Im Zeitalter von Instagram und Co. wird oft ein unrealistisches Bild des Körpers nach der Geburt verbreitet. Viele Influencerinnen und Bloggerinnen präsentieren sich makellos und perfekt, was bei Frauen, die gerade ein Kind zur Welt gebracht haben, zu Unsicherheit führen kann. Zwei junge Mütter, die Influencerinnen Nadine Niebrügge (alias Aboutdina) und Kimberly Devlin-Mania (alias die.kim), setzen nun ein starkes Zeichen gegen diesen Schönheitswahn und zeigen ihre After-Baby-Bäuche völlig ungeschönt und authentisch.
Der Kampf gegen Perfektionismus im Netz
Nadine Niebrügge und Kimberly Devlin-Mania sind bekannte Mami-Bloggerinnen, die sich aktiv gegen den vorherrschenden Perfektionismus und Schönheitsdruck in sozialen Medien einsetzen. Mit ihren mutigen und ehrlichen Bildern möchten sie mehr Realität und Natürlichkeit auf Plattformen wie Instagram etablieren. Sie kritisieren, dass viele Körperbilder durch Retusche und Filter manipuliert werden, um vermeintliche Ideale zu schaffen, die mit der Realität wenig zu tun haben.

Ein Foto, das mehr sagt als tausend Worte
Die beiden Mütter veröffentlichten ein gemeinsames Foto ihrer nackten Bäuche, das vier Wochen nach der Entbindung aufgenommen wurde. Auf diesem Bild sind die Spuren der Schwangerschaft deutlich sichtbar: Die Haut ist erschlafft, ein Schwangerschaftsstreifen zieht sich über den Bauch, und Dehnungsstreifen sind deutlich zu erkennen. Niebrügge kommentierte das Bild mit den Worten: „Das sind wir! Unperfekt, zufrieden und glücklich.“
Mit dieser Aktion möchten sie für mehr Offenheit und Akzeptanz sorgen. Niebrügge teilt ihre Gedanken dazu: „Oftmals ist hier mehr Schein als Sein, ich glaube, die Frauen, die nach einer Geburt wieder perfekt aussehen, kann man mit einer Hand abzählen…“
Stolz auf die „Narben“ der Mutterschaft
Kimberly Devlin-Mania, selbst vierfache Mutter, berichtet, dass sie oft Komplimente für ihre Figur erhält, was sie jedoch auf sogenannte „Fettweghosen“ zurückführt. Sie betont, dass ihr Bauch in Wirklichkeit so aussieht, wie auf dem veröffentlichten Bild, und dass dies „völlig okay“ sei. Sie teilt ihre vermeintlichen „Problemzonen“ offen mit ihren Followern und ermutigt dazu, sich selbst zu lieben, denn „so seid ihr perfekt“.
Nadine Niebrügge, zweifache Mutter, teilt diese Ansicht und schreibt: „Ich trage die Narben meiner Kinder mit Stolz auf meinem Bauch.“
Die Wirkung der Aktion: Mehr Follower und Solidarität
Seit der Veröffentlichung des gemeinsamen Postings sind die Followerzahlen von Kimberly Devlin-Mania stark angestiegen. Sie berichtet, dass ihr Account über 120.000 neue Follower gewonnen hat. Die Aktion hat nicht nur die beiden Bloggerinnen populärer gemacht, sondern auch viele andere Frauen dazu ermutigt, zu ihrem Körper zu stehen. Zahlreiche Frauen posten auf Instagram ebenfalls Bilder ihrer Bäuche nach der Geburt, verlinken die beiden Influencerinnen und bedanken sich für deren Mut, um die virale Aktion zu unterstützen.
Prominente Unterstützung und Nachahmer
Auch bekannte Influencerinnen wie anajohnson, novalanalove und kisu haben positiv auf die Beiträge von Niebrügge und Devlin-Mania reagiert und diese mit Likes und aufmunternden Kommentaren bedacht. Die Aktion hat eine Welle der Solidarität und des Verständnisses ausgelöst, die Frauen dazu anregt, ihren eigenen Körper nach der Geburt zu lieben.

Influencerinnen und ihr Umgang mit Mutterschaft
Die Thematik des „Blogger-Baby-Booms“ ist nicht neu. Viele prominente Mode-Influencerinnen wie Chiara Ferragni, Pandora Sykes, Pernille Teisbaek oder Leandra Medine haben in den letzten Jahren Kinder bekommen oder sind schwanger. Ihr Umgang mit der Mutterschaft im öffentlichen Raum variiert stark.
Die Showmasterin vs. die Ehrliche
Chiara Ferragni inszeniert ihre Schwangerschaft und Mutterschaft wie ein aufwendiges Showkonzept, bei dem jeder Schritt minutiös dokumentiert wird. Selbst Fotos aus dem Moment der Entbindung zeigen sie makellos geschminkt und perfekt gestylt. Ihr Freund, der Rapper Fedez, spielt eine zentrale Rolle in dieser inszenierten Lovestory. Kritiker bemängeln, dass diese Inszenierung wenig über Ferragnis tatsächliche Erfahrungen als Mutter verrät.
Im Gegensatz dazu steht Leandra Medine, Gründerin von Man Repeller. Sie ist bekannt für ihre Ehrlichkeit und teilt auch schwierige Aspekte ihres Lebens, wie ihre anfänglichen Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Nach der Geburt ihrer Zwillinge blieb sie ihrem Stil treu und sprach offen über körperliche Herausforderungen wie Kotzattacken, geschwollene Füße und sogar Inkontinenz. Diese Offenheit schafft eine tiefe Verbindung zu ihren Followern.
Weitere Typen von Influencerinnen im Umgang mit Mutterschaft
- Die Lässige (Veronika Heilbrunner): Zeigt eine entspannte Haltung gegenüber ihrer Schwangerschaft und konzentriert sich weiterhin auf Mode, insbesondere auf den „Maternity Style“.
- Die Hunde-Mama (Bryan Grey Yambao): Bezeichnet seinen Hund Bettina Buffé als seine „Tochter“ und genießt seine Mutterrolle, wobei der Hund ihn auf seinen Reisen begleitet.
- Die Fleißige (Pernille Teisbaek): Setzt ihre beruflichen Projekte während und nach der Schwangerschaft fort, um sichtbar zu bleiben und ihre Karriere voranzutreiben.
- Der Coach (Chriselle Lim): Vereint Luxus, Mode und Mutterschaft, indem sie ihre Tochter Chloé mühelos in ihre inszenierten Bilderwelten integriert und Geschäftsbeziehungen mit Kindermarken eingeht.

Authentizität als neuer Trend
Die Aktion von Nadine Niebrügge und Kimberly Devlin-Mania zeigt, dass ein wachsender Wunsch nach Authentizität im Netz besteht. Frauen möchten sich nicht länger mit unrealistischen Schönheitsidealen vergleichen müssen, sondern suchen nach Vorbildern, die ihren eigenen Erfahrungen ähneln. Die ehrlichen Darstellungen von After-Baby-Bäuchen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung und ermutigen Frauen weltweit, ihren Körper nach der Geburt anzunehmen und zu lieben.
Lisa's Alleingeburt beim 1.Kind in Brasilien •Interview•
tags: #2 #bloggerinen #zeigen #babybauch