Die Querlage bezeichnet eine Position des Babys in der Gebärmutter, bei der sich die Längsachse des Kindes quer zur Längsachse der Mutter befindet. Dies ist eine seltene Lageanomalie, die besondere Aufmerksamkeit während der Schwangerschaft und Geburt erfordert. In den meisten Fällen nehmen Babys gegen Ende der Schwangerschaft eine Schädellage ein, bei der der Kopf nach unten und der Po nach oben gerichtet ist. Eine andere häufige Position ist die Steißlage, bei der das Baby mit dem Kopf nach oben und dem Steiß nach unten liegt. Die Querlage ist deutlich seltener und tritt nur bei einem kleinen Prozentsatz der Schwangerschaften auf.
Was bedeutet Querlage?
Von einer Querlage (englisch: transversal lie) spricht man, wenn die Körperhauptachse des Kindes einen rechten Winkel mit der der Mutter bildet. Dabei liegt das Kind waagerecht im mütterlichen Bauch. Eine verwandte Position ist die Schräglage (englisch: oblique lie), bei der die Körperhauptachsen des Kindes und der Mutter einen spitzen Winkel bilden. Eine Schräglage gilt als instabil und tendiert dazu, sich unter dem Einfluss der Wehentätigkeit in eine Längs- oder Querlage zu verändern.
Die Diagnose einer Querlage wird in etwa 0,3 bis 0,6 Prozent aller Geburten gestellt. Die Inzidenz dieser Lageanomalie steigt jedoch mit der Anzahl vorangegangener Geburten (Parität) an. Bei Frauen, die bereits mehr als viermal geboren haben, ist eine Querlage zehnmal häufiger anzutreffen. Auch bei Frühgeburten ist die Rate an Querlagen deutlich erhöht, mit einer Inzidenz von bis zu drei Prozent.
Die Querlage selbst verursacht bei der Mutter keine direkten Symptome. Auffällig kann jedoch eine unregelmäßige Form des Bauches sein. Bei der ärztlichen Untersuchung kann festgestellt werden, dass der Kopf des Babys nicht im Becken liegt.

Ursachen für eine Querlage beim Baby
Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Querlage begünstigen können:
- Erhöhte Beweglichkeit des Babys: Oftmals ist eine große Beweglichkeit des Babys der Grund für die Querlage. Diese kann durch viel Platz in der Gebärmutter bedingt sein, sei es durch eine große Menge Fruchtwasser oder eine schlaffe Gebärmutterwand, beispielsweise nach mehreren vorangegangenen Schwangerschaften.
- Mehrlingsschwangerschaft: Bei Zwillings- oder Drillingsschwangerschaften teilen sich die Babys den begrenzten Platz in der Gebärmutter, was die Drehung in eine Längslage erschweren kann.
- Zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion): Eine übermäßige Menge an Fruchtwasser gibt dem Baby mehr Bewegungsspielraum, was eine Querlage begünstigen kann.
- Fehlbildungen oder Myome der Gebärmutter: Eine von der Norm abweichende Form oder Größe der Gebärmutter sowie gutartige Geschwulste (Myome) können den Platz einschränken und das Baby in eine Querlage drängen.
- Tiefer Sitz der Plazenta (Plazenta praevia): Wenn die Plazenta den Geburtskanal blockiert, kann dies die Wahrscheinlichkeit einer Querlage erhöhen.
- Zu kurze oder verwickelte Nabelschnur: In seltenen Fällen kann eine zu kurze Nabelschnur oder eine Verwicklung der Nabelschnur das Baby daran hindern, sich in die Schädellage zu drehen. Diese Umstände sind im Ultraschall nicht immer erkennbar.
- Enges Becken der Mutter: Ein sehr enges mütterliches Becken kann dazu führen, dass das Baby keinen ausreichenden Platz findet, um sich korrekt zu positionieren.
- Vorangegangene Schwangerschaften: Mit jeder weiteren Schwangerschaft können die Mutterbänder, die Gebärmutterwand und die Bauchmuskeln gedehnter sein, was zu einer geringeren Stabilität des Babys führt. Die Wahrscheinlichkeit einer Querlage ist beim zweiten Kind bis zu dreimal höher und beim vierten Kind zehnmal wahrscheinlicher als bei der ersten Schwangerschaft. Ein gut sitzender Schwangerschaftsgürtel kann hier Abhilfe schaffen.
- Geschlecht des Babys: Statistisch gesehen liegen Jungen häufiger in Querlage als Mädchen.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Faktoren eine Querlage begünstigen können, aber nicht zwangsläufig dazu führen müssen.
Feststellung der Querlage
Die genaue Lage des Kindes wird im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen festgestellt, meist mittels Ultraschall. Die Diagnose einer Querlage kann aber auch durch eine körperliche Untersuchung erfolgen. Der Arzt oder die Hebamme tastet den Bauch ab, um die Position des Fötus zu bestimmen. Dabei können sie den Kopf und den Po des Babys seitlich am Bauch ertasten. Auffällig ist oft auch ein niedrigerer Fundusstand (Abstand zwischen Schambein und oberem Gebärmutterrand) als für die jeweilige Schwangerschaftswoche üblich, da sich die Gebärmutter in die Breite statt in die Höhe ausdehnt.
Bei einer Querlage wird dies im Mutterpass unter „Kindslage“ mit „QL“ vermerkt.
Auch die Mutter kann oft spüren, ob sich ihr Kind in Querlage befindet. Bei einer Querlage werden die Kindsbewegungen häufiger an den Seiten des Bauches wahrgenommen, was als unangenehm empfunden werden kann und zu einem Spannungsgefühl im Bauch führt.

