Die pränataldiagnostische Ambulanz am Landesklinikum Melk bietet eine umfassende Palette an Untersuchungen zur Feststellung von Erkrankungen, Fehlbildungen oder Behinderungen beim ungeborenen Kind. Diese erweiterten Untersuchungen gehen über die im Mutter-Kind-Pass vorgesehene Schwangerenvorsorge hinaus und werden in vielen Fällen nicht von der Sozialversicherung finanziert, sondern müssen privat bezahlt werden. Die überschaubare Größe der Geburtshilfeabteilung ermöglicht eine individuelle Betreuung während der gesamten Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett.
Umfassende pränatale Untersuchungsmöglichkeiten
Das Team der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Landesklinikum Melk führt die heute üblichen pränatalmedizinischen Untersuchungen durch. Diese umfassen:
- Early Screening (Ultraschall in der Frühschwangerschaft)
- Screening 12 (Nackenfaltenmessung, Ersttrimesterscreening, Combined Test einschließlich Präeklampsiescreening)
- Screening 22 (Organscreening)
- Screening 32 (Wellbeing-Ultraschall)
- Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT)
- Zweitmeinung/Second Opinion

Screening 12: Ersttrimesterscreening
Das Screening 12, auch als Ersttrimesterscreening oder Combined Test bekannt, wird in der Frühschwangerschaft durchgeführt und beinhaltet die Nackenfaltenmessung. Die Nackenfalte ist eine Flüssigkeitsansammlung zwischen der Haut und dem Weichteilgewebe im Nacken des Fetus, die im Ultraschall zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche als schwarzer Zwischenraum zu erkennen ist. Durch die Messung der Nackenfalte und die Beurteilung von Zusatzmarkern wie dem Nasenbein, dem Blutfluss im Herzen und herznahen Venen können die Wahrscheinlichkeit von Chromosomenfehlern wie dem Down-Syndrom eingeschätzt und die meisten schwerwiegenden Fehlbildungen entdeckt oder mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Die Kosten für das Screening 12 (Ersttrimesterscreening mit Nackentransparenzmessung, Combined Test, Organcheck und Präeklampsiescreening bei Einlingsschwangerschaften) betragen 230 Euro.
Kombinationen mit NIPT
Das Screening 12 kann auch in Kombination mit verschiedenen NIPT-Optionen durchgeführt werden, die zusätzliche Kosten verursachen:
- Screening 12 mit NIPT NIFTY T21*: 650 Euro
- Screening 12 mit NIPT NIFTY Basic*: 680 Euro
- Screening 12 mit NIPT NIFTY Pro*: 1.040 Euro
- Screening 12 mit NIPT Panorama Option A*: 680 Euro
- Screening 12 mit NIPT Panorama Option B*: 800 Euro
- Screening 12 mit NIPT Panorama Option C*: 980 Euro
*Nur im Rahmen der selben Untersuchung am selben Tag.
Screening 22: Organscreening
Das Organscreening, auch als Screening 22 bezeichnet, wird um die 20. bis 23. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei dieser detaillierten Ultraschalluntersuchung werden die Organe des Fetus systematisch überprüft, um eventuell vorhandene Hinweiszeichen auf Chromosomenfehler oder strukturelle Auffälligkeiten zu beurteilen. Die meisten schwerwiegenden Fehlbildungen können entdeckt oder mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Herzfehler zählen zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen; etwa 8 bis 10 von 1.000 Lebendgeborenen sind davon betroffen.
Die Kosten für das Screening 22:
- Als Erstuntersuchung: 230 Euro
- Als Kombinationsuntersuchung**: 200 Euro
**Kombinationsuntersuchung bezieht sich wahrscheinlich auf die Kombination mit anderen bereits durchgeführten Screenings oder Tests.

Screening 32: Wellbeing-Ultraschall
Der Wellbeing-Ultraschall, auch als "Dritttrimesterscreening" oder Screening 32 bezeichnet, findet um die 30. Schwangerschaftswoche statt. Mittels Überprüfung der Durchblutung, der Fruchtwassermenge und des Wachstums kann das Wohlergehen ("Well-being") des Kindes beurteilt werden.
