Die Wahl des richtigen Kindersitzes ist entscheidend für die Sicherheit und den Komfort Ihres Kindes auf jeder Autofahrt. Insbesondere nach der Babyschale stehen Eltern vor der Aufgabe, einen geeigneten Reboarder oder einen Folgekindersitz auszuwählen, der das Kind über viele Jahre begleitet.
Was sind Reboarder und warum sind sie sicher?
Reboarder sind Kindersitze, in denen das Kind auch nach der Babyschale weiterhin rückwärtsgerichtet fährt. Diese Fahrtrichtung gilt als besonders sicher, da Kopf, Nacken und Rücken bei einem Frontalaufprall besser geschützt sind. Bei einem Frontalaufprall wirken starke Kräfte auf Kopf und Nacken des Kindes. In einem rückwärtsgerichteten Sitz werden diese Kräfte großflächig über Rücken und Kopfstütze aufgenommen, anstatt den Körper nach vorne zu ziehen. Daher gilt: Je länger Ihr Kind alters- und größenentsprechend rückwärts fahren kann, desto besser ist es in der Regel geschützt.
Neben Reboardern gibt es auch vorwärtsgerichtete Sitze mit Hosenträgergurt oder Fangkörper sowie Sitzerhöhungen mit Rückenlehne für größere Kinder.
Arten von Reboardern und Folgekindersitzen
Es gibt verschiedene Arten von Kindersitzen, die nach der Babyschale zum Einsatz kommen:
- Reboarder - rückwärtsgerichtete Kindersitze nach der Babyschale: Diese Sitze ermöglichen das Fahren in rückwärtsgerichteter Position über mehrere Jahre. Es gibt Modelle, die ausschließlich rückwärts genutzt werden, und sogenannte Kombisitze, die zunächst rückwärts und später vorwärtsgerichtet eingebaut werden können.
- Vorwärtsgerichtete Sitze mit internem Gurt: Diese Sitze kommen meist für Kinder zum Einsatz, die die Gewichts- oder Größenbereiche der Babyschale überschritten haben und bereits stabil sitzen.
- Sitze mit Fangkörper: Anstelle eines internen Gurts wird hier ein gepolstertes Schutzkissen vor dem Oberkörper des Kindes befestigt.
- Sitzerhöhungen mit Rückenlehne für größere Kinder: Diese Sitze sorgen für die richtige Gurtführung und bieten zusätzlichen Seitenaufprallschutz.
Unterschiede bei Cybex Sirona Kindersitzen
Ein wichtiger Unterschied bei den Cybex Sirona Kindersitzen betrifft die Bauart:
- Einige Sitze verfügen über eine separate Basisstation, die auch für eine Babyschale verwendet werden kann.
- Andere Modelle sind „aus einem Guss“ gefertigt, wobei Basisstation und Kindersitz nicht voneinander getrennt werden können. Diese Modelle sind oft durch ein „i“ hinter dem Modellbuchstaben erkennbar, z.B. bei der Z-Reihe.
Wichtiger Hinweis: Nicht jeder Cybex Kindersitz ist mit jeder Cybex Basisstation kompatibel. Teilweise können die Kindersitze jedoch generationenübergreifend auf die Basisstation der letzten bzw. nächsten Reihe geklickt werden. Detaillierte Übersichten zu freigegebenen Kombinationen sind bei Cybex erhältlich.
Sicherheit, Normen und Fahrtrichtung
Kindersitze müssen aktuelle Sicherheitsnormen erfüllen. Ältere Sitze sind häufig nach ECE R44/04 zugelassen, neuere Modelle orientieren sich an der UN R129 (i-Size) Norm. Die i-Size Norm sieht unter anderem strengere Seitenaufpralltests vor und berücksichtigt die Körpergröße stärker. Achten Sie beim Kauf auf ein gültiges Prüfsiegel und die angegebenen Größen- bzw. Gewichtsbereiche.
Die i-Size Norm (ECE R 129) ist eine europaweite Verordnung für Kindersitze. Sie schreibt den rückwärtsgerichteten Transport von Kindern bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten vor und prüft erstmals den Seitenaufprallschutz. Die Klassifizierung der Kindersitze erfolgt nach der Körpergröße des Kindes, was die Auswahl erleichtert.

