Sauglingsernährung: Stillen und vegetarische Beikost – Ein umfassender Leitfaden

Angesichts wachsender Bedenken hinsichtlich der Massentierhaltung, des übermäßigen Antibiotikaeinsatzes und der Tiertransporte entscheiden sich immer mehr Menschen aus ideologischen Gründen gegen den Verzehr von Fleisch. Dies wirft verständlicherweise Fragen auf, ob und wie auch Kinder vegetarisch ernährt werden können. Während die primäre Empfehlung von Ernährungsexperten eine ausgewogene Mischkost, die auch Fleisch einschließt, ist, gibt es immer wieder Anfragen bezüglich vegetarischer Ernährungsweisen für Säuglinge und Kleinkinder. Wissenschaftler haben daraufhin mögliche Alternativen erarbeitet, die jedoch größtenteils theoretisch begründet sind, da für Deutschland keine umfassenden Daten zur allgemeinen Ernährungspraxis und Nährstoffversorgung vegetarisch ernährter Kinder vorliegen.

Grundlagen der vegetarischen Ernährung im Säuglingsalter

Die Berücksichtigung einer ausgewogenen Ernährung beginnt bereits während der Schwangerschaft. Schwangere sollten auf eine ausreichende Eisenaufnahme achten, da ihr Bedarf in dieser Zeit erhöht ist, um die Eisenspeicher des Babys zu füllen. Vegetarierinnen können dies durch die Kombination von Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten mit Vitamin-C-haltigem Obst und Gemüse sicherstellen. Gegebenenfalls kann ein zusätzliches Eisenpräparat vom Frauenarzt empfohlen werden.

Während der Stillzeit werden die Eisenspeicher der Mutter in der Regel wieder aufgefüllt, da nur geringe Mengen Eisen über die Muttermilch an das Baby abgegeben werden. Das Kind hingegen verbraucht seine gespeicherten Eisenreserven. Daher ist nach dem Abstillen eisenreiche Beikost von entscheidender Bedeutung. Im zweiten Lebenshalbjahr ist der Eisenbedarf pro Kilogramm Körpergewicht besonders hoch.

Fleischhaltige Breie gelten in Deutschland als bevorzugte Wahl für die Beikosteinführung. Für vegetarisch ernährte Säuglinge gibt es jedoch Ersatzlösungen. Anstelle des klassischen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis, der ab dem fünften bis siebten Monat empfohlen wird, eignet sich ein Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei, dem Vitamin-C-reiches Obstpüree oder Obstsaft zugesetzt werden kann.

Die Frage, ob eine fleischlose Ernährung für Kinder genauso gut ist wie eine Mischkost, ist schwer zu beantworten, da hierfür spezielle Studien mit vergleichbaren Gruppen notwendig wären, was praktisch kaum umsetzbar ist. Dennoch ist bekannt, dass alle notwendigen Nährstoffe in der empfohlenen fleischhaltigen Mischkost enthalten sind. Bei Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen steigt jedoch das Risiko eines Mangels.

Bei der vegetarischen Beikost sind neben Eisen auch Jod, Zink und Vitamin B12 wichtige Nährstoffe, auf die geachtet werden muss. Diese können über Kuhmilch und bei nicht-veganer Ernährung auch über Fisch und Ei aufgenommen werden.

Vegane Ernährung bei Säuglingen und Kindern wird von Experten generell nicht empfohlen, da das Risiko für Nährstoffdefizite und daraus resultierende Gesundheitsprobleme erhöht ist. Wenn Eltern sich dennoch für eine vegane Ernährung entscheiden, ist eine enge Absprache mit dem Kinderarzt und gegebenenfalls einem Ernährungsberater unerlässlich. Oftmals wird ein Ernährungsprotokoll erstellt, um die Nährstoffversorgung zu überwachen und mögliche Mängel auszugleichen. Eine vegane Kinderernährung kann nur mit Hilfe von Nährstoffsupplementen und engmaschiger ärztlicher Betreuung funktionieren. Schwangeren und stillenden Veganerinnen wird ebenfalls empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen, da insbesondere eine Supplementierung von Vitamin B12 notwendig sein kann.

