Die Marke Nania bietet eine breite Palette an Kindersitzen, die sich durch ein konsequentes Niedrigpreis-Konzept auszeichnen. Das Unternehmen "Kids im Sitz" stellt diese Sitze mit dem Ziel her, junge Eltern im Niedrig- und Mittelpreissegment anzusprechen. Die Produktpalette ist übersichtlich und nach der aktuellen Zulassungsnorm UN ECE Reg. 44/04 unterteilt. Nania-Kindersitze sind oft bei Discountern und in Baumärkten erhältlich und werden mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis beworben.
Nania-Kindersitze im Test-Spiegel: Sicherheit und Qualität
In Verbraucherschutztests, wie denen des ADAC und der Stiftung Warentest, sind Nania-Sitze meist im qualitativen Mittelfeld zu finden. Viele Sitze erhalten die Note "befriedigend", was sie als empfehlenswert einstuft. Dennoch gibt es auch kritische Punkte, die mit der Niedrigpreisstrategie zusammenhängen.
Nania Racer SP: Ein viel diskutierter Sitz
Der Nania Racer SP, ein Kindersitz der Gruppe I/II/III für Kinder von ca. 1 bis 12 Jahren, wird in verschiedenen Foren und Tests immer wieder thematisiert. Einerseits wird er für seinen günstigen Preis und als Zweitsitz gelobt, andererseits gibt es Kritikpunkte bezüglich Komfort und Sicherheit.
Erfahrungsberichte von Nutzern
Einige Eltern berichten von positiven Erfahrungen mit dem Nania Racer SP. Sie loben die einfache Handhabung der Gurte, die sich gut festziehen lassen, und die gute Verarbeitung. Ein Nutzer ist "super zufrieden" und betont, dass man nicht immer auf Markensitze setzen muss, sondern auch nach Bauchgefühl kaufen kann.
Andere Nutzer teilen jedoch auch Bedenken. Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist die begrenzte Platzgröße für größere Kinder. Zudem wird die Kopfstütze als relativ hoch beschrieben, was den Sitz für sehr kleine Kinder (unter 8 Monaten oder mit geringer Körpergröße) ungeeignet machen kann. Die Nackenstütze lässt sich nicht weit nach unten verstellen, und die Sicht für das Kind nach außen kann beeinträchtigt sein.
Die Polsterung wird von einigen als hart empfunden, und die Beinauflage als unbequem. Das Anschnallen des Kindes wird von manchen als aufwendig beschrieben, und die Gurte können sich leicht verdrehen, wenn man nicht sorgfältig vorgeht. Eine zentrale Verstellung der Gurte, wie bei anderen Herstellern üblich, fehlt.
Eine Nutzerin berichtet, dass der Nania Racer SP für ihr 17 Monate altes Kind mit ca. 11,5 kg und 85 cm Körpergröße gerade so passend sei, und empfiehlt ihn daher eher als Zweit- oder Dritt-Sitz für seltenen Gebrauch.
ADAC und Stiftung Warentest Urteile zum Nania Racer SP
Im ADAC-Test erhielt der Nania Racer SP ein "befriedigend". Die Belastungswerte im Frontcrash wurden als erhöht, im Seitencrash als durchschnittlich eingestuft. Der Gurtverlauf wird als ungünstig bewertet, und der Sitz lässt sich nur schwer mit dem Fahrzeug verbinden. Die Gefahr der Fehlbedienung wird als gering eingeschätzt, die Bedienungsanleitung und Warnhinweise sind aber leicht verständlich. Der Sitz ist sehr leicht, bietet aber einen geringen Platzbedarf im Auto. Die Polsterung ist dünn, und die Sitzposition nicht optimal. Die Sicht nach außen ist für das Kind beeinträchtigt, und die Schadstoffbelastung ist gering erhöht. Der Bezug ist leicht zu entfernen, aber nur Handwäsche ist möglich.
Ein anderer Testbericht des ADAC hebt hervor, dass der Nania Racer SP (Gruppe I/II/III, 1-12 Jahre) mit 54 Euro als "befriedigend" eingestuft wurde und damit noch empfehlenswert ist. Jedoch zerbricht die Sitzschale des Nania Safety Paris SP (bis 18 kg) beim Frontalaufprall.
Besonders kritisch wird der Nania Racer SP in einem anderen Kontext erwähnt: Er biete größeren Kindern zu wenig Platz und die Belastungswerte im Frontalaufprall seien nur mittelmäßig. Das Einbauen und Anschnallen wird als durchschnittlich bewertet.

