewegungsdrang oft nicht ausleben können. Lehrkräfte sollten den Bewegungsbedarf ihrer Schülerinnen und Schüler im Blick haben. Komplexe Koordinationsübungen sind besonders nach anstrengenden Arbeitsphasen sinnvoll, um Ermüdung entgegenzuwirken. Die Kombination von Konzentration und Bewegung, wie bei Spiegelbildübungen, fördert die Durchblutung im vorderen Teil des Gehirns, der für Aufmerksamkeit und gerichtete Konzentration zuständig ist. Bei inhaltlich herausfordernden Themen eignen sich entspannende Yogaübungen.

Grafik: Neuronale Verbindungen im Gehirn und die Rolle der Bewegung

Bewegung im schulischen und familiären Kontext

Bewegung ist nicht nur für die körperliche Gesundheit wichtig, sondern auch für die kognitive Entwicklung und Bildung. Die WHO empfiehlt für Kinder unter fünf Jahren eine tägliche Bewegungszeit von 60 bis 180 Minuten. Bereits im Mutterleib entwickeln Föten einen Gleichgewichtssinn und reagieren auf Berührungen. Bewegungssinn und Gleichgewichtssinn sind entscheidend für die spätere Entwicklung.

Bewegung aktiviert das Muskelsystem und den gesamten Stoffwechsel, insbesondere den Hirnstoffwechsel. Sie fördert die Entwicklung motorischer Reaktionsmuster und aktiviert den Frontallappen, der für bewusstes, zielgerichtetes Denken zuständig ist. Die Integration von Übungen in den Alltag stärkt neuronale Verknüpfungen. Kinder sollten sich sicher und angenommen fühlen, da Angst das Lernen blockieren kann. Vermeidung von Reizüberflutung und die Nutzung von Freiräumen sind wichtig. Das Gehirn ist ein Problemlösungsorgan und sollte nicht nur zum Auswendiglernen genutzt werden.

In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung von Bewegung für die ganzheitliche Entwicklung und Bildung von Kindern zugenommen. Bewegung wird als Ausdruck kindlicher Bedürfnisse und als Antrieb für Entwicklungsprozesse betrachtet. Bewegungsmangel bei Kindern hat Folgen wie mangelnde Fitness, Haltungsschäden und eine geringere geistige Leistungsfähigkeit. Bewegungsförderung sollte früh beginnen und durch Aufklärung und Angebote für Eltern unterstützt werden.

Die Verbindung zwischen Bewegung, Entwicklung und Bildung ist eng. Kinder suchen sich aus eigenem Antrieb Bewegungsmöglichkeiten, um mit ihrer Umwelt zu interagieren, sich selbst zu erproben und Neues zu entdecken. Solche selbstgewählten Aktivitäten sind Ausdruck von Lebensfreude, Neugier und Entdeckerlust und zentral für Gesundheit, Lernen und Bildung.

In den ersten Lebensjahren ist Bewegung ein notwendiger biologischer Entwicklungsreiz, der die gesunde Entwicklung des Organismus anregt. Das Werfen, Fangen und Hinterherlaufen eines Balls verbessert motorische Fähigkeiten und trainiert das Herz-Kreislauf-System. Studien zeigen, dass ein Mangel an körperlicher Aktivität zu orthopädischen und kardiologischen Problemen führen kann.

Das kindliche Denken ist in den ersten Lebensjahren eng an das Handeln gebunden. Durch das Berühren und Bewegen von Objekten erlangen Kinder Wissen über ihre Umwelt. Diese körperlichen Erfahrungen unterstützen auch später die Verarbeitung und Speicherung von Informationen, da Lerninhalte durch Gesten oder rhythmische Bewegungen besser im Gedächtnis bleiben.

Bewegung konfrontiert Kinder mit psychischen und sozialen Herausforderungen, wie dem Eingehen persönlicher Risiken, dem Austesten von Grenzen, dem Überwinden von Ängsten oder dem Mobilisieren von Mut. Sie lernen Kooperation, Durchsetzungskraft und den Umgang mit Erfolg und Misserfolg. Bewegung bietet ein besonderes Potenzial zur positiven Selbstwahrnehmung, insbesondere wenn Kinder sich als eigenmächtige Akteure erleben können.

