Sven Hildebrandt: Einblicke in Gynäkologie, Geburtshilfe und pränatale Psychologie

Die Nabelschnur bildet eine entscheidende Brücke von der Plazenta zum ungeborenen Kind. Sie ist verantwortlich für die Versorgung des Kindes mit lebenswichtigen Elementen wie Sauerstoff, Nährstoffen, Immunglobulinen, Hormonen und Mikroorganismen. Bereits in der Plazentarperiode sichert sie die Entwicklung des Fötus.

Zur Geburtseinleitung existiert eine breite Palette an Methoden, die sowohl bei Hebammen, Geburtshelfer:innen als auch bei Schwangeren kursieren. Diese reichen von einfachen Maßnahmen wie Bewegung und Hausmitteln bis hin zu mechanischen Verfahren zur Öffnung des Muttermunds.

Die Vakuumextraktion ist ein gängiges Verfahren in Geburtskliniken und kann in Notfallsituationen für das Kind lebensrettend sein. Dennoch gibt es Fälle, in denen Kinder mit Instrumenten entbunden werden müssen, die brachial erscheinen mögen.

Das biologische System, das Mutter, Plazenta und Kind während der Geburt verbindet, ist hochkomplex und auf eine optimale Funktion ausgelegt.

Die Perspektive des Kindes auf pränatale Erfahrungen, die seinen Charakter prägen können, wurde bisher in wissenschaftlichen, medizinethischen und familienrechtlichen Debatten zur Reproduktionsmedizin nur unzureichend berücksichtigt.

Die Gebärmutter ist ein bemerkenswertes Organ, dessen Muskeln sich im Verborgenen auf eine kurze, aber intensive Höchstleistung während der Geburt vorbereiten, vergleichbar mit einem Orchester, das seine Instrumente für einen Auftritt stimmt.

Ein gerichtlicher Sachverständiger schildert den Ablauf eines Strafverfahrens gegen zwei freiberufliche Hebammen, um daraus wichtige Schlussfolgerungen für seine eigene Arbeit zu ziehen.

Professionelle, die in sogenannten „Helfer-Berufen“ wie der Hebammenarbeit tätig sind, müssen besonderen Wert auf ihre psychische Gesundheit legen. Dies beinhaltet Achtsamkeit für die eigenen Ressourcen und Grenzen sowie Selbsterfahrung.

Die Beratung zur Pränataldiagnostik (PND) birgt besondere Herausforderungen, da sie auf der einen Seite diffusen Ängsten der Eltern begegnet, die für ihr Kind nur das Beste wollen, und auf der anderen Seite konkrete Informationen liefert.

Die Weisheit, dass alles seine Zeit hat, gilt auch für die Reifung der Plazenta. Diese Erkenntnis ist für eine Generation, die biologische Rhythmen steuern möchte, oft schwer zu akzeptieren.

Akademischer und Beruflicher Werdegang von Prof. Dr. Sven Hildebrandt

Seit 2015 ist Prof. Dr. Sven Hildebrandt als Professor für Medizin mit Schwerpunkt Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Hochschule Fulda tätig. Zuvor, von 2013 bis 2015, hatte er eine Vertretungsprofessur für Gynäkologie und Geburtshilfe im Fachbereich Pflege und Gesundheit an derselben Hochschule inne. Seine Lehrtätigkeit erstreckte sich auch auf die Fachhochschule Innsbruck, wo er 2011 einen Lehrauftrag im Masterstudiengang Hebammenwissenschaften hatte.

Prof. Hildebrandt war Präsident der Internationalen Gesellschaft für prä- und perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM) im Jahr 2010 und Gründungspräsident der Dresdner Akademie für individuelle Geburtsbegleitung (DAfiGb) im Jahr 2005. Seine praktische Erfahrung umfasst die Niederlassung als Frauenarzt und die Gründung einer Geburtshaus-, Frauenarzt- und Hebammenpraxis in Bühlau, Dresden, ab 1996. Nach seiner Facharztanerkennung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Jahr 1995 promovierte er 1994 mit seiner Arbeit "Sonographische Bestimmung der Fruchtwassermenge - Aspekte und Methoden" (Cum laude). Seine Facharztausbildung absolvierte er von 1989 bis 1995 am Diakonissenkrankenhaus Dresden, nachdem er 1989 seine Approbation erhielt und 1983 sein Medizinstudium an der Berliner Charité begann. Er wurde am 12. [Monat/Tag nicht spezifiziert] geboren.

