Frühgeborene und ihre Herausforderungen im schulischen Umfeld

Frühgeborene Kinder, die mit einem Gewicht von nur 600 bis 1250 Gramm zur Welt kommen, benötigen für ihre geistige Entwicklung mehr Zeit. Die meisten Kinder überwinden jedoch ihre anfänglichen Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten bis zum achten Lebensjahr. Frühchen, die bei der Geburt Gehirnblutungen erleiden und Schädigungen des zentralen Nervensystems davon tragen, bleiben allerdings in ihrer geistigen Entwicklung meist dauerhaft zurück.

Grafik, die die Überlebensraten von Frühgeborenen in Abhängigkeit vom Gestationsalter zeigt.

Frühe Studien und Entwicklungsverläufe

In einer Studie der Yale University School of Medicine in New Haven beobachteten Mediziner 296 Frühchen, die zwischen 1989 und 1992 zur Welt gekommen waren. Im Alter zwischen drei und acht Jahren absolvierten die Kinder verschiedene Intelligenz-Tests, Lese- und Wortschatzübungen. Demnach blieben 66 Prozent der Kinder mit drei Jahren in ihrer geistigen Entwicklung noch deutlich zurück, holten dann aber auf und zeigten im achten Lebensjahr die gleiche Leistung wie der Durchschnitt.

Zuvor hatten andere Studien gezeigt, dass zwei Drittel der frühgeborenen Kinder zwischen 14 und 15 Jahren keine Nachhilfe mehr in der Schule benötigten, drei Viertel die weiterführende Schule absolvierten und 40 Prozent schließlich eine Hochschule besuchten.

Quellen: Journal of the American Medical Association 289: 705-711 (2003)

Risiken bei extrem früher Geburt

Sehr früh, d. h. vor der 26. Schwangerschaftswoche geborene Kinder haben ein hohes Risiko, im Alter von 11 Jahren Lernschwierigkeiten zu entwickeln, so lauten die im Vereinigten Königreich in Archives of Disease in Childhood Fetal and Neonatal Edition veröffentlichten Forschungserkenntnisse. Die Ergebnisse sind das Resultat der EPICure-Studie, die 1995 mit dem Ziel gestartet wurde, das Überleben und die langfristige Gesundheit aller in diesem Jahr im Vereinigten Königreich und in Irland vor der 26. Schwangerschaftswoche geborenen Babys zu verfolgen.

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise rund 40 Wochen. Dank der neuesten Fortschritte der Medizin überlebt eine steigende Anzahl von Babys, die vor Ablauf dieser Zeit geboren werden. Die Überlebensrate beträgt für Frühgeborene, die nach 26 Wochen geboren werden, sogar über 80%. Vor diesem Zeitpunkt sinkt die Überlebensrate jedoch stark ab; von den nach 25 Wochen Schwangerschaft Geborenen überleben 63% und werden aus dem Krankenhaus in die Obhut ihrer Eltern entlassen. Diese Zahl fällt für nach 24 Wochen geborene Babys auf 41% und liegt für die nach nur 23 Wochen im Mutterleib geborenen Frühchen bei gerade mal 18%.

Im Jahr 1995, als die EPICure-Studie gestartet wurde, überlebten 307 extrem früh geborene Babys. Die Fortschritte dieser Kinder wurden im Alter von zweieinhalb und sechs Jahren bewertet. Diese Untersuchungen zeigten, dass knapp die Hälfte der Kinder schwere Behinderungen hat, die ihr tägliches Leben beeinflussen.

Langzeitstudien und schulische Leistungen

In der jüngsten Untersuchung überprüften die Forscher die Kinder im Alter von 11 Jahren erneut und verglichen ihre Leistungen mit denen ihrer reif geborenen Klassenkameraden. Die Kinder wurden Tests unterzogen, um ihre kognitiven Fähigkeiten und theoretischen Kenntnisse zu untersuchen. Ihre Lehrer wurden gebeten, die Leistung jedes einzelnen Kindes in sieben Hauptfächern (Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Technik, Geografie, Informationstechnologie und Geschichte) zu bewerten. Die Lehrer stellten auch Informationen darüber zur Verfügung, bei welchen Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf (SEN) vorliegt. Kinder mit sonderpädagogischem Bedürfnissen haben per Definition Behinderungen oder Lernschwierigkeiten, die es ihnen erschweren, so wie die meisten Kinder ihres Alters zu lernen. Diesen Kindern werden eine Reihe von Sondermaßnahmen wie etwa pädagogische psychologische Betreuung oder Einzelförderung angeboten.

