Amtsübergabe in der Gynäkologie am Klinikum Hanau
Zum 1. Oktober hat Dr. med. Jens Kosse die Position als Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Hanau übernommen. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. med. Thomas Müller an, der nach 20 Jahren engagierter und erfolgreicher Leitung die Klinik verlässt.
Prof. Dr. med. Thomas Müller hat in seiner Amtszeit maßgeblich zur Entwicklung der Klinik beigetragen. Zu seinen Errungenschaften zählen die Etablierung leistungsstarker Ambulanzbereiche, die Einrichtung einer gynäkoonkologischen Studienzentrale sowie die Gründung zertifizierter Organzentren für Brustkrebs und gynäkologische Krebserkrankungen. Insbesondere das Brustzentrum war das erste zertifizierte Zentrum des heutigen Tumorzentrums am Klinikum Hanau.
Der Geschäftsführer des Klinikums, Volkmar Bölke, dankte Prof. Dr. med. Thomas Müller herzlich für seine langjährige und hervorragende Arbeit und wünschte ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute. Auch Dr. Maximilian Bieri, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums und Bürgermeister der Stadt Hanau, begrüßte den neuen Chefarzt und zeigte sich zuversichtlich, dass Dr. med. Jens Kosse die Klinik mit seiner umfassenden Erfahrung weiterentwickeln wird.

Der neue Chefarzt: Dr. med. Jens Kosse
Dr. med. Jens Kosse freut sich auf seine neue Aufgabe und die Zusammenarbeit mit dem Team: „Ich habe bisher ein sehr engagiertes und wirklich hoch motiviertes Team kennen gelernt, das seine Arbeit mit viel Spaß und Herz, trotz manchmal schwieriger Umstände, erledigt. Auf die Arbeit mit so einem Team freue ich mich ganz besonders.“
Nach seinem Medizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg und einem praktischen Jahr in der Schweiz, das sein Interesse für die fachliche Breite der Gynäkologie und Geburtshilfe weckte, spezialisierte sich Dr. med. Kosse auf die gynäkologische Onkologie und die chirurgische Versorgung von onkologischen sowie gutartigen Erkrankungen der Frau. Seine Expertise in der Anwendung des DaVinci-Systems für roboter-assistierte Chirurgie bei minimalinvasiven Eingriffen stellt eine wertvolle Ergänzung für das gynäkologische Spektrum am Klinikum Hanau dar.
„Unser Ziel ist es, die Versorgung unserer Patientinnen auf einem hohen Niveau zu halten und gleichzeitig die rasante Weiterentwicklung in Teilbereichen des Fachs, wie beispielsweise der gynäkologischen Onkologie, in die tägliche Routine zu implementieren“, so Kosse. Seine Leidenschaft gilt auch der Geburtshilfe, wo er junge Familien für eine Geburt im Klinikum Hanau begeistern möchte. Als Vater von drei Kindern weiß er aus eigener Erfahrung, wie besonders eine Geburt ist und findet es als erfahrener Mediziner immer wieder bewegend, Familien in diesen Momenten zu begleiten.
Dr. med. Kosse blickt den Herausforderungen für Krankenhäuser, wie die bevorstehende Krankenhausreform und die Rekrutierung von Fachpersonal, ehrgeizig entgegen. Er betont die Notwendigkeit hervorragend ausgebildeter Fachkräfte, um die Qualität der Patientenversorgung als Maximalversorger zu gewährleisten und kontinuierlich zu steigern.
Vor seinem Wechsel nach Hanau war Dr. med. Kosse 18 Jahre im Sana Klinikum Offenbach tätig, zuletzt als Leitender Oberarzt und kommissarischer Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Das Klinikum Hanau: Ein Zentrum der Maximalversorgung
Das Klinikum Hanau ist ein Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe und akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mit 14 Kliniken, drei Instituten und einer zentralen Notaufnahme versorgt es jährlich rund 90.000 Patientinnen und Patienten. 1.800 Mitarbeitende sorgen für das Wohl der Patienten aus einem Einzugsgebiet von 400.000 Einwohnern.
