Sanbitter und ähnliche Bittergetränke während der Schwangerschaft
Die Frage, ob bitterrote Getränke wie Sanbitter, Campari oder Bitter Lemon während der Schwangerschaft getrunken werden dürfen, beschäftigt viele werdende Mütter. Während einige die Getränke als harmlos einstufen, warnen andere vor möglichen Risiken.
Die Inhaltsstoffe von Bittergetränken
Ein zentraler Inhaltsstoff, der bei Bittergetränken wie Tonic Water und Bitter Lemon für Bedenken sorgt, ist Chinin. Chinin wird aus der Rinde des Chinarindenbaums gewonnen und findet sowohl in der Medizin (zur Behandlung von Malaria und Wadenkrämpfen) als auch als Geschmacksstoff in Getränken Verwendung.
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gilt Chinin in der Schwangerschaft als Kontraindikation. Es kann in höheren Dosen leicht wehenfördernd wirken und potenziell die Gesundheit von Mutter und Kind beeinträchtigen. Bei überempfindlichen Personen können sogar Hautreaktionen, Arzneimittelfieber oder Bronchospasmen auftreten. Daher empfiehlt das BfR, dass werdende Mütter vorsorglich auf den Konsum von Bitterlimonaden und Tonic Water verzichten sollten.

Grenzwerte und wissenschaftliche Einschätzungen
In Deutschland dürfen alkoholfreie Getränke maximal 85 Milligramm Chinin pro Liter enthalten. Spirituosen dürfen bis zu 300 Milligramm Chinin pro Kilogramm enthalten. Chinin und seine Salze müssen auf der Zutatenliste aufgeführt werden.
Es gibt Berichte über Fälle, in denen werdende Mütter täglich mehr als einen Liter Tonic Water konsumiert haben und ihre Neugeborenen daraufhin Entzugserscheinungen zeigten. Dies unterstreicht, dass Chinin in größeren Mengen problematisch sein kann.
Alternative Bittergetränke ohne Chinin
Einige Experten weisen darauf hin, dass nicht alle bitteren Getränke Chinin enthalten. So wird beispielsweise für Sanbitter, Crodino und Gingerino vermutet, dass sie kein Chinin, sondern Zitronensäure und Aromastoffe wie Karamel, Gelborange S und Azorubin enthalten, welche als Lebensmittelzusatzstoffe als unbedenklich gelten.
Wenn Sie auf den bitteren Geschmack nicht verzichten möchten, aber auf Chinin sichergehen wollen, ist es ratsam, die Zutatenliste genau zu prüfen oder auf Produkte zurückzugreifen, bei denen die Chinin-Freiheit bestätigt ist. Ein alkoholfreier Aperol Spritz mit Bitterorangensirup und alkoholfreiem Sekt wird von einigen Experten als unbedenklich eingestuft, solange Bitterorange bzw. Synephrin nicht in großen Mengen konsumiert werden.
Alkoholfreie Alternativen für Schwangere und Stillende
Die Schwangerschaft und Stillzeit bedeuten nicht, dass man auf genussvolle Getränke verzichten muss. Neben Wasser und Säften gibt es eine Vielzahl an attraktiven alkoholfreien Cocktails, auch Mocktails genannt.
Rezeptideen für alkoholfreie Cocktails
- Virgin Piña Colada: Eine tropische Erfrischung mit Ananassaft, Kokosmilch und Sahne.
- Ipanema (Virgin Caipirinha): Eine alkoholfreie Variante des Klassikers mit Limette, Rohrzucker, Ginger Ale und Crushed Ice. Auch mit Maracujasaft eine leckere Option.
- Nojito (alkoholfreier Mojito): Limette, Minze, Rohrzucker und Soda oder Zitronenlimonade ergeben diesen erfrischenden Drink.
- Crodino Spritz: Eine italienische Alternative zu Aperol Spritz, gemischt mit alkoholfreiem Sekt oder Soda.
- Hugo alkoholfrei: Eine leichte Mischung aus Ginger Ale, Holunderblütensirup, Limette und Mineralwasser.
