Manche Paare müssen lange warten, bis sich ihr Kinderwunsch endlich erfüllt. Einfach so schwanger werden: Für manche Paare bleibt das ein unerreichbarer Traum. Lange Wartezeiten, vergebliche Therapien, Fehlgeburten und immer neue Versuche können zu einer großen Belastung werden und die Hoffnung schwinden lassen. Zum Mutmachen erzählen hier acht Frauen, wie es auf ganz unterschiedlichen Wegen bei ihnen doch noch geklappt hat.

Der Weg zur Schwangerschaft: Vielfältige Erfahrungen und Therapien
Der Weg zur ersehnten Schwangerschaft ist oft steinig und von emotionalen Höhen und Tiefen geprägt. Viele Paare berichten von langen Wartezeiten, mehreren fehlgeschlagenen Behandlungsversuchen und dem damit verbundenen psychischen Druck. Doch die Geschichten zeigen auch, dass Hoffnung besteht und es sich lohnt, dranzubleiben.
ICSI: Ein detaillierter Blick auf die Erfahrungen
"Der dritte IVF-Versuch. Hoffen, bangen, reinhören in den Bauch. 'Tut uns leid, da wächst nichts.' Die Laborantin kann nichts dafür, aber ich hasse sie. Und mich hasse ich auch. Für die blöde Hoffnung, die trotzigen Versuche, endlich schwanger zu werden. Schluss damit! Mein Mann und ich sind wie befreit. Lachen geht wieder und Liebe auch. Aber mein Zyklus spinnt. Mir ist morgens schlecht, die Brüste spannen. Sicher späte Nebenwirkungen der Massen von Hormonen. Schwanger? Blödsinn! Wir machen keinen Test. Drei Wochen später sieht mein Arzt: Die 'Nebenwirkung' hat ein pochendes Herz. Ich bin schwanger in der achten Woche!"
Nach der Geburt unserer Tochter dachten wir nicht im Traum daran, dass wir nun vielleicht verhüten sollten. "Pille absetzen, Spaß haben, schwanger werden - alles ganz einfach. In der 13. Woche dann das Aus: Blutungen, keine Herztöne mehr, Krankenhaus und Ausschabung. Ich hatte großes Glück, dass ein Arzt Dienst hatte, der mir ganz ruhig sagte: 'Ihr Körper wird das ganz alleine regeln, und Sie werden wieder schwanger werden, wenn Ihr Körper dafür bereit ist.' Genau so war es!"
"Fünf Jahre hat es bei uns nicht geklappt. Nach der ersten ICSI kam unser Sohn gesund und munter zur Welt. Zwei Jahre später war auch der erste Kryo-Versuch erfolgreich: eine Tochter! Die ganze Sache ist nicht so schlimm, wie jeder immer glaubt, und der Lohn für die Strapazen ist fantastisch."
"Nach drei Fehlgeburten in elf Monaten ließen wir uns untersuchen. Bei meinem Mann wurden zwei Translokationen in den Genen gefunden. Nach einer weiteren Fehlgeburt haben wir uns dann für eine PID entschlossen und hatten Glück: Im zweiten Anlauf hat es geklappt."
"Ich hatte mir schon gedacht, dass es wohl nicht einfach werden würde, mit PCO schwanger zu werden. Nach 15 Monaten erfolglosem Üben empfahl mir der Arzt in der Kinderwunschpraxis Letrozol. Mir war erst mulmig, weil das ja auch ein Brustkrebs-Medikament ist. Aber ich habe dann fünf Tage je eine Tablette genommen. Nach zwei Wochen hatte ich ein super entwickeltes Ei und wurde im gleichen Zyklus schwanger."
"Elf Jahre unfruchtbar wie ein Stück Holz. Kinderwunschklinik, Verkehr nach Plan, Hormonbehandlung. Und zack: schwanger! Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann und der Ofen noch heiß war, kam 18 Monate später Kind Nr. 2."
"Ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch - wie soll das denn gehen? Zum Glück haben wir im Freundeskreis den besten Samenspender und Papa für unsere Kinder gefunden. Wir wollten die Insemination mit Bechermethode versuchen, nur wir drei, ohne Arzt. Und was soll ich sagen: Es hat sofort geklappt. Unsere Tochter kam neun Monate später zur Welt. Weil es so gut funktioniert hat, haben wir zwei Jahre später noch ein Geschwisterchen gemacht."
"Nach einem Jahr Kinderwunschzentrum und erfolgloser Hormonbehandlung erhielt ich die niederschmetternde Aussage, mit 44 Jahren nicht mehr schwanger werden zu können. Wir entschlossen uns, das ersparte 'Kinderzimmer-Geld' in eine Amerika-Reise zu investieren. Sechs Monate später holte uns das Glück ein: Ich war schwanger! Sieben Monate später bekamen wir eine gesunde Tochter!"
