Schleim, auch Mucus genannt, ist eine natürliche Absonderung der Schleimhäute. In der Nase erfüllt er eine wichtige Schutzfunktion, indem er Staubpartikel, Krankheitserreger und Allergene aus der Atemluft filtert. Veränderungen in Menge und Farbe des Nasenschleims können auf bestimmte Erkrankungen hinweisen und sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem aktiv ist, wie Samuel J. White und Philippe B. Wilson von der York St John University in Großbritannien erläutern.

Was bedeutet gelber Schleim aus der Nase?
Gelber Schleim aus der Nase wird oft als Alarmsignal für eine bakterielle Infektion gedeutet. Bei einer Erkältung ist das Nasensekret zunächst wässrig und klar, wird dann aber typischerweise weißlich-trüb und zäh. Wenn sich der Schleim später gelb oder grün verfärbt, zeigt dies an, dass das Immunsystem aktiv gegen einen viralen Infekt kämpft.
Die gelbe Farbe des Sekrets wird durch abgestorbene Immunzellen und abgetötete Krankheitserreger verursacht, die über den Nasen- oder Rachenschleim ausgeschieden werden. Dies können sowohl Viren als auch Bakterien sein. Zwar finden sich in gelbem oder grünem Schleim tendenziell häufiger bakterielle Erreger als in klarem Sekret, jedoch sind nicht alle gelben oder grünen Schleimproben auf bakterielle Erreger zurückzuführen.
Sind Antibiotika bei gelbem Schleim notwendig?
Die Gabe eines Antibiotikums ist nur dann angezeigt und wirksam, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Bei einer rein viralen Infektion helfen Antibiotika nicht, die Genesung zu beschleunigen, und können zudem unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit verursachen. Zudem fördert der Einsatz von Antibiotika die Entstehung von Resistenzen, was bedeutet, dass die Medikamente möglicherweise nicht mehr wirken, wenn sie wirklich benötigt werden.
Gelber oder grüner Schleim allein ist also noch kein ausreichender Grund für die Verordnung von Antibiotika.
Wann sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden?
Manchmal können sich auf der durch Viren gereizten Schleimhaut zusätzlich Bakterien, wie Pneumokokken oder Streptokokken, vermehren. Dies kann zu einer Superinfektion führen, beispielsweise einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). In solchen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. In Absprache mit dem behandelnden Arzt kann dann die Einnahme von Antibiotika notwendig sein.
Symptome, die auf eine bakterielle Infektion hindeuten:
- Fieber ab 38 Grad Celsius
- Erhöhter Puls
- Starke Schmerzen, z. B. in den Nebenhöhlen
- Abgeschlagenheit
Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) bei Kleinkindern
Obwohl die Nasennebenhöhlen bei Kindern noch nicht vollständig ausgebildet sind, können selbst Kleinkinder an einer Sinusitis erkranken. Für Eltern ist es oft schwierig, diese von einer gewöhnlichen Erkältung zu unterscheiden.
Die Nasennebenhöhlen sind lufthaltige Hohlräume in den Schädelknochen, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind und über kleine Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden sind. Bei Säuglingen sind nur die Kieferhöhlen und Siebbeinzellen so weit entwickelt, dass eine Sinusitis entstehen kann. Meist entwickelt sich eine Sinusitis bei Kindern als Folge einer Erkältung (grippaler Infekt) und wird überwiegend durch Viren verursacht.
Bei einer Erkältung ist die Schleimhaut der gesamten Atemwege, einschließlich der Nasennebenhöhlen, mit Flimmerhärchen (Zilien) besetzt. Diese transportieren das Nasensekret ab. Ein Schnupfen kann jedoch die Öffnungen der Nasennebenhöhlen durch zähflüssigen Schleim verstopfen, was den Abtransport von Sekret und die Belüftung der Nebenhöhlen behindert. Auch eine Entzündung des Rachens (Halsschmerzen) kann sich auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten und eine Sinusitis hervorrufen.
Kinder sind aufgrund ihres noch nicht ausgereiften Immunsystems und ihres häufigen engen Kontakts mit anderen Kindern anfälliger für Infektionen. Beim Spielen, intensiven Rollenspielen und Essen teilen Kinder oft Spielzeug und Besteck, was die Übertragung von Erregern begünstigt.