Lebenslauf von Prof. Dr. Sven Hildebrandt mit Stationen und Publikationen

Publikationen und Fachbeiträge

Prof. Hildebrandt hat über 50 Beiträge zu Themen aus den Bereichen Frauenheilkunde, Geburtshilfe und pränatale Psychologie veröffentlicht. Zu seinen herausgegebenen Werken zählen:

  • Demut und Staunen - Paradigmensuche in der Geburtshilfe (2006)
  • Der Geburtsstillstand als komplexes Problem der modernen Geburtshilfe (2010)
  • Wurzeln des Lebens - Die pränatale Psychologie im Kontext von Wissenschaft, Heilkunde, Geburtshilfe und Seelsorge (2012)
  • Verborgene Wahrheiten - Der verantwortungsvolle Umgang mit Erinnerungen aus unserer frühesten Lebenszeit (2013)
  • Kaiserschnitt: Zwischen Traum und Trauma, Wunsch und Wirklichkeit (2014)
  • Schwangerschaft und Geburt prägen das Leben (2015)
  • Ich spüre - also bin ich. Bedürfnisse vorgeburtlicher Kinder und ihrer Eltern im Spannungsfeld zwischen geburtskulturellen Entwicklungen, Gesundheitspolitik, Grundrechten, Ethik und Ökonomie (2016)
  • Bindung und Geburt im transgenerationalen Kontext: Geburt als Resilienzfaktor seelischer Gesundheit - Seelische Gesundheit als Resilienzfaktor der Geburt (2017)
  • Geburtshilfe im Wandel: Traumatische Geburtserfahrung als lebenslanger Belastungsfaktor - Gesunde Geburtserfahrung als lebenslange Ressource (2021)

Gemeinsame Veröffentlichungen mit anderen Autoren umfassen unter anderem:

  • Hildebrandt S, Göbel E: Das B-Streptokokken-Problem (2007)
  • Hildebrandt S, Göbel E: Geburtshilfliche Notfälle - vermeiden, erkennen, behandeln (2008)
  • Hildebrandt S, Göbel E: Geburtshilfliche Notfälle - vermeiden, erkennen, behandeln. 2., völlig neu überarbeitete Auflage (2017)
  • Pippir L, König-Bachmann M, Hildebrandt S: Pathophysiologie des Gestationsdiabetes (2015)
  • Pfrepper C, Hildebrandt S et al.: Prophylactic treatment of hereditary severe FVII deficiency in pregnancy (2015)
  • Wieland U, Hildebrandt S: Fehler bei der sonographischen Bestimmung des Schwangerschaftsalters. Frauenarzt 57 (2016) Nr. [Nummer nicht spezifiziert]
  • Wiemer A, Hildebrandt S, Salis B: Freie Wahl des Geburtsortes? (2021)
  • Hildebrandt S, Wilkening A: Indikation oder Ungeduld? Deutsche Hebammen Zeitschrift (2021)

Weitere relevante Publikationen und Beiträge:

  • Hildebrandt S (Hrsg.) (2006): Demut und Staunen - Paradigmensuche in der Geburtshilfe.
  • Hildebrandt S (2008): Die Frau im Spannungsfeld zwischen Lebensentwurf und biologischem Programm. In: Linder R (Hrsg.): Liebe, Schwangerschaft, Konflikt und Lösung - Erkundungen zur Psychodynamik des Schwangerschaftskonfliktes.
  • Hildebrandt S (2010): Hebammen und Geburtshelfer als erste Pädagogen des Kindes. In: Ditz S (Hrsg.): Nichts ist unmöglich - Frauenheilkunde in Grenzbereichen.
  • Hildebrandt S (2015): Zeit „guter Hoffnung“ - Zeit großer Angst. In Hüther G (Hrsg.): Das Geheimnis der ersten neun Monate.
  • Hildebrandt S (2016): Vorwort in: Heinkel BM et al.: Hypno-Birthing.
  • Hildebrandt S (2016): Beziehungsgeleitete Geburtskultur zur Vermeidung Prä- und perinatal erworbener Störungen. In: Evertz K, Janus L, Linder R (Hrsg.): Lehrbuch der pränatalen Psychologie.
  • Hildebrandt S (2019): Ekstase im Geburtserleben - Nachdenken über ein ebenso unerforschtes wie schützenswertes Element der Geburtserfahrung. In: Ensel A, Möst MA, Strack H (Hg): Momente der Ergriffenheit.
  • Hildebrandt S (2019): Vorwort in: Silvia Dürnberger: Deine selbstbestimmte Geburt im Krankenhaus: Wie du für ein gutes Geburtserlebnis sorgen kannst.
  • Hildebrandt S (2021): Attachment-Guided Birth Culture as a Means to Avoid Pre- and Perinatal Health Disorders. In: Evertz K, Janus L, Linder R (Hrsg): Handbook of Prenatal and Perinatal Psychology: Integrating Research and Practice.
  • Hildebrandt S (2005): Die vorzeitige Plazentalösung - eine immer häufigere Komplikation.
  • Hildebrandt S: Pränatale Psychologie - Reise ins Licht.
  • Hildebrandt S: Verhaltenskodex Hebammen/Ärzte - Wie Liebhaber in einem Groschenroman.
  • Hildebrandt S: Interventionsarme Geburtshilfe.
  • Hildebrandt S, Göbel E: Zwischen Optimismus und Achtsamkeit. Risikofaktor Angst. Sonografie mit Maß.
  • Hildebrandt S (2009): Nie ohne Wehe an der Geburtszange ziehen! Die Schwangere gemeinsam betreuen. Zange, Glocke oder nichts von beidem? Frühgeburten vermeiden. Nachgeburtsperiode - Zurückhaltung üben. Wann beginnt Bonding? „… irgendwas, irgendwie, bloß nicht das Richtige“ - Wenn Geburtshelfer Angst haben.
  • Dr. med. Hildebrandt S: Blockaden durch Beziehung lösen - beziehungsfördernde Begleitung der Nachgeburtsperiode. Der „schwangere“ Mann. Geburten sind biologisch auf Erfolg angelegt. Das (zu) kleine Kind - Herausforderung für die Schwangerenbetreuung. Zwischen den Stühlen - Medizinische Leitlinien - Orientierungshilfe oder Handlungsbremse? Fehlerkultur in der Geburtshilfe: Irren ist menschlich. Die Psychosomatik von Schwangerschaft und Geburt aus Sicht der pränatalen Psychologie. psychosozial 36.Jg. (2013) Heft IV (Nr. [Nummer nicht spezifiziert]).
  • Hildebrandt S: Geburtshilfliches Notfallmanagement - Erst denken, dann handeln. Die adipöse Schwangere - eine geburtshilfliche Herausforderung. Abnabelungskultur: Warum die Eile?
  • Hildebrandt S (2013): Übertragungsmanagement: Respektvoller Umgang mit der biologischen Uhr!
  • Hildebrandt S (2013): Die normale Geburt als etwas Besonderes - oder: Die besondere Geburt als etwas Normales?
  • Hildebrandt S (2013): Plazenta: Organ des Lebens. Übertragungsmanagement: Alles zu seiner Zeit? Baby und Familie. Diagnostik am intrauterinen Kind: Den Auftrag festlegen. Der wahrscheinliche Zeitraum der Geburt. Notfallmanagement bei Schulterdystokie - erst denken, dann handeln.
  • Hildebrandt S (2015): Quo vadis, Hebamme?
  • Hildebrandt S (2015): Band des Lebens - Nabel und Nabelschnur.
  • Hildebrandt S (2017): Zur Prävention der Blutung: Routinen überdenken.
  • Hildebrandt S (2017): Blut - der „ganz besondere Saft“.
  • Hildebrandt S (2016): Das B-Steptokokken-Problem - ein Update.
  • Hildebrandt S (2020): Neue S3-Leitlinie - Damit die Kaiserschnittrate senken?
  • Hildebrandt S (2021): Neue S3-Leitlinie - Damit die Kaiserschnittrate senken?
  • Dr. med. Hildebrandt S: Geburtshilfliche Notfallsituationen.
  • Dr. med. Hildebrandt S: Gestationsdiabetes.
Buchcover von

Fortbildungen und Veranstaltungen

Prof. Dr. Sven Hildebrandt ist häufig als Referent und Seminarleiter bei Fortbildungen für Hebammen und medizinisches Fachpersonal tätig. Diese Veranstaltungen decken ein breites Spektrum an Themen ab, die für die moderne Geburtshilfe relevant sind.