Die Resultate lassen die ständigen Herausforderungen ahnen, vor denen extrem frühgeborene Kinder stehen. Verglichen mit ihren reif geborenen Mitschülern hatten die EPICure-Kinder im gesamten Bereich der untersuchten Unterrichtsfächer, und ganz besonders in Mathematik, Tag für Tag zu kämpfen.

"Wir stellten fest, dass bis zu 44% der Kinder eine schwere Beeinträchtigung in Hauptfächern wie Lesen und Mathematik aufwiesen und 50% Leistungen unterhalb des für ihr Alter erwarteten Durchschnitts zeigten", fasste Professor Dieter Wolke von der Warwick Medical School im Vereinigten Königreich das Ergebnis zusammen.

Die Frühgeborenen stehen scheinbar ganz besonders in Mathematik vor Schwierigkeiten. Das Gehirn abbildende Untersuchungen haben gezeigt, dass die Großhirnrinde frühgeborener Kinder ein reduziertes Volumen sowie eine reduzierte Größe und Komplexität aufweist. "Spezielle Defizite der mathematischen Fähigkeiten können ihre Ursache in einer spezifischeren Beeinträchtigung von regionalen Hirnbereichen haben", schreiben die Forscher.

Schema des Gehirns mit Hervorhebung der Großhirnrinde, um reduzierte Volumina und Komplexität bei Frühgeborenen zu veranschaulichen.

Besonderheiten und mögliche Förderansätze

Die Forscher widmeten der kleinen Gruppe von Kindern, für die ihre frühe Geburt bedeutete, dass sie ein ganzes Jahr eher zur Schule gehen mussten, als wenn sie die gesamten 40 Wochen im Bauch ihrer Mutter verbracht hätten, ganz besondere Aufmerksamkeit. Sie fanden heraus, dass die Leistungen dieser Kinder gut mit denen der anderen frühgeborenen Kinder zu vergleichen waren, diese Gruppe aber eine größere Wahrscheinlichkeit für sonderpädagogischen Förderbedarf hatte.

"Unsere Ergebnisse lassen darauf schließen, dass eine Verschiebung des Schuleintritts für die Kinder von Vorteil sein kann, für die die Schulzeit aufgrund ihrer extrem vorzeitigen Geburt ein ganzes Schuljahr eher beginnen soll", sagte Dr. Samantha Johnson von der Universität Nottingham im Vereinigten Königreich.

"Die von uns bei den Elfjährigen identifizierten Probleme, die Auswirkungen auf die Schulbildung haben, werden im Lauf der Zeit wahrscheinlich eher zunehmen", kommentierte Professor Wolke.

Seit dem Start des EPICure-Projekts im Jahr 1995 hat sich die den extrem frühgeborenen Babys zugute kommende Pflege erheblich verbessert. Um festzustellen, ob diese Veränderungen Auswirkungen auf das Überleben und die langfristige Gesundheit haben, wurde 2006 eine zweite Studie, EPICure-2, gestartet. Wie bei den EPICure-1-Kindern werden auch bei den EPICure-2-Kindern mit zweieinhalb Jahren die Fortschritte überprüft, um zu sehen, ob sich ihre Perspektiven von denen des Jahrgangs 1995 unterscheiden.

"Da die Überlebensraten äußerst frühgeborener Babys weiterhin ansteigen, sind derartige Studien entscheidend für die Planung der Bildung und eine Hilfe für die Entwicklung von Programmen, um die Resultate für genau diese Kinder zu optimieren", schätzte Dr. [Name des Forschers nicht genannt im Text]

Frühgeborene und Schule: Eine besondere Herausforderung

Frühgeborene und Schule - das ist eine besondere Herausforderung, wie das Beispiel von Emma zeigt. Emma kam viel zu früh zur Welt, in der 27. Viele Wochen verbrachte sie auf der Intensivstation und insgesamt 15 Wochen im Krankenhaus. Heute ist sie Schulkind. Ich bin selbst Mutter eines Extremfrühchens und arbeite heute als Lerntherapeutin. Immer wieder begleite ich Kinder wie Emma in der Schule und in der Lerntherapie, die zu früh geboren wurden. Sie brauchen oft mehr Struktur, mehr Unterstützung und einen besonders sensiblen Blick auf ihre Entwicklung.