Fisch wird im Beikostplan als wichtiger Bestandteil empfohlen, da fettreicher Fisch essenzielle ungesättigte Fettsäuren liefert. Bei vegetarisch ernährten Kindern kann dies eine Herausforderung darstellen.

Wenn Kinder selbst auf Fleisch verzichten möchten, sollten Eltern Ruhe bewahren und sich auf das Wissen stützen, dass eine fleischlose Ernährung möglich ist. Die Kombination aus Vollkorn oder Hülsenfrüchten mit Vitamin C kann die Eisenversorgung sicherstellen.

Eiweiß muss bei Verzicht auf Fleisch und Fisch in der Regel nicht separat ersetzt werden, da pflanzliche Nahrungsmittel zusammen mit Milch ausreichend davon enthalten.

Illustration eines ausgewogenen Beikosttellers mit Gemüse, Kartoffeln, Getreide und Obst.

Internationale Perspektiven und die Haltung von Ernährungsorganisationen

Namhafte internationale Ernährungsorganisationen wie die American Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D.) betrachten eine gut geplante rein pflanzliche Ernährung als für besondere Lebenssituationen wie Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit geeignet. Diese Position wird auch von australischen und kanadischen Ernährungsorganisationen geteilt. Der britische National Health Service (NHS) informiert ebenfalls ohne Vorbehalte über eine vegane Kinderernährung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die vegane Kinderernährung aus Sicherheitsgründen nicht, da der Verzicht auf tierische Lebensmittel das Risiko für Nährstoffdefizite erhöht. Wer sich dennoch dafür entscheidet, muss laut DGE unbedingt Vitamin-B12-Nahrungsergänzung, regelmäßige ärztliche Kontrollen, eine nährstoffreiche Ernährung und fachgerechte Beratung beachten.

Das Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) kommentiert die aktuelle "Nicht-Empfehlung" der DGE als vorsichtige Haltung, die nicht mit einem generellen Abraten oder Warnen zu verwechseln sei. Prof. Claus Leitzmann vom IFANE weist darauf hin, dass Veganer oft gut informiert sind und ihre Kinder in der Regel richtig ernähren.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Studienlage

Die wissenschaftliche Datenlage zu vegetarisch und insbesondere vegan ernährten Kindern ist begrenzt, was grundsätzliche Aussagen erschwert. Ein Großteil der Studien stammt aus den 1970er bis 1990er Jahren. Heute sind durch Bücher, Medien und vegane Produkte mehr Informationen verfügbar.

Die VeChi-Studie (Vegetarian and Vegan Children Study) des IFANE, der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) und der DONALD-Studie vergleicht die Nährstoff- und Energiezufuhr von veganen, vegetarischen und mischköstlich ernährten Kleinkindern. Eine parallel laufende VeChi-Youth-Studie untersucht Jugendliche.

Ausgewählte Befunde bei überwiegend vegetarisch ernährten Kindern:

  • Das Wachstum vegetarischer Kinder ist meist vergleichbar mit dem von mischköstlich ernährten Kindern. Tendenziell sind sie etwas leichter und kleiner, was nicht zwangsläufig negativ zu bewerten ist.
  • Britische Vorschulkinder, die sich überwiegend vegetarisch ernährten, zeigten ein günstiges Ernährungsmuster bei Fetten, Cholesterin, Kohlenhydraten, Protein und Natrium. Die Versorgung mit Vitamin A und E war teilweise besser. Blutspiegel für Zink, Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D waren vergleichbar, jedoch waren die Eisenspeicherwerte niedriger. Eine gesunde vegetarische Ernährung von Kindern wird als möglich erachtet.
  • Eine Untersuchung mit Kindern zwischen 2 und 18 Jahren verzeichnete ebenfalls geringere Eisenspeicherwerte und ein häufigeres Auftreten von Eisenmangel bei Vegetariern. Es wird empfohlen, die Eisenversorgung bei vegan-vegetarischer Kinderernährung durch regelmäßige Blutuntersuchungen (Hämoglobin- und Ferritinwert) zu beobachten.
  • Eine weitere Studie fand angemessene Blutwerte bei vegetarischen Kindern (2-10 Jahre) bezüglich Homocystein, Folat und Vitamin B12. Die fünf untersuchten veganen Kinder waren jedoch nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt.
  • Vegetarische britische Kinder (7-11 Jahre) erreichten häufiger die Zufuhrempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe. Die Eisenversorgung im Blut war im Normbereich, jedoch geringer als bei mischköstlich ernährten Kindern. Zink wurde als kritischer Nährstoff identifiziert.
  • Polnische Kinder (5-11 Jahre) zeigten Blutkonzentrationen im Normbereich bei verschiedenen Nährstoffen (inklusive Eisen) bei vegetarischer Kost, jedoch zu wenig Vitamin D.