- Sanbitter Orange: Eine alkoholfreie Mischung aus Sanbitter, Mineralwasser und Orangensaft, die an Campari Orange erinnert.
- Virgin Gin Tonic: Eine alkoholfreie Variante des beliebten Longdrinks mit Tonic Water, Gurke, Limette und Rosmarin.
- Strawberry Surprise: Ein fruchtig-süßer Cocktail mit gefrorenen Erdbeeren, Zitronenlimonade und frischen Erdbeeren zur Dekoration. Funktioniert auch gut mit Himbeeren oder Heidelbeeren.

Fruchtsaft-Cocktails (Mocktails)
Eine weitere einfache Möglichkeit sind Mischungen aus verschiedenen Fruchtsäften, die nach Belieben mit etwas Sirup verfeinert werden können. Diese sind nicht nur lecker, sondern oft auch vitaminreich. Beispiele hierfür sind Mischungen aus Orangensaft, Preiselbeer- oder Cranberrysaft, Ananas- oder Grapefruitsaft und eventuell ein Spritzer Grenadine-Sirup.
Es ist jedoch ratsam, den Gehalt an Fruchtzucker im Auge zu behalten, da zu viele Säfte und Obst die Entstehung von Schwangerschaftsdiabetes begünstigen könnten.
Tipp für das Ambiente
Wenn Sie sich in Gesellschaft befinden, in der andere Alkohol trinken, kann es helfen, Ihr alkoholfreies Getränk in ein Sekt- oder Weinglas zu füllen. Dies kann das Gefühl vermitteln, dass Sie ebenfalls einen besonderen Drink genießen, anstatt nur aus einem Wasserglas zu trinken.
Weitere wichtige Getränkeempfehlungen in der Schwangerschaft
Koffein in der Schwangerschaft
Koffein überwindet die Plazentaschranke schnell und kann beim ungeborenen Kind zu schnellerem Herzschlag und vermehrter Aktivität führen. Zudem hemmt Koffein die Aufnahme von Eisen und verstärkt die Ausscheidung von Kalzium. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 200 Milligramm, was etwa zwei Tassen Filterkaffee entspricht. Beachten Sie, dass auch Schwarztee, Cola und Schokolade Koffein enthalten.
| Getränk | Koffeingehalt (ca.) |
|---|---|
| Eine Tasse Filterkaffee (150ml) | 90 mg |
| Eine Tasse Schwarztee (250 ml) | 55 mg |
| Eine Tasse Espresso (40 ml) | 60 mg |
| Ein Matcha (2 Gramm) | 60 mg |
| Ein Glas Cola (200 ml) | 65 mg |
| Eine Tasse Mate-Tee (250 ml) | 70 mg |
| Eine Dose Mate-Limonade (330 ml) | 50 mg |
| Eine Dose Energiedrink (250 ml) | 80 mg |
Als Alternativen bieten sich entkoffeinierte Sorten, Getreidekaffees oder Milchkaffee an. Schwarzer, weißer und grüner Tee enthalten zwar Koffein, aber in geringerer Menge als Kaffee. Allerdings hemmt das enthaltene Tannin die Eisenverwertung und kann Verstopfung begünstigen.
Alkohol in der Schwangerschaft
Alkohol ist in der Schwangerschaft strikt tabu. Es gibt keine Menge, die als unbedenklich gilt. Alkohol kann bereits in geringen Mengen und zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes gefährden.
Zuckerhaltige und künstlich gesüßte Getränke
Zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden, da sie viele Kalorien liefern. Getränke mit künstlichen Süßstoffen wie Aspartam oder Saccharin sowie Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Xylit oder Isomalt können in der Schwangerschaft jedoch problemlos konsumiert werden.
Weitere Getränke für Schwangere
Neben Wasser sind auch selbstgepresste Säfte, ungesüßter Fencheltee und Buttermilch gute Durstlöscher während der Schwangerschaft.
Vorsicht bei bestimmten Lebensmitteln
Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht erhitzt werden, wie z.B. Rohmilch, bergen ein Risiko für Listeriose. Es sollte nur pasteurisierte oder UHT-erhitzte Milch konsumiert werden.
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