Frühchen nennt man Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) auf die Welt kommen. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland von 690.000 Geburten rund 53.137 Kinder (ca. 7,7 %) zu früh geboren. Davon waren etwa 43.500 zwischen der 32. und 36. SSW, 5.500 zwischen der 28. und 31. SSW und 4.151 Kinder kamen sogar vor der 28. SSW zur Welt.

Die Gründe für eine Frühgeburt sind vielfältig und reichen von mütterlichen Ursachen (z. B. Infektionen, Plazentaprobleme, Schwangerschaftserkrankungen) über fetale Ursachen (z. B. Fehlbildungen) bis hin zu Problemen mit der Plazenta oder der Nabelschnur.

Die Welt, in die ein Frühgeborenes hineingeboren wird, unterscheidet sich ganz gravierend von der geschützten Umgebung im Mutterleib. Trotz medizinischer Fortschritte gibt es bis heute vergleichsweise wenige Langzeitstudien, die systematisch untersuchen, wie sich Frühgeborene im Laufe der Zeit entwickeln. Viele Studien enden im Vorschul- oder Grundschulalter. Für Eltern und Fachkräfte bedeutet das oft Unsicherheit: Was ist noch „normal“? Nicht jede Frühgeburt zieht langfristige Probleme nach sich - aber das Risiko für bestimmte Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten steigt mit dem Ausmaß der Frühgeburt deutlich an.

Infografik zur Verteilung der Frühgeburten nach Schwangerschaftswochen in Deutschland.

Individuelle Herausforderungen und Feinheiten

Ob und in welchem Ausmaß kognitive Langzeitfolgen auftreten, hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem neurobiologischen Reifegrad spielen auch frühe Schmerz- und Stresserfahrungen sowie die psychische Belastung der Eltern eine Rolle.

Emma hat sich nach ihrem schweren Start gut entwickelt. Heute ist sie ein freundliches, neugieriges und wissbegieriges Schulkind. Manchmal wirkt Emma verträumt oder schweift mit den Gedanken ab. Besonders bei neuen oder komplexen Aufgaben hat sie Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Wenn die Anforderungen nicht in kleine, überschaubare Schritte gegliedert sind, fühlt sie sich schnell überfordert. Auch ihre Konzentration ist nicht immer stabil: Nach intensiven Phasen braucht sie Pausen. Ein weiteres Beispiel: Beim Vorlesen kann Emma gut zuhören und dem Inhalt folgen. Beim freien Schreiben jedoch fällt es ihr schwer, ihre Gedanken zu ordnen und in einen roten Faden zu bringen. Dabei wurde bereits sorgfältig geprüft, ob bei Emma eine Aufmerksamkeitsstörung (ADS) oder eine Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) vorliegt - beides trifft nicht zu. Sie ist kognitiv normal entwickelt, nur ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit ist leicht reduziert, so dass sie einfach mehr Zeit benötigt, um Informationen zu verarbeiten und Aufgaben zu bewältigen. Ihre Lehrerin beschreibt sie als ruhiges Kind, das selten stört, aber gelegentlich „abtaucht“.

Oft wird das Thema Frühgeburt in der Schule gar nicht mehr thematisiert. Für viele erscheint es „weit weg“ und als Eltern glaubt man häufig, das „hätte sich verwachsen“. Doch gerade die Schule stellt neue Anforderungen, bei denen die Folgen einer Frühgeburt wieder sichtbar werden können. Die Fähigkeit zur Selbstregulation - also zum Umgang mit innerer Unruhe, Müdigkeit oder Frustration - entwickelt sich bei frühgeborenen Kindern oft verzögert. Auch Schlafstörungen, emotionale Übererregbarkeit oder ein niedriges Selbstwertgefühl können über Jahre hinweg bestehen bleiben.

Besonders hilfreich: Im frei zugänglichen Fachartikel von Elvert et al. (2020) finden sich weitere Informationen zu diesem Thema.

Wichtig zu wissen: Nicht immer steckt hinter den Auffälligkeiten eine eindeutige Diagnose wie AD(H)S oder eine Lernstörung. Bei vielen frühgeborenen Kindern sind es eher feine Nuancen - sie sind etwas langsamer, brauchen häufiger Pausen, reagieren empfindlicher auf Stress oder haben Schwierigkeiten in der Selbstregulation.

