Elmex Gelee in der Stillzeit: Anwendung und Sicherheit

Die Zahnhälse sind ein empfindlicher Bereich, der bei vielen Menschen Probleme bereiten kann. In solchen Fällen greift man oft zu speziellen Zahnpflegeprodukten wie Elmex Gelee, um Linderung zu verschaffen und Karies vorzubeugen. Doch gerade für stillende Mütter stellt sich die Frage nach der Sicherheit und Verträglichkeit solcher Produkte.

Ursachen für empfindliche Zahnhälse und Kariesrisiko

Empfindliche Zahnhälse können vielfältige Ursachen haben und zu starken Schmerzen führen, die im Extremfall sogar einen Notarztbesuch notwendig machen können. Der Zahnarzt kann hier mit verschiedenen Maßnahmen Abhilfe schaffen, wie beispielsweise dem Auftragen eines speziellen Lacks. Neben der direkten Behandlung ist auch die Vorbeugung von entscheidender Bedeutung. Karies, insbesondere die Initialkaries, stellt eine frühe Form des Zahnverlusts dar, bei der Mineralien aus dem Zahnschmelz entzogen werden. Diese frühe Stufe ist reversibel und kann mit geeigneten Mitteln wie Elmex Gelee behandelt werden.

Kinder sind aufgrund ihrer noch nicht vollständig ausgebildeten Mundhygiene und des noch nicht vollständig remineralisierten Zahnschmelzes einem erhöhten Kariesrisiko ausgesetzt. Auch Träger von Zahnspangen oder Personen mit häufigem Zuckerkonsum sind anfälliger.

Schema zur Entstehung von Initialkaries und deren Behandlung mit Elmex Gelee

Was ist Elmex Gelee und wie wirkt es?

Elmex Gelee ist ein hochkonzentriertes Aminfluorid-Gel, das zur Vorbeugung von Karies, zur Unterstützung der Behandlung von Initialkaries und zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse eingesetzt wird. Es wirkt durch die Remineralisierung von beginnenden kariösen Läsionen, stärkt den Zahnschmelz und reduziert das Kariesrisiko. Das Gel ist bereits ab dem vollendeten 6. Lebensjahr anwendbar und eignet sich als wöchentliche Intensivkur für die ganze Familie.

Die Wirkungsweise von Elmex Gelee beruht auf drei Hauptfaktoren:

  • Begünstigung der Remineralisation initialer kariöser Läsionen.
  • Erhöhung der Säureresistenz der Zahnhartsubstanz.
  • Hemmung des Zuckerabbaus durch säureproduzierende Mikroorganismen in der Zahnplaque.

Anwendung von Elmex Gelee

Die übliche Anwendung zu Hause ist einmal wöchentlich etwa 1 cm Elmex Gelee auf die Zahnbürste aufzutragen und die Zähne zu putzen. Nach 2 bis 3 Minuten sollte der Mund ausgespült werden. Die gesamte Anwendungszeit (Putzen und Einwirken) darf 5 Minuten nicht überschreiten. Es wird empfohlen, die Anwendung am besten abends vor dem Schlafengehen durchzuführen. Zur gezielten Behandlung überempfindlicher Zahnhälse kann das Gel direkt auf die betroffenen Flächen aufgetragen werden.

In der Zahnarztpraxis kann Elmex Gelee mittels einer Miniplastschiene oder mit einer stumpfen Kanüle appliziert werden. Die Anwendung der Miniplastschiene ist für Kinder ab dem 8. Lebensjahr angezeigt. Eine ausreichende Kontaktzeit des Gels mit den Zähnen von mindestens 2 bis 4 Minuten, aber nicht länger als 5 Minuten, muss gewährleistet sein.

Elmex Gelee ist für Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensjahr zur Heimanwendung bestimmt. In der Zahnarztpraxis oder im Rahmen der Gruppenprophylaxe kann es bei Kindern ab 3 Jahren unter zahnärztlicher Kontrolle angewendet werden.

Bei vergessener Anwendung kann diese jederzeit nachgeholt werden, wobei der vorgeschriebene Abstand von einer Woche bis zur nächsten Anwendung eingehalten werden sollte.

Elmex Gelee in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Elmex Gelee während der Schwangerschaft wird im Allgemeinen als unbedenklich eingestuft, da keine expliziten Risiken bekannt sind. Dennoch ist es ratsam, die Verwendung mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abzusprechen, da jede Schwangerschaft individuell verläuft.

Die Situation in der Stillzeit ist komplexer. Es ist bekannt, dass Fluoride in die Muttermilch übergehen können. Der Beipackzettel von Elmex Gelee weist darauf hin, dass ein Risiko für das Baby nicht ausgeschlossen werden kann und von einer Anwendung in der Stillzeit abgeraten wird. Es wird empfohlen, die Nutzung mit der Ärztin oder dem Arzt abzusprechen und gegebenenfalls bis zum Abstillen darauf zu verzichten. Die Apothekerin oder der Apotheker kann ebenfalls beratend zur Seite stehen, ob die Bedenken sich auf den Fluoridgehalt oder andere Inhaltsstoffe beziehen.

Infografik: Fluoridaufnahme während der Stillzeit

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Fluoridgehalt der Muttermilch von der mütterlichen Aufnahme abhängt. Eine übermäßige Fluoridaufnahme durch die Mutter könnte potenziell schädlich für das Stillbaby sein. Allerdings ist die Sorge nicht, dass generell "mehr" Fluorid schädlich ist, sondern dass eine "zu viel" aufgenommene Menge negative Auswirkungen haben kann. Eine Kombination aus fluoridhaltiger Zahnpasta, Elmex Gelee, fluoridiertem Speisesalz und anderen Fluoridquellen könnte theoretisch zu einer übermäßigen Aufnahme führen.

Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Wie bei jedem Medikament können auch bei der Anwendung von Elmex Gelee Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören sehr selten Abschilferungen der Mundschleimhaut, Entzündungen, Rötungen, Brennen oder Juckreiz im Mund, Taubheitsgefühl, Schwellungen, Geschmacksstörungen, Mundtrockenheit, Zahnfleischentzündungen, oberflächliche Defekte, Geschwüre oder Blasen an der Mundschleimhaut, Übelkeit oder Erbrechen. Bei entsprechend sensibilisierten Personen können die enthaltenen Aromen und Öle Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Atemnot, auslösen.

Gegenanzeigen für die Anwendung von Elmex Gelee sind:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe.
  • Vorhandensein von Wunden in der Mundschleimhaut.
  • Gestörter Schluckreflex.
  • Störungen im Zahnschmelz oder Knochen durch Fluoridüberdosierung (Fluorose).
  • Kinder unter 3 Jahren (wegen bestimmter Inhaltsstoffe wie Pfefferminz-Aroma und Krauseminzöl in der Zahnarztpraxis/Gruppenprophylaxe; zu Hause nicht vor Vollendung des 6. Lebensjahres).

Bei Personen mit Asthma bronchiale oder anderen Atemwegserkrankungen ist Vorsicht geboten und Rücksprache mit einem Arzt oder Zahnarzt zu halten.

Bei einer Überdosierung können lokale Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. In solchen Fällen sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Bei Verdacht auf eine Überdosierung können calciumhaltige Getränke helfen, das Fluorid zu binden.

Es ist wichtig, die Anwendungshinweise genau zu befolgen und im Zweifelsfall immer einen Arzt, Zahnarzt oder Apotheker zu konsultieren.

tags: #elmex #gelee #in #der #stillzeit