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Das Bauhaus: Eine prägende Bewegung der Moderne

Gegründet 1919 in Weimar, wurde das Bauhaus zur prägenden Bewegung für Design, Architektur und Möbelgestaltung im 20. Jahrhundert. Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Marcel Breuer gehörten zu den prägenden Figuren. Ihr Ziel: eine gestalterische Antwort auf industrielle Fertigung und moderne Lebensformen.

Die Geschichte des Bauhauses

Das staatliche Bauhaus hatte seinen Sitz von 1919 bis 1925 in Weimar und entstand aus der Großherzoglich Sächsischen Kunsthochschule und der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule. Ihr Initiator und gleichzeitig erster Direktor, Walter Gropius, gründete das Bauhaus, um eine Hochschule der künstlerischen Beratung für Industrie, Gewerbe und Handwerk zu erschaffen. Bei der praktischen Ausbildung spielten die Werkstätten des Bauhauses eine zentrale Rolle und bildeten das duale Gegenstück zur theoretischen Lehre. Erst im Jahre 1922 wandte sich das Bauhaus-Institut der Industrie zu. Unter der neuen Bauhaus-Thematik "Kunst und Technik - eine neue Einheit" entstand 1923 eine Ausstellung, in der sich die Einrichtung aus Möbeln, Lampen und Accessoires leicht und transparent in den Raum integrierte. Daraus resultierte eine internationale Bekanntheit der Bauhaus-Möbel, -Bauten und -Kunstwerke, die bis heute ungebrochen ist.

Umzug nach Dessau und weitere Entwicklung

1925 zog das Bauhaus in die Stadt Dessau um. Walter Gropius selbst entwarf das neue Gebäude, welches 1926 eingeweiht wurde. Der verglaste Werkstattflügel war ein echtes Highlight und gut sichtbar direkt an der Straße gelegen. Auf Gropius‘ Empfehlung übernahm Hannes Meyer 1928 das Amt des Direktors für das Bauhaus. Im letzten Kriegsjahr 1945 wurden Teile des Bauhauses zerstört. Durch die rechtskonservativen Kräfte kam es 1925 jedoch zur Schließung des Thüringer Standortes, worauf das Bauhaus-Gebäude in Dessau errichtet wurde.

Das ikonische Bauhaus-Gebäude in Dessau

Prägende Figuren und ihre Entwürfe

Die Gründer:innen des Bauhauses arbeiteten mit Materialien wie Stahlrohr, Glas und Holz. Breuers Sessel aus gebogenem Stahlrohr, Stühle von Mart Stam oder die Freischwinger von Mies van der Rohe gehören zu den ersten Möbelstücken, die industriell herstellbar und formal revolutionär waren.

Marcel Breuer und das Stahlrohr

Der Möbeldesigner Marcel Breuer begann 1920 sein Studium am Bauhaus, wo er in der Zeit des Umzugs des Bauhauses von Weimar nach Dessau 1925 seinen Meistertitel erwarb. Von Anfang an galt er als Vorreiter in der Verwendung der Kombination von Metall und Holz im Bauhaus-Design. Der "Wassily Chair" von Breuer, die Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld, der "Barcelona Chair" von Mies van der Rohe - sie gelten heute als Ikonen. Der Wassily Stahlrohrsessel wurde ebenfalls 1925 entworfen und entstand für die Dessauer Atelierwohnung seines Kollegen Wassily Kandinsky, woher auch der Name für den Bauhaus-Klassiker stammt. Die bekannten Bauhaus-Satztische "Laccio", entworfen um 1925 von Marcel Breuer, bestehen aus verchromten Stahlrohren und Flächen aus Holz. Heute noch von Knoll International als Laccio Couchtisch und von Thonet als B Serie produziert.

Der ikonische Wassily-Sessel von Marcel Breuer

Mies van der Rohe und der Freischwinger

Im Dessauer Bauhaus entwarfen van der Rohe, Stam und Breuer Möbel aus Stahlrohr. Das neuartige Material eignete sich hervorragend für eine ganz bestimmte Art von Stuhl - den Freischwinger. Zu den anspruchsvollsten Bauhausvertretern gehörte der Architekt und Möbeldesigner Ludwig Mies van der Rohe. 1930 hatte er bereits sein eigenes Möbeldesign konzipiert, aus dem viele seiner heute sehr bekannten Designklassiker hervorgingen. Einer seiner berühmtesten Werke, der Barcelona Sessel und Hocker, entwarf er 1929 im Rahmen der Weltausstellung in Barcelona für den deutschen Pavillon.

Weitere Design-Ikonen

Der "Wassily Chair" von Breuer, die Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld, der "Barcelona Chair" von Mies van der Rohe - sie gelten heute als Ikonen. Hersteller wie Tecta, Thonet oder Tecnolumen produzieren lizenzierte Re-Editionen dieser Möbelklassiker.

Merkmale des Bauhaus-Designs

Die Möbeldesigner verzichteten auf überflüssige Dekoration und Farben und setzten anstelle dessen auf schlichte, aber auffällig verchromte Oberflächen und auf die Verwendung von Schwarz. Stahlrohre und die damit verbundenen Vorteile, wie hohe Tragfähigkeit, niedrige Rohstoffkosten, geringes Gewicht und gute Formbarkeit, trugen zu den außergewöhnlichen Designs und einer einfacheren Transportierbarkeit bei. Das Schicht- oder Sperrholz der Bauhaus-Tische und -Stühle bestand aus mehreren dünnen, aufeinander geklebten Holzschichten, was für eine gute Formbarkeit sorgte. Die typisch geschwungenen Formen entstanden jedoch auch, weil so die Schweißarbeiten minimiert werden konnten. Die Verwendung von Glas bei Tischplatten stellte eine direkte Verknüpfung zur damaligen Architektur her, welche sich auf die Verwendung von Glas und Stahl bei der Erbauung neuer Gebäude fokussierte. Reduktionen wurden vor allem bei den Sitzlehnen und in Form des Freischwingers - wo auf das 4-Beingestell verzichtet wurde - vorgenommen, um eine bis dahin ungewöhnliche Formreinheit zu erhalten und den Rohstoffverbrauch zu verringern.

