Kräutertees sind bei schwangeren Frauen sehr beliebt, da sie eine angenehme Möglichkeit darstellen, die Flüssigkeitszufuhr während der Schwangerschaft zu erhöhen, wenn Wasser auf Dauer langweilig werden kann. Hagebutten werden seit Jahrhunderten zur Teezubereitung verwendet. Dieser Beitrag beleuchtet, ob Hagebuttentee während der Schwangerschaft unbedenklich ist und welche Wirkungen und Nebenwirkungen damit verbunden sind.
Was sind Hagebutten?
Im Herbst leuchten sie in kräftigem Rot und sind ein dekorativer Hingucker in der Natur: die Hagebutten. Sie sind die Früchte der Wildrose und entstehen nach der Blütezeit im Frühsommer. Reif werden sie im Herbst, vor allem im Oktober und November, doch geerntet werden können sie den ganzen Winter hindurch. Hagebutten gelten als wahre Vitaminbomben und sind ein echtes Multitalent für unsere Gesundheit. Sie stärken das Immunsystem, unterstützen Haut, Augen und Knochen und auch unser Herz-Kreislauf-System.

Heimisches Superfood: Gesundheitsvorteile der Hagebutte
Die Hagebutte ist nicht nur ein farbenfroher Herbstbote, sondern auch ein wertvoller Nährstofflieferant. Ihr säuerlich-fruchtiger, leicht herber Geschmack macht sie besonders vielseitig. Und das Beste: sie ist nicht nur lecker, sondern auch unglaublich gesund.
Vitamin-C-Bombe
Keine andere Frucht in unserer Heimat kann einen so hohen Gehalt an Vitamin C aufweisen wie die Hagebutte. Damit unterstützt sie unser Immunsystem zuverlässig in der Erkältungssaison. Neben Vitamin C liefern Hagebutten zudem Provitamin A, verschiedene B-Vitamine sowie die Vitamine E und K. Auch Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor machen die kleinen roten Früchte zu echten Kraftpaketen.
Je nach Sorte können 100 Gramm Hagebutten bis zu 400 bis 1.500 Milligramm Vitamin C enthalten. Somit schlägt die Beere sogar exotische Früchte wie die Kiwi. Neben Vitamin C ist Pro-Vitamin A (Beta-Carotin), die Vorstufe von Vitamin A, in Hagebutten reichlich vorhanden. Vitamin A schützt die Augen und ist wichtig für die Sehkraft. Dazu stecken viele weitere Vitamine wie Vitamin B1 und B2, Mineralstoffe wie Eisen und Magnesium sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Gerbstoffe in den roten Früchten.
Antioxidative Wirkung
Dank ihrer wertvollen sekundären Pflanzenstoffe wirken Hagebutten stark antioxidativ. Sie schützen unseren Körper vor schädlichen freien Radikalen, reduzieren oxidativen Stress in den Gefäßen, fördern deren Elastizität und entlasten so das Herz-Kreislauf-System. Lykopin, ein fettlösliches Carotinoid (Farbstoff) in den Hagebutten, hat ebenfalls antioxidative Eigenschaften und soll die Zellen schützen.
Entzündungshemmend
Hagebutten werden insbesondere in Pulverform bei Arthrose aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften eingesetzt. Studien zeigen, dass Hagebuttenpulver Entzündungsprozesse in den Gelenken hemmen, Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern kann. Der in ihnen enthaltene Stoff Galaktolipid, eine fettähnliche Substanz, drosselt die Ausschüttung bestimmter Entzündungsbotenstoffe und schützt die Zellen vor der Bildung freier Radikale.
Dennoch gilt: Vor einer Einnahme sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen. Auch als Tee sind Hagebutten beliebt, beispielsweise zur Unterstützung bei Blasenentzündungen. Wichtig ist jedoch, dass sie dabei nicht als alleinige Therapie genutzt werden.
Verdauungsfördernd
Nicht zuletzt profitiert auch die Verdauung von den kleinen Früchten. Durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen, insbesondere Pektin, wirken sie sanft verdauungsfördernd. Pektin gilt als wertvolle Nahrung für unsere Darmbakterien und trägt so zu einer gesunden Darmflora bei. Hagebutten können ein gesundes Darmmilieu fördern, indem sie die Ansiedlung „guter“ Bakterienarten wie Bifidus und Lactobacillus-Bakterien fördern.
