Hebamme Ausbildung: Der Weg zum Traumberuf über Aufnahmeprüfung und Gespräch

Der Wunsch, Hebamme zu werden, ist für viele ein tief verwurzelter Traum. Um diesen Traum zu verwirklichen, ist eine fundierte Ausbildung unerlässlich. Derzeit wird die Hebammenausbildung in Deutschland im Rahmen eines dualen Studiums absolviert, was die Ausbildungsplätze besonders begehrt macht und häufig zu einem intensiven Auswahlverfahren führt.

Das Auswahlverfahren: Mehr als nur Wissen

Das Auswahlverfahren für die Hebammenausbildung ist in der Regel mehrstufig und zielt darauf ab, nicht nur fachliche Eignung, sondern auch die persönlichen Voraussetzungen für den anspruchsvollen Beruf zu prüfen. Es gibt keinen einheitlichen Einstellungstest für alle Bildungseinrichtungen, jedoch ähneln sich die Auswahlverfahren stark.

Erste Hürde: Der schriftliche Aufnahmetest

Nach Einreichung einer vollständigen und fristgerechten Bewerbung, die die formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt, werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu einem schriftlichen Aufnahmetest eingeladen. Dieser Test findet oft computergestützt statt und dauert je nach Hochschule zwischen einer und drei Stunden.

Inhaltliche Schwerpunkte des Aufnahmetests

  • Sprachkompetenz: Hierzu zählen Fragen zu Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz. Manchmal sind auch Diktate oder das Verfassen kurzer Aufsätze Teil des Tests. Oft wird auch die Fähigkeit geprüft, vorgelegte Texte zu analysieren und Fragen dazu zu beantworten.
  • Mathematik: Grundlegende mathematische Kenntnisse sind wichtig, da Hebammen Werte messen, Daten erheben und analysieren müssen. Die Aufgaben im Test überprüfen oft das Schulwissen und den Umgang mit Kurven und Diagrammen.
  • Biologie und Chemie: Ein fundiertes Verständnis biologisch-chemischer Zusammenhänge ist entscheidend, um die Vorgänge während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett nachvollziehen zu können. Interesse an chemischen und pharmazeutischen Wirkprinzipien ist ebenfalls relevant.
  • Allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit: Dieser Teil des Tests prüft die Fähigkeit, Muster zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und Probleme zu lösen. Typische Aufgabenformate sind Zahlen- und Buchstabenreihen, Matrizen, Wortanalogien oder das Zuordnen von Symbolen.
  • Allgemeinwissen: Je nach Hochschule können auch Fragen zu Geschichte, Politik, Gesellschaft, Erdkunde oder Kultur Teil des Tests sein.

Die meisten Aufgaben im Einstellungstest sind im Multiple-Choice-Format gehalten, bei dem aus mehreren Antwortmöglichkeiten die richtige gewählt werden muss.

Schema des Aufnahmetests mit verschiedenen Wissensbereichen

Zweite Stufe: Das persönliche Aufnahmegespräch

Die bestplatzierten Kandidatinnen und Kandidaten des schriftlichen Tests werden zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Dieses Gespräch, das in der Regel etwa 20 Minuten dauert, wird von der Studiengangsleitung und Lehrenden des Instituts geführt.

Ziele des Aufnahmegesprächs

Im Gespräch geht es darum, die Bewerberinnen und Bewerber näher kennenzulernen und ihre Motivation sowie ihre persönlichen Eignung für den Hebammenberuf zu beurteilen. Folgende Aspekte werden typischerweise thematisiert:

  • Motivation für den Beruf: Warum möchten Sie Hebamme werden?
  • Vorstellungen vom Studium und Berufsbild: Wie stellen Sie sich den Studienalltag und die spätere Berufstätigkeit vor?
  • Persönliche und soziale Kompetenzen: Welche Eigenschaften bringen Sie für den Beruf mit? Hierzu zählen insbesondere Offenheit, Freundlichkeit, Geduld, Empathie und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
  • Teamfähigkeit: Da Hebammen nicht isoliert arbeiten, wird auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Team geprüft.
  • Belastbarkeit: Es wird erwartet, dass sich Bewerberinnen und Bewerber des verantwortungsvollen und potenziell gefühlsmäßig belastenden Berufes bewusst sind.
  • Eigeninitiative und Selbstständigkeit: Die Bereitschaft, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten, ist ein wichtiger Faktor.
  • Interesse an Medizin und Gesundheitsfragen: Ein grundlegendes Interesse an medizinischen Themen ist obligatorisch.

Es ist wichtig, authentisch zu bleiben und die eigenen Antworten schlüssig und überzeugend zu formulieren, ohne sich zu verstellen.

Voraussetzungen für die Hebammenausbildung

Um sich für die Hebammenausbildung bewerben zu können, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Schulabschluss: Ein Schulabschluss, der zum Hochschulstudium berechtigt (z.B. Abitur oder Fachhochschulreife), ist erforderlich.
  • Deutschkenntnisse: Sofern Deutsch nicht die Muttersprache ist, muss eine Bescheinigung über Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau B2 vorgelegt werden.

Die genauen Bewerbungsvoraussetzungen können je nach Hochschule variieren, daher ist es ratsam, sich direkt bei den jeweiligen Hochschulen zu informieren.

Der Hebammenberuf: Tradition und Moderne

Der Beruf der Hebamme blickt auf eine jahrtausendelange Tradition zurück. Seit dem 1. Januar 2020 erfolgt die Ausbildung durch das Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen reformiert und im Rahmen eines dualen Studiums. Dieses Studium kombiniert theoretische Phasen an der Hochschule mit praktischen Einsätzen.

Inhalte und Tätigkeitsfelder einer Hebamme

Hebammen begleiten Frauen während der Schwangerschaft, betreuen sie bei der Entbindung und versorgen Mütter und Neugeborene im Wochenbett. Sie unterstützen Frauen auch in der Stillzeit und beraten Familien. Zu den Aufgaben gehören:

  • Feststellung einer Schwangerschaft und Ausstellung des Mutterpasses
  • Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen
  • Unterstützung während der Geburt durch Beruhigung, Anleitung zu Atem- und Entspannungsübungen sowie Überwachung von Mutter und Kind
  • Versorgung von Mutter und Neugeborenem nach der Geburt
  • Beratung und Betreuung von Familien, insbesondere bei besonderen gesundheitlichen Risiken oder psychosozialen Belastungen (Familienhebammen)
Hebamme unterstützt eine Frau während der Schwangerschaftsvorsorge

Praktische Ausbildung und Vergütung

Die praktischen Einsätze im Rahmen des dualen Studiums finden sowohl in Krankenhäusern als auch im ambulanten Bereich statt. Dies kann bei freiberuflichen Hebammen oder in hebammengeleiteten Einrichtungen wie Geburtshäusern erfolgen. Während der gesamten Studienzeit erhalten die Studierenden eine Vergütung.

Abschluss und Berufszulassung

Das Studium schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die zur Erlangung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“ berechtigt. Zusätzlich wird der Bachelortitel durch die Hochschule verliehen.

Berufseinstieg als Hebamme: Bei der Geburt im Kreißsaal | alpha Uni

tags: #hebamme #ausbildung #aufnahmeprufung