Die Kosten für das Screening 32:
- Als Erstuntersuchung: 210 Euro
- Als Kombinationsuntersuchung**: 170 Euro
Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT) als Einzeluntersuchung
Der NIPT kann auch als Einzeluntersuchung durchgeführt werden und beinhaltet jeweils einen kurzen Ultraschall:
- NIFTY T21 (Trisomie 21 sowie - auf Wunsch - Geschlechtsbestimmung): 480 Euro
- NIFTY Basic (Trisomie 21, 18 und 13 sowie - auf Wunsch - Geschlechtsbestimmung): 510 Euro
- NIFTY Pro (wie NIFTY Basic sowie u.a. 92 Mikrodeletions- und Duplikationssyndrome): 870 Euro
- Panorama Option A (Trisomie 21, 18, 13 und Triploidie sowie - auf Wunsch - Geschlechtsbestimmung): 510 Euro
- Panorama Option B (wie Option A plus Monosomie X sowie 22q11 Mikrodeletionssyndrom): 630 Euro
- Panorama Option C (wie Option B plus seltene Mikrodeletionssyndrome): 810 Euro
Weitere Untersuchungen und Kosten
- Early Screening: 130 Euro
- Kurze Kontrolluntersuchung nach vorangegangener Untersuchung in der Praxis TwoCare: 60 Euro
- Zweitmeinung/Second Opinion: 160 Euro
Betreuungspakete für monochoriote Zwillinge oder sonstige Risikoschwangerschaften sind nach Vereinbarung erhältlich. Für Screening-Untersuchungen bei Zwillingen wird aufgrund des höheren Zeitaufwandes ein Zuschlag von 80 Euro pro Untersuchung verrechnet.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Grundsätzlich wird ein Organscreening nur von der Krankenkasse übernommen, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Fehlbildung besteht, der weiter abgeklärt werden muss. Ansonsten handelt es sich nicht um eine Kassenleistung und muss privat bezahlt werden. Einige Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass die Kostenübernahme auch vom Alter der Schwangeren (z.B. ab 35 Jahren) oder dem Vorliegen bestimmter Risikofaktoren (z.B. Verdacht auf Down-Syndrom, wenn keine Fruchtwasseruntersuchung möglich ist) abhängen kann. Wenn keine Auffälligkeiten vorliegen, müssen die Kosten in der Regel vom Patienten selbst getragen werden. Die Kosten für ein solches Screening können privat zwischen 185 Euro und 300 Euro liegen.
Ersttrimester-Screening: Was werdende Eltern wissen müssen! | Asklepios
Zusätzliche Leistungen und Angebote
Bei allen Screening-Untersuchungen, die bei TwoCare durchgeführt werden, wird versucht, kostenlose 3D-Fotos anzufertigen. Dies kann einen positiven Effekt auf das Bonding, also die Mutter-Kind-Beziehung, haben. Die Fotos werden ausgedruckt und auf einem USB-Stick mitgegeben, sofern die Kindeslage dies zulässt.
Das Landesklinikum Melk bietet zudem ein breites Spektrum an gynäkologischen Leistungen, darunter minimal-invasive Verfahren, Behandlung von Endometriose, Operationen bei Harnverlust und Senkungszuständen sowie eine urogynäkologische Ambulanz. Die Geburtshilfeabteilung legt Wert auf individuelle Betreuung und bietet neben modernen Entbindungsbetten auch alternative Geburtsmethoden an. Eine enge Zusammenarbeit mit Kinderärzten gewährleistet die Sicherheit der Neugeborenen rund um die Uhr.
Ein Infoabend "Rund um die Geburt" findet am Montag, 01.06.2026, um 19:30 Uhr statt (Vortragsmaterial zum Download verfügbar).
tags: #organscreening #melk #kosten