Ausgewählte Fortbildungen und Seminare:

  • Schwangerschaftserkrankungen - Seminar für Hebammen und Frauenärztinnen/-ärzte (mit Prof. Dr. Sven Hildebrandt) am 03.09.2026. Dieses Seminar konzentriert sich auf das sichere Erkennen und die angemessene Behandlung häufiger Beschwerden und Krankheitsbilder während der Schwangerschaft, mit einem Fokus auf deren frühzeitige Vermeidung. Themen umfassen unter anderem Blutungen in der Frühschwangerschaft, Übelkeit und Erbrechen, vorzeitige Wehentätigkeit, hypertensive Schwangerschaftserkrankungen, Präeklampsie, HELLP-Syndrom, Gestationsdiabetes, Plazentainsuffizienz und Hepatose.
  • Die moderne Geburtshilfe im Spannungsfeld zwischen Risikoprävention und Risikodisposition | Prof. Dr. Sven Hildebrandt - Workshop für geburtshilflich tätige Teams aus Hebammen und Ärzten am 04.09.2026. Dieser Workshop zielt auf die Verbesserung der Notfallprävention und der interprofessionellen Kommunikation ab. Behandelt werden geburtshilfliche Paradigmen, das Risikoverständnis, die Rolle von Angst sowie spezifische Handlungsfelder wie Übertragungsmanagement, Geburtsstillstand, intrauterine Notfälle, Schulterdystokie, Plazentarperiode und Reanimation des Kindes.
  • Wissenschaft trifft Praxis: Handlungssicherheit durch Leitlinienkompetenz (mit Dr. Wolf Lütje) am 04.11.2026. Diese Fortbildung vermittelt Kenntnisse über die Entstehung, Bewertung und praktische Umsetzung klinischer Leitlinien.

Zusätzlich zu den direkten Veranstaltungen mit Prof. Hildebrandt werden auf der Website auch weiterführende Informationen wie Links, Filme, Vorträge und Fachartikel zu Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett angeboten. Der Fokus liegt dabei auf Prävention, Vorsorge, Patientenrechten und Reflexionsmöglichkeiten für geburtshilfliches Personal.

Schopenhauer erklärt das Leben in 20 Minuten – Die Wahrheit, die niemand hören will

Eine Auswahl an weiterführenden Medien umfasst:

  • Bücher von Dr. Dr. Alfred Rockenschaub, Tanja Sahib, Jobina Schenk, Sarah Schmid, Ingeborg Stadelmann, Ute Taschner, Isabella Ulrich.
  • Fachartikel zu ärztlicher Aufklärungspflicht und Einwilligung bei ärztlichen Eingriffen.

Weitere Fortbildungsangebote für Hebammen:

Die Website listet eine Vielzahl weiterer Fortbildungen für Hebammen auf, darunter:

  • Neujahrsempfang der Hebammen: Ein Netzwerk-Event zum Austausch und zur Inspiration.
  • Praxisnahe Fortbildung zu geburtshilflichen Notfällen: Systematische Aufarbeitung von Notfallszenarien, interaktive Fallbesprechungen und Vermittlung praktischer Handlungssicherheit.
  • Fortbildung zu den 10 Basiskonzepten zum Qi-Fluss und den energetischen Schichten in der chinesischen Medizin: Fokus auf Meridiane und Faszien, verbunden mit Therapiekonzepten und praktischen Übungen.
  • Fortbildung zur Praxisanleitung für freiberufliche Hebammen: Vertiefung von Kenntnissen und Fähigkeiten in der Praxisanleitung und Integration neuer Vorgaben.
  • Fachfortbildung „Schüßler-Salze in der Schwangerschaft, unter der Geburt und im Wochenbett“: Grundlagen der Therapie, Funktionen und Anwendungsbeispiele von Schüßler-Salzen.
  • Grundlagen des Tapens und praktische Übungen: Erklärung des Tapens, Auffrischung anatomischer Kenntnisse und Übungen an für Hebammen relevanten Beschwerdefeldern.
  • Fortbildung zur Stillförderung nach den „10 Schritten zum erfolgreichen Stillen“: Vertiefung des Wissens rund ums Stillen, basierend auf aktueller Fachliteratur und klinischen Leitlinien.
  • Fortbildung „Umgang mit Wahrnehmung und Gedanken“: Analyse von Denkmustern und Einflüssen auf den Betreuungsverlauf, um den Umgang mit Mitmenschen zu erleichtern.
Schema zur Darstellung von Schüßler-Salzen und ihren Anwendungen

Diese Fortbildungen sind zertifiziert und zielen darauf ab, Hebammen und Fachkräften in der Geburtshilfe aktuelles Wissen, praktische Fähigkeiten und neue Perspektiven für ihre Arbeit zu vermitteln.

tags: #sven #hildebrandt #gestationsdiabetes