Die Aussage „Bewegung macht klug“ ist in ihrer Eindeutigkeit nicht haltbar, da die Zusammenhänge zwischen Bewegung und geistiger Entwicklung komplex sind. Dennoch ist Bewegung für alle Kinder gleichermaßen wichtig. Die Möglichkeiten, sich zu bewegen, erfahren und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung hat, unterscheiden sich jedoch stark zwischen sozialen Gruppen. Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Bewegungsanlässen.

Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien nutzen weniger Sportvereine und öffentliche Bewegungsangebote, was sich auf ihre körperlich-motorische Leistungsfähigkeit auswirkt. Sie sind auch häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen. Oftmals sind Erziehungsverantwortliche aufgrund von Erschöpfung oder soziokulturellen Barrieren überfordert, sich um ein aktives Freizeitangebot zu kümmern.

Neben der sozialen Herkunft spielt auch das Geschlecht eine Rolle. Oftmals werden Jungen und Mädchen mit bewegungsbezogenen Angeboten und Erwartungen konfrontiert, die geschlechtstypische Vorstellungen widerspiegeln. Dies kann zu unterschiedlichen Lern- und Entwicklungschancen führen.

Bewegung im Unterricht fördert die Verarbeitung und Speicherung von Informationen. Kinder behalten Inhalte leichter, wenn sie diese mit Gesten oder rhythmischen Bewegungen verbinden. Bewegung aktiviert die motorischen Zentren des Gehirns, was für die Verarbeitung und Speicherung von Informationen wesentlich ist. Aufmerksamkeitssteigerung wird durch Bewegung gefördert, da das Gehirn Sinnesreize und einen aktiven Stoffwechsel benötigt, der durch Sauerstoffversorgung und Bewegung unterstützt wird.

Regelmäßige Bewegungspausen im Schulalltag helfen Kindern, sich zu konzentrieren. Einfache Spiele und Übungen können im Klassenzimmer umgesetzt werden, um Schwung, Spaß und Abwechslung zu bringen. Dazu gehören beispielsweise ein Schultaschen-Slalom zur Förderung der Bewegungskoordination, das Fliegenlassen von Chiffontüchern zur Schulung der Körper- und visuellen Wahrnehmung oder das Balancieren von Bierdeckeln zur Verbesserung des Gleichgewichts- und Berührungssinns.

Bewegter Unterricht, bei dem Inhalte mit körperlichen Aktivitäten verknüpft werden, ist ein effektiver Weg zum Lernen. Beispiele hierfür sind Silbentrennung mit dem Spiel „Familie Meier“, das Vermitteln von Präpositionen im Zoo oder das Erlernen geometrischer Figuren mit Seilen.

Der Schulhof sollte zur Bewegung einladen, und die Klassenräume können durch Umstellen von Möbeln und die Nutzung von Sitzkissen bewegungsfreundlicher gestaltet werden. Sportunterricht kann auch auf dem Schulhof stattfinden, und außerschulische Aktivitäten wie Schulfeste oder Arbeitsgemeinschaften können die Freude an Bewegung fördern.

Bewegungsübungen steigern die Aufmerksamkeit und fördern die Fähigkeit, diese gezielt auszurichten. Ruhigere Übungen wie „Verzaubert“ stärken die Konzentration und die Körperspannung. Die Übung „Balancierkunst“ trainiert Konzentration und Gleichgewichtssinn. Das „Hör-Quiz“ fördert Konzentration und differenziertes Hören, während „Fühlsteine“ die Konzentration und taktile Wahrnehmung schulen.

Sitzen ist eine ungesunde Körperhaltung, die zu Fehlhaltungen und Rückenschmerzen führen kann. Kinder sollten ermutigt werden, ihre Sitzpositionen häufig zu wechseln und sich regelmäßig zu recken und zu strecken. Experimente mit verschiedenen Sitzpositionen auf dem Stuhl können helfen, die Wirbelsäule zu entlasten und die Muskeln zu aktivieren.

Entspannungsübungen wie die Ballmassage, das Malen von Rückenbildern oder eine Fantasiereise können helfen, Ruhe zu finden und Stress abzubauen. Diese Aktivitäten fördern zudem soziale Kontakte und die Körperwahrnehmung.

Illustration: Kinder in verschiedenen Sitzpositionen im Unterricht

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