Sodbrennen, Magenschmerzen und saures Aufstoßen sind häufige Beschwerden, die viele Frauen während der Schwangerschaft erleben. In der 7. Schwangerschaftswoche können diese Symptome bereits sehr belastend sein. Glücklicherweise gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die auch für Schwangere sicher sind. Gaviscon Liquid, ein Medikament zur Linderung säurebedingter Magenbeschwerden, wird oft von Apothekern und Frauenärzten empfohlen.
Persönliche Erfahrungen und Empfehlungen
Viele Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit Gaviscon während der Schwangerschaft. Eine Nutzerin berichtet, dass sie Gaviscon und Rennie auf Empfehlung ihrer Frauenärztin eingenommen hat und beide Medikamente gut vertragen wurden. Eine andere Frau fand Linderung durch Milch, Mandeln oder Haferflocken, was bei ihr teilweise besser wirkte als Gaviscon. Es wird betont, dass nicht jedes Mittel bei jedem gleich gut hilft und es sich lohnt, verschiedene Optionen auszuprobieren.
Eine weitere Schwangere, die in der 40. Schwangerschaftswoche unter starkem Sodbrennen litt, erfuhr durch Gaviscon, das ihr Mann aus der Apotheke mitgebracht hatte, eine deutliche Besserung. Sie nahm es nur einmal vor dem Schlafengehen ein. Eine andere Frau in der 30. Woche hat Gaviscon bereits seit etwa acht Wochen im Nachttisch liegen und ist sehr zufrieden mit dessen Wirkung.

Wirkungsweise von Gaviscon
Gaviscon Liquid enthält eine Kombination aus Wirkstoffen, die zur Linderung von Sodbrennen beitragen:
- Natriumalginat: Dieser Wirkstoff bildet zusammen mit Natriumbicarbonat und Calciumcarbonat eine schützende Gelschaumschicht auf dem Mageninhalt. Diese Schicht verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, und wirkt so bis zu vier Stunden lang gegen Reflux. Da Alginat rein physikalisch wirkt und nicht in den Blutkreislauf aufgenommen wird, gilt es als sicher für die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit.
- Natron (Natriumhydrogencarbonat): Dieses Salz hilft, den Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu regulieren und neutralisiert überschüssige Magensäure.
- Calciumcarbonat: Calciumionen spielen eine wichtige Rolle bei biologischen Prozessen. Oral eingenommen, neutralisiert Calciumcarbonat Magensäure, indem es schwer lösliche Salze bildet, die über den Stuhl ausgeschieden werden. Dies lindert Sodbrennen, Aufstoßen und andere säurebedingte Magenbeschwerden.
Nach der Einnahme bildet die Suspension bei Kontakt mit Magensäure ein Alginsäure-Gelschaum. Dieser Schaum schwimmt auf dem Mageninhalt und verhindert den gastroösophagealen Reflux.

Anwendung und Dosierung von Gaviscon Liquid
Gaviscon Liquid ist in vordosierten Sachets zu je 10 ml Suspension zum Einnehmen erhältlich.
Allgemeine Dosierungsempfehlung für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene:
- Einzeldosis: 1-2 Beutel (10-20 ml)
- Gesamtdosis: Bis zu 4-mal täglich
- Zeitpunkt: Nach der Mahlzeit und vor dem Schlafengehen
Das Arzneimittel darf bei Kindern unter 12 Jahren nur nach ärztlicher Abklärung angewendet werden.
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
- Ohne ärztlichen Rat sollte das Arzneimittel nicht länger als 7 Tage angewendet werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden ist ein Arzt aufzusuchen.
- Bei Verdacht auf eine Überdosierung ist umgehend ein Arzt zu kontaktieren. Symptome einer Überdosierung können ein Spannungsgefühl im Bauchraum sein.
Gaviscon in der Schwangerschaft und Stillzeit
Gaviscon ist für die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit zugelassen. Der Hersteller Reckitt Benckiser betont, dass klinische Studien und umfangreiche Daten nach der Zulassung keine signifikanten negativen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fötus/Neugeborenen durch die Wirkstoffe ergeben haben. Gaviscon Liquid kann somit sicher vom 1. bis zum 9. Monat der Schwangerschaft angewendet werden.
Das Unternehmen hat speziell für Schwangere eine Variante von Gaviscon auf den Markt gebracht, die durch eine spezielle Verpackung mit Babybauch und den beruhigenden Schriftzug "Bei Sodbrennen in der Schwangerschaft" gekennzeichnet ist. Diese Variante unterscheidet sich in der genauen Zusammensetzung der Wirkstoffe von anderen Gaviscon-Produkten, um eine optimale Dosierbarkeit bei leichtem bis starkem Sodbrennen zu gewährleisten.

