Die Nabelschnur verbindet Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Nach der Geburt wird sie durchtrennt, und es bleibt ein Nabelstumpf zurück, der austrocknet und abfällt. Eine besondere Pflege ist in dieser Zeit unerlässlich. Dieser Artikel bietet wertvolle Tipps zur Nabelpflege Ihres Neugeborenen und beleuchtet verschiedene Aspekte rund um den Bauchnabel nach der Geburt.
Die Nabelschnur und ihre Durchtrennung
Die Nabelschnur versorgt das Baby im Mutterleib mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Nach der Geburt wird sie in der Regel erst dann durchtrennt, wenn sie nicht mehr pulsiert. Dies kann dazu beitragen, dass eine wichtige Blutmenge zum Kind fließt und sich positiv auf den Eisenspiegel auswirkt. Die Nabelschnur wird an zwei Stellen abgeklemmt und in der Mitte durchgeschnitten. Da sich in der Nabelschnur keine Nerven befinden, spüren das Baby und die Mutter dies nicht.
Nach dem Durchtrennen wird eine Nabelklemme angebracht. Sobald der Nabel nicht mehr blutet und etwas eingetrocknet ist, wird die Klemme entfernt. Dies geschieht normalerweise innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt. Zurück bleibt der sogenannte Nabelstumpf.

Der Nabelstumpf: Pflege und Abfallen
Der Nabelstumpf trocknet, schrumpft und verhärtet in den folgenden Tagen weiter. Seine Farbe kann sich dabei von Gelb zu Bräunlich-Schwarz ändern. Normalerweise fällt der Nabelstumpf innerhalb von zehn Tagen ab. Nachdem der kleine Stumpf abgefallen ist, ist die darunterliegende Haut meist verheilt. Gelegentlich kann die Stelle noch etwas rau sein oder geringfügig Flüssigkeit austreten.
Offene Nabelpflege ist die heute bevorzugte Methode. Dabei liegt der Nabelstumpf frei. Es ist wichtig, den Nabelbereich sauber und trocken zu halten und viel Luft an den Stumpf zu lassen, um Reibung durch die Windel zu vermeiden. Wenn der Stumpf abgefallen ist, kann die Stelle kurzzeitig leicht bluten, was in der Regel normal ist.
Wann ärztlichen Rat einholen?
Sollte die Blutung nach dem Abfallen des Stumpfes stärker sein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Ebenso sollte bei einer ungewöhnlich langen Abfallzeit des Nabelschnurrestes (länger als zehn Tage) ein Kinderarzt oder eine Hebamme kontaktiert werden, da dies auf eine Infektion oder eine Störung des Immunsystems hindeuten könnte.
Nabelpflege: Worauf Eltern achten sollten
Die Nabelpflege beginnt ab dem ersten Lebenstag. Das Wichtigste ist die Hygiene: Vor jeder Pflegehandlung sollten die Hände gründlich gewaschen werden, um eine Infektion der noch heilenden Wunde zu vermeiden.
Wichtige Pflegetipps:
- Hände waschen: Immer vor der Nabelpflege gründlich die Hände waschen.
- Keine unnötigen Produkte: In der Regel sind keine Desinfektionsmittel, Tinkturen oder Puder erforderlich, es sei denn, eine Hebamme rät dazu.
- Sauber und trocken halten: Den Nabelstumpf möglichst an der Luft trocknen lassen. Kontakt mit Wasser, Salben oder ähnlichem sollte vermieden werden.
- Regelmäßige Kontrolle: Den Nabelstumpf bei jedem Windelwechsel kontrollieren, besonders wenn Stuhl oder Schmutz darauf gelangt ist.
- Nicht selbst eingreifen: Den Nabelstumpf niemals mit den Fingern abzulösen versuchen. Er fällt von selbst ab.