Weitere Nania-Sitze im Test und Vergleich
Der Nania Beone SP, eine Babyschale, ist das einzige Produkt, das im Test mit der Gesamtnote "gut" bewertet wurde. Sie ist sehr leicht und überzeugt bei den Crashtests. Dies gilt jedoch nicht für die anderen Gewichtsklassen.
Der Nania Cosmo SP Isofix (Gruppe I) erhielt von der Stiftung Warentest das Urteil "befriedigend". Er bietet im Frontaufprall nur "ausreichend" Schutz, und Einbau sowie Anschnallen sind etwas aufwendig. Die Polsterung wird als hart beschrieben.
Der Nania I-Max SP (Gruppe I/II/III) wurde ebenfalls mit "befriedigend" bewertet. Er ist ein großer Kindersitz für Kinder von ca. 4 bis 12 Jahren.
Der Nania Befix SP (Gruppe II/III) wird als "gut" bewertet und gilt als überzeugend in den Bereichen Sicherheit, Bedienung, Schadstoffe und Verarbeitung.
Der Nania Starter SP (Gruppe II/III) fiel aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung mit "mangelhaft" durch.
Der Nania Beline SP (mitwachsender Kindersitz bis ca. 12 Jahre) zeigte leichte Schwächen im Frontaufprallschutz, obwohl die Werte für Seitenaufprall und Sitzkonstruktion gut waren. Der Einbau und das Anschnallen wurden als "aufwendig" bewertet.
Der Nania R-Way SP (mit Isofix) und der Nania Dream Fix SP zeigten ebenfalls nur durchschnittliche oder mittlere Sicherheitsniveaus im Crashtest.
Gefahren bei günstigen Kindersitzen
ADAC und Stiftung Warentest haben bei einer Stichprobe von zehn Kindersitzen im unteren Preissegment (unter 70 Euro) erschreckende Ergebnisse erzielt. Sechs der zehn Modelle wurden als "mangelhaft" eingestuft. In einigen Fällen rissen Rückenlehnen, Gurte brachen oder die Schadstoffbelastung war sehr hoch. Diese Testergebnisse zeigten, dass gerade bei sehr günstigen Sitzen Vorsicht geboten ist.
Besonders besorgniserregend ist, dass Sitze, die in der Vergangenheit als "mangelhaft" bewertet wurden, unter neuem Namen wieder auf den Markt kommen. Der ADAC rät daher, Angaben im Versandhandel kritisch zu hinterfragen und nur als empfehlenswert getestete Produkte zu kaufen.
Ein weiteres Problem bei "mitwachsenden" Modellen ist, dass bei wachsenden Kindern die Rückenlehne abgenommen werden muss, wodurch nur noch ein einfacher Sitzerhöher übrig bleibt, der keinen ausreichenden Seitenaufprallschutz bietet.
Nania Kindersitz Cosmo SP LX - Smyths Toys Superstores Deutschland
Befestigung von Nania-Kindersitzen im Auto
Die meisten Nania-Kindersitze werden mit dem Fahrzeug-Erwachsenengurt gesichert. Isofix-Modelle sind eher die Ausnahme. Selbst der Reboarder Nania Revo 360° ist ein gurtmontiertes Modell. Bei der Montage ist es wichtig, auf einen strammen Sitz des Gurtsystems zu achten, insbesondere bei den kleineren Größen. Die Höhe des Gurtzeugs sollte mehrfach verstellbar sein; bei modernen Sitzen passt sich dies oft automatisch an, wenn die Kopfstütze verstellt wird.
Manche Sitze stehen stabiler im Fahrzeug, wenn die Fahrzeugkopfstütze entfernt oder nach hinten gerichtet wieder eingesetzt wird. Dies kann auch helfen, die Rastung der Kopfstütze zu verbessern, die bei manchen Modellen als zu schwach ausgeführt gilt.
Fazit zu Nania-Kindersitzen
Nania-Kindersitze bieten eine preisgünstige Alternative zu teureren Markenprodukten und sind oft für den gelegentlichen Gebrauch oder als Zweitsitz eine Option. Sie decken alle Alters- und Gewichtsklassen ab und sind in der Regel gut verarbeitet. Allerdings muss man bei vielen Modellen Kompromisse in Bezug auf Komfort, Platzangebot und teilweise auch Sicherheit eingehen. Die Testergebnisse des ADAC und der Stiftung Warentest zeigen, dass gerade im günstigen Preissegment die Sicherheit stark variieren kann. Es ist ratsam, sich vor dem Kauf über aktuelle Testergebnisse zu informieren und idealerweise eine Fachberatung in Anspruch zu nehmen.
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