Aromatisierter Tee für Kleinkinder: Gesundheitliche Aspekte und Empfehlungen

Die Frage, ob und welche Tees für Kleinkinder geeignet sind, beschäftigt viele Eltern. Während Wasser als ideale Flüssigkeitsquelle gilt, suchen Eltern oft nach gesunden Alternativen, um die Flüssigkeitsaufnahme ihrer Kinder zu fördern und den Geschmackssinn zu erweitern. Insbesondere aromatisierte Tees und Früchtetees stehen dabei im Fokus, da sie oft als kindgerechter wahrgenommen werden.

Risiken und Bedenken bei Baby- und Kindertees

Eine Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" deckte im Februar 2017 besorgniserregende Ergebnisse bezüglich bestimmter Baby- und Kräutertees auf. In fünf von 17 getesteten Produkten wurden sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachgewiesen. Diese pflanzlichen Gifte können in hoher Dosierung akut zu Leberschädigungen führen. Im Tierversuch haben sich bestimmte PA als krebserregend und erbgutschädigend erwiesen.

Besonders alarmierend war, dass der am stärksten belastete Tee ein Produkt aus der Apotheke war, der Sidroga Säuglings- und Kindertee. Die Belastung dieses Tees erreichte sogar den Richtwert des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), der für Erwachsene auf Dauer nicht überschritten werden sollte. Alle fünf belasteten Tees waren Bio-Produkte. Sidroga nahm die betroffene Charge nach dem Test aus dem Handel.

Kinderärzte und Ernährungsexperten betonen, dass gerade Säuglinge und Kleinkinder aufgrund ihres empfindlichen Organismus besonders gefährdet sind. "Deshalb haben die PAs in Babytees überhaupt nichts verloren", zitiert der Artikel den Kinder-Gastroenterologen Prof. Dr. med. Klaus-Michael Keller.

Obwohl bereits 2013 das BfR in einzelnen Tees hohe PA-Werte ermittelte und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor den Langzeitfolgen von PA warnt, gab es lange Zeit keine gesetzlichen Grenzwerte für diese Stoffe in Tees. Pyrrolizidinalkaloide stammen oft aus Pflanzen wie dem Jakobskreuzkraut, das als Unkraut zwischen den Teekräutern wachsen kann.

Infografik: Pyrrolizidinalkaloide (PA) - Was Eltern wissen müssen

Gesetzliche Regelungen und aktuelle Situation

Die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten haben sich mit der Verordnung (EU) 2020/2040 mit Wirkung seit dem 1. Juli 2022 für bestimmte Lebensmittel, darunter Tee und Kräutertee, auf Höchstgehalte für Pyrrolizidinalkaloide geeinigt. Die Übergangsfrist für den Verkauf bereits verpackter Ware lief 2024 aus. Dennoch wird Eltern empfohlen, bis zur vollständigen Minimierung der PA-Gehalte seitens der Lebensmittelunternehmer ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees anzubieten.

Was bedeutet "aromatisierter Tee" und welche Tees sind für Kinder geeignet?

Die Unterscheidung zwischen richtigem Tee und teeähnlichen Erzeugnissen ist wichtig. Früchtetee ist im Grunde kein Tee, sondern ein Aufguss aus anderen Pflanzen. Wenn Früchte durch Aromen ergänzt oder ersetzt werden, spricht man von aromatisiertem Früchtetee. Diesem werden oft auch Zucker zugesetzt, was ihn für Kinder ungeeignet macht.

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ergab, dass von 76 getesteten aromatisierten, losen Früchtetees fast alle Aromen enthielten, 25 Prozent sogar zugesetzten Zucker. Während Bio-Früchtetees oft mit der natürlichen Süße von Früchten auskommen, enthielten 21 Tees gezuckerte oder kandierte Früchte. Neben Zucker wurden auch Aromastoffe aus dem Labor zugesetzt, die zwar nicht gesundheitsschädlich sind, aber zu einer Gewöhnung an intensive Geschmacksrichtungen führen können.

