Kinderbett als Beistellbett nutzen: Eine Anleitung

Die Entscheidung, ein Kinderbett als Beistellbett zu nutzen, ist eine praktische und kostengünstige Alternative zu speziellen Beistellbetten. Oftmals sind herkömmliche Gitterbetten bereits vorhanden oder können günstig erworben und umfunktioniert werden. Diese Anleitung zeigt, wie Sie ein Kinderbett sicher und einfach zu einem Beistellbett umbauen können, um die Nähe zum Baby zu gewährleisten und gleichzeitig für Sicherheit zu sorgen.

Vorteile der Nutzung eines Kinderbetts als Beistellbett

Ein Beistellbett bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt. Es ermöglicht dem Baby, in unmittelbarer Nähe der Eltern zu schlafen, was die Bindung stärkt und nächtliche Versorgungs- und Stillvorgänge erleichtert. Eltern können zudem besser auf die Bedürfnisse ihres Kindes reagieren und schneller feststellen, ob es ihm gut geht. Für stillende Mütter ist die kurze Distanz zum Baby ein unschätzbarer Vorteil. Das Beistellbett wird oft als "Babybalkon" bezeichnet und stellt einen optimalen Kompromiss zwischen Nähe und Sicherheit dar, da es dem Baby einen eigenen, aber dennoch nah gelegenen Schlafplatz bietet.

Illustration einer Mutter, die ihr Baby aus einem Beistellbett nimmt, das direkt an das Elternbett angeschlossen ist.

Methoden zur Umwandlung eines Kinderbetts in ein Beistellbett

Es gibt verschiedene Ansätze, ein reguläres Kinderbett in ein Beistellbett umzuwandeln. Die gängigsten Methoden beinhalten das Entfernen einer Gitterseite oder das Anpassen der Höhe und Befestigung.

Methode 1: Eine Gitterseite entfernen

Bei vielen Kinderbetten lässt sich eine Gitterseite ganz oder teilweise entfernen. Dies ist oft die einfachste Methode, um das Bett an das Elternbett anzuschließen.

  • Vollständiges Entfernen einer Gitterseite: Bei Betten, die als Juniorbetten umbaubar sind, lässt sich oft eine komplette Gitterseite abbauen. Das Bett wird dann so nah wie möglich an das Elternbett geschoben.
  • Teilweises Entfernen: Wenn sich die Gitterstäbe nicht komplett entfernen lassen, können sie in einigen Fällen auch herausgesägt werden. Dies erfordert etwas handwerkliches Geschick, kann aber eine stabile Lösung darstellen.
  • Herunterklappen der Gitterseite: Manche Betten erlauben es, eine Gitterseite herunterzuklappen oder nur an der unteren Seite zu befestigen und den oberen Teil umzuklappen.

Beispiele aus der Praxis:

  • Ein Elternteil berichtet, dass die untere Gitterseite festgeschraubt und der obere Teil unter den Boden geklappt wurde, um Stabilität zu gewährleisten.
  • Eine andere Lösung war, die Gitterstäbe herauszusägen, was sich als stabil erwiesen hat.
  • Bei einem Bett von Roba konnte eine Gitterseite problemlos abgebaut werden, ohne dass das Bett an Stabilität verlor.
Schemazeichnung, die zeigt, wie eine Gitterseite von einem Kinderbett entfernt wird.

Methode 2: Anpassung der Höhe und Befestigung

Um eine lückenlose Verbindung und die richtige Höhe zu gewährleisten, sind oft Anpassungen erforderlich.