Strukturierte Nachsorge und Früherkennung

Mit 24 Monaten erhalten sehr kleine Frühgeborene in Deutschland eine verpflichtende Nachuntersuchung mit einem umfassenden Entwicklungstest. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt für extrem kleine Frühgeborene (unter 1000 g) eine strukturierte Nachsorge bis ins Vorschulalter, mit wichtigen Untersuchungen im Alter von 3 und 5 Jahren. Gerade die 5-Jahres-Untersuchung vor der Einschulung ist entscheidend, um kognitive, sprachliche und sozial-emotionale Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielte Förderung einzuleiten.

Frühgeborene wie Emma zeigen, wie viel Entwicklungspotenzial in Kindern steckt, auch wenn der Start ins Leben schwierig war. Viele ihrer Herausforderungen sind fein und werden im Schulalltag leicht übersehen. Es braucht mehr Bewusstsein, gezielte Nachsorge und individuelle Unterstützung - nicht nur bei klarer Diagnose, sondern auch bei kleinen, aber bedeutsamen Unterschieden.

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Rechtliche Grundlagen und Unterstützungsangebote

Die Schulgesetze der einzelnen Bundesländer regeln, welche Schule ein Kind in Abhängigkeit zu möglichen Beeinträchtigungen besuchen kann. Die individuellen Bedürfnisse des Kindes sind dabei entscheidend. In der Regel haben Eltern die Wahl zwischen einer Regelschule oder einer Förderschule. Viele Landesschulgesetze sehen jedoch vor, dass die Schulbehörde unter bestimmten Voraussetzungen auch vom Wunsch der Eltern abweichen kann. Zum Beispiel, wenn die sachliche oder personelle Ausstattung an der gewählten Schule nicht ausreicht.

Viele Eltern von Frühgeborenen machen sich Sorgen, wenn die Einschulung bevorsteht. Für die Beantwortung der Frage, ob ein Kind regulär eingeschult werden oder besser noch um ein weiteres Jahr zurückgestellt werden sollte, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Zum einen ist die geistige Reife ein wesentliches Kriterium. Beim Schulamt findet im Vorfeld ein entsprechender Test statt. Dieser erlaubt eine erste Einschätzung, ob das Kind den schulischen Anforderungen gewachsen sein wird. Auch das pädagogische Team aus der KITA kann neben dem Kinderarzt ein wertvoller Ratgeber sein. Sie alle kennen das Kind schon deutlich länger als die Fachkräfte, die beim Schulamt mit den Tests befasst sind.

Auch Kinder mit Einschränkungen haben das Recht, auf eine Regelschule zu gehen. Einige Kinder brauchen dafür Unterstützung. Auch auf diese Unterstützung haben sie ein Recht. Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter bieten diese Unterstützung. Bei der Frage nach einem Schulbegleiter kommt es auf das Maß der Beeinträchtigung des jeweiligen Kindes an. Schulbegleiter (auch Integrationshelfer oder Schulassistenten) sind eine Form persönlicher Assistenz und unterstützen Kinder mit Körperbehinderung, geistiger Behinderung oder psychischer bzw. seelischer Störung im schulischen Alltag. Sie helfen beim An- und Ausziehen, beim Gang zur Toilette, bei Motivation und Konzentration. Sie helfen auch, wenn es Ärger gibt.

Viele Eltern fragen sich, ob sie die anfängliche Frühgeburt gegenüber der Schule thematisieren sollen. Das macht vor allem Sinn, wenn bereits bestimmte Auffälligkeiten festgestellt wurden, die das Kind im Alltag beeinträchtigen können. Vor allem Konzentrationsschwierigkeiten oder visuelle Wahrnehmungsprobleme und auditive Verarbeitungsstörungen sind Bereiche, die nicht auf den ersten Blick für Lehrkräfte zu erkennen sind.

