Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis, das oft von zahlreichen Glückwünschen, Willkommensgrüßen und besonderen Geschenken begleitet wird. In vielen Familien und Freundeskreisen ist es üblich, nach der Geburt Geburtskarten und Dankeskarten zu versenden. Dies spiegelt eine Tradition wider, bei der Wert auf das Zeigen von Wertschätzung und Dankbarkeit gelegt wird.
Manchmal erhalten frischgebackene Eltern auch Geschenke von Menschen, zu denen sie keinen engen Kontakt mehr haben, was die Großzügigkeit und die Geste des Mitdenkens unterstreicht. Umgekehrt kann es aber auch zu Enttäuschungen kommen, wenn von nahestehenden Personen oder Bekannten keine Glückwünsche oder Geschenke zur Geburt eintreffen, obwohl man selbst bei ähnlichen Anlässen großzügig war. Das Ausbleiben einer Reaktion, wie z.B. eines Dankesschreibens, wird von manchen als unhöflich empfunden und sorgt für Unverständnis.
Die Erwartungshaltung bei der Geburt des ersten Kindes kann höher sein, und die Erfahrung, dass von Bekannten nichts kommt, kann überraschend sein. Dies gilt auch für spätere Kinder, bei denen die Anzahl der Geschenke oft geringer ausfällt, dafür aber manchmal von unerwarteten Personen.
Die Frage nach Dankeskarten wird ebenfalls thematisiert. Es wird betont, dass diese nicht teuer sein müssen und auch vom Vater übernommen werden können, um der Mutter während der Wochenbettzeit Ruhe zu gönnen. Die Bedeutung von Höflichkeitsformen wie „Bitte“ und „Danke“ sowie das Gratulieren und Beglückwünschen wird in einigen Familien hochgehalten.
Demgegenüber stehen jedoch auch moderne Ansichten, bei denen der Fokus auf der eigenen Person und den eigenen Bedürfnissen liegt. Aussagen wie „Ich streß mich nicht“, „Ich denke zuerst an mich“ oder „Ich brauch keine Erwartungen erfüllen“ spiegeln eine veränderte Prioritätensetzung wider, die nicht jeder teilt.

Die Vielfalt der Geschenke: Von liebevoll bis kurios
Die Palette der erhaltenen Geschenke ist breit gefächert. Viele Geschenke werden als liebevoll ausgesucht und wertgeschätzt beschrieben, darunter auch selbstgemachte Dinge. Doch es gibt auch Geschenke, bei denen die Empfänger über die Wahl der Schenkenden den Kopf schütteln.
Ungewöhnliche und unpraktische Präsente
Einige Beispiele für unerwartete oder fragwürdige Geschenke reichen von rosafarbenen Polyesterstrumpfhosen für einen Sohn bis hin zu einer Fülle von Schnuffeltüchern und Rasseln von Drogeriemarkt-Eigenmarken. Solche Dinge werden oft unverpackt weggeräumt und für eine spätere Weiterverschenkung vorgesehen.
Die Frage, was man gefahrlos schenken kann, beschäftigt viele. Es gibt offenbar verschiedene Typen von Beschenkten:
- Die Pragmatischen, die sich über Dinge wie Stilltee und Pampers freuen.
- Die, die explizit gefragt werden möchten.
- Die, die zwar nicht gefragt haben, aber dennoch sehr spezifische Vorstellungen haben.
Es wird betont, dass es sich um Geschenke und nicht um Bestellungen handelt. Die Vorstellung, dass jemand mit Gedanken an die Eltern durch die Babyabteilungen von Geschäften streift, wird als nett empfunden, auch wenn das Ergebnis - wie ein Kleidchen in Größe 62 - vielleicht nicht immer perfekt passt.
Erfahrungen mit Erst- und Zweitkindern
Zur Geburt der ersten Tochter wurde oft sehr viel erhalten, was unter anderem auch daran lag, dass die Schwangerschaft bei der Hochzeit verkündet wurde und viele Menschen sich noch "mit dabei" fühlten. Beim zweiten Baby erhielten die Eltern zwar weniger, aber von Personen, deren Geschenke sie nicht erwartet hatten.
Es scheint, dass bei mehreren Kindern oft Dinge doppelt oder in Mengen vorhanden sind, die über den Bedarf hinausgehen. Ein Beispiel hierfür sind goldene Baby-Ohrstecker, die von Verwandten aus Indien geschenkt wurden, wo das Stechen von Ohrlöchern üblich ist, was bei den Eltern zu Verwunderung führte.
Auch Schnuffeltücher werfen die Frage auf, ob Kinder damit tatsächlich spielen. Weniger gut kamen Geschenke an, bei denen die Schenkenden sich offensichtlich keine Gedanken gemacht oder keine Mühe gegeben hatten. Dazu zählen ein hässlicher Greifling vom Discounter oder Bodies von einem Supermarkt. In solchen Fällen wird lieber nichts geschenkt.
Materielle Geschenke wie Stilltee sind für manche Eltern, die sich selbst versorgen können, nicht besonders aufregend. Obwohl die meisten Geschenke Freude bereiteten, auch die manchmal unpraktischen, wurde nach den nervigsten Geschenken gefragt.

