Druckgefühl nach Eisprung im Zusammenhang mit IVF-Behandlungen

Nach einer ersten, negativ verlaufenen IVF-Behandlung im späten November berichteten Patientinnen über ein neu auftretendes, schmerzhaftes Druckgefühl während des Eisprungs in den nachfolgenden Zyklen. Dieses Gefühl, das zuvor nur als leichter Druck wahrgenommen wurde, steigerte sich zu deutlichen Schmerzen, die nach einigen Stunden wieder abklangen.

Angesichts des geplanten Beginns einer zweiten IVF-Behandlung mit der nächsten Menstruation stellten sich Fragen bezüglich des richtigen Zeitpunkts und möglicher Ursachen. Die Vermutung lag nahe, dass die Eierstöcke nach der vorherigen Stimulation noch empfindlich reagierten, wobei das Gefühl teilweise einer leichten Bauchfellreizung ähnelte.

Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es möglich ist, dass sich in den Folgezyklen ohne zusätzliche Hormongabe weiterhin mehrere Follikel entwickeln und springen. Einige Frauen berichteten von ähnlichen Erfahrungen:

  • Eine Patientin, die im Dezember eine ICSI hatte, spürte nach dem Eisprung eine Empfindlichkeit des Eierstocks, die sich wie während der Stimulation anfühlte. Nach dem Eisprung normalisierte sich der Zustand wieder.
  • Eine andere Patientin beschrieb den ersten Zyklus nach einer ICSI als extrem schmerzhaft, mit dem Gefühl, ins Krankenhaus zu müssen. Diese Beschwerden besserten sich jedoch mit der Zeit. Ein Besuch beim Frauenarzt bestätigte, dass alles in Ordnung war.
  • Auch in Pausenzyklen traten ähnliche Symptome auf. Ein Zyklus von 42 Tagen war geprägt von krampfartigen und dumpfen Schmerzen in den letzten 14 Tagen, die nach der Menstruation verschwanden und einem regelmäßigen Zyklus von 27 Tagen Platz machten.
  • Bei einer weiteren Patientin hielten die Schmerzen, die sich zunächst wie Menstruationskrämpfe und dann als dumpfer Schmerz äußerten, drei Zyklen lang an, obwohl der Zyklus ansonsten regelmäßig war.
Infografik, die den weiblichen Menstruationszyklus und die Follikelentwicklung darstellt

Umgang mit Medikamenten und Injektionen im Rahmen von Kinderwunschbehandlungen

In Kinderwunschzentren erhalten Patientinnen bei der ersten Medikamentenausgabe eine detaillierte Spritzenschulung. Das Pflegeteam erklärt und demonstriert die korrekte Injektionstechnik. Bei Unsicherheiten wird dringend davon abgeraten, die Injektion eigenständig durchzuführen. Stattdessen wird empfohlen, Kontakt mit dem Zentrum aufzunehmen, da die erste Injektion dort verabreicht werden kann.

Demovideos zur Injektion von Stimulationsmedikamenten dienen als Ergänzung, können aber eine professionelle Schulung durch Fachpersonal nicht ersetzen. Der individuelle Stimulationsplan und die Dosierung werden ausschließlich nach ärztlicher Diagnostik und Therapieplanung erstellt.

Anleitungen für verschiedene Injektionsformen:

  • Injektionen mit dem Puregon Pen: Dieses Video erklärt die Anwendung des Puregon Pens, bei dem die individuelle Dosierung direkt eingestellt werden kann.
  • Injektionen mit dem Gonal-F Pen: Für die Stimulation mit dem Gonal-F Pen steht eine offizielle Anleitung zur Verabreichung zur Verfügung.
  • Injektionen mit Fertigspritzen: Videos zu Fertigspritzen (z.B. für Orgalutran, Ovitrelle oder Decapeptyl) zeigen die Anwendung, da diese Spritzen vorbereitungsfrei zur Injektion bereit sind.
  • Injektionen mit Ampullen (1:1 und mehrere Ampullen): Es gibt Anleitungen für die Mischung von Medikamenten aus Ampullen (z.B. Merional, Meriofert, Menopur) für Dosierungen von 75 IE (eine Flüssigampulle mit einer Trockenampulle) sowie für höhere Dosierungen (150-450 IE) durch das Mischen mehrerer Ampullen.

Benutzte Fertigspritzen und Nadeln sollten in einem stichfesten Behälter gesammelt werden.

Ablauf und Verhaltensregeln nach Follikelpunktion und Embryotransfer

Der Stimulationsplan enthält die genauen Zeiten für die Auslösung des Eisprungs und die Follikelpunktion. Nach der Follikelpunktion, die in der Regel unter Narkose erfolgt, dauert die Aufwachzeit etwa zwei Stunden. Leichte Schmerzen und ein Druckgefühl im Unterbauch sind nach dem Eingriff normal. Es wird empfohlen, viel zu trinken (2-3 Liter pro Tag), idealerweise ergänzt durch isotonische Getränke.

Aufgrund möglicher Zystenbildung und körperlicher Belastung nach der Eizellgewinnung erhalten Patientinnen üblicherweise eine Krankschreibung für eine Woche. Ein blutig-bräunlicher Ausfluss nach der Follikelpunktion ist ebenfalls normal.

Nach dem Embryotransfer kann es innerhalb von 48 Stunden zu einer kurzzeitigen blutigen Absonderung kommen, die vom Muttermund oder Gebärmutterhals stammt und nicht mit einer Blutung aus der Gebärmutter verwechselt werden sollte.

