Wenn Ihr Kind über Zahnschmerzen klagt, ist es wichtig, diese Beschwerden ernst zu nehmen. Insbesondere wenn die Schmerzen beim Essen auftreten oder Ihr Kind auf gewohnte Genüsse verzichtet, weil ein Zahn weh tut, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen. Oftmals ist nur ein kleines Loch die Ursache, welches jedoch behandelt werden muss. Andere harmlose Gründe für Zahnschmerzen bei Kindern können das Durchbrechen neuer Zähne, Wackelzähne oder Aphthen sein.
Wichtig: Klingen die Schmerzen nicht innerhalb weniger Tage ab oder verschlimmern sich, kontaktieren Sie bitte Ihren Zahnarzt. Unbehandelte Beschwerden können zu Entzündungen, Schwellungen und Zahnverlust führen und die allgemeine Gesundheit Ihres Kindes beeinträchtigen.
Häufige Ursachen für Zahnschmerzen bei Kindern
Zahnen: Das Durchbrechen neuer Zähne
Ein häufiger und harmloser Grund für Schmerzen im kindlichen Mund ist das Durchbrechen neuer Zähne. Dieses sogenannte Zahnen ist die häufigste Ursache für Beschwerden bei Kleinkindern. Aber auch ältere Kinder können unter Schmerzen leiden, wenn die bleibenden Zähne durch das Zahnfleisch stoßen. Insbesondere die neuen großen Backenzähne üben ab etwa sechs Jahren einen erheblichen Druck aus.
Einen neuen Zahn, der durch das Zahnfleisch kommt, erkennen Sie an einer harten Wölbung auf dem Kieferkamm. Diese Wölbung darf jedoch nicht mit einem Abszess verwechselt werden.
Wackelzähne: Schmerzen beim Bewegen
Wackelzähne können ebenfalls Zahnschmerzen bei Kindern verursachen. Wenn ein Zahn sehr locker geworden ist, bewegt er sich beim Kauen, was zu Schmerzen am Zahnfleisch führen kann. Sobald der Wackelzahn ausgefallen ist, sollten die Beschwerden abklingen. Fällt ein Wackelzahn nicht von selbst aus oder kann nicht eigenständig entfernt werden, kann der Zahnarzt ihn schmerzfrei entfernen. Alternativ kann ein Biss in einen Apfel oder eine Karotte helfen.
Karies: Bakterien als Verursacher
Karies wird durch Bakterien verursacht, die sich gerne an Milchzähnen festsetzen. Um ein Loch zu verursachen, benötigen diese Bakterien Zeit und Nahrung, wie zum Beispiel Zucker. Daher ist eine gute Mundhygiene auch bei Kindern von großer Bedeutung. Wenn doch ein Loch entstanden ist, muss es auch bei Milchzähnen behandelt werden, da Milchzähne die gleichen Schmerzen wie bleibende Zähne verursachen können. Kariöse Löcher an Milchzähnen können auch zu Entzündungen führen. Wenn Ihr Kind Schmerzen beim Essen empfindet, insbesondere bei kalten, sauren oder süßen Speisen, oder das Essen wegen Zahnschmerzen verweigert, sollten Sie mit ihm zum Zahnarzt gehen.
Tipp: Regelmäßige Kontrollen und Prophylaxe-Termine können Ihrem Kind die Angst nehmen und zukünftigen Zahnproblemen vorbeugen.
Nuckelflaschenkaries: Besondere Form der Karies
Eine spezielle Form der Karies ist die Nuckelflaschenkaries (Nursing-bottle-Syndrom). Eltern berichten oft, dass die Zähnchen ihres Babys bereits braun, schwarz oder kaputt durchgebrochen sind. Dies geschieht, wenn Babys oder Kleinkinder gesüßte Getränke aus einem Fläschchen erhalten. Der Sauger mit dem zuckrigen Inhalt verweilt sehr lange im Mund. Sind Kariesbakterien vorhanden, können sie sich auf den Zahnspitzen ansiedeln und den Zucker sofort in Säure umwandeln. Diese Säure greift den frischen Zahnschmelz an und verursacht Löcher.