Pimp up my ICSI – Wie die Einnistungschancen verbessern? – Tipps von Dr. med. Reinhard Hannen 👨⚕️
Individuelle Wege und Herausforderungen
Die Geschichten zeigen, dass es keinen einheitlichen Weg zum Kind gibt. Jedes Paar und jede Frau hat ihre eigene individuelle Reise mit spezifischen Herausforderungen und Lösungen.
Diagnosen und Behandlungsoptionen
Melanie (33) und Mark (34) erlebten nach dem Absetzen der Pille eine Phase, in der klar wurde, dass etwas nicht stimmte. Monatelang blieb die Periode aus. Ihr damaliger Frauenarzt nahm ihre Sorgen nicht ernst, doch ein Wechsel der Praxis führte zur Diagnose PCO-Syndrom. Parallel dazu ergab das Spermiogramm von Marks Seite ernüchternde Ergebnisse: OAT3 (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom mit Schweregrad 3), was die Chancen auf eine natürliche Empfängnis stark reduzierte. Dies veranlasste sie, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen.
Bei Melanie wurde neben dem PCO-Syndrom und einer erhöhten Anzahl männlicher Hormone festgestellt, dass ihr einige KIR-Gene fehlen. Ihr Immunsystem war so stark ausgeprägt, dass es sich gegen Fremdkörper, wie ein Embryo mit fremden Zellen (von ihrem Mann), wehrte und diesen abstieß. Neben bereits zwei ICSI- und vier Kryo-Versuchen wurden zusätzliche Medikamente für den dritten und letzten Versuch empfohlen, darunter Cortison, OmegaVen Infusionen und Granocyte.
Finanzielle Aspekte und Unterstützung
Die Krankenkasse übernahm 50% der reinen ICSI-Kosten. Zusätzliche Medikamente wie OmegaVen und Granocyte mussten jedoch vollständig selbst getragen werden, da sie nicht bezahlt wurden. Um dies finanzieren zu können, wurde ein Teil des Ersparten aufgewendet.
Umgang mit psychischer Belastung und gesellschaftlichem Druck
Das Thema Kinderwunsch ist für viele Paare mit erheblicher psychischer Belastung verbunden. Der Druck, Erwartungen von außen und die eigene Enttäuschung können eine Beziehung stark beanspruchen.
Offene Kommunikation und Unterstützung
Trotz erhöhter psychischer Belastung, großem Druck, Wut und Enttäuschung ist es wichtig, als Paar zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen. In dieser schwierigen Lebenslage kann es helfen, den Partner durch offene Kommunikation in seine Gefühlswelt mit einzubeziehen und Hilfe zuzulassen.
"Zuerst erzählten wir niemandem von unserer Behandlung. Zum einen war es uns einfach unangenehm. Wer gibt schon gerne zu, dass er/sie nicht in der Lage ist, auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen? Zudem ist das Thema Kinderwunsch nach wie vor ein Tabuthema, ja. Und obwohl es falsch ist, so zu denken, weihten auch wir erst einmal niemanden in die Situation ein. Wir hatten nicht das Gefühl, es jemandem sagen zu können - was im Nachhinein gesehen genauso naiv ist, wie zu denken, es klappe alles sofort, wie man es gerne hätte. Aber mit den Jahren und den fehlenden Fortschritten, kann man der typischen Frage 'Wann denn endlich mal das erste Baby käme', nicht mehr aus dem Weg gehen. Man wird unwissender Weise von anderen 'getriggert', bekommt ungewollte Ratschläge, die definitiv nicht helfen und landet in einer Spirale, aus der man nicht leicht rauskommt. 'Ausreden', Lächeln und winken… das alles geht einem nicht nur irgendwann nahe, sondern nervt auch. Daher erzählten wir es irgendwann zumindest der engen Familie. Unterstützt wurden wir aber eher weniger - weder finanziell noch emotional. Man konnte merken, dass dieses Thema ein unangenehmes für die Familie ist."
Ablenkung und Selbstfürsorge
"Mir hat vor allem beim letzten Versuch Yoga und Sport geholfen. Ablenkung ist das A und O, aber leider auch extrem schwierig umzusetzen. Ausreichend Zeit für sich selbst sollte man sich nehmen, aber gleichzeitig auch die Momente als Paar nicht außen vor lassen."
Ratschläge für den Kinderwunschweg
Basierend auf den Erfahrungen vieler Frauen lassen sich einige wertvolle Ratschläge für Paare mit Kinderwunsch ableiten:
- Geduld haben! Es kann ein langer Weg werden, bei dem man vor verschiedene Herausforderungen gestellt wird und neue Pfade beschreiten muss.
- Fragen, Fragen und noch mehr Fragen! Hinterfragt einfach alles bei euren Ärzten. Löchert sie und wenn euch die Fragen noch so "blöd" vorkommen. Schlagt Behandlungsmöglichkeiten vor und holt euch Meinungen verschiedener Ärzte. Manchmal sollte man eben auch auf Tests, Behandlungen oder Ähnliches bestehen.