Hagebutten in der Schwangerschaft: Ist Hagebuttentee unbedenklich?
Die gute Nachricht vorweg: Hagebuttentee kann in der Schwangerschaft bedenkenlos genossen werden. Er wirkt leicht abführend und verdauungsfördernd und kann so einer Verstopfung, die häufig in der Schwangerschaft auftritt, entgegenwirken. Weiterhin kann Hagebutte schmerzlindernd sein. Schwangere können Hagebutten ebenfalls als Lebensmittel genießen, zum Beispiel als Tee, Marmelade oder Fruchtfleisch in normalen Mengen.
Allerdings gibt es noch keine ausreichenden Untersuchungen dazu, wie sicher Hagebutten in hohen Dosierungen oder als Arzneimittel für schwangere Frauen sind. Daher empfehlen Fachleute, in der Schwangerschaft keine medizinischen Dosierungen von Hagebutten einzunehmen. Halten Sie im Zweifelsfall Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin, bevor Sie in der Schwangerschaft Hagebuttenpulver oder -extrakte einnehmen.
Flüssigkeitszufuhr in der Schwangerschaft
Schwangere haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf von zweieinhalb bis drei Litern täglich. Ein leckerer und wärmender Tee ist dann ideal. Im Sommer empfiehlt es sich natürlich, die Tees kalt zu genießen. Hagebuttentee ist eine wohltuende und gesunde Option, um diesen Bedarf zu decken.

Worauf beim Kauf achten?
Am besten achtest du beim Kauf darauf, dass der Hagebuttentee das Bio-Siegel hat. So kannst du sicher sein, dass die Früchte nicht mit Pestiziden belastet sind. Hagebuttentee im Beutel bekommst du in den meisten Drogerien und Supermärkten. Oder du entscheidest dich für getrocknete Hagebuttenschalen, um den Tee ganz einfach selber zu machen.
Hagebutten verarbeiten und zubereiten
Hagebutten sind wahre Alleskönner und lassen sich vielseitig verwenden. Wer sie nicht im eigenen Garten findet, wird in der freien Natur schnell fündig. Der richtige Zeitpunkt zur Ernte ist ab September. Besonders aromatisch werden die Früchte nach den ersten Frostnächten, da die Kälte die Fruchtsäuren milder macht. Beim Pflücken empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen - denn Rosensträucher sind dornig.
Unverarbeitet
Eine Weiterverarbeitung der Superfrüchte ist nicht unbedingt notwendig, wenn Sie von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren möchten. Das Fruchtfleisch der Hagebutte können Sie nämlich auch roh genießen. Im Vorfeld sollten die gepflückten Hagebutten gewaschen und von Stielen und Blütenansätzen entfernt werden. Wichtig ist allerdings, die Kerne mit ihren feinen Juckhärchen zu entfernen, da diese Haut- und Schleimhautreizungen verursachen können. Am besten trägt man hierbei Einmalhandschuhe. Wer möchte, genießt die Hagebutten pur oder verarbeitet sie zu Marmelade, Mus oder Gelee.
Getrocknet
Auch getrocknet sind die roten Früchte ein Genuss: das macht die Früchte haltbar und sie können auch außerhalb der Saison als fruchtiger Tee oder als Topping fürs Müsli verwendet werden. Damit sie schneller trocknen, sollten große Fruchtkörper vorab zerkleinert werden. Die Kerne können Sie entfernen oder mitverwenden. Sie enthalten viele Vitamine sowie wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Wichtig ist, in jedem Fall die feinen Härchen sorgfältig zu entfernen.
Tipps zum Trocknen
Zum Trocknen eignet sich ein warmes, luftiges Plätzchen, beispielsweise auf Zeitungspapier in der Sonne oder auf der Heizung. Eine Trocknung bei niedriger Temperatur ist empfehlenswert, damit das hitzeempfindliche Vitamin C weitgehend erhalten bleibt. Dieser Vorgang dauert mehrere Tage, wobei die Hagebutten regelmäßig gewendet werden sollten. Achten Sie darauf, dass die einzelnen Früchte nicht zu nah aneinander liegen. Berühren sie sich, kann sich an diesen Stellen Schimmel entwickeln. Sind sie einmal gut durchgetrocknet, lassen sich Hagebutten problemlos lagern und stehen so den ganzen Winter über als gesunder Vorrat zur Verfügung.