Daher sollten Sie Ihrem Kleinkind keine gesüßten Getränke aus dem Fläschchen anbieten, insbesondere nicht über Nacht. Gerade nachts kann der Zucker lange in der Mundhöhle verbleiben und sehr schnell zu Löchern führen. Ein ähnliches Phänomen kann beim überlangen Stillen auftreten, wobei hier meist die Backenzähne betroffen sind. Wenn Kleinkinder nachts bis zum Einschlafen gestillt werden und bereits Milch-Backenzähne vorhanden sind, können kariöse Läsionen an diesen Zähnen entstehen. Diese sind oft schwer zu behandeln, da die kleinen Patienten für eine herkömmliche Zahnbehandlung meist noch zu jung sind und diese unter Vollnarkose stattfinden muss.
Schwellungen: Die schmerzende Wange
Schwellungen können bei Kindern recht schnell entstehen, wenn ein Zahnnerv abgestorben ist und sich die Entzündung auf den Knochen ausbreitet. Diese Schwellungen können beträchtlich werden und von Fieber begleitet sein, sind aber in der Regel gut mit Medikamenten behandelbar. Kleinere Verdickungen können auftreten, wenn neue Zähne durch das Zahnfleisch brechen und sind meist harmlos. Wenn die Schwellung im Gesicht Ihres Kindes sichtbar ist, ohne dass man in den Mund sehen muss, sollten Sie umgehend einen Zahnarzt aufsuchen.
Verletzungen: Stürze und Unfälle
Kinder und Jugendliche sind anfällig für Verletzungen im Mundbereich, sei es bei einem Sturz während der ersten Gehversuche oder bei einer Rangelei. Dabei können Zähne beschädigt oder sogar ausgeschlagen werden. Verletzungen im Mundbereich sollten Sie in jedem Fall von einem Zahnarzt beurteilen lassen, da selbst ein kleines Trauma unbehandelt zu starken Zahnschmerzen, Entzündungen und Schäden an den nachwachsenden Zähnen führen kann.
Unser Tipp: Es gibt Zahnzusatzversicherungen, die Ihr Kind bis zum 18. Lebensjahr bei Unfällen mitversichern.

Tipps zur Vorbeugung von Zahnschmerzen bei Kindern
Zuckerarme Ernährung
Um Löchern vorzubeugen, ist eine zahngesunde Ernährung unerlässlich. Die Karies verursachenden Bakterien benötigen Kohlenhydrate (Zucker) zum Überleben. Bei einer geringen Kohlenhydratzufuhr finden sie keine optimale Lebensgrundlage vor, was die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Löchern verringert.
Zahngesunde Lebensmittel sind beispielsweise:
- Milch und Käse: Sie enthalten Kalzium, sind wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Entwicklung der bleibenden Zähne. Zudem ist ihr Kohlenhydratgehalt gering, was Kariesbakterien keine guten Lebensbedingungen bietet.
- Vollkornbrot und Müsli: Sie sättigen gut und müssen intensiv gekaut werden. Beim Kauen lösen sich bakterielle Beläge von der Zahnoberfläche, wodurch die Verweildauer der Bakterien auf den Zähnen reduziert wird.
- Rohkost: Sie ist reich an Vitaminen und arm an Kohlenhydraten.
Ein weiterer Risikofaktor für den Zahnschmelz sind Säuren in Fruchtsäften und Limonaden. Da diese Getränke oft auch viel Zucker enthalten, stellen sie eine besondere Gefahr für die Zähne dar. Süße Speisen oder Getränke sind natürlich erlaubt, aber anschließend sollten die Zähne gründlich geputzt werden.
Wichtig: Bieten Sie Ihrem Kind vorrangig Wasser und ungesüßte Tees an. Fruchtsäfte und Limonaden sollten nur in Ausnahmefällen und verdünnt getrunken werden.
Eine gute Mundhygiene
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnschmerzen ist eine gute Mundhygiene. Werden alle Essensreste, von denen sich Kariesbakterien ernähren, von den Zähnen entfernt, können keine Löcher entstehen.
Für die tägliche Mundhygiene sollten die ersten Milchzähne bis zum zweiten Geburtstag zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta geputzt werden. Ab dem zweiten Geburtstag sollte eine erbsengroße Menge verwendet werden. Etwa um den sechsten Geburtstag herum brechen in der Regel die bleibenden Zähne durch. Ab diesem Zeitpunkt sollten Kinder auf eine Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1500 ppm Fluorid wechseln.