Auswirkungen auf die Geburt
Eine Querlage macht eine natürliche vaginale Geburt in der Regel unmöglich, da das Baby nicht durch den Geburtskanal passt. Das Risiko für Mutter und Kind ist in solchen Fällen zu groß. Wenn das Baby kurz vor den Eröffnungswehen doch noch in die Schädellage wechselt, besteht die Gefahr eines Armvorfalls (auch als „verschleppte Querlage“ bezeichnet). Dabei schiebt sich ein Arm oder eine Schulter des Babys vor den Kopf und kann sich im Geburtskanal verkeilen. Dies kann zu einem Geburtsstillstand oder im schlimmsten Fall zu einem Gebärmutterriss (Uterusruptur) führen.
Ein weiteres Risiko bei einer Querlage ist der Nabelschnurvorfall. Wenn die Fruchtblase platzt, kann die Nabelschnur vor den vorangehenden Teil des Kindes rutschen und abgeklemmt werden, was die Sauerstoffversorgung des Babys beeinträchtigt. Bei einem Blasensprung mit vorliegender Querlage ist es daher wichtig, sofort den Notruf abzusetzen und sich liegend ins Krankenhaus transportieren zu lassen.
Aufgrund dieser Risiken wird bei einer festgestellten Querlage meist rechtzeitig ein primärer Kaiserschnitt (Sectio) geplant.
Was tun bei Querlage?
Auch wenn sich das Baby in der 21. Schwangerschaftswoche in Querlage befindet, besteht in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. Viele Babys drehen sich noch spontan in die richtige Position, auch noch nach der 34. oder sogar 37. Schwangerschaftswoche. Der Platz in der Gebärmutter wird mit fortschreitender Schwangerschaft geringer, was die Drehung in die Schädellage begünstigt.
Es gibt verschiedene Methoden, um das Baby zu einer Drehung anzuregen:
- Gymnastische Übungen: Eine bekannte Übung ist die „indische Brücke“ aus dem Hatha-Yoga. Dabei legst du dich auf den Rücken, stellst die Füße hüftbreit unterhalb der Knie auf und hebst das Becken nach oben. Diese Position, bei der das Becken hochgelagert und die Schultern tiefer liegen, kann dem Baby mehr Platz verschaffen und eine Drehung erleichtern. Auch die Knie-Brust-Position kann hilfreich sein. Es ist ratsam, diese Übungen unter Anleitung einer Hebamme durchzuführen.
- Moxibustion (Moxen): Bei dieser Methode wird ein Akupunkturpunkt an den kleinen Zehen beider Füße mithilfe einer angezündeten Beifußzigarre stimuliert. Dies soll das Baby zur Bewegung animieren.
- Lichtquelle und Geräusche: Manche Babys reagieren auf eine Lichtquelle, die über den Bauch geführt wird, oder auf bestimmte Geräusche, indem sie sich mit dem Kopf dorthin drehen.
- Äußere Wendung: Wenn andere Methoden nicht erfolgreich sind und die Schwangerschaftswoche fortgeschritten ist (oft ab der 37. SSW), kann eine äußere Wendung in einem Krankenhaus versucht werden. Dabei versucht ein erfahrener Arzt oder eine Ärztin, das Baby durch gezielte Griffe von außen in die richtige Position zu drehen. Diese Prozedur birgt jedoch auch Risiken und wird nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Die Erfolgsquote liegt hierbei bei 50 bis 70 Prozent.
- Haptonomie: Durch angeleitete Berührungen der Bauchdecke können Eltern versuchen, eine liebevolle Kontaktaufnahme zum Baby herzustellen und es zum Drehen zu animieren.
Selbst wenn alle Versuche zur Drehung erfolglos bleiben und ein Kaiserschnitt unumgänglich ist, ist dies kein Grund zur Panik. Ein geplanter Kaiserschnitt ist ein Routineeingriff, der die Sicherheit von Mutter und Kind gewährleistet.
Geburtsmediziner Gerhard Ortmeyer führt eine Äußere Wendung durch
Zeitrahmen für die Drehung
Bis zur 34. Schwangerschaftswoche drehen sich die meisten Babys von selbst in die Schädellage. Auch danach ist eine spontane Drehung noch möglich, wenn auch unwahrscheinlicher. In der 40. Schwangerschaftswoche befinden sich nur noch etwa 0,3 bis 0,6 Prozent der Babys in Querlage. Eine Frau, die bereits mehrere Kinder geboren hat, hat eine zehnmal höhere Wahrscheinlichkeit für eine Querlage. Bei Frühgeburten liegt die Inzidenz bei drei Prozent.
Generell gilt: Bis zur 34. SSW sollte man sich wegen einer Querlage keine großen Sorgen machen. Ab der 34. SSW kann man aktiv werden und Übungen zur Förderung der Drehung durchführen. Ab der 37. SSW kann eine äußere Wendung in Erwägung gezogen werden.

Untersuchungen und Überwachung
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um die Lage des Fötus zu überwachen. Bei diesen Terminen werden unter anderem Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um die Position des Babys genau zu bestimmen. In der 21. Schwangerschaftswoche kann ein Organscreening erfolgen, das detaillierte Informationen über die Entwicklung der Organe und die Struktur des Babys liefert. Auch ein 3D-Ultraschall kann für werdende Eltern emotionale Einblicke in das Aussehen ihres Babys ermöglichen.
Sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, können weitere Tests und Maßnahmen eingeleitet werden. Die Interpretation der Ultraschallbilder und die Kommunikation der Ergebnisse durch das medizinische Fachpersonal sind essenziell für die bestmögliche Betreuung.