Ursachen von Sodbrennen in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft unterliegt der weibliche Körper zahlreiche Veränderungen, die das Auftreten von Sodbrennen und Reflux begünstigen:
- Hormonelle Veränderungen: Das Hormon Progesteron führt zur Entspannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels, was das Zurückfließen von Magensäure erleichtert.
- Mechanischer Druck: Mit fortschreitender Schwangerschaft wächst die Gebärmutter und übt zunehmend Druck auf den Magen aus, was ebenfalls den Reflux begünstigen kann.
Vorbeugende Maßnahmen und Alternativen
Neben der medikamentösen Behandlung mit Gaviscon gibt es verschiedene Maßnahmen zur Vorbeugung von Sodbrennen:
- Kleine, häufige Mahlzeiten über den Tag verteilt einnehmen.
- Fettige, scharfe oder säurehaltige Speisen meiden.
- Rauchen sowie übermäßigen Koffein- und Alkoholkonsum reduzieren oder vermeiden.
- Das Kopfteil des Bettes beim Schlafen erhöhen.
- Eng anliegende Kleidung im Bauchbereich vermeiden.
- Nach dem Essen eine aufrechte Position beibehalten.
Als alternative oder ergänzende Maßnahmen werden auch Milch, Mandeln oder Haferflocken genannt, die bei manchen Frauen besser helfen können als Gaviscon.
Empfehlungen von Embryotox
Embryotox, die Experten für Embryonaltoxikologie der Charité Berlin, empfehlen bei säurebedingten Beschwerden in der Schwangerschaft, je nach Schweregrad, Sucralfat, Ranitidin oder Omeprazol als Mittel der Wahl. Bei akuter Gastritis kann diese oft spontan abheilen. Bei medikamentöser Therapie sind Magaldrat oder Sucralfat Mittel der ersten Wahl.
Bezüglich aluminiumhaltiger Antazida merkt Embryotox an, dass es bisher keine klinischen Hinweise auf funktionelle Störungen des Zentralnervensystems oder der Nieren des Fetus durch resorbiertes Aluminium gibt, da die Resorptionsquoten gering sind. Im Gegensatz dazu formuliert z.B. Bayer bei Talcid® vorsichtiger, dass dieses in der Schwangerschaft nur kurzfristig angewendet werden sollte, um eine Aluminiumbelastung des Kindes zu vermeiden.
Bei länger dauernder Therapie kann eine Umstellung auf einen Protonenpumpenhemmer (PPI) erwogen werden. Für Omeprazol liegt ein sehr hoher Erfahrungsumfang vor.
Wichtige Hinweise und mögliche Nebenwirkungen
Gaviscon Liquid enthält Hilfsstoffe wie Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218) und Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216), die allergische Reaktionen auslösen können, sowie Menthol. Das Präparat hat zudem einen hohen Natriumgehalt.
Mögliche unerwünschte Wirkungen können sein:
- Allergische Reaktionen auf einen Hilfsstoff
- Atembeschwerden
- Verkrampfung der Bronchien
- Nesselschlag (Urtikaria)
Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte umgehend ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
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