Hagebuttenpulver selbst herstellen
Hagebuttenpulver ist beliebt, weil es ein regionales, pflanzliches Naturprodukt ohne künstliche Zusätze ist. Wer es kaufen möchte, sollte am besten auf Bio-Produkte zurückgreifen, da diese frei von Pestiziden sind. Die Basis bilden vollständig getrocknete Hagebutten. Diese werden mitsamt den Kernen in einem Hochleistungsmixer fein zermahlen. Ist das Pulver nicht fein genug, kann es anschließend durch ein Sieb gestrichen werden. Es lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren, zum Beispiel eingerührt in Smoothies, Müsli oder Joghurt. Empfohlen wird eine tägliche Menge von fünf bis zehn Gramm, was etwa ein bis zwei Teelöffeln entspricht.

Hagebuttenöl für die Körperpflege
Hagebuttenöl ist ein beliebtes, natürliches Pflegemittel für Haut und Haar. Es spendet intensiv Feuchtigkeit und hinterlässt ein angenehm weiches Hautgefühl. Besonders wertvoll ist das Öl durch seine enthaltenen Antioxidantien wie Vitamin A und Vitamin E. Diese schützen die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen und können sogar die Auswirkungen von Sonneneinstrahlung abmildern. Allerdings ist Hagebuttenöl kein Ersatz für Sonnencreme. Die Vitamine A und E im Öl können dazu beitragen dunkle Flecken aufzuhellen und das Hautbild gleichmäßiger wirken zu lassen. Damit ist Hagebuttenöl eine natürliche Pflege, die sowohl für strapazierte Haut als auch für trockene Haare eine wertvolle Unterstützung bietet.
Bei äußerer Anwendung kannst du Hagebuttenöl gegen Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft verwenden, da es reich an essentiellen Fettsäuren wie Omega 3 und 6 und Vitamin C ist, das sich hervorragend zur Narbenheilung eignet.
Rezeptidee: Hagebutten-Chutney
Hagebutten sind nicht nur als Tee gesund, sondern auch in kulinarischen Zubereitungen.
Zutaten für zwei Gläser mit je 0,5L Inhalt:
- 1 kg Hagebutten
- 150 g Zwiebeln (fein gewürfelt)
- 100 g Rosinen
- 350 g Zucker
- 125 ml Weinessig
- Ingwer, Zimt, Nelke und Senfkörner (gemahlen)
Zubereitung:
- Die Hagebutten zunächst von Blüten- und Stielansätzen befreien, längs aufschneiden und die Kerne mit einem Löffel herausschaben. Anschließend gründlich waschen.
- Die vorbereiteten Früchte mit wenig Wasser, den gewürfelten Zwiebeln, Rosinen, Zucker und dem Weinessig in einen Topf geben und aufkochen lassen.
- Die Gewürze hinzufügen und das Chutney bei schwacher Hitze im offenen Topf etwa 90 Minuten köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren.
- Zum Schluss abschmecken, noch heiß in vorbereitete Gläser füllen und sofort verschließen. Kühl gelagert, ist das Chutney mehrere Monate haltbar.
Unser Tipp: Wer es etwas pikanter mag, kann eine Prise Cayennepfeffer hinzufügen. Das sorgt nicht nur für eine intensivere Farbe, sondern auch für eine angenehm scharfe Note.
Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Nebenwirkungen durch Hagebutten sind selten, aber nicht ausgeschlossen. Grundsätzlich kann es durch den Verzehr von Hagebutten zu allergischen Reaktionen kommen. Diese zeigen sich etwa in Form von Hautausschlag, der sich am Körper ausbreitet, oder durch Magen-Darm-Beschwerden. Hagebuttentee ist generell gut verträglich und löst nur selten Nebenwirkungen aus. Bei übermäßigem Konsum (mehr als ein Liter täglich) kann es jedoch gelegentlich zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Es ist zudem ratsam, neben dem Tee ausreichend andere Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um die harntreibende Wirkung der Hagebutte auszugleichen.