Spezialisierte Zentren und Leistungen
Das Klinikum verfügt über ein breites Spektrum an spezialisierten Zentren:
- Perinatalzentrum Level 2: Optimale Versorgung für Früh- und Neugeborene.
- Zertifiziertes Klinik-Tumorzentrum (DKG): Umfassende Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, gynäkologischer Onkologie, Brustkrebs sowie Leukämien und Lymphomen.
- Zertifizierte Stroke Unit: Optimale Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten.
- Regionales Traumazentrum (DGU-zertifiziert): Behandlung von Verletzungen.
- Adipositaszentrum (DGAV-zertifiziert): Versorgung von krankhaft übergewichtigen Patientinnen und Patienten.
- Zertifiziertes Vorhofflimmerzentrum (DGK): Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
- Zertifiziertes Gefäßzentrum: Behandlung von Gefäßerkrankungen.
- Zertifiziertes Zentrum für Kinderdiabetes (Deutsche Diabetes Gesellschaft): Betreuung von Kindern mit Diabetes.
- Schilddrüsenzentrum und Endometriosezentrum: Wohnortnahe Anlaufstellen für Betroffene.

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Hanau
Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe gliedert sich in die Fachbereiche Gynäkologie und Geburtshilfe.
Geburtshilfe: Sicherheit und Geborgenheit
Unter dem Motto „Geburt in Sicherheit und Geborgenheit“ legt die Klinik einen geburtshilflichen Schwerpunkt. Sie ist spezialisiert auf Mehrlings- und Frühgeburten sowie Risikoschwangerschaften. Die Wünsche der werdenden Eltern stehen im Vordergrund, und sie werden in allen Phasen der Schwangerschaft begleitet - von der Anmeldung zur Geburt bis zur Nachsorge und Rückbildungskursen in der Elternschule. Gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin bildet sie das Eltern-Kind-Zentrum Hanau. Der Kreißsaal ist der einzige mit kinderärztlicher Versorgung in Hanau. Auf Wunsch wird auf der Eltern-Kind-Station ein Familienzimmer angeboten.
Gynäkologie: Fokus auf Tumorbehandlung und operative Verfahren
Im Fachbereich Gynäkologie liegt der Schwerpunkt auf der Tumorbehandlung (Krebschirurgie; Chemo-, Hormon- und Antikörpertherapie) und der operativen Gynäkologie (Bauchspiegelung, Operationen bei Senkung und Blasenschwäche). Als DMP-Koordinationsklinik mit zertifiziertem Brustzentrum und onkologischem Schwerpunkt bietet die Klinik eine umfassende und qualifizierte Versorgung von Patientinnen mit Brust- oder Unterleibskrebs.
In der Studienzentrale arbeiten Study Nurses, die Patientinnen nach Möglichkeit und Wunsch in aktuelle Medikamentenstudien einschließen. Dies ermöglicht den Zugang zu zukunftsweisenden Therapien.
Das Endometriosezentrum verfügt über alle diagnostischen Voraussetzungen, einschließlich Kernspintomographie, zur sicheren Diagnosestellung und zur Zusammenstellung der optimalen Therapie. Die Klinik besitzt besondere Expertise bei operativen Eingriffen zur Behandlung von Endometriose, wobei eine frühzeitige Erkennung und konsequente Therapie zur Linderung von Schmerzen und Steigerung der Lebensqualität beitragen.
Die Klinik versorgt zwei Ambulanzbereiche: die geburtshilfliche Ambulanz am Kreißsaal und die gynäkologische/gynäko-onkologische/urologische Ambulanz. Ein engagiertes Team aus Hebammen, Pflegekräften und Ärzten sorgt für eine patientenorientierte Versorgung auf Station.