Empfehlenswerte Teesorten für Kinder

Experten raten generell dazu, dass Kinder im besten Fall nichts anderes als Wasser trinken sollten. Wenn jedoch Alternativen gesucht werden, gibt es einige teeähnliche Getränke, die bedenkenlos angeboten werden können:

  • Ungesüßter Früchtetee (ab dem 7. Monat): Hagebutten- und Hibiskustee können eventuell zu sauer sein.
  • Rooibostee: Dieser Tee, auch als Rotbuschtee bekannt, gilt als sehr gut verträglich für Kinder und Babys. Er ist von Natur aus koffeinfrei, reich an Antioxidantien und hat einen milden, leicht süßen Geschmack. Beim Kauf sollte auf Schadstofffreiheit und idealerweise eine Altersempfehlung geachtet werden. Bio-Tees aus kontrolliertem Anbau sind eine gute Wahl.
  • Kräutertee (bei Bedarf, nicht täglich): Tees wie Fenchel, Kümmel, Anis, Melisse, Salbei und Kamille können bei Bedarf gegeben werden. Sie sind koffeinfrei und können beruhigende oder verdauungsfördernde Eigenschaften haben.

Tees, die für Kinder eher ungeeignet sind

  • Tee mit Zucker oder Aromen: Zucker schadet den Zähnen und kann zu Übergewicht führen. Künstliche Aromen können die Gewöhnung an intensive Geschmäcker fördern.
  • Koffeinhaltige Tees: Schwarztee, Grüntee und Matetee enthalten Koffein, das sich auf den noch entwickelnden kindlichen Organismus stärker auswirken kann als auf Erwachsene.
  • Pfefferminztee: Kann die Magenschleimhaut reizen und sollte daher nur bedingt oder nach Rücksprache mit einem Arzt gegeben werden.

Illustration: Verschiedene Teesorten - welche sind für Kinder geeignet?

Worauf Eltern beim Teeangebot achten sollten

Altersempfehlung: Während es kein festes Mindestalter gibt, empfehlen viele Experten, mit der Einführung von Tee zu warten, bis das Kind mindestens 7 Monate alt ist, insbesondere bei Kräuter- und Früchtetees. Bei stark aromatisierten Tees oder solchen mit potenziellen Reizstoffen ist Vorsicht geboten.

Zusatzstoffe: Achten Sie auf Tees ohne zugesetzten Zucker und ohne künstliche Aromen. Natürliche Aromen sind zwar nicht gesundheitsschädlich, können aber ebenfalls zu einer Geschmackspräferenz für Intensives führen.

Qualität und Herkunft: Bevorzugen Sie Tees aus kontrolliert biologischem Anbau. Achten Sie auf Siegel, die Schadstofffreiheit garantieren.

Zubereitung: Kräuter- und Früchtetees sollten je nach Sorte zwischen 5 und 10 Minuten ziehen. Verwenden Sie für Säuglinge und Kleinkinder abgekochtes Wasser. Der Tee kann warm oder kalt angeboten werden, je nach Vorliebe des Kindes.

Abwechslung: Bieten Sie Ihren Kindern eine Vielfalt an Getränken an, um den Geschmackssinn zu schulen und einseitige Gewohnheiten zu vermeiden. Wasser sollte immer die Hauptflüssigkeitsquelle bleiben.

Allergien: Wie bei jedem neuen Lebensmittel sollten Tees zunächst in kleinen Mengen angeboten werden, um mögliche allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auszuschließen.

Pestizidrückstände: Insbesondere bei Grüntees können Pestizidrückstände ein Problem darstellen. Für aromatisierte Tees gibt es keine gesetzlichen Höchstmengen für Pestizide. Abwechslungsreiches Trinken hilft, Risiken durch Schadstoffe zu minimieren.

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