Befestigungssysteme: Isofix oder Fahrzeuggurt
Viele moderne Reboarder werden mit Isofix im Auto befestigt, oft ergänzt durch einen Stützfuß oder Top Tether (Haltegurt nach oben). Isofix erleichtert den korrekten Einbau und reduziert das Risiko von Fehlern. Daneben gibt es auch Sitze, die mit dem Fahrzeuggurt befestigt werden.
Ein i-Size Reboarder benötigt für die sichere Montage im Auto eine Isofix-Basis. Diese Basis ist oft für mehrere i-Size Kindersitze und Babyschalen desselben Herstellers geeignet.
Einbau eines Reboarders mit Isofix-Basis
- Wählen Sie einen zulässigen Fahrzeugsitz.
- Klappen Sie den Stützfuß des Sitzes aus, bis er hörbar in der vordersten Position einrastet.
- Drücken Sie die Entriegelungstasten der ISOFIX-Rastarme und schieben Sie diese bis zum Anschlag aus der Basis heraus.
- Schieben Sie die ISOFIX-Rastarme in die ISOFIX-Befestigungspunkte und stellen Sie sicher, dass sie mit einem hörbaren Klick eingerastet sind und die Sicherheitsindikatoren grün sind.
- Schieben Sie die Basis in Richtung der Rückenlehne des Fahrzeugsitzes, bis sie fest und möglichst vollflächig anliegt.
- Achten Sie darauf, dass der Stützfuß vollständig ausgeklappt ist und den Fahrzeugboden erreicht.
Der sicherste Platz für einen Kindersitz befindet sich auf dem Rücksitz hinter dem Beifahrersitz. CYBEX Kindersitze können jedoch auch auf anderen Sitzen im Fahrzeug installiert werden. Informationen zur Fahrzeugkompatibilität finden Sie online.
Passform für Kind und Auto
Sitzposition und Gurtverlauf für Ihr Kind
Ein Reboarder oder Folgesitz passt gut, wenn Ihr Kind bequem sitzt, der Kopf vollständig innerhalb der Kopfstütze liegt und der interne Gurt oder Fahrzeuggurt korrekt verläuft. Beim internen Gurt sollte der Schultergurt etwa auf Schulterhöhe oder knapp darüber liegen und eng anliegen. Beim Fahrzeuggurt muss der Schultergurt mittig über die Schulter und der Beckengurt tief über das Becken verlaufen.
Wichtiger Hinweis zu Kleidung: Dicke Kleidung, wie Jacken, kann verhindern, dass die Gurte eng am Körper des Kindes anliegen. Tragen Sie daher Alltagskleidung im Kindersitz.
Größe, Gewicht und Altersangaben
Hersteller geben für Reboarder und Folgesitze Größen- oder Gewichtsbereiche sowie ungefähre Altersangaben an. Entscheidend sind aber immer Größe und Körperbau Ihres Kindes. Wenn der Kopf über den oberen Rand hinausragt, die Gurte nicht mehr korrekt eingestellt werden können oder Ihr Kind offensichtlich sehr beengt sitzt, ist es Zeit für den nächsten Sitz.
Wir raten grundsätzlich, nicht zu früh in den nächstgrößeren Kindersitz zu wechseln. Auch wenn die Füße des Kindes schon aus der Schale herausschauen, heißt das keinesfalls, dass es aus dem Kindersitz herausgewachsen ist. Reicht der Kopf aber schon über die höchste Kopfstützenposition hinaus oder das Kind ist größer als 105 cm oder wiegt bereits über 20 kg, ist es höchste Zeit, den Kindersitz zu wechseln.

Kompatibilität mit Ihrem Fahrzeug
Nicht jeder Reboarder passt in jedes Auto gleich gut. Prüfen Sie:
- Gibt es Isofix-Verankerungen an der gewünschten Sitzposition?
- Wie steil ist die Rückenlehne des Autositzes?
- Kann der Stützfuß sicher auf dem Fahrzeugboden aufsetzen?
- Stören hervorstehende Gurtschlösser oder Sitzausformungen den Einbau?
Viele Hersteller stellen Kompatibilitätslisten mit getesteten Fahrzeugmodellen bereit. Eine praktische Kontrolle direkt im eigenen Auto - wenn möglich mit Probesitz - gibt zusätzliche Sicherheit.
