Gebärmutterhalsabstrich: Was auffällige Pap-Befunde bedeuten

Ein auffälliger Befund beim Pap-Test oder ein positiver HPV-Test können beunruhigend sein, sind aber kein Grund zur Panik. Diese Ergebnisse weisen auf mögliche Veränderungen der Zellen am Gebärmutterhals hin, die in vielen Fällen harmlos sind, sich von selbst zurückbilden oder gut behandelbar sind. Der Pap-Test ist ein wichtiges Instrument der Krebsfrüherkennung, das Zellveränderungen frühzeitig erkennt, lange bevor sie sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln könnten.

Grafik, die die Transformationszone am Gebärmutterhals und die Entnahme des Pap-Abstrichs zeigt

Der Pap-Test: Wie er funktioniert und was er untersucht

Der Pap-Test, auch bekannt als Pap-Abstrich oder zytologische Früherkennungsuntersuchung, ist ein zentraler Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs. Bei diesem Verfahren entnimmt Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt mit einem kleinen Bürstchen oder Spatel Zellen von der Oberfläche des Muttermundes und aus dem Gebärmutterhalskanal. Diese Zellen werden anschließend im Labor mikroskopisch untersucht, um mögliche Veränderungen festzustellen.

Die Entwicklung des Pap-Tests geht auf den griechischen Arzt Georgios Nikolaou Papanicolaou zurück, der die Methode in den 1920er Jahren entwickelte. Sein Ziel war es, Zellveränderungen am Gebärmutterhals frühzeitig zu erkennen und somit die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zu verhindern oder im frühesten Stadium zu behandeln.

Was die Pap-Stufen bedeuten

Die Ergebnisse des Pap-Tests werden in verschiedene Stufen eingeteilt, die den Grad der Zellveränderungen beschreiben. Die Münchner Nomenklatur III, die seit 2014 in Gebrauch ist, unterteilt die Befunde in folgende Gruppen:

  • Pap 0: Der Abstrich war nicht beurteilbar, meist aus technischen Gründen. Eine Wiederholung des Tests ist innerhalb von drei Monaten erforderlich.
  • Pap I: Der Abstrich ist unauffällig. Die Zellen sind normal und gesund. Eine weitere Vorsorgeuntersuchung erfolgt im üblichen Intervall (ein Jahr für Frauen unter 35, drei Jahre für Frauen ab 35).
  • Pap II: Der Befund ist normal, es liegen jedoch leichte Zellveränderungen oder Entzündungen vor, die in der Regel keine Behandlung erfordern. Bei Pap II-a gab es in der Vergangenheit bereits einen auffälligen Befund, was eine individuelle Festlegung des weiteren Vorgehens durch den Arzt bedingt.
  • Pap III: Dies ist ein unklarer Befund. Es wurden auffällige Zellveränderungen festgestellt, die aber nicht eindeutig bestimmt werden können. Weitere Untersuchungen, wie eine Kolposkopie (Scheidenspiegelung) und möglicherweise ein erneuter Pap- oder HPV-Test, sind notwendig.
  • Pap IIID: Hier liegen leichte bis mittelschwere Zellveränderungen (Dysplasien) vor, die potenziell Krebsvorstufen sein können. Das Risiko, Krebs zu entwickeln, ist gering, aber vorhanden. Eine engmaschige Kontrolle (alle 3-6 Monate) oder weitere Untersuchungen sind angezeigt.
  • Pap IV: Es liegen starke Zellveränderungen vor, die auf Krebsvorstufen oder Krebs im Frühstadium hindeuten können. Eine Kolposkopie und die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie) sind zur genauen Diagnose unerlässlich.
  • Pap V: Im Abstrich wurden eindeutig Krebszellen nachgewiesen. Eine Kolposkopie und Biopsie sind zur Bestimmung des Stadiums und der Ausbreitung des Krebses notwendig.
Übersichtliche Tabelle der Pap-Stufen mit den entsprechenden Bedeutungen und Handlungsempfehlungen

Zusätzliche Buchstaben im Pap-Befund

Neben den römischen Ziffern können Buchstaben zusätzliche Informationen über den Abstrich liefern:

  • a: Auffälligkeiten in der medizinischen Vorgeschichte der Patientin.
  • p: Veränderungen in den Plattenepithelzellen des Gebärmutterhalses.
  • g: Veränderungen im Drüsengewebe.
  • e: Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut.
  • x: Zellveränderungen mit unklarer Herkunft.