Nachteilsausgleich und Notenschutz

Dass diese Schwierigkeiten bei ehemals sehr kleinen Frühgeborenen vergleichsweise häufiger auftreten können, ist aufgrund von entsprechenden Studien bekannt. Mit gezieltem Training lassen sich diese Schwierigkeiten deutlich verbessern. Zudem besteht die Möglichkeit, einen sogenannten Nachteilsausgleich oder Notenschutz zu beantragen. Gewährt werden kann ein Nachteilsausgleich in allen Schulformen. Notwendig ist der Antrag eines Erziehungsberechtigten oder die Empfehlung der betreuenden Lehrkraft. Der gemeinsam festgelegte Nachteilsausgleich ist für den vereinbarten Zeitraum verbindlich und muss von allen Lehrkräften berücksichtigt werden. Der Nachteilsausgleich sieht mehr Zeit in Prüfungen, leichtere Aufgaben, stärkere Gewichtung mündlicher Beiträge, Verzicht auf lautes Vorlesen in der Klasse, Nutzung des Wörterbuchs in Klassenarbeiten vor.

Wird eine Lese-Rechtschreibstörung förmlich festgestellt und auf Antrag der Erziehungsberechtigten bzw. des volljährigen Schülers berücksichtigt, kann Notenschutz greifen. Dabei werden die Rechtschreibleistungen entweder zurückhaltend gewichtet oder nicht bewertet. Diese Abweichungen von den allgemeinen Maßstäben der Leistungsbewertung lassen sich mit Artikel 3 des Grundgesetzes (GG) rechtlich begründen. Darin steht: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Welche Formen des Nachteilsausgleichs bei Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Rechenschwäche in Betracht kommen, steht in den sogenannten Legasthenie-Erlassen der einzelnen Bundesländer. Einige Erlasse schließen Rechenschwäche ein, andere nicht. Dennoch haben Lehrer einen pädagogischen Ermessensspielraum. Sie sind zur individuellen Förderung aller Schüler verpflichtet.

Weitere Publikationen: Broschüre "Frühgeborene in der Grundschule" (kostenfrei); gebundenes Buch (ca. 400 Seiten) "Frühgeborene und Schule - Ermutigt oder ausgebremst?", das Erfahrungsberichten von Familien und Experten beinhaltet.

Herausforderungen in der weiterführenden Schule

Der Übergang von Teenagern in die weiterführende Schule ist für viele Familien eine weitere aufregende Phase, bringt aber natürlich auch neue und ganz andere Herausforderungen mit sich, die sich von denen in jüngeren Jahren unterscheiden. Es ist eine Zeit, in der sich die Prioritäten der Teenager von der Familie auf Gleichaltrige und Freundschaften verlagern. Während viele Lern- oder Entwicklungsunterschiede in der Regel schon in der Grundschule bemerkt werden, kann die weiterführende Schule neue Herausforderungen mit sich bringen, wenn Jugendliche sich in dieser neuen Landschaft von Freundschaften und Gleichaltrigen zurechtfinden. Während dieser Zeit finden Teenager heraus, wer sie sind und was sie für ihre Zukunft wollen. Das kann eine schwierige Zeit sein, aber auch eine sehr lohnende. Wenn du mit deinem Teenager in Kontakt bleibst und ihm hilfst, Entscheidungen zu treffen, kann das seine Widerstandskraft stärken und eine starke Beziehung zwischen dir und deinem Teenager schaffen.

Aufgrund der Fortschritte in der Neugeborenenmedizin in den letzten Jahren und Jahrzehnten gibt es jedes Jahr eine steigende Zahl von frühgeborenen Kindern, die in die weiterführende Schule kommen, vor allem solche, die vor der 28 Woche geboren wurden. Dadurch entsteht ein wachsender Bedarf an Schulen, die diese Schüler und Schülerinnen langfristig unterstützen und auf die besonderen Herausforderungen eingehen, mit denen sie konfrontiert sein können. Frühgeborene auf der weiterführenden Schule brauchen möglicherweise zusätzliche Hilfe in Bereichen wie Mathematik, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Hand-Augen-Koordination, soziale, emotionale sowie motorische Fähigkeiten.

Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass zu früh geborene Teenager oft mit anderen Herausforderungen konfrontiert sind als reif geborene Teenager, z. B. mit Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund eines schwächeren Gedächtnisses, einer geringeren Aufmerksamkeit und Organisationsfähigkeit und/oder Sehproblemen.

Wenn dein Teenager sich seiner selbst immer bewusster wird und lernt, unabhängig zu werden, ist es wichtig, ihm zu helfen, zu verstehen, wie er lernt und sich selbst zu vertreten. Das hilft ihnen auch zu verstehen, wie sich ihre individuellen Stärken und Herausforderungen auf ihre Entscheidungen auswirken können.

Frühförderung – Sollten Babys zur Schule gehen? | Quarks

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