Zusätzlich ist die Zahnzwischenraum-Pflege wichtig. Die Zahnzwischenräume sollten auch bei Kindern regelmäßig, am besten einmal täglich, gereinigt werden. Hierfür können kleine Zahnzwischenraum-Bürsten oder Zahnseide verwendet werden.
Regelmäßige Prophylaxe
Die Individualprophylaxe ist eine Leistung, die von den gesetzlichen Krankenkassen für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren übernommen wird und der Vorbeugung von Erkrankungen im Mund dient. Im Rahmen der Individualprophylaxe lernt Ihr Kind, wie es seine Zähne am besten putzt, welche Stellen besonders wichtig sind und warum eine gute Mundhygiene von Bedeutung ist. Oftmals werden auch alle vorhandenen Beläge entfernt und das Gebiss überprüft. Diese Leistung sollten Sie unbedingt für Ihr Kind in Anspruch nehmen, da sie Karies und Zahnfleischerkrankungen vorbeugt und die Grundlage für eine gute Mundgesundheit legt.
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Wenn eine zahnärztliche Behandlung notwendig ist
Manchmal entstehen trotz aller Sorgfalt Löcher in den Kinderzähnen. Viele Menschen sind der Meinung, dass Milchzähne nicht behandelt werden müssen, da sie ohnehin ausfallen. Doch auch Milchzähne bedürfen der Behandlung! Unbehandelte Karies kann Schäden an den bleibenden Zähnen verursachen und auch bei Kindern zu Zahnschmerzen führen.
Vorbereitung auf den Zahnarztbesuch
Es ist wichtig, Ihr Kind auf den Besuch in der Praxis vorzubereiten und sicherzustellen, dass es unvoreingenommen ist. Vermeiden Sie es, Ihrem Kind vor einer Zahnbehandlung Geschichten zu erzählen, die Angst verursachen könnten, wie zum Beispiel von Spritzen, dem Aufbohren des Zahns oder dass die Behandlung wehtun wird. Eine unvoreingenommene Einstellung erleichtert die Behandlung erheblich.
Viele Behandlungen an Kinderzähnen sind häufig ohne Betäubung und trotzdem schmerzfrei möglich. Sollte eine Betäubung notwendig sein, verfügen viele Zahnärzte über ein betäubendes Gel, das auf das Zahnfleisch aufgetragen wird, sodass Ihr Kind die Betäubung kaum spürt.
Gute Vorbereitung durch Prophylaxe
Die Zahnbehandlung verläuft am unkompliziertesten, wenn Sie mit Ihrem Nachwuchs regelmäßig (zweimal jährlich) zur Zahnprophylaxe gehen. So ist Ihr Kind mit dem Zahnarztstuhl, dem Personal, dem Zahnarzt und den zahnärztlichen Instrumenten vertraut und hat bereits Vertrauen aufgebaut.
Besuch beim Kinderzahnarzt
In den meisten Fällen können Kinder einen normalen Zahnarzt aufsuchen. Es gibt jedoch spezialisierte Zahnärzte für Kinderbehandlungen. Insbesondere umfangreiche Behandlungen oder sehr ängstliche Patienten sind bei einem Spezialisten in guten Händen. Diese Praxen konzentrieren sich oft ausschließlich auf die Behandlung kleiner Patienten. Sollte eine Spezialisten-Behandlung notwendig sein, wird Ihr Zahnarzt Sie an einen spezialisierten Kinderzahnarzt überweisen. Dort können in der Regel alle einfachen und schwierigen Zahnbehandlungen durchgeführt werden. Zudem bieten Spezialisten oft die Möglichkeit einer Lachgas-Sedierung oder Vollnarkose, um die Zahnbehandlung so angenehm wie möglich zu gestalten.
Zahnunfälle bei Kindern: Was ist zu tun?
Ein Zahnunfall kann bei Kindern weitreichende Folgen haben, wenn nicht sofort richtig gehandelt wird. Rund jedes dritte bis vierte Kind erlebt bis zum 16. Lebensjahr einen Zahnunfall, meist sind die oberen Schneidezähne betroffen. Bei einem Zahnunfall zählt das richtige Verhalten, denn sowohl bei Milch- als auch bei bleibenden Zähnen können die Folgen langwierig sein oder mit der richtigen Sofortmaßnahme vollständig vermieden werden.
Arten von Zahnunfällen
Zahnunfälle treten in verschiedenen Formen auf:
- Verschobene oder gelockerte Zähne (Dislokationsverletzungen): Fassen Sie den Zahn nicht an, belasten Sie ihn nicht und drücken Sie ihn nicht in die vorherige Lage zurück. Achten Sie darauf, dass das Kind nur vorsichtig aufbeißt und nicht an dem Zahn spielt oder isst. Suchen Sie noch am selben Tag einen Zahnarzt auf.
- Zahnfrakturen (Brüche): Diese können von kleinen Schmelzabsplitterungen bis zu tieferen Rissen reichen. Ein Zahnarzt beurteilt die Schwere der Verletzung und entscheidet über die notwendige Behandlung, die von Glätten bis zu aufwendigeren Reparaturen reichen kann.
- Ausgeschlagene Zähne (Avulsion): Bei einem Milchzahn wird dieser nicht wieder eingesetzt, um das nachfolgende Gebiss nicht zu schädigen. Bei einem bleibenden Zahn besteht die Möglichkeit der Replantation, die jedoch ausschließlich von medizinischem Fachpersonal vorgenommen werden kann. Jede Minute zählt, da die Überlebensfähigkeit der Zellen an der Zahnwurzel mit der Zeit abnimmt.
Erste Hilfe bei einem ausgeschlagenen Zahn
Bis Sie eine Zahnarztpraxis erreichen:
- Beruhigen Sie Ihr Kind.
- Stillen Sie gegebenenfalls Blutungen mit einem sauberen Tuch.
- Rufen Sie direkt eine Zahnarztpraxis an, um sich anzumelden. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an den zahnärztlichen Notdienst oder eine Zahnklinik.
- Finden Sie den ausgeschlagenen Zahn und eventuelle Bruchstücke schnellstmöglich (innerhalb der nächsten 20 Minuten).
- Schutz des Zahns: Ausgeschlagene Zähne müssen vor dem Austrocknen geschützt werden. Fassen Sie den Zahn ausschließlich an der Zahnkrone an. Berühren Sie Zahnhals und -wurzel möglichst nicht, um Zellschäden zu vermeiden.
Die Zahnrettungsbox
Eine Zahnrettungsbox, erhältlich in Apotheken, ist die beste Methode, um einen ausgeschlagenen Zahn feucht zu lagern. In der Nährlösung der Box überleben die Zellen des Zahngewebes mindestens 24 Stunden, maximal bis zu 48 Stunden. Dies ist entscheidend für eine erfolgreiche Replantation.
Alternative Lagerungsmethoden (ohne Zahnrettungsbox)
Wenn keine Zahnrettungsbox verfügbar ist, kann der Zahn ersatzweise in einem Gefäß mit Milch (am besten kalte H-Milch) oder Kochsalzlösung gelagert werden. Diese Methoden sind jedoch nur eine kurzfristige Lösung und sollten nicht länger als ein bis zwei Stunden angewendet werden. Frischhaltefolie kann den Zahn ebenfalls kurzzeitig schützen. Wichtig: Die Lagerung in Wasser oder Speichel wird kritisch gesehen. Das Kind sollte den Zahn oder Teile davon keinesfalls im Mund transportieren.
Behandlung eines Zahnunfalls beim Kind
Wird die Zahnarztpraxis innerhalb einer Stunde nach dem Unfall erreicht und ist der Zahn vital, besteht eine gute Chance auf erfolgreiche Replantation. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden. Das medizinische Fachpersonal wird den Zahn professionell reinigen und, falls möglich, in den Kiefer retransplantieren.
Besonderheiten bei Milchzahnverletzungen
Milchzahnverletzungen erfordern besondere Aufmerksamkeit, da gesunde Milchzähne Platzhalter für die bleibenden Zähne sind. Eine falsche oder fehlende Behandlung kann gravierende Folgen für die nachwachsenden Zähne haben. Daher gilt: Behandeln Sie einen Zahnunfall bei einem Kind mit Milchzähnen nicht eigenständig.
Wann zum Zahnarzt nach einem Sturz?
Sobald es zu einer Gewalteinwirkung auf das Gebiss gekommen ist, sei es durch einen Sturz, einen Schlag oder einen Zahnunfall, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Zahnarztpraxis aufsuchen - unabhängig davon, ob ein Schaden sichtbar ist oder das Kind Schmerzen hat. Ein Zahntrauma in Form von Rissen oder Frakturen kann bestehen, ohne dass es für Laien erkennbar ist. Kleine Risse können Bakterien eindringen lassen und Entzündungen verursachen.

Der Zahnwechsel: Vom Milchzahn zum bleibenden Gebiss
Der Wechsel von Milchzähnen zu bleibenden Zähnen ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung Ihres Kindes. Die richtige Unterstützung und Pflege legen den Grundstein für eine lebenslange Zahngesundheit.
Wann brechen die bleibenden Zähne durch?
Der Durchbruch der bleibenden Zähne beginnt in der Regel im Alter von sechs Jahren und kann bis zum zwölften Lebensjahr andauern. Dieser Prozess variiert jedoch individuell.
- Erste Molaren (Sechsjahresmolaren): ca. 6 Jahre
- Schneidezähne (Frontzähne): 6-8 Jahre
- Eckzähne (Canini): 9-12 Jahre
- Prämolaren (Vormahlzähne): 10-12 Jahre
- Zweite Molaren (Zwölfjahresmolaren): 11-13 Jahre
- Weisheitszähne: Später im Teenageralter oder Anfang zwanzig, falls sie überhaupt durchbrechen.
Anzeichen für den Zahnwechsel
Die typischsten Anzeichen sind das Wackeln der Milchzähne, da die bleibenden Zähne die Wurzeln der Milchzähne auflösen. Vor dem Durchbruch können das Zahnfleisch geschwollen oder gerötet sein. Manche Kinder empfinden während des Zahnwechsels Schmerzen oder Unbehagen durch den Druck der neuen Zähne. Dies kann zu einem geringeren Appetit auf harte Nahrungsmittel führen.
Unterstützung Ihres Kindes während des Zahnwechsels
- Gute Mundhygiene fördern: Regelmäßiges und gründliches Zähneputzen ist wichtig für die neuen bleibenden Zähne und die verbleibenden Milchzähne.
- Regelmäßige Zahnarztbesuche: Routineuntersuchungen überprüfen den Fortschritt des Zahnwechsels und erkennen Probleme frühzeitig.
- Zahnschmerzen lindern: Kalte Kompressen oder schmerzstillende Gels können Linderung verschaffen. Bei starken Schmerzen sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.
- Geduld und Ermutigung: Der Zahnwechsel ist ein natürlicher Prozess. Ermutigen Sie Ihr Kind und erklären Sie ihm die Bedeutung der neuen Zähne.
Häufige Probleme und Lösungen
- Engstand der Zähne: Wenn bleibende Zähne aufgrund von Platzmangel schief wachsen, kann ein frühzeitiger Besuch bei einem Kieferorthopäden hilfreich sein.
- Verzögerter Durchbruch: Wenn ein Zahn lange nach dem üblichen Zeitpunkt nicht durchbricht, ist eine zahnärztliche Untersuchung ratsam, um die Ursache zu ermitteln.
- Vorzeitiger Verlust der Milchzähne: Durch Karies oder Unfälle verlorene Milchzähne können dazu führen, dass umliegende Zähne in die Lücke wandern. Ein Platzhalter kann eingesetzt werden, um den Platz für den bleibenden Zahn zu erhalten.
- Kariesbildung: Empfindliches Zahnfleisch und unzureichende Zahnpflege erhöhen das Kariesrisiko. Regelmäßige Zahnarztbesuche und konsequente Mundhygiene sind besonders wichtig.
Bei Fragen oder Sorgen rund um den Zahnwechsel stehen wir Ihnen in unserer Praxis gerne zur Verfügung.
Der erste Wackelzahn
Der erste Wackelzahn ist für Kinder und Eltern ein aufregendes Ereignis. Ein Wackelzahn signalisiert meist, dass Platz für die neuen bleibenden Zähne geschaffen wird. Im Durchschnitt dauert es etwa sechs Wochen, bis ein Wackelzahn ausfällt. Der Zahnwechsel beginnt üblicherweise im Alter von sechs Jahren mit dem Ausfallen der Frontzähne.
