Geburten im Kreißsaal Herzberg: Informationen und Ausblick

Das Jahr 2020 war für die Geburtsklinik in Herzberg ein besonders starkes Jahr, mit deutlich höheren Geburtenzahlen im Vergleich zu den Vorjahren. Diese positive Entwicklung unterstreicht, dass das Konzept einer „Babyfreundlichen Geburtsklinik“ den Bedürfnissen werdender Eltern entspricht und sie sich bewusst für eine Geburt in dieser Klinik entscheiden. Dies zeigt sich auch darin, dass immer mehr werdende Eltern aus Regionen außerhalb des Altkreises Osterode die Klinik wählen.

Luftaufnahme der Klinik Herzberg

Das Konzept der „Babyfreundlichen Geburtsklinik“

Artur Smorodin, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, hebt die kontinuierliche Arbeit seines Teams hervor, das rund um die Uhr aus Ärzten, Hebammen und Kinderkrankenschwestern besteht. Er betont die Einzigartigkeit jeder Geburt und die Bedeutung einer individuellen Betreuung jeder Familie, um deren Wünsche und Vorstellungen zu berücksichtigen. Seit 2010 ist die Klinik als babyfreundliche Geburtsklinik zertifiziert. Nach der Geburt wird eine intensive Bondingphase ermöglicht. Die Klinik bietet Familienzimmer an, in denen Eltern und Neugeborene rund um die Uhr zusammenbleiben können.

Besonderheiten und Herausforderungen im Jahr 2020

Das Jahr 2020 war auch in der Herzberger Geburtshilfe stark von der Corona-Pandemie geprägt. Um die Sicherheit von werdenden Eltern, Neugeborenen und Mitarbeitern zu gewährleisten, wurden umfassende Präventionsmaßnahmen ergriffen. Dies führte bedauerlicherweise dazu, dass einige beliebte Angebote nicht stattfinden konnten. Dennoch blieben die Begleitung der Entbindung durch eine Vertrauensperson und der Aufenthalt im Familienzimmer weiterhin möglich.

Trotz der Herausforderungen durch Corona gab es im Kreißsaal-Team besondere Geburten, die in Erinnerung geblieben sind. Dazu zählen die Geburten eines Schaltjahrbabys am 29. Februar, das gleichzeitig die 100. Geburt des Jahres war, und die eines Christkindes am 24. Dezember 2020 - ein kleines Mädchen namens Mara Elinor.

239 – TRAUMGEBURT in einer LEVEL 1-KLINIK – Interview mit Laura und Julian

Das Elbe-Elster Klinikum im Überblick

Die Elbe-Elster Klinikum GmbH ist ein Klinikum der gehobenen Grundversorgung im Süden Brandenburgs und verfügt über drei Standorte mit insgesamt 454 Planbetten. Der Fokus liegt auf qualitativ hochwertiger Medizin, modernen Pflegemethoden und einem systematischen Qualitätsmanagement. Jährlich werden rund 40.000 stationäre und ambulante Patienten versorgt. Damit leistet das Klinikum einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im Elbe-Elster-Land und ist mit etwa 1000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region. Das Klinikum bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten, darunter Ausbildungsberufe in der Pflege, Facharztausbildungen sowie hervorragende Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten für Berufsanfänger und erfahrene Fachkräfte in Medizin, Pflege, Verwaltung und Dienstleistungen.

Organigramm des Elbe-Elster Klinikums

Geplante Schließung des Fachbereichs Gynäkologie und Geburtshilfe

Klinikgeschäftsführer Johannes Richter gab bekannt, dass der Fachbereich Gynäkologie und Geburtshilfe der Helios Klinik Herzberg/Osterode zum 30. September 2024 geschlossen werden soll. Diese Entscheidung wurde nach reiflicher Überlegung getroffen, um die bestmögliche Versorgung in bestmöglicher Qualität für die Menschen in der Region sicherzustellen. Die Schließung ist auf eine angespannte Personalsituation, insbesondere im ärztlichen Bereich, sowie auf einen Trend zu weniger Geburten in der Klinik zurückzuführen. Die werdenden Mütter bevorzugen zunehmend größere Krankenhäuser mit angeschlossenen Kinderkliniken, was die Qualitäts- und Sicherheitsansprüche der Klinik beeinträchtigt.

Die geplante Schließung bedeutet das Ende des stationären gynäkologischen und geburtshilflichen Angebots sowie der Notfallversorgung in diesem Bereich in der Helios Klinik Herzberg/Osterode. In der näheren Umgebung befinden sich Kliniken mit entsprechenden Fachbereichen in Northeim, Göttingen, Goslar und Nordhausen, die teilweise eine höhere Versorgungsstufe aufweisen.

Die Geburtskliniken sowie niedergelassene Gynäkologen und Gynäkologinnen im Umkreis, der Herzberger Bürgermeister Christoph Wagner und Landrat Marcel Riethig sind über die geplante Schließung informiert.

Herausforderungen bei der Personalgewinnung und Qualitätsstandards

Johannes Richter erläutert weiter, dass die Personalsituation in der Geburtshilfe und Gynäkologie sich in den vergangenen Jahren stetig angespannt hat. Die Aufrechterhaltung der Abteilung war nur durch ein engagiertes Kernteam und die Besetzung von Diensten mit externem Personal möglich, was jedoch keine Dauerlösung darstellt. Insbesondere die Anforderung, dass eine Fachärztin oder ein Facharzt der Geburtshilfe im Bereitschaftsdienst jederzeit innerhalb von 20 Minuten in der Klinik sein muss, stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Fachärzte außerhalb der Regelarbeitszeit im engen Umkreis der Klinik wohnen oder sich aufhalten müssen.

Stephan Matzath, Ärztlicher Direktor, betont die hohe Verantwortung, die insbesondere in der Geburtshilfe für zwei Leben getragen wird. Gleichzeitig hebt er hervor, dass für eine gute medizinische Qualität auch bestimmte Fallzahlen notwendig sind, da häufige und regelmäßige Tätigkeiten zu einer besseren Beherrschung führen.

Informationen für Mitarbeiter und Ausblick

Johannes Richter bedankt sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fachbereichs für ihr langjähriges Engagement. Die Klinikleitung hat die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die geplante Schließung informiert und wird Gespräche mit dem Betriebsrat führen. Dabei werden auch Angebote zur Weiterbeschäftigung in der Klinik und anderen Helios Kliniken unterbreitet. Pflegekräfte sind von der geplanten Schließung nicht betroffen.

tags: #geburten #kreibsaal #herzberg