Kooperationen und Ausbildung
Ab dem 1. Oktober 2023 startet eine Kooperation zwischen dem Klinikum Hanau und dem Zentrum für Frauengesundheit. Ärzte in Weiterbildung werden sechs Monate ihrer Ausbildung im Zentrum für Frauengesundheit absolvieren, unter der Anleitung von Dr. med. Manuela Bohr. Diese Zusammenarbeit bietet den angehenden Ärzten eine intensive und praxisnahe Ausbildung und setzt neue Maßstäbe in der medizinischen Ausbildung und Patientenversorgung.
Das Klinikum Hanau bildet zudem in der Schule für Pflegeberufe St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau gGmbH Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger aus.
St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau: Gynäkologische Leistungen
Das St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau bietet ebenfalls ein breites Spektrum an gynäkologischen Leistungen, geleitet von einem qualifizierten und motivierten Team.
Leistungsangebot im Überblick
- Alle Formen der abdominalen, vaginalen und endoskopischen Operationsverfahren, unter anderem bei Endometriose und Myomen.
- Urodynamischer Messplatz, Perineal-Sonographie und Inkontinenzchirurgie.
- Behandlung von Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden des weiblichen Genitales (urogynäkologische Sprechstunde).
- Onkologische Nachsorge.
- Breites Spektrum gynäkologischer Spezialsprechstunden.
Interdisziplinäres Beckenbodenzentrum
Das 2016 gegründete interdisziplinäre Beckenbodenzentrum ist eine Anlaufstelle für Patientinnen mit Blasenschwäche, Harninkontinenz und Beckenboden-Senkung. Der stationäre Behandlungspfad „Beckenboden und Kontinenz“ ist durch die Ärztekammer zertifiziert.

Gynäkologische Onkologie und Brusterkrankungen
Spezialsprechstunden für gynäkologische Onkologie und Brusterkrankungen sowie die Dysplasie-Sprechstunde sind Bestandteile des Onkologischen Zentrums. Hier werden Frauen mit bösartigen Veränderungen umfassend betreut und einer leitliniengerechten Behandlung zugeführt. Die chefärztliche Dysplasie-Sprechstunde ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert.
Die Abteilung bietet alle gängigen Verfahren zur operativen Brustrekonstruktion an und nimmt an der Qualitätssicherungsinitiative „Therapie des Mammakarzinoms in Deutschland“ teil.
Endometriosezentrum
Das St. Vinzenz-Krankenhaus ist eine zertifizierte Endometrioseklinik. Frauen im gebärfähigen Alter mit chronischen Unterbauchschmerzen, Sterilität und unerfülltem Kinderwunsch werden durch ein spezialisiertes Team betreut. Die Behandlung erfolgt meist endoskopisch und bei Bedarf in Kooperation mit der chirurgischen Abteilung und einer urologischen Praxis.
Myome - gutartige Tumoren der Gebärmutter
Die gynäkologische Abteilung bietet umfassende Diagnostik, Beratung und moderne Therapieverfahren für Myome an, von medikamentösen Optionen bis hin zu minimal-invasiven Operationen.
Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden / Urogynäkologische Sprechstunde
Die Klinik behandelt weibliche Harninkontinenz und Senkungszustände des Genitales. Neben konventionellen Operationstechniken kommen moderne Eingriffe mit minimal-invasiven Band- und Netztechniken zum Einsatz. Auch Übungsbehandlungen, medikamentöse und instillationstherapeutische Möglichkeiten werden angeboten.
Beckenbodenzentrum
Das Beckenbodenzentrum bietet eine fachübergreifende Diagnostik und ein interdisziplinär ausgerichtetes Behandlungskonzept für alle Formen der Beckenbodenerkrankungen und Blasenschwäche. Eine wöchentliche Inkontinenz- und Beckenbodensprechstunde ermöglicht eine fundierte Beratung und detaillierte Diagnostik.
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