Zeitlose Relevanz

Ihre Stärke: Zeitlosigkeit. Sie funktionieren in Wohnräumen ebenso wie in Büros oder Galerien. Bauhausmöbel benötigen keinen historischen Kontext, um zu wirken. Ihre Zurückhaltung macht sie anschlussfähig an moderne Einrichtungen. Ein Stahlrohrsessel ergänzt ein zurückhaltendes Wohnzimmer ebenso wie ein Freischwinger-Stuhl ein Esszimmer mit Holztisch. Auch hundert Jahre nach den ersten Entwürfen wirken sie relevant: funktional, dauerhaft, kompromisslos.

Originale und Re-Editionen

Originale Bauhausmöbel sind oft museal oder im Sammlermarkt angesiedelt. Re-Editionen zertifizierter Hersteller wie Tecnolumen oder Thonet bieten baugleiche Neuauflagen - in hoher Qualität und mit klarem Herkunftsnachweis.

Meilensteine des Bauhaus-Designs

Die Geschichte des Bauhaus‘ lässt sich anhand einiger Meilensteine des Bauhaus-Designs nachvollziehen:

  • Den Anfang macht dabei der 1919 vom ersten Bauhaus-Direktor Walter Gropius höchstpersönlich für dessen Direktorenzimmer im Bauhaus Weimar entworfene F51 Sessel, der heute vom Bauhaus-Spezialisten Tecta originalgetreu produziert wird.
  • Erstmals in Serie fertigt Tecta seit 2019 auch ein weiteres Bauhaus-Schmuckstück in exklusiver Erstserie: Die L25 Tischleuchte von Gerrit Rietfeld stammt aus dem Jahr 1925 und versinnbildlicht den geometrischen Stil par excellence.
  • Ein Jahr später und damit auf halber Strecke des 14-jährigen Bestehens der Institution designte eine der berühmtesten Frauen am Bauhaus, die legendäre Designerin Marianne Brandt, die schlichte Deckenleuchte DMB 26.
  • Mies van der Rohe wiederum schuf 1929 eines der wohl populärsten Möbeldesigns der modernen Designgeschichte: den Barcelona Chair, der heute, genau wie die dazugehörige Barcelona Liege von Knoll International hergestellt wird.

Das technische Umfeld

Zur Zeit des Bauhauses entstanden zahlreiche technische "Wunderwerke", die das alltägliche Leben und die Mobilität der Menschen im fortschrittlichen Sinne beeinflussten, so etwa in Form von Schnellzügen, Flugzeugen, erschwinglichen Autos und Fahrrädern, flächendeckender Beleuchtung, Telefon und Haushaltsmaschinen für jeden Wohnbereich. Diese technischen Innovationen stärkten letztlich die Industriekultur, die eine Möbelproduktion in hohen Stückzahlen ermöglichte.

Die Entstehung der Bauhaus-Möbel

Der holländische Architekt und Möbeldesigner Mart Stam entwarf 1926 den ersten Stahlrohr-Stuhl mit freitragendem Sitz, nachdem wegbereitend bereits in den 20er Jahren das fortschrittliche und zugleich funktionale Stahlrohr Design von De Stijl entdeckt worden war. Im Bauhaus konnten Künstler, Bildhauer, Architekten, Designer und Handwerker auf bis dahin unbekannte Weise zusammenarbeiten und so den Bauhausstil in verschiedenste Richtungen weiterentwickeln. Dabei stellten sich die Entwürfe der Bauhaus-Design-Möbel der Aufgabe, funktionellen Ansprüchen sowie einer fortschrittlichen industriellen Serienproduktion gerecht zu werden.

Bauhausmöbel als Insignien gehobenen Wohnstandards

Diese Stahlrohrmöbel waren nie ein billiges Massenprodukt; schon im Berlin der 20er-Jahre waren die damals noch nicht als „Designermöbel“ bezeichneten Einrichtungsgegenstände aus dem Bauhaus vornehmlich in wohlsituierten Milieus wie Ärzten, Juristen, Wissenschaftlern oder Unternehmern, die mit auffälligen Leuchten, großen Schreibtischen und voluminösen Sofas ihren Status demonstrierten, zu finden - und bis heute gelten Bauhausmöbel als Insignien eines gehobenen Wohnstandards.

100 Jahre Bauhaus

Anlässlich des 100. Jubiläums des Bauhaus' finden im Jahr 2019 zahlreiche themenspezifische Ausstellungen und Feierlichkeiten statt. Das Bauhaus ist auch 100 Jahre nach seiner Gründung präsent und maßgebend.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema "Bauhaus"

Was ist das Besondere am Bauhaus Dessau?

Das Bauhaus Dessau ist bekannt für seine moderne Architektur, klare Formen, funktionales Design und als Zentrum der einflussreichen Bauhaus-Kunstschule.

Warum ist das Bauhaus nach Dessau gezogen?

1925 zog das Bauhaus nach Dessau, unterstützt von der Stadt. Walter Gropius entwarf das neue Gebäude.

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