Freund Blase und der süße Brei

Der sowjetische Zeichentrickfilm "Die drei Holzfäller", auch bekