Intimer Juckreiz vor und während der Periode: Ursachen und Behandlung

Juckreiz im Intimbereich ist ein weit verbreitetes Problem, über das jedoch nur ungern gesprochen wird. Obwohl oft harmlos, kann er auch ein Anzeichen für eine Erkrankung sein, wie beispielsweise einen Scheidenpilz. Die Wahrnehmung von Juckreiz in der Scheide ist individuell unterschiedlich - manche Frauen spüren es an den Vulvalippen, andere im Inneren der Scheide. Unabhängig von der genauen Lokalisation ist es ein lästiges Gefühl, das den Alltag erheblich beeinträchtigen kann.

Dieser Beitrag widmet sich dem unangenehmen Juckreiz im Intimbereich, seinen möglichen Ursachen während verschiedener Lebensphasen und den verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten. Es ist jedoch ratsam, bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit frühzeitig eine gynäkologische Praxis aufzusuchen, um den Körper ernst zu nehmen und mögliche Erkrankungen abzuklären.

Illustration des weiblichen Intimbereichs mit Hervorhebung der Vulva

Wo juckt es? Die Lokalisation des Juckreizes

Die genaue Stelle, an der es juckt, ist nicht immer eindeutig zu lokalisieren, da das Gefühl oft als oberflächlich empfunden wird. Meistens betrifft der Juckreiz jedoch den äußeren Intimbereich, die Vulva. Dazu zählen die großen und kleinen Schamlippen, der sichtbare Teil der Klitoris, der Venushügel und der Scheideneingang.

Vielfältige Ursachen für intimen Juckreiz

Ein Juckreiz im Intimbereich muss nicht zwangsläufig auf einen Pilz zurückzuführen sein. Auch die Intimrasur kann zu Irritationen und daraus resultierendem Juckreiz führen.

Wenn der Juckreiz über einen ungewöhnlich langen Zeitraum anhält, sollten Frauen keine falsche Scham empfinden und eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufsuchen. Dort sind die Beschwerden gut aufgehoben und werden als alltäglich betrachtet.

Infektionen als häufige Ursache

Scheidenpilz (Candida albicans)

Eine sehr häufige Ursache für Juckreiz oder Brennen im Intimbereich sind Infektionen durch den Pilz Candida albicans. Der Juckreiz durch einen Scheidenpilz kann dabei sehr stark und unerträglich sein. Antipilzmittel (Antimykotika) mit dem Wirkstoff Clotrimazol, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, verschaffen in der Regel schnelle Linderung.

Eine dreitägige Behandlung mit einer Kombi-Packung, bestehend aus Creme und Vaginaltabletten, wird zur Therapie empfohlen.

Mikroskopische Aufnahme von Candida albicans

Bakterielle Vaginose

Eine weitere Ursache für Juckreiz im Intimbereich kann eine bakterielle Vaginose sein. Hierbei erleben Frauen neben dem Juckreiz häufig Schmerzen, Brennen, Rötungen und einen unangenehmen Intimgeruch. Diese Infektion wird durch Bakterien ausgelöst, die sich im Intimbereich ausbreiten können, wenn die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät.

Andere Infektionen (z.B. Chlamydien)

Manchmal können auch sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien Symptome wie Jucken, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen verursachen. Mögliche weitere Symptome sind Ausfluss aus der Harnröhre und ein veränderter Zervixschleim.

Hormonelle Veränderungen und Scheidentrockenheit

Juckreiz oder Brennen im Intimbereich kann auch durch Scheidentrockenheit ausgelöst werden, wenn der Haut im Intimbereich spürbar Feuchtigkeit fehlt. Frauen nach der Geburt, in der Stillzeit sowie in und nach den Wechseljahren sind davon besonders häufig betroffen. Dies liegt an den hormonellen Veränderungen, insbesondere einem sinkenden Östrogenspiegel.

Die hormonellen Schwankungen während des Menstruationszyklus, insbesondere der Anstieg des Östrogenspiegels vor der Periode, können ebenfalls die Vaginalflora verändern und sie anfälliger für Pilze machen. Das im Blut enthaltene Eisen kann das Pilzwachstum zusätzlich begünstigen.

Grafik, die den weiblichen Hormonzyklus und seine Auswirkungen auf die Vaginalgesundheit darstellt

Reizungen durch Monatshygieneartikel

Vor und während der Periode kann der Juckreiz häufig durch die Nutzung von Monatshygieneartikeln ausgelöst werden. Tampons beispielsweise saugen nicht nur Menstruationsblut, sondern auch die Feuchtigkeit der vaginalen Schleimhaut auf. Dies kann zu Irritationen führen.

Ein Umstieg auf nachhaltige Periodenprodukte wie Menstruationstassen, waschbare Binden oder Periodenunterwäsche kann hier Abhilfe schaffen und die Beschwerden bessern.

Allergische Reaktionen

Neben Infektionen können auch Allergien für den Juckreiz im Intimbereich verantwortlich sein. Von Kleidung über Waschmittel bis hin zu Weichspülern können Stoffe, die mit der Haut in Berührung kommen, allergische Reaktionen hervorrufen.

Weitere Ursachen für chronischen Juckreiz

Bei anhaltendem Juckreiz im Intimbereich können auch andere Grunderkrankungen eine Rolle spielen:

  • Autoimmunerkrankungen wie Lichen sclerosus, der zu Hautveränderungen und starkem Juckreiz führt. Ohne frühzeitige Behandlung können Gewebeschwund und Vernarbungen die Folge sein.
  • Vulvodynie, bei der Brennen, Schmerzen und Juckreiz im Vulvabereich ohne bekannte Ursache auftreten.
  • Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis können sich auch im Intimbereich manifestieren und starken Juckreiz verursachen.

Der Juck-Kratz-Zirkel: Ein Teufelskreis

Wenn es im Intimbereich juckt, ist Willenskraft gefragt, um nicht zu kratzen. Jedes Kratzen stimuliert jedoch die Nervenenden und kann einen Teufelskreis in Gang setzen, der den Alltag stark belastet. Das Kratzen schädigt die Hautbarriere, stimuliert Entzündungsprozesse und verstärkt dadurch den Juckreiz weiter. Zudem bietet eine aufgekratzte Intimhaut Eintrittspforten für Infektionserreger.

Grafik, die den Juck-Kratz-Zirkel veranschaulicht

Diagnose: Wann zum Arzt?

Ärztliche Untersuchungen, am besten bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen, bringen Klarheit und schaffen neben den Beschwerden auch quälende Sorgen aus dem Weg. Zunächst erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt nach den Symptomen und der Krankengeschichte, einschließlich des Zeitpunkts des Auftretens, der Häufigkeit und der betroffenen Stellen.

Anschließend erfolgt eine Untersuchung des äußeren und inneren Genitalbereichs sowie des Gebärmutterhalses. Manchmal werden auch Körperbereiche untersucht, die auf den ersten Blick nichts mit dem Intimbereich zu tun haben, da beispielsweise ein Ekzem der gesamten Haut sich auch genital auswirken kann.

Bei starken Beschwerden sollte die Ursache unbedingt ärztlich abgeklärt werden, um eine geeignete Behandlung zu finden. Lang anhaltende Infektionen können ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung des intimen Juckreizes richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.

Medikamentöse Therapie

  • Bei Scheidenpilz helfen rezeptfreie Antimykotika in Form von Cremes oder Vaginaltabletten.
  • Bei bakterieller Vaginose oder anderen bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz, oral eingenommen oder lokal angewendet.
  • Bei Scheidentrockenheit, insbesondere in und nach den Wechseljahren, kann eine pflegende Intimcreme Feuchtigkeit spenden und die Elastizität der Haut wiederherstellen. In einigen Fällen kann eine lokale Hormontherapie mit Östrogen angezeigt sein.
Packung mit Antimykotika (Creme und Vaginaltabletten)

Pflege und Hygiene

Eine angepasste Intimpflege ist entscheidend zur Vorbeugung und Linderung von Juckreiz:

  • Verwenden Sie milde, pH-neutrale Intimwaschlotionen oder am besten nur klares, lauwarmes Wasser zur Reinigung. Übermäßige Hygiene kann die natürliche Scheidenflora stören.
  • Vermeiden Sie parfümierte Seifen, Duschgele und aggressive Reinigungsmittel.
  • Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle und vermeiden Sie synthetische Materialien sowie zu enge Kleidung, die ein feuchtwarmes Klima begünstigt.
  • Wechseln Sie Binden und Tampons regelmäßig, um Feuchtigkeit und Keimwachstum zu minimieren.
  • Achten Sie darauf, den Intimbereich nach dem Waschen gut, aber sanft zu trocknen.

Hausmittel und unterstützende Maßnahmen

Obwohl Hausmittel als natürliche Alternativen erscheinen mögen, sind sie im Intimbereich oft fehl am Platz und können weitere Reizungen verursachen. Dennoch gibt es einige unterstützende Maßnahmen:

  • Kühlen kann zur sofortigen Linderung des Juckreizes beitragen. Achten Sie darauf, die Haut nicht zu reizen.
  • Sitzbäder mit Zusätzen wie Kamille oder Eichenrindenextrakt können entzündungshemmend und pflegend wirken. Die Wassertemperatur sollte bei etwa 37 °C liegen und das Bad 10-15 Minuten dauern.

Wichtiger Hinweis: Von innen angewendete Hausmittel wie Joghurt-Tampons werden nicht empfohlen, da ihre Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt ist und sie das Risiko für Infektionen erhöhen können.

Prävention: Juckreiz im Intimbereich vorbeugen

Mit der richtigen Intimpflege und einigen Verhaltensweisen kann Juckreiz im Intimbereich gut vorgebeugt werden:

  • Achten Sie während der Menstruation auf eine gute Intimhygiene, um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern.
  • Halten Sie den Intimbereich möglichst trocken, indem Sie Binden und Tampons rechtzeitig wechseln.
  • Wählen Sie atmungsaktive Monatshygieneartikel.
  • Reinigen Sie den Intimbereich nur einmal täglich mit klarem Wasser oder einer sanften Intimwaschlotion.
  • Tragen Sie lockere Kleidung aus luftdurchlässigen Materialien.
  • Eine ausgewogene Ernährung, die zuckerarm ist, kann die Entstehung von Hefepilzen reduzieren.
  • Stressmanagement kann ebenfalls zur Vorbeugung beitragen, da Stress den pH-Wert der Vagina negativ beeinflussen kann.

Anatomie des Uterus - Anatomie einfach erklärt | Kenhub

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