Erkennen einer Sinusitis bei Kleinkindern
Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist es für Eltern, eine Sinusitis zu erkennen. Kleinkinder können ihre Beschwerden oft noch nicht genau beschreiben. Eltern bemerken jedoch meist allgemeine Symptome wie Schnupfen, Fieber und Abgeschlagenheit.
Bei Kindern ist das Risiko für Komplikationen erhöht, und die Entzündung kann auf die Augenhöhlen oder Ohren übergreifen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Beschwerden des Kindes ist ein Besuch beim Kinderarzt ratsam.
Symptome einer Sinusitis bei Kindern:
- Druckkopfschmerz im Stirnbereich, um die Augen oder Wangenknochen
- Verstärkung des Kopfschmerzes beim Bücken
- Längerer Krankheitsverlauf als bei einfachem Schnupfen
- Verschlechterung des Allgemeinbefindens
- Steigende Körpertemperatur
- Gelblich-grünes Nasensekret
Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern
Das Ziel der Behandlung einer Sinusitis bei Kindern ist es, das angestaute Sekret zu lösen und den Abfluss zu unterstützen. Schleimlösende Präparate, wie beispielsweise Kindgerechte Kapseln mit dem Wirkstoff ELOM-080, können den Schleim lösen und den Heilungsprozess fördern, indem sie die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen erhöhen und so den Abtransport von Viren, Bakterien und Schleim aus den Atemwegen beschleunigen.
Nasentropfen oder -sprays können die Schwellung der Nasenschleimhaut reduzieren und den Schleimabfluss erleichtern. Kindern sollte kein Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) verabreicht werden.
Hausmittel und unterstützende Maßnahmen:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Unterstützt die Schleimhäute. Fruchtschorlen können Kinder zum Trinken animieren.
- Rotlicht-Bestrahlung: Regt die Durchblutung an und kann Entzündungen eindämmen. Dabei sollten die Augen geschlossen bleiben.
- Erhöhte Kopfposition: Erleichtert den Sekretabfluss und lindert Druckschmerzen.
- Dampfbäder/Inhalationen: Besonders bei älteren Kindern wohltuend, befeuchten die Schleimhaut und verflüssigen zähen Schleim. Bei Kindern sollten keine ätherischen Öle verwendet werden, da diese allergische Reaktionen auslösen können.

Schnupfen bei Babys und Kleinkindern
Erkältungen treten bei Babys und Kleinkindern häufiger auf als bei Erwachsenen, was auf ihr noch nicht vollständig ausgereiftes Immunsystem und die engeren Atemwege zurückzuführen ist. Schnupfen ist ein wichtiger Reinigungs- und Abwehrmechanismus, der das Immunsystem trainiert.
Symptome des Schnupfens bei Kindern:
- Anfänglich laufende Nase, später verstopfte Nase
- Häufiges Niesen
- Kribbeln, Kratzgefühl oder Brennen im Nasenrachenraum
- Allgemeines Unwohlsein
Verlauf des Schnupfens in drei Phasen:
- Vorstadium: Räuspern, Niesen, Kratzen im Hals, Müdigkeit, Frösteln.
- Katarrhalisches Stadium: Wässriger Fließschnupfen, verstopfte und gerötete Nase, eingeschränktes Geruchsvermögen, tränende Augen, zunehmendes Krankheitsgefühl.
- Schleimig-eitriges Stadium: Das Nasensekret wird dickerflüssiger und verfärbt sich gelblich oder grünlich. Die Atmung kann erschwert sein, was zu Schlafstörungen führt.
Weitere Begleiterscheinungen können Schluckbeschwerden, Halskratzen, Hustenreiz, Kopfschmerzen und leichtes bis mäßiges Fieber sein.
Bei Säuglingen, die fast ausschließlich durch die Nase atmen, kann ein Schnupfen die Nahrungsaufnahme erheblich beeinträchtigen und zu einer Trinkschwäche führen. Eine schnelle und sanfte Befreiung der Nase von Schleim, z. B. mit einem Nasensauger, ist hier wichtig.

Entstehung und Übertragung von Schnupfen
Erkältungsviren werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Auch eine Übertragung über kontaminierte Gegenstände wie Spielzeug ist möglich, da Viren über die Hände in die Schleimhäute gelangen können.
Klimaanlagen können die Schleimhäute austrocknen und reizen, was die Anfälligkeit für Infektionen erhöht. Ausreichendes Trinken und Luftbefeuchtung sind wichtig.
Gefahr der Mittelohrentzündung
Wenn die Ohrtrompete (Verbindung zwischen Nasenrachenraum und Mittelohr) durch Schleim verstopft ist, kann dies zu einem schmerzhaften Unterdruck und einer Mittelohrentzündung (Otitis media) führen. Zudem besteht die Gefahr einer bakteriellen Superinfektion.
Wann ist ein Arztbesuch ratsam?
Ein Arztbesuch ist empfohlen, wenn:
- Die Erkältung nach einer Woche nicht besser wird.
- Ohrenschmerzen oder Dauerkopfschmerzen auftreten.
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit oder zunehmende Schläfrigkeit besteht.
- Das Fieber steigt oder sehr hoch ist.
- Übelkeit, Erbrechen oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten.
- Die Haut an Nasenwurzel, Augen oder Stirn gerötet und geschwollen ist.
- Hausmittel und pflanzliche Arzneimittel keine Wirkung zeigen.
- Der Allgemeinzustand sich zunehmend verschlechtert.
- Der Verdacht besteht, dass sich die Entzündung auf Lunge, Mittelohr oder Nebenhöhlen ausbreitet.
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