Praktische versus sentimentale Geschenke: Was ist wirklich hilfreich?
Beim ersten Kind ist es für die Eltern oft schwierig abzuschätzen, was sie wirklich benötigen. Selbst gekaufte Dinge, wie ein Vaporisator, Babyfläschchen, Schnuller, Babyhaarbürste, Babybadewanne oder Kleidung vom Flohmarkt, erwiesen sich manchmal als unbrauchbar.
Mit dem zweiten Kind weiß man oft selbst besser Bescheid, und auch die Verwandtschaft ist manchmal informierter. Dennoch gab es auch positive Beispiele, wie ein großes Care-Paket mit Lebensmitteln und einem Haushaltsgutschein, wunderschöne Schnuffeltücher von Marken wie Steiff und Spiegelburg, oder rosa Merinosocken.
Die Tücke der Wiederholung und unpassenden Größen
Das wiederholte Erhalten von identischen Geschenken kann zu Verwirrung führen. So wurden zum zweiten Kind drei Schnuffeltücher und fünf Rasseln geschenkt, was die Frage aufwirft, ob dies eine Art Trend ist. Bei Schenkenden mit eigenen Kindern wird manchmal die Wahl des Geschenks hinterfragt.
Eine Tendenz geht dahin, beim zweiten oder dritten Kind etwas Exklusives für die Mama zu besorgen, wie einen Massagegutschein oder Pflegeprodukte.
Als beleidigend empfunden wurden Geschenke von Menschen, die selbst Kinder hatten, aber Kleidung in unpassenden Größen verschenkten, wie z.B. Größe 122, die im tiefsten Winter als Sommershorts unbrauchbar war. Auch Babypflegeprodukte sind nicht immer willkommen, besonders wenn man diese bereits hat oder auf bestimmte Marken/Inhaltsstoffe achtet. Ein Mon Cherié-Paket für eine stillende Mutter, die keine Schokolade isst, ist ein weiteres Beispiel für ein unpassendes Geschenk.
Besonders schöne Geschenke waren unter anderem ein Steiff-Dino, ein Jogginganzug in Größe 56 (obwohl die Kleinen zunächst noch Größe 50/56 trugen) und diverse andere Kleidungsstücke. Die Freude über die vielen lieben Menschen, die an einen denken, ist groß.
Manchmal wird im Krankenhaus auch direkt nach den Wünschen gefragt. Generell wird über jedes Geschenk Freude geäußert, auch wenn manche Dinge erst später nützlich werden.
Spezifische Beispiele für unpassende Geschenke
- Ein Starterset mit Pflegeprodukten von Penaten, das bereits im Krankenhaus geschenkt wurde.
- Kleidung in Größe 86, die zwei Monate nach der Geburt geschenkt wurde, als das Kind bereits Größe 74 trug und die Kleidung für die Jahreszeit unpassend war.
- Gestrickte Babyschuhe, die zunächst als unbrauchbar galten, sich aber später als nützlich erwiesen.
- Ein Strampler in Größe 50, als das Baby bereits 56 cm maß und drei Wochen alt war.
- Flaschen, obwohl die Eltern bewusst keine gekauft hatten.
- Ein Kochbuch mit fragwürdigen Ratschlägen.
- Ein Winnie-Pooh-Halstuch-und-Mützen-Set von H&M, das nie benutzt wurde.
- Ein "Spieler" von NKD in Größe 62, zwei Monate nach der Geburt, als das Kind längst Größe 74 trug und die Kleidung für den Spätsommer ungeeignet war.
- Kuscheltiere, von denen die Eltern ohnehin schon zu viele hatten.
- Pralinen mit Alkohol für eine stillende Mutter.