Entzündungen im Zahnfleisch (Gingivitis) können zu Schmerzen bei Wackelzähnen führen. Wenn ein Milchzahn stark von Karies befallen ist, kann dies ebenfalls Schmerzen verursachen. Vom eigenmächtigen Ziehen von Wackelzähnen, beispielsweise mit Schnur, ist dringend abzuraten, da dies zu Komplikationen wie Blutungen oder Zahnfleischverletzungen führen kann. Idealerweise fallen Wackelzähne von allein aus. Falls ein Ziehen notwendig ist, sollte professionelle Hilfe in einer Kinderzahnarztpraxis in Anspruch genommen werden.
Auch wenn der Wackelzahn bald herausfällt, ist eine richtige Zahnpflege essenziell: zweimal tägliches Zähneputzen, die Anwendung der KAI-Regel (Putzen in drei Phasen: Außen, Innen, Kauflächen), eine altersgerechte Zahnpasta und die Nutzung von Interdentalbürsten zur Reinigung der Zahnzwischenräume sind wichtig. Zwei Kinderzahnarztbesuche pro Jahr sind ebenfalls ratsam.

Der Zahndurchbruch: Ein natürlicher Prozess
Der Zahndurchbruch ist ein bedeutender Entwicklungsschritt im Kindesalter. Die Milchzähne, die ersten Zähne eines Kindes, beginnen meist zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat durchzubrechen. Die Zahnkeime für die Milchzähne bilden sich bereits während der Schwangerschaft und sind bei Geburt vollständig ausgebildet. Die Wurzeln entwickeln sich in den ersten anderthalb bis drei Jahren.
Das Zähneputzen sollte direkt mit dem ersten Milchzahn beginnen. Bis zum Schuleintritt hat das Kind in der Regel seine 20 Milchzähne. Mit etwa sechs Jahren beginnt der Übergang zum bleibenden Gebiss. Dieser Prozess dauert an, bis das Kind etwa 12 Jahre alt ist und das vollständige bleibende Gebiss aus 28 Zähnen besitzt (ohne Weisheitszähne).
Beschwerden beim Zahndurchbruch
Der Zahndurchbruch kann für Kinder eine spürbare Belastung darstellen. Typische Beschwerden entstehen durch den Druck des durchbrechenden Zahns auf das umliegende Gewebe. Dazu gehören vermehrter Speichelfluss, geschwollenes oder gerötetes Zahnfleisch und ein starker Kaudrang. Gekühlte Beißringe, sanfte Zahnfleischmassagen oder pflanzliche Mittel wie Kamillentee können Linderung verschaffen.
Erste bleibende Zähne und ihre Besonderheiten
Die ersten bleibenden Zähne, die sogenannten Sechsjahrmolaren, brechen oft um das sechste Lebensjahr herum durch, noch bevor ein Milchzahn ausfällt. Gleichzeitig beginnt der Wechsel der mittleren Schneidezähne. Die bleibenden Zähne sind anfangs besonders anfällig für Karies, da ihr Zahnschmelz noch aushärtet.
Der Zahnwechsel im Detail
Der Zahnwechsel verläuft in mehreren Phasen. Bis zum zwölften Lebensjahr werden die meisten der 20 Milchzähne durch 32 bleibende Zähne ersetzt. Die letzten Zähne, die durchbrechen, sind die Weisheitszähne. Die Reihenfolge des Milchzahnverlusts beginnt meist mit den Schneidezähnen, gefolgt von Eckzähnen und Backenzähnen.
Mögliche Komplikationen beim Zahnwechsel
Nicht immer verläuft der Zahnwechsel reibungslos. Einzelne Milchzähne fallen möglicherweise nicht aus, oder bleibende Zähne benötigen lange, um eine entstandene Lücke zu schließen. In solchen Fällen ist eine zahnärztliche Abklärung ratsam, um Zahnfehlstellungen oder andere Probleme zu vermeiden. Auch das Durchbrechen von bleibenden Zähnen in zweiter Reihe, weil Milchzähne den Weg versperren, erfordert zahnärztliches Eingreifen.

Zahnpflege während des Zahnwechsels
Die tägliche Zahnpflege ist während des Zahnwechsels besonders wichtig. Auch der neu durchbrechende bleibende Zahn sollte gründlich geputzt werden, um seine Gesundheit und Kariesfreiheit über viele Jahrzehnte zu gewährleisten. Die Wahl der Zahnpasta richtet sich nach dem Alter des Kindes. Kinderzahnpasta sollte mild, schadstofffrei und effektiv sein, idealerweise mit Fluorid zur Stärkung des Zahnschmelzes.
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