Nutzung im Alltag: Einbau, Handhabung und Komfort
Einbau und täglicher Sicherheitscheck
Vor allem beim ersten Einbau lohnt es sich, Schritt für Schritt der Anleitung zu folgen. Danach ist ein kurzer Alltagscheck sinnvoll: Sitzt der Reboarder noch fest, sind Isofix-Anzeigen auf „grün“, steht der Stützfuß stabil und sind alle Gurte korrekt gespannt?
Ein- und Aussteigen erleichtern
Je nach Modell verfügen Reboarder über komfortsteigernde Funktionen wie Drehmechanismen, mit denen sich der Sitz zur Tür drehen lässt. Das erleichtert das Anschnallen und Herausheben des Kindes deutlich.
Reboarder CYBEX Sirona Einbauvideo
Komfort für längere Fahrten
Eine gut gepolsterte Sitzschale, anpassbare Kopfstützen und gegebenenfalls zusätzlich belüftete Bereiche sorgen für mehr Komfort, gerade auf längeren Strecken. Für schlafende Kinder sind eine ausreichend hohe Kopfstütze und eine geeignete Neigung wichtig.
Der Cybex Sirona Gi i-Size bietet beispielsweise Rundum-Luftzirkulation für kühle Autofahrten. Die Plus-Version verfügt über zusätzliches Mesh für mehr Atmungsaktivität.
Kaufberatung: So finden Sie den passenden Reboarder
Checkliste: Wichtige Kriterien beim Reboarder-Kauf
- Gültige Norm (z. B. UN R129/i-Size) und passende Größen-/Gewichtsbereiche
- Rückwärtsgerichtete Nutzung möglichst lange
- Kompatible Befestigung (Isofix oder Fahrzeuggurt) für Ihr Auto
- Gute Passform für Ihr Kind (Kopfstütze, Gurtverlauf, Sitzposition)
- Übersichtliche Bedienung im Alltag (Gurtstraffer, Versteller, Drehfunktion)
- Pflegeleichte Bezüge, die abnehm- und waschbar sind
Je besser ein Sitz zu Kind und Auto passt, desto entspannter sind Fahrten - und desto eher wird der Sitz über die gesamte Nutzungsdauer gerne verwendet.
Cybex Sirona T i-Size: Dieser Autokindersitz besticht durch hochwertige Verarbeitung, verbesserte Seitenaufprallschutz-Technologie, einen 360° Drehmechanismus und die Möglichkeit der rückwärtsgerichteten Nutzung bis zu einem Alter von vier Jahren.
Häufige Fragen zu Reboardern und Folgekindersitzen (FAQ)
Ab wann braucht mein Kind einen Reboarder oder Folgesitz?
Der Wechsel aus der Babyschale steht an, wenn die Größen- oder Gewichtsgrenze der Schale erreicht ist - meistens dann, wenn der Kopf nahe an den oberen Rand reicht oder das Maximalgewicht überschritten wird.
Wie lange sollte mein Kind rückwärtsgerichtet fahren?
Je länger, desto besser - innerhalb der Grenzen des Sitzes und der gesetzlichen Vorgaben. Viele Reboarder sind so ausgelegt, dass Kinder bis etwa vier Jahre (oder darüber hinaus) rückwärts fahren können.
Ist ein Reboarder in jedem Auto nutzbar?
Nicht jeder Reboarder passt in jedes Fahrzeug. Es hängt von Isofix-Verankerungen, Platzangebot, Sitzform und Gurtsituation ab.
Kann ich einen Reboarder gebraucht kaufen?
Ein gebrauchter Reboarder kann eine Option sein, wenn Sie die Vorgeschichte genau kennen, der Sitz unfallfrei ist, keine Risse oder Beschädigungen aufweist und alle Teile (inklusive Anleitung und ggf. Isofix-Basis) vollständig vorhanden sind.
Mein Kind wirkt im Reboarder beengt - ist es Zeit zu wechseln?
Viele Kinder sitzen rückwärts mit angewinkelten Beinen oder berühren mit den Füßen die Rückenlehne - das wirkt ungewohnt, ist aber meist kein Problem. Entscheidender als die Beinfreiheit sind Kopfposition, Gurtverlauf und die Einhaltung der Größen- oder Gewichtsvorgaben.

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