Ergebnisse bei vegan ernährten Kindern:

Studien mit rein vegan ernährten Kindern liegen hauptsächlich aus Großbritannien und den USA aus den 1970er und 1980er Jahren vor. Eine Übersichtsarbeit fasst zusammen:

  • Die Nährstoffzufuhr entsprach meist den Empfehlungen. Bei der Energie- und Kalziumzufuhr sowie der Aufnahme von Vitamin D, B2 und B12 wurden Referenzwerte teilweise nicht erreicht.
  • Vegane Kinder nahmen mehr Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie weniger gesättigte Fettsäuren zu sich.
  • Die altersgerechte Entwicklung zeigte sich als unauffällig.

Doku - Gier auf Tier 2017 HD Reportage Vegan Veganer Massentierhaltung

Das erste Lebensjahr: Von Anfang an pflanzlich

Die Einführung der Beikost ist eine intensive Phase, in der Säuglinge schrittweise an feste Nahrung herangeführt werden. Sowohl bei mischköstlicher als auch bei veganer Beikost sind bestimmte Grundsätze zu beachten.

Die ersten Lebensmonate: Muttermilch und Säuglingsnahrung

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die optimale Nahrung für das Kind. Für eine geplante vegane Kinderernährung, bei der nicht gestillt wird, ist eine intensive Auseinandersetzung mit verfügbaren Säuglingsmilchnahrungen notwendig. Soja- und andere pflanzliche Drinks aus dem Supermarkt sind keine adäquate Säuglingsnahrung, ebenso wenig wie übliche Kuhmilch. Spezielle Säuglingsmilchnahrung ist speziell abgestimmt und angereichert.

Ob sojabasierte Säuglingsmilchnahrung als vegane Alternative geeignet ist, wird kontrovers diskutiert. Studien der American Academy of Pediatrics und internationale Untersuchungen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass auch Soja-Säuglingsmilchnahrungen sicher und geeignet sind. Eltern sollten jedoch - ebenso bei Sojaprodukten - pflanzliche Docosahexaensäure (DHA) ergänzen. Die Entscheidung für oder gegen Alternativen zu Muttermilch sollte individuell, informiert und mit ärztlichem Rat getroffen werden.

Grafik, die die Zusammensetzung von Muttermilch und verschiedenen Säuglingsnahrungen vergleicht.

Mit der Beikost starten

Die Einführung der Beikost kann frühestens ab dem fünften, spätestens zum Anfang des siebten Monats erfolgen, wenn das Kind bereit ist, gesund ist, den Kopf halten kann und ausreichend Zeit und Ruhe vorhanden sind. Die Nationale Stillkommission empfiehlt in Deutschland, vier bis sechs Monate voll zu stillen und danach weiterzustillen. Ab dem siebten Monat reicht die Versorgung allein über die Muttermilch nicht mehr aus.

Bei veganer Kost sollten möglichst noch zwei Muttermilch-Mahlzeiten bis zum Ende des ersten Lebensjahres gegeben werden. Bis zu diesem Zeitpunkt werden auch drei bis dreieinhalb Breimahlzeiten eingeführt. Vier Monate sollte mindestens ausschließlich gestillt werden. Muttermilch kann auch weit über das erste Lebensjahr hinaus viele Vorteile bieten.

