Schmierblutungen: Ursachen, Symptome und was Sie tun können

Schmierblutungen, auch bekannt als Spotting, sind leichte, unregelmäßige Blutungen aus der Vagina, die außerhalb der regulären Menstruationsperiode auftreten. Diese Blutungen können von hellrot bis bräunlich variieren und dauern oft nur kurz an, können aber auch über mehrere Tage bestehen bleiben. Obwohl sie häufig harmlos sind und auf hormonelle Schwankungen zurückzuführen sind, können Schmierblutungen in einigen Fällen auch auf ernstere gesundheitliche Probleme hinweisen. Daher ist eine ärztliche Abklärung, insbesondere bei erstmaligem Auftreten oder wiederholten Episoden, ratsam.

Darstellung des weiblichen Zyklus mit Hervorhebung möglicher Zeitpunkte für Schmierblutungen

Mögliche Ursachen für Schmierblutungen

Der weibliche Zyklus ist ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, das sehr empfindlich auf Veränderungen reagieren kann. Schmierblutungen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, die von hormonellen Umstellungen bis hin zu organischen Ursachen reichen.

Hormonelle Ursachen

Hormonelle Veränderungen sind die häufigste Ursache für Schmierblutungen. Dazu gehören:

  • Ovulationsblutung: Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel, während der Progesteronspiegel steigt. Dies kann eine kurze Zwischenblutung in der Mitte des Zyklus hervorrufen.
  • Gelbkörperschwäche: Eine unzureichende Produktion von Progesteron nach dem Eisprung kann zu einer verkürzten zweiten Zyklushälfte und Schmierblutungen führen, was eine Schwangerschaft erschweren kann.
  • Pubertät und Wechseljahre: In diesen Lebensphasen unterliegt der weibliche Körper starken hormonellen Schwankungen, die häufig zu Zyklusunregelmäßigkeiten und Schmierblutungen führen.
  • Hormonelle Empfängnisverhütung: Die Einnahme der Pille, die Anwendung einer Spirale oder anderer hormoneller Verhütungsmethoden kann, insbesondere zu Beginn der Anwendung, Schmierblutungen auslösen.
  • Einnistungsblutung: Etwa ein Drittel aller Schwangeren erlebt eine leichte, kurze hellrote Blutung, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und dabei kleine Gefäße verletzt werden.
Grafische Darstellung des Hormonspiegels während des Menstruationszyklus, die den Östrogenabfall nach dem Eisprung zeigt

Entzündungen

Entzündungen im Genitalbereich können ebenfalls Schmierblutungen verursachen:

  • Entzündungen der Eileiter (Salpingitis) und Eierstöcke (Adnexitis): Diese schwerwiegenden Entzündungen können zu starken Unterleibsschmerzen, Fieber und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit führen. Chronische Entzündungen können Schmierblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und während des Eisprungs verursachen.
  • Gebärmutterentzündung (Endometritis) und Scheidenentzündung (Kolpitis): Aufsteigende Entzündungen können zu Schmierblutungen, Unterleibsschmerzen und übel riechendem Ausfluss führen. Eine Scheidenentzündung äußert sich oft durch brennende Schmerzen oder Juckreiz.

Tumoren

Gutartige und bösartige Tumoren können ebenfalls eine Ursache für Schmierblutungen sein:

  • Myome: Gutartige Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur können Schmierblutungen und übermäßig starke Menstruationsblutungen (Menorrhagie) verursachen.
  • Polypen am Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter: Diese gutartigen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut können neben Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auch Zwischenblutungen auslösen.
  • Portioektopie: Eine Verschiebung der Schleimhautschichten am Muttermund kann zu Schmierblutungen führen.
  • Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom): Gelegentliche Schmierblutungen oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr können erste Anzeichen sein.
  • Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom): Plötzliche Schmierblutungen, insbesondere nach den Wechseljahren, sind ein Alarmsignal.
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom): Dieser Tumor wächst oft lange symptomfrei, kann aber im späteren Stadium zu unbestimmten Beschwerden und Blutungen führen.
  • Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) und Vulvakrebs: Diese seltenen Krebsarten können sich durch Schmerzen, Blutungen beim Geschlechtsverkehr und unregelmäßige Blutungen äußern.
Illustration verschiedener gynäkologischer Tumore (Myome, Polypen, Gebärmutterhalskrebs)

Weitere Ursachen

Neben hormonellen, entzündlichen und tumorösen Ursachen gibt es weitere Faktoren, die zu Schmierblutungen beitragen können:

  • Endometriose: Das Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter kann zu starken Schmerzen und Blutungen außerhalb der normalen Periode führen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann den Stoffwechsel und den Zyklus beeinflussen und zu Schmierblutungen führen.
  • Lebererkrankungen: Fortgeschrittene Lebererkrankungen können Zyklusstörungen und Schmierblutungen verursachen.
  • Geplatzte Äderchen: Kleine Verletzungen von Blutgefäßen, beispielsweise beim Geschlechtsverkehr, können zu leichten Blutungen führen.
  • Psychische Faktoren: Starker Stress, Freude oder Trauer können ebenfalls Schmierblutungen auslösen.

Schmierblutungen in der Schwangerschaft

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Schmierblutungen während einer Schwangerschaft auftreten. Obwohl sie oft auf harmlose hormonelle Schwankungen zurückzuführen sind, können sie auch auf ernsthafte Komplikationen wie eine drohende Fehlgeburt, eine Eileiterschwangerschaft oder Probleme mit der Plazenta hinweisen. Bei jeglichen Blutungen während der Schwangerschaft sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Was tun bei Schmierblutungen?

Wenn Sie Schmierblutungen bemerken, ist es ratsam, diese zu dokumentieren: Notieren Sie den Zeitpunkt, die Dauer und eventuelle Begleitsymptome. Dies kann dem Arzt bei der Diagnose helfen.

Ein Arztbesuch ist insbesondere ratsam, wenn:

  • Mehrere Zwischenblutungen hintereinander auftreten.
  • Die Zwischenblutungen häufiger vorkommen.
  • Nach den Wechseljahren Zwischenblutungen auftreten.
  • Starke Zwischenblutungen einsetzen oder über einen längeren Zeitraum andauern.
  • Zwischenblutungen während einer Schwangerschaft auftreten.
  • Zusätzlich zur Zwischenblutung Abgeschlagenheit, Ohnmacht oder starke Bauchschmerzen auftreten.

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung (einschließlich Abtasten und Ultraschall) und gegebenenfalls Bluttests. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und kann von Geduld über Medikamente bis hin zu chirurgischen Eingriffen reichen.

Schmierblutungen erklärt: Ursachen & wann zum Arzt

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