  • Höhenanpassung des Lattenrosts: Falls das Kinderbett höher ist als das Elternbett, kann es notwendig sein, Bohrungen im Rahmen des Kinderbetts vorzunehmen und das Lattenrost höher aufzuhängen. Umgekehrt kann bei einem zu niedrigen Bett das Anbringen von Holzleisten unter den Füßen helfen, die Höhe anzupassen.
  • Sichere Befestigung: Um zu verhindern, dass das Beistellbett verrutscht, können verschiedene Methoden angewendet werden:
    • Verschraubung: Die Gitterseite kann an der unteren Seite festgeschraubt und die Oberseite mit dem Elternbett verbunden werden.
    • Schraubzwingen: In einigen Fällen wurden Schraubzwingen verwendet, um das Bett provisorisch zu befestigen.
    • Drahtseil und Klemmschellen: Eine sicherere Methode ist die Verwendung eines dünnen Drahtseils, das durch Löcher im Bettrahmen und am Lattenrost geführt und mit Klemmschellen fixiert wird.
    • Winkelverbinder: Spezielle Gardinenwinkel oder Winkelverbinder können am Elternbett eingehakt und mit dem Beistellbett verschraubt werden. Um Kratzer zu vermeiden, sollten die Winkel mit Filz beklebt werden.
  • Verhindern von Lücken: Um eine Lücke zwischen den Matratzen zu vermeiden, können Schaumstoffteile oder Decken verwendet werden. Bei selbstgebauten Betten kann es notwendig sein, einzelne Gitterstäbe zu entfernen oder den Rahmen nach innen zu versetzen.
Detailaufnahme von Winkelverbindern, die ein Beistellbett am Elternbett befestigen.

Methode 3: DIY-Anleitungen für den Umbau

Für handwerklich Begabte gibt es detaillierte Anleitungen, um ein einfaches Gitterbett, z.B. von IKEA, in ein Beistellbett umzubauen. Diese Anleitungen beinhalten oft Schritte wie:

  1. Aufbau des Babybetts unter Auslassung einer langen Seite.
  2. Einhaken der Liegefläche an einer Seite und Ausrichten mit dem Elternbett mittels Wasserwaage.
  3. Anpassen der Füße des Babybetts, um die gleiche Höhe wie das Elternbett zu erreichen.
  4. Abschleifen von Kanten und gegebenenfalls Kürzen von Seitenteilen.
  5. Anbringen einer Querstrebe zur Abstützung der Liegefläche.
  6. Sichere Befestigung am Elternbett mittels Winkelverbindern.

Diese DIY-Projekte bieten eine kostengünstige und individuelle Lösung.

Sicherheitshinweise

Bei der Umwandlung eines Kinderbetts in ein Beistellbett ist die Sicherheit des Kindes oberste Priorität. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Stabilität: Stellen Sie sicher, dass das Bett fest und sicher am Elternbett befestigt ist und nicht verrutschen kann.
  • Höhe der Gitterstäbe: Wenn das Kind beginnt, sich hochzuziehen, muss die Höhe des Bettes angepasst werden, um ein Herausfallen zu verhindern. Dies kann durch Absenken des Lattenrosts geschehen.
  • Keine Lücken: Vermeiden Sie Spalten zwischen den Matratzen, in denen sich das Kind verfangen könnte.
  • Materialien: Verwenden Sie für Lackierungen oder Umbauten nur schadstofffreie und babytaugliche Materialien.
  • Anleitung des Herstellers: Beachten Sie die Hinweise des Kinderbett-Herstellers bezüglich des Entfernens von Gitterseiten, da manche Hersteller aus Stabilitäts- oder Sicherheitsgründen davon abraten.

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Auswahl des richtigen Kinderbetts

Wenn Sie noch kein Kinderbett besitzen, achten Sie beim Kauf bereits darauf, dass sich eine Seite komplett entfernen lässt oder dass das Bett für den Umbau geeignet ist. Bettgrößen wie 60x120 cm sind gängig, aber auch größere Betten (z.B. 70x140 cm) können als Beistellbett genutzt werden.

Spezielle Beistellbetten-Modelle:

Es gibt auch spezielle Beistellbetten, die für Boxspringbetten oder rahmenlose Elternbetten konzipiert sind. Diese bieten oft Funktionen wie stufenlose Höhenverstellung und integrierte Rausroll-Schutzgitter. Modelle wie das "Boxspring Flex", "Boxspring 1", "Boxspring Fix" und "Boxspring Vario" sind Beispiele für solche Lösungen, die sich flexibel an verschiedene Bettmodelle anpassen lassen.

Langfristige Nutzung und Umbau

Ein umfunktioniertes Kinderbett kann oft länger genutzt werden als ein herkömmliches Beistellbett. Sobald das Kind mobiler wird oder aus dem Beistellbett herauswächst, kann es wieder zu einem vollwertigen Kinderbett umgebaut werden. Manche Eltern bauen Beistellbetten sogar zu Kinderbänken um, was eine weitere kreative Nutzungsmöglichkeit darstellt.

Fotocollage, die verschiedene umgebaute Kinderbetten zeigt, von Beistellbetten bis hin zu Kinderbänken.

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