- Gebt niemals die Hoffnung auf. Auch euer Wunder wartet auf euch!

Statistiken und Erfolgschancen bei ICSI
Die Einschätzung von Erfolgschancen bei ICSI kann komplex sein, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Online finden sich unterschiedliche Prozentangaben, die jedoch oft schwer einzuordnen sind.
Faktoren, die die Chancen beeinflussen
Die Erfolgschancen pro Transfer liegen bei Frauen unter 35 Jahren bei etwa 30%. Umso häufiger ein Transfer stattfindet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann funktioniert. Die Entscheidung, wie viele Versuche jeder machen möchte, ist sehr individuell. Manche würden nach dem dritten, spätesten vierten Versuch aufgeben, während andere sich auch mehrfach Stimulationen unterziehen. Bei negativen Tests nach einer IVF kann ein zweiter Versuch mit zusätzlichen Untersuchungen sinnvoll sein. Die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Transfers und die Gewinnung von Eizellen sind entscheidend.
Zusätzliche Untersuchungen und Behandlungen
Bei wiederholten Misserfolgen oder Fehlgeburten können zusätzliche Untersuchungen wie die Überprüfung des Immunsystems, der Gerinnung oder spezifische Tests wie der ERA-Test (zur Bestimmung des optimalen Einnistungszeitpunkts) oder die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Erwägung gezogen werden. Diese Verfahren können jedoch mit hohen Kosten verbunden sein und sind nicht immer von den Krankenkassen übernommen.
Die Rolle von Fertilly im Kinderwunschprozess
Fertilly hat es sich zur Aufgabe gemacht, Paare (homo- und heterosexuell) und Singles auf dem Weg zur Erfüllung ihres Kinderwunsches zu begleiten. Dabei legt Fertilly Wert auf Transparenz bei den Angeboten zum Thema Kinderwunsch, vermittelt Informationen und Wissen zu Schwangerschaft und Fruchtbarkeit und hilft bei der Suche nach der am besten passenden Kinderwunschklinik. Durch Kooperationen mit erstklassigen Kinderwunschzentren in Deutschland und im Ausland werden Anfragen bevorzugt behandelt, sodass Patienten oft lange Wartezeiten umgehen können.

Beratung und Kliniksuche
Fertilly bietet kostenlose und unverbindliche Beratungen an. Über einen Online-Fragebogen können erste Fragen beantwortet und ein Termin für ein persönliches Gespräch gebucht werden, um die individuellen Bedürfnisse besser zu verstehen. Fertilly stellt dann den passenden Ansprechpartner aus seinem Netzwerk vor, vereinbart einen Termin und begleitet die Paare bis zum erfüllten Kinderwunsch.
Persönliche Erfahrungen und emotionale Achterbahnfahrten
Die Foren und Erfahrungsberichte sind gefüllt mit emotionalen Schilderungen von Paaren, die den Weg der künstlichen Befruchtung gehen. Von der anfänglichen Hoffnung über die Enttäuschung nach negativen Tests bis hin zur Freude über eine Schwangerschaft und der Angst vor einem Verlust - die emotionale Bandbreite ist enorm.
Erste ICSI und die Ungewissheit
Viele berichten von der ersten ICSI, der anfänglichen Unsicherheit bezüglich der Hormonbehandlung und der Aufregung vor der Eizellentnahme und dem Transfer. Die darauffolgende Wartezeit bis zum Bluttest wird oft als "Hölle" beschrieben. Negative Ergebnisse sind niederschmetternd, aber viele finden die Kraft, weiterzumachen.
Geschwisterchen und weitere Versuche
Auch der Wunsch nach einem Geschwisterkind stellt Paare vor neue Herausforderungen. Manchmal klappt es beim zweiten Kind nicht so einfach wie beim ersten, was zu zusätzlichem Druck und Enttäuschung führen kann. Die Entscheidung, wie viele Versuche man sich finanziell und emotional leisten kann, ist oft schwierig.
Emotionale Belastung und die Suche nach Auswegen
Die ständige Konfrontation mit dem Thema Kinderwunsch, die medizinischen Eingriffe und die ungewisse Zukunft können eine enorme psychische Belastung darstellen. Manche Paare entscheiden sich daher für Pausen, suchen professionelle Hilfe (Therapeuten, Akupunktur) oder ziehen alternative Wege wie Adoption oder Eizellspende in Betracht.

Wichtigkeit der Unterstützung durch Ärzte und Partner
Offene Gespräche mit den behandelnden Ärzten, das Stellen aller Fragen und das Einholen von Zweitmeinungen sind essenziell. Ebenso wichtig ist die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Partnerschaft. Das Teilen von Ängsten und Hoffnungen kann helfen, den Weg gemeinsam zu meistern.