Medikamentöse Unterstützung und Verhaltensweisen nach dem Transfer:

  • Gestagenpräparate: Zur Unterstützung der Gelbkörperphase werden Gelbkörperhormonpräparate (Gestagene) in verschiedenen Applikationsformen (oral, vaginal, injizierbar) eingesetzt, die bis zum Schwangerschaftstest eingenommen werden müssen.
  • Geschlechtsverkehr: Aufgrund möglicher Beeinträchtigungen durch vaginale Medikamente wird von vaginalem Verkehr während der medikamentösen Behandlung (bis zu 12 Wochen) abgeraten. Andere Formen der Zärtlichkeit sind jedoch weiterhin erwünscht.
  • Baden und Duschen: Baden, insbesondere in öffentlichen Bädern, wird wegen der Infektionsgefahr während der vaginalen Medikamenteneinnahme nicht empfohlen. Duschen oder kurze, nicht zu heiße Bäder zu Hause sind unbedenklich, solange die Zäpfchen/Kapseln nicht herausgespült werden.
  • Einnahme von Medikamenten: Die Einnahme von Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten, die nicht auf der Verhaltensinformation nach dem Eingriff aufgeführt sind, muss unbedingt vorher mit dem Kinderwunschzentrum abgestimmt werden.
  • Flugreisen: Flugreisen vor der 13. Schwangerschaftswoche sollten nur nach Rücksprache mit dem Zentrum geplant werden, da regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich sein können.
  • Haushaltstätigkeiten: Übliche Hausarbeiten sind nach dem Eingriff erlaubt.
  • Alkohol und Kaffee: Solange keine Schwangerschaft besteht, ist gegen den gelegentlichen Genuss eines Glases Wein oder Sekt nichts einzuwenden. Auch 1-2 Tassen Kaffee täglich sind in Ordnung.
  • Sonnenbank und Rauchen: Auf die Sonnenbank sollte wegen der Gewebe- und Kreislaufbelastung verzichtet werden. Rauchen wird ebenfalls nicht empfohlen.
  • Saunabesuche: Informationen zu Saunabesuchen sind im Text nicht explizit aufgeführt, aber im Kontext der allgemeinen Empfehlungen zur körperlichen Schonung und Vermeidung von Überhitzung ist davon auszugehen, dass diese ebenfalls vermieden werden sollten.

Bei Beschwerden nach der Punktion, wenn die Notfallnummer nicht erreichbar ist, wird empfohlen, das nächstgelegene Krankenhaus mit einer Entbindungsabteilung aufzusuchen und die erhaltenen Unterlagen mitzunehmen.

Das Hinlegen nach dem vaginalen Einführen eines Gestagen-Zäpfchens ist nicht notwendig.

Größe von Keimzellen und Embryonen, Mehrlingsschwangerschaften und Schwangerschaftstest

Die Größe von Eiern, Spermien und Embryonen variiert. Ein Ei ist etwa 0,15 bis 0,2 mm groß. Der transferierte Embryo ist zunächst nicht größer, bis er aus der Eihülle schlüpft. Ein Spermium ist deutlich kleiner.

Bei der Transferierung von zwei Embryonen ist grundsätzlich auch eine Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen möglich. In sehr seltenen Fällen könnten somit eineiige Zwillinge und ein Einling auftreten.

Die Anwendung von Gestagenen verhindert üblicherweise die nächste Monatsblutung, auch wenn keine Schwangerschaft eingetreten ist. Schmierblutungen können sowohl bei Eintritt einer Schwangerschaft als auch unabhängig davon auftreten. Sollte vor dem vereinbarten Schwangerschaftstest-Termin eine regelstarke Blutung eintreten, können die Gestagene abgesetzt werden. Dennoch ist die Blutentnahme zum vereinbarten Termin erforderlich, um eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen.

Die medizinisch-technische Assistentin (MTA) teilt am Telefon mit, ob die Behandlung erfolgreich war und eine Schwangerschaft eingetreten ist. Angesichts einer Erfolgsrate von 30-35 % muss zwei von drei Patientinnen mitgeteilt werden, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist.

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Überstimulation und deren Management

Das Überstimulationssyndrom (OHSS) kann nach der Punktion/dem Eisprung auftreten. In solchen Fällen ist eine symptomatische Behandlung erforderlich.

Management bei Überstimulation:

  • Körperliche Schonung: Bei Grad 1 und 2 des OHSS ist körperliche Schonung wichtig, um das Risiko einer Stieldrehung der Eierstöcke zu minimieren.
  • Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 3, besser 4 Litern pro Tag ist entscheidend.
  • Kühlung des Unterbauchs: Das Kühlen des Unterbauchs kann helfen, die Durchblutung der Eierstöcke zu drosseln.

In einigen Fällen kann eine leichte Überstimulation vorliegen, und ein Embryotransfer wird dennoch durchgeführt, auch wenn das Ergebnis negativ ausfällt. Befruchtete Eizellen können in solchen Situationen eingefroren und in einem späteren Kryozyklus übertragen werden.

Es wird empfohlen, viel Eiweiß zu essen (z.B. Rumpsteak), um einer Überstimulation vorzubeugen.

Schema des Überstimulationssyndroms (OHSS) mit den verschiedenen Graden und Symptomen

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