Babybrei: Aller guten Dinge sind drei

Eine schrittweise Einführung der Beikost ist wichtig, um dem Kind sowohl psychisch als auch körperlich genug Zeit zur Umstellung zu geben. Das überwiegende Selbstkochen der Breie ist für die vegane Kinderernährung essenziell. Die Zutaten sollten vollwertig, frisch und nährstoffreich sein.

Offizielle Empfehlungen zum Beikostbeginn in Deutschland werden vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) im „Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr“ vorgegeben. An diesem orientieren sich auch die folgenden rein pflanzlichen Breivarianten für das erste Lebensjahr:

  • Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei: Zuerst mit Gemüsemus (z. B. Karotten) und Raps- oder mit DHA angereichertem Leinöl. Nach Gewöhnung können Kartoffeln und später Getreide oder Hülsenfrüchte hinzugefügt werden. Die Gemüsesorten können variiert werden. Dieser Brei sollte mittags angeboten werden.
  • Obst-Getreide-Brei: Vormittags oder nachmittags als Zwischenmahlzeit, bestehend aus Obst und Getreide mit Raps- oder mit DHA angereichertem Leinöl oder Mandelmus.
  • Getreide-Brei: Morgens oder abends, aus sojabasierter Säuglingsmilchnahrung mit Dinkelgrieß. Alternativ ein mit Kalzium angereicherter Haferdrink mit Dinkelgrieß und Mandelmus, wenn noch ausreichend Muttermilch gegeben wird.

Das Tempo, mit dem Kinder eine gesamte Mahlzeitenportion schaffen und wann ein neuer Brei eingeführt wird, ist individuell verschieden.

Exkurs: Baby-Led-Weaning

Baby-Led-Weaning (BLW) bezeichnet das selbstständige Greifen und Verzehren von stückigen Lebensmitteln durch den Säugling. Es gibt noch keine Studien, die eine Überlegenheit gegenüber klassischen Breien belegen. Mit etwa zehn bis zwölf Monaten ist jedoch auch bei der Beikost der schrittweise und spielerische Übergang zur Familienkost angesagt.

Kleinkinder: Vegane Ernährung am Familientisch

Mit fortschreitender Entwicklung gehen die Breie mehr und mehr in die Familienkost über. Eltern können dem Kind bereits vorab kleine Portionen von Lebensmitteln vom Familientisch anbieten, z. B. Obststücke oder Brot.

Für den Einstieg in die Familienkost eignen sich zerdrücktes Obst und Gemüse, Reis, Kartoffeln und Nudeln. Auch kleine Portionen normaler Gerichte, vor dem Salzen beiseite genommen, können zum Probieren angeboten werden.

Bananen, Dinkelgebäck und Vollkornzwieback eignen sich ideal als Zwischenmahlzeiten. Morgens und/oder abends bevorzugen einige Kinder noch eine Brei- und/oder Stillmahlzeit, die mit Zwieback oder Brot zum Knabbern ergänzt werden kann.

Foto von Kleinkindern, die fröhlich verschiedene Fingerfood-Mahlzeiten essen.

Grundlagen der veganen Kinderernährung

Wenn die Mahlzeiten schließlich komplett in die Familienkost übergehen, gleicht sich die Ernährung von Kindern und Erwachsenen immer mehr an. Für eine vegane Kinderernährung über die gesamte Kindheit sollten Eltern fundiertes Ernährungswissen aneignen und auf folgende Punkte achten:

  • Abwechslungsreiche und vollwertige Lebensmittel
  • Ausreichende Zufuhr an Nahrungsenergie
  • Höhere Proteinzufuhr als bei mischköstlich ernährten Kindern (wegen der geringeren biologischen Wertigkeit des pflanzlichen Proteins)
  • Sichere Versorgung mit kritischen Nährstoffen: Kalzium, Eisen, Zink, Jod, Vitamin B2, Vitamin D, langkettige Omega-3-Fettsäuren (DHA) sowie Vitamin B12.