Nabelpflege nach Abfall des Nabelstumpfes
Nachdem der Nabelstumpf abgefallen ist, kann die Stelle noch etwas nässen oder sich rau anfühlen. Das Wichtigste ist, den Bereich weiterhin trocken und sauber zu halten, damit sich die Haut regenerieren kann. Sollte die Haut nicht bald vollständig verheilt sein, ist ein Arztbesuch ratsam.
Es ist wichtig, das Aussehen des Nabels nicht beeinflussen zu wollen. Versuche, den Nabelbereich mit Münzen, Verbänden oder Binden abzudecken, um sein Aussehen zu verändern, sind nicht nur wirkungslos, sondern können auch zu zusätzlichen Reizungen führen. Die Form des Nabels ist genetisch bedingt.
Besonderheiten beim Wickeln und Baden
Wickeln:
Solange der Nabelschnurrest noch vorhanden ist, sollte die Oberseite der Windel nach unten geklappt werden, um Reibung am Nabelstumpf zu vermeiden. Das Wickeln bietet gleichzeitig eine gute Gelegenheit zur Kontrolle und gegebenenfalls sanften Reinigung des Nabelbereichs.
Baden:
Das erste "richtige" Babybad sollte idealerweise erst stattfinden, nachdem der Nabelschnurrest abgefallen und der Nabel gut verheilt ist. Zwei- bis dreimal pro Woche ist in der Regel ausreichend. Während des Badens kann die Haut um den Stumpfbereich vorsichtig mit einem feuchten Wattebausch gereinigt werden, wobei darauf geachtet werden muss, dass der Stumpf selbst nicht nass wird.
Meine Babypflege Basics | Baby waschen, Baby wickeln, Nabelpflege
Mögliche Komplikationen und Alarmsignale
Obwohl Komplikationen bei der Nabelpflege selten sind, ist Umsicht geboten. Achten Sie auf folgende Alarmsignale und ziehen Sie bei deren Auftreten einen Arzt hinzu:
- Bluten aus dem Bauchnabel.
- Schmerzreaktion des Neugeborenen bei Berührung des Stumpfes.
- Austritt von gelbem, schlecht riechendem Eiter aus dem Nabelstumpf.
- Rötung und Schwellung im Bereich um den Bauchnabel ohne erkennbaren Grund.
Hautrötungen können auch durch Irritation des Stumpfes oder der Nabelklemme entstehen. Wenn die Rötung nach Entfernen des Stumpfes oder der Klemme nicht abklingt oder sich ausbreitet, ist ärztlicher Rat einzuholen.
Spezifische Komplikationen:
Nabelgranulom:
Nach dem Abfallen des Nabelstumpfes kann sich ein rötlicher, feuchter Knoten oder eine Knötchenbildung am Nabelgrund bilden. Dies wird als Nabelgranulom bezeichnet und ist eine gutartige Gewebeveränderung, die auch als "wildes Fleisch" bekannt ist. Sie verursacht keine Schmerzen. Wenn das Granulom größer wird, weiter nässt und sich nach einer Woche keine Besserung zeigt, sollte ein Arzt das Neugeborene untersuchen. Die Behandlung kann mit Silbernitrat erfolgen, um das überschüssige Gewebe zu veröden, oder mit Hausmitteln wie Meersalz oder speziellem Nabelpflege-Puder, um den Heilungsprozess zu unterstützen und den Nabel trocken zu halten.

Nabelbruch (Nabelhernie):
Ein Nabelbruch tritt auf, wenn sich der Bauchnabel beim Schreien nach außen wölbt. Dies geschieht durch ein kleines Loch in der Bauchdecke, durch das Gewebe hervortreten kann. Nabelbrüche sind bei etwa 5-10 % der Kinder im ersten Lebensjahr zu beobachten und bilden sich meist von selbst zurück. Sie sind in der Regel harmlos, können sich aber beim Schreien vergrößern und hart werden. Sollten sich innere Organe durch die Bruchspalte einklemmen, ist schnelles Handeln und gegebenenfalls eine Operation erforderlich.
Der Bauchnabel nach der Geburt: Verfärbungen und Veränderungen
Manche Eltern berichten von dunklen Verfärbungen des Bauchnabels oder einer dunklen Linie (Linea Negra) nach der Geburt. Diese Verfärbungen sind oft hormonell bedingt und können nach einigen Monaten von selbst verschwinden. In einigen Fällen kann die Verfärbung durch sorgfältige Reinigung nachlassen.
Auch die Form des Bauchnabels kann sich verändern. Ein nach innen gestülpter Nabel kann sich während der Schwangerschaft flach dehnen. Nach der Geburt können Schmerzen bei Druck auf den Bauchnabel auftreten, oder es kann sich ein Loch im Bereich des Nabels bilden. Diese Veränderungen sind oft Teil des natürlichen Rückbildungsprozesses. Bei anhaltenden Schmerzen, starken Blutungen, auffälligem Geruch oder anhaltenden Wölbungen sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden.
tags: #bauchnabel #schwarz #nach #geburt