Der HPV-Test: Ein wichtiger Hinweis auf erhöhtes Risiko

Der HPV-Test (Humane Papillomviren) ist eine Ergänzung zum Pap-Test, insbesondere für Frauen ab 35 Jahren. Er dient dazu, das Vorhandensein von Hochrisiko-Typen des HPV-Virus nachzuweisen, die als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs gelten. Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, aber ein erhöhtes Risiko, das engmaschiger überwacht werden muss.

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe des Lebens mit HPV, doch die meisten Infektionen heilen von selbst wieder ab. Der Test identifiziert, ob Hochrisiko-Viren vorhanden sind, die über Jahre hinweg Zellveränderungen verursachen können. Seit 2020 ist der HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren fester Bestandteil des Früherkennungsprogramms und wird alle drei Jahre zusammen mit dem Pap-Test als sogenannter Ko-Test durchgeführt.

Pap and HPV Testing

Weitere Untersuchungen bei auffälligen Befunden

Bei auffälligen Pap- oder HPV-Testergebnissen sind oft weitere Untersuchungen notwendig, um eine genaue Diagnose zu stellen:

Kolposkopie (Scheidenspiegelung)

Die Kolposkopie ist eine Untersuchung, bei der die Ärztin oder der Arzt den Gebärmutterhals mit einem speziellen Mikroskop (Kolposkop) betrachtet. Dies ermöglicht eine genauere Beurteilung von Auffälligkeiten, die im Pap-Abstrich festgestellt wurden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und erfordert keine spezielle Vorbereitung.

Biopsie (Gewebeentnahme)

Wenn bei der Kolposkopie auffällige Bereiche entdeckt werden, kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Diese Probe wird anschließend im Labor feingeweblich untersucht, um die genaue Art und das Ausmaß der Zellveränderungen zu bestimmen. Eine Biopsie ist in der Regel nicht schmerzhaft, und nach dem Eingriff sind leichte Blutungen oder Ausfluss möglich.

CINtec® PLUS Test

Der CINtec® PLUS Test ist ein zusätzlicher Labortest, der Biomarker (p16 und Ki-67) in den Zellen untersucht. Das gleichzeitige Vorkommen dieser Biomarker deutet auf eine aktive, krankhafte Zellveränderung hin, die ein höheres Risiko für die Entstehung von Krebsvorstufen birgt. Dieser Test kann helfen, die Dringlichkeit weiterer Abklärungen und Behandlungen besser einzuschätzen.

Was bedeuten CIN-Befunde?

CIN steht für "cervicale intraepitheliale Neoplasie" und beschreibt Zellveränderungen im Gebärmutterhals, die als Krebsvorstufen gelten. Die CIN-Klassifikation wird nach der Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) vorgenommen:

  • CIN 1: Leichte Zellveränderungen, die sich oft von selbst zurückbilden. Regelmäßige Kontrollen sind meist ausreichend.
  • CIN 2: Mittelschwere Zellveränderungen. Die Entscheidung über eine Behandlung oder weitere Beobachtung wird individuell getroffen.
  • CIN 3: Schwere Zellveränderungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gebärmutterhalskrebs fortschreiten. Eine Behandlung, oft in Form einer Konisation, wird in der Regel empfohlen.

Konisation: Entfernung von Gewebeveränderungen

Die Konisation ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem ein kegelförmiges Stück Gewebe aus dem Gebärmutterhals entfernt wird, das die auffälligen Zellen enthält. Dieser Eingriff wird durchgeführt, um Krebsvorstufen zu beseitigen und das Risiko der Krebsentstehung zu minimieren. Die Konisation kann ambulant oder mit einem kurzen stationären Aufenthalt erfolgen.

Wichtigkeit der regelmäßigen Vorsorge

Die regelmäßige Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist von entscheidender Bedeutung. Durch den Pap-Test und den HPV-Test können Zellveränderungen und Krebsvorstufen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie sich zu invasivem Krebs entwickeln. Dies senkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, und kann belastende Behandlungen wie Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapien vermeiden. Auch wenn ein auffälliger Befund zunächst beunruhigend sein kann, ist er meist ein wichtiger Hinweis, genauer hinzuschauen und die Gesundheit proaktiv zu schützen.

Bei Fragen zu Ihrem Testergebnis oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte immer an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt. Diese können Ihre individuelle Situation am besten beurteilen und Sie über das weitere Vorgehen beraten.

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