Nährstoffe: Kritisches in der veganen Bei- und Familienkost

  • Vitamin D: Am besten über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen, da die körpereigene Produktion nur in den Sommermonaten funktioniert. Fachleute empfehlen für Säuglinge 400-500 I.E. Vitamin D pro Tag ab der zweiten Lebenswoche. Für Veganer ist Vitamin D3 aus Flechten geeignet.
  • Jod: Unabhängig von der Ernährungsweise wird Jod oft zu wenig aufgenommen. Da bei veganen Gerichten Milch und Fisch wegfallen, sollten Mütter in der Stillzeit Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder entsprechende Mengen Nori-Algen verzehren. Auch im Getreidebrei eignen sich Nori-Algen.
  • Eisen: Muttermilch enthält nur wenig Eisen. Ab dem 7. Monat sollte gezielt auf eisenreiche Quellen wie Hirse, Hafer, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse geachtet werden. Die Kombination mit Vitamin-C-reichem Obst und Gemüse verbessert die Eisenabsorption.
  • Kalzium: Muttermilch, Formulanahrung und angereicherte Pflanzendrinks sind gute Kalziumquellen. Tofu, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte tragen ebenfalls zur Versorgung bei.
  • Zink: Nüsse, Samen, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind gute Zinkquellen. Einweichen und Garen können die Aufnahme verbessern.
  • Omega-3-Fettsäuren (DHA): Pflanzenöle wie Lein- und Rapsöl sind reich an Alpha-Linolensäure. Direkt zugeführt werden kann DHA in Form von Algenöl oder durch mit Algenöl angereichertes Leinöl.

Nahrungsergänzungsmittel sind für Säuglinge notwendig. Während alle Kinder bereits ab der Geburt ein Vitamin-D-Supplement erhalten, sollte veganen Säuglingen ab dem Beikoststart zusätzlich Vitamin B12 gegeben werden. Präparate in flüssiger Darreichungsform sind für Babys am besten geeignet. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu gravierenden Entwicklungsstörungen führen.

Für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren wird eine Dosierung von 5 µg Vitamin B12 pro Tag empfohlen. Vitamin D sollte bis zum zweiten erlebten Frühsommer in Höhe von 400-500 I.E. verabreicht werden. Ab 12 Monaten ist eine Zufuhr von 20 µg sinnvoll.

Jod ist für eine gesunde Gehirnentwicklung und das Wachstum unerlässlich. Ein Mangel kann zu Entwicklungsstörungen und verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit führen. Nori-Algen sind reichhaltige Quellen, jedoch sollte auf die richtige Dosierung geachtet werden. Alternativ kann eine Jodsupplementierung sinnvoll sein.

Docosahexaensäure (DHA) ist für die Entwicklung von Gehirn und Augen notwendig. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt Kindern bis zu einem Alter von 2 Jahren eine Zufuhr von 100 mg DHA und Eicosapentaensäure (EPA) pro Tag.

Das Multinährstoffpräparat „VEG1 Baby and Toddler“ für Kinder im Alter von 6 Monaten bis 4 Jahren ist eine Option zur Sicherstellung der Nährstoffversorgung.

Infografik, die die wichtigsten kritischen Nährstoffe in der veganen Kinderernährung und ihre Quellen aufzeigt.

Fazit und Empfehlungen

Eine lakto-(ovo-)vegetarische oder vegane Beikost kann den Nährstoffbedarf des Säuglings bei sorgfältig geplanter Zusammenstellung gut decken. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei kritischen Nährstoffen wie Eisen, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren gelten. Kleinkinder können im Rahmen einer abwechslungsreichen und günstig zusammengestellten vegetarischen oder veganen Ernährung gut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden und gedeihen normal.

Bei Bedenken bezüglich der Ernährung ist es ratsam, sich an eine Hausarztpraxis zu wenden, um eine Überweisung für eine Ernährungsberatung zu erhalten. Die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln sollte mit einer medizinischen Fachkraft besprochen werden.

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