Geschenke für die Eltern: Wertschätzung über das Baby hinaus
Ein wichtiger Aspekt, der in der Diskussion auftaucht, ist die Frage, ob auch die Eltern selbst zur Geburt etwas geschenkt bekommen sollten. Einige Stimmen betonen, dass Geschenke für die Mutter eine Form der Wertschätzung für ihre Leistung und die Strapazen der Geburt darstellen.
Persönliche Aufmerksamkeiten für die Mutter
Es gibt Berichte über Partner, die zur Geburt ein Schmuckstück schenken, oder Freunde, die Wellness-Pakete überreichen. Auch Bücher (Elternratgeber), CDs mit Entspannungsmusik, Gutscheine für eigene Anschaffungen oder mitgebrachtes Essen von der eigenen Mutter werden als sehr geschätzte Geschenke für die Mutter genannt.
Die Idee, dass der Vater nach der Geburt der Frau etwas schenkt, wird von manchen als Zeichen der Wertschätzung für die erbrachte Leistung und die Strapazen betrachtet. Dies kann von einem Blumenstrauß bis hin zu einem wertvolleren Schmuckstück reichen.
Die emotionale Unterstützung des Partners während der Geburt und die liebevolle Pflege im Wochenbett werden ebenfalls als sehr wertvoll erachtet, oft mehr als materielle Geschenke. Einige Männer zeigen ihre Wertschätzung durch praktische Hilfe im Haushalt oder indem sie sich um die Kinder kümmern, damit die Mutter Ruhe findet.
Unterschiedliche Ansichten zur Geschenkkultur
Es gibt jedoch auch gegenteilige Ansichten. Manche Paare schenken sich gegenseitig nichts zu bestimmten Anlässen, sondern freuen sich über unerwartete Aufmerksamkeiten im Alltag. Die Hilfe im Haushalt oder die emotionale Unterstützung werden hier als wichtiger erachtet als materielle Geschenke.
Die Debatte dreht sich darum, ob materielle Geschenke zwingend notwendig sind, um Wertschätzung auszudrücken. Manche argumentieren, dass die Liebe und die gemeinsame Zeit ein Geschenk genug sind. Andere sehen materielle Zeichen als wichtigen Ausdruck von Anerkennung und Dankbarkeit, besonders für die Leistung der Mutter bei der Geburt.

Ideen für sinnvolle Geschenke zur Geburt
Angesichts der Vielfalt der erhaltenen und gewünschten Geschenke kristallisieren sich einige Empfehlungen für sinnvolle Präsente heraus:
Praktische und personalisierte Geschenke
- Gutscheine: Gutscheine für Drogeriemärkte (dm, Rossmann), Babyfachgeschäfte (Jako-o, H&M, IKEA) oder auch für Dienstleistungen sind oft eine gute Wahl.
- Windeltorten: Obwohl ein Klassiker, sind sie oft praktisch und werden gerne angenommen.
- Essen: Vorbereitete Mahlzeiten wie Lasagne oder kleine Energiebällchen sind eine große Hilfe im Wochenbett.
- Hilfe im Haushalt: Angebote wie Putzen, Bügeln, Einkaufen oder Babysitting werden sehr geschätzt.
- Individuelle Spieluhren: Eine Spieluhr mit der Lieblingsmelodie des Kindes, integriert in ein Kuscheltier, ist eine sehr persönliche Idee.
- Fotoalben und Erinnerungssets: Zum Festhalten besonderer Momente.
- Personalisierte Kleidung oder Accessoires: Bodys, T-Shirts, Schnullerketten oder Armbänder mit Namen oder Geburtsdatum. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, ob die Eltern personalisierte Gegenstände wünschen.
- Hochwertige Kleidung in größeren Größen: Da Babys schnell wachsen, sind Größen wie 68 oder 72 oft sinnvoller als die kleinsten Größen.
- Kapuzenhandtücher, Kirschkernkissen, Babydecken, Bilderbücher, Greifbücher, Stapeltürme aus Holz, Krabbelschuhe aus Leder.
- Stoffwindeln/Baumwolltücher: Diese sind vielseitig einsetzbar.
- Selbstgenähte oder gestrickte Sachen: Bei neutralen Farben oder nach Absprache.
- Ein "eigener Baum" für das Kind: Eine symbolische und bleibende Geste.
- Entlastung für die Eltern: Gutscheine für Schlafberatung, Erziehungsberatung oder einfach ein offenes Ohr.
Geschenke, die vermieden werden sollten
Es gibt auch eine Reihe von Geschenken, die oft problematisch sind und eher vermieden werden sollten:
- Kleidung in zu kleinen Größen (z.B. Größe 50): Babys wachsen schnell heraus.
- Strampler und Bodies in Einheitsgeschmack oder in zu großer Menge: Eltern bekommen oft zu viele davon, und der Geschmack kann variieren.
- Kuscheltiere: Davon werden meist Unmengen geschenkt, und Babys interessieren sich erst später dafür.
- Babypflegeprodukte: Eltern bevorzugen oft eigene Marken oder achten auf spezielle Inhaltsstoffe (Allergiegefahr).
- Rasseln: Auch hier gibt es oft eine Übermenge.
- Schnuller: Babys nehmen nicht immer Schnuller an, oder bevorzugen bestimmte Marken/Formen.
- Schuhe für Neugeborene: Unnötig in den ersten Monaten und können die Entwicklung der Füße beeinträchtigen.
- Spielzeug mit Geräuschen oder Blinklichtern: Kann für Neugeborene zu reizüberflutend sein.
- Babyratgeber: Viele Eltern haben bereits eigene Vorstellungen oder eine Sammlung von Büchern.

Letztendlich ist die Geste des Schenkens und die Freude darüber, dass an das neue Familienmitglied gedacht wird, das Wichtigste. Eine offene Kommunikation über Wünsche und Bedürfnisse kann helfen, Fehlgriffe zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Geschenke Freude bereiten und tatsächlich genutzt werden können.