Hagebutten können eine Histamin-Ausschüttung bewirken. Sie können vor allem bei entzündlichen und rheumatischen Beschwerden helfen.
Etwas weniger bekannt als der Tee dürfte das Hagebuttenpulver sein. Wenn man sich an die empfohlene Menge hält, sind Nebenwirkungen eher unwahrscheinlich. In seltenen Fällen kann es aber auch mal zu Magen-Darm-Beschwerden oder allergischen Reaktionen kommen.
Hagebutte bei Stoffwechsel- und Lebererkrankungen
Hagebutte wird unter anderem bei Stoffwechselerkrankungen wie einem gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) eingesetzt. In einer Studie zeigte sich: Mit einem Getränk aus 40 Gramm aufgelösten Hagebuttenpulver ließen sich bei fettleibigen Menschen mit Diabetes Typ 2 der Blutdruck und der Cholesterinspiegel im Blut senken. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sich Hagebutten positiv auf eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung auswirken können.
Hagebutten und Arthrose
Hagebutten drosseln die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe und helfen dabei, Entzündungen einzudämmen. Davon profitieren auch Menschen, die unter Arthrose leiden. Bei dieser Erkrankung führen abgenutzte Gelenkknorpel, etwa in der Hüfte oder im Knie, zu chronischen Schmerzen - häufig begleitet durch Entzündungen. Untersuchungen zeigen, dass Hagebuttenpulver Entzündungen und Symptome bei Arthrose lindern kann.
Weitere Teesorten in der Schwangerschaft
Während Hagebuttentee eine ausgezeichnete Wahl ist, gibt es auch andere Teesorten, die in der Schwangerschaft empfohlen werden, aber auch solche, bei denen Vorsicht geboten ist.
Unbedenkliche Teesorten:
- Rooibos-Tee: Koffeinfrei, reich an Mineralien und Spurenelementen.
- Früchtetee: Gut verträglich, aber Teemischungen mit Hibiskus, Brombeerblättern oder Zitronengras nur in Maßen genießen.
- Kamillentee: Beruhigend, krampflösend, antibakteriell; gut für Magen und Darm.
- Melissentee: Wirkt beruhigend und krampflösend, hilft bei Magen-Darm-Beschwerden und Schlafproblemen.
- Ingwertee: Hilft gegen Übelkeit und Erbrechen, krampflösend und verdauungsfördernd (bis zu 6 g frischer Ingwer täglich).
Teesorten, die nur nach Absprache mit Arzt oder Hebamme getrunken werden sollten:
- Pfefferminztee: Kann bei Übelkeit helfen, aber in zu großen Mengen wehenfördernd wirken und Sodbrennen verstärken.
- Fencheltee: Gut für den Magen-Darm-Trakt, aber wegen des Inhaltsstoffs Estragol mit Vorsicht zu genießen.
- Schwarztee & Grüner Tee: Enthalten Koffein, das die Eisenaufnahme beeinträchtigen kann. Maximal zwei bis drei Tassen pro Tag.
- Himbeerblättertee: Erst ab der 37. Schwangerschaftswoche empfohlen wegen seiner wehenfördernden Wirkung.
Teesorten, die in der Schwangerschaft eher vermieden werden sollten:
- Salbeitee: Kann Gebärmutterkontraktionen auslösen und die Milchbildung hemmen.
- Süßholzwurzeltee: Kann das Risiko einer Frühgeburt erhöhen.
- Ginsengtee: Kann in den ersten drei Monaten eine Fehlgeburt auslösen.
- Tee aus Eisenkraut, Zitronenverbene, Kreuzkümmel, Wermutkraut, Brombeerblättern oder Schafgarbe: Wirken wehenfördernd.
- Hibiskustee: Kann die Gebärmutter stimulieren und den Hormonhaushalt beeinflussen.
- Brennnesseltee: Kann das Thrombose-Risiko erhöhen.
- Zitronengras-/Lemongrastee: Steht im Verdacht, Gebärmutterkrämpfe oder Blutungen auszulösen.
Schwangerschaft und Geburt einfach erklärt | sofatutor
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