Abendbrei einführen: Vielfalt und Wechsel bei Getreidebrei für Babys

Die Einführung von Beikost ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung eines Babys. Nach dem Mittagsbrei folgt oft der Abendbrei, der speziell darauf ausgelegt ist, das Kind für die Nacht zu sättigen. Dabei stellen sich Eltern häufig Fragen bezüglich der Einführung, der Zusammensetzung und des Wechsels von verschiedenen Breisorten.

Der richtige Zeitpunkt und die Einführung des Abendbreis

Der Abendbrei wird in der Regel als zweite Beikostmahlzeit eingeführt, typischerweise etwa einen Monat nach der erfolgreichen Einführung des Mittagsbreis. Die meisten Babys sind zwischen dem 4. und 6. Monat bereit für feste Nahrung, was sich durch Beikostreifezeichen wie Interesse an Essen und den Verlust des Zungenstreckreflexes zeigt. Wenn der Mittagsbrei gut angenommen wird, kann der Abendbrei im Alter von etwa 6 bis 8 Monaten gestartet werden.

Beim Einführen des Abendbreis kann, ähnlich wie beim Mittagsbrei, zunächst mit kleinen Portionen begonnen und die Menge schrittweise gesteigert werden. Einige Eltern berichten jedoch, dass Babys den Abendbrei aufgrund seiner süßeren Konsistenz (durch die Milch und optional Obst) oft schneller und in größeren Mengen aufnehmen als den Mittagsbrei.

Illustration eines Babys, das mit Genuss Abendbrei isst.

Zusammensetzung und Zubereitung des Abendbreis

Der Abendbrei besteht typischerweise aus einer Kombination von Milch und Getreide, was ihn besonders sättigend macht. Als Getreidebasis eignen sich verschiedene Sorten wie Haferflocken, Hirseflocken, Dinkelflocken oder Weizengrieß. Es wird empfohlen, Getreideprodukte aus der Babyabteilung zu verwenden, da diese speziell auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt und leicht verdaulich sind.

Als Flüssigkeit für den Brei können Vollmilch (pasteurisiert, mit einem Fettgehalt von 3,5%), abgepumpte Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung (1er-Nahrung) verwendet werden. Folgemilch (2er oder 3er) wird aufgrund des zugesetzten Zuckers und geringeren Nährstoffgehalts meist nicht empfohlen. Auch Wasser kann zum Aufkochen des Getreides verwendet werden, wobei dann nachträglich Milch zugegeben wird. Pflanzendrinks sind für Babys generell nicht empfehlenswert.

Um den Brei anzureichern und den Nährwert zu erhöhen, kann eine Vitamin-C-Quelle wie Obstbrei hinzugefügt werden. Klassiker sind pürierte oder geriebene Äpfel und Birnen. Von der Zugabe von Bananen direkt nach dem Kochen wird abgeraten, da sie bei manchen Babys Verstopfung verursachen kann und den Brei sehr süß macht, was die Akzeptanz anderer Obstsorten beeinträchtigen könnte.

Grundrezept für Milch-Getreide-Brei:

  • 120 ml Milch (Vollmilch, Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung)
  • 2 Esslöffel Getreideflocken (z.B. Hafer, Hirse)
  • Optional: ca. 1/2 pürierte Birne oder ein kleiner Teil Apfelmus

Die Getreideflocken werden mit der Flüssigkeit in einem Topf aufgekocht und unter Rühren eingedickt, bis die Flocken weich sind. Nach dem Abkühlen auf ca. 36°C kann gegebenenfalls Obst hinzugefügt werden.

Infografik mit den verschiedenen Getreidesorten, die für Babybrei geeignet sind, mit kurzen Beschreibungen ihrer Vorteile.

Geeignete Getreidesorten im Überblick:

  • Hafer: Reich an Eisen und Ballaststoffen, gut verwertbar.
  • Hirse: Glutenfrei, mineralstoffreich, gut für Knochen und Bindegewebe.
  • Weizen: Besonders als Weizengrieß gut geeignet, sättigend.
  • Dinkel: Leicht nussiger Geschmack, enthält Mineralstoffe und Vitamine.
  • Reis: Glutenfrei, stärkereich, aber fett- und eiweißarm.

Wechsel und Abwechslung beim Abendbrei

Eine häufig gestellte Frage ist, ob und wie oft der Abendbrei gewechselt werden darf. Grundsätzlich gibt es keine festen Empfehlungen, wie oft die Sorte oder Marke des Abendbreis gewechselt werden muss. Sobald ein Baby den ersten Brei gut verträgt, ist es sinnvoll und erwünscht, Abwechslung zu bieten.

Sie können ruhig jeden Tag einen anderen Milchbrei reichen, um Ihrem Kind die Vielfalt der Lebensmittel näherzubringen und sein Geschmacksempfinden zu schulen. Dies ist eine gute Voraussetzung für ein ausgewogenes Ernährungsverhalten bis ins Erwachsenenalter. Das Wechseln zwischen verschiedenen Varianten (z.B. Gläschen, Pulver zum Anrühren mit Wasser oder Milch) und Marken ist ebenfalls möglich und erlaubt.

Es ist wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben des Kindes zu achten. Manche Babys bevorzugen eine bestimmte Konsistenz, andere reagieren empfindlicher auf neue Geschmäcker. Experimentieren Sie mit verschiedenen Obstsorten, Gewürzen (wie Zimt oder Vanille in Maßen) und passen Sie die Konsistenz des Breis an.

Bei der Einführung neuer Zutaten ist es ratsam, diese einzeln zu testen und auf mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten zu achten. Da Babys Aromen intensiver wahrnehmen als Erwachsene, sollten neue Geschmacksrichtungen behutsam eingeführt werden.

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Selbstgemachter Brei vs. Fertigbrei

Sowohl selbst zubereitete Breie als auch Fertigprodukte aus dem Handel können eine gute Option sein. Selbstgemachter Brei gibt Ihnen die volle Kontrolle über die Zutaten und den Zuckergehalt. Fertigbreie, insbesondere die aus Gläschen, können praktisch für unterwegs sein.

Beim Kauf von Fertigbreien ist es jedoch ratsam, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen. Einige Produkte können einen hohen Zuckeranteil aufweisen, der für Babys nicht ideal ist. Breie, die nur mit Wasser angerührt werden und Folgemilch enthalten, sind oft weniger empfehlenswert als solche, die mit Säuglingsanfangsnahrung oder Kuhmilch zubereitet werden.

Besonderheiten bei Allergien und Unverträglichkeiten

Bei Babys mit Kuhmilcheiweißallergie oder anderen Unverträglichkeiten wird der Abendbrei mit der verordneten therapeutischen Nahrung oder einer alternativen Flüssigkeit wie Wasser und gegebenenfalls spezieller Säuglingsnahrung (z.B. Neocate) zubereitet. Hier ist eine enge Absprache mit dem Kinderarzt oder einer Ernährungsberatung unerlässlich.

Schema, das die empfohlene Einführung von Beikostzeiten im ersten Lebensjahr zeigt, inklusive Abendbrei.

Generell gilt: Das Wichtigste ist, auf das eigene Baby zu hören und auszuprobieren, was ihm am besten schmeckt und bekommt. Die Einführung des Abendbreis ist eine spannende Phase, in der Geduld und Flexibilität Eltern und Kind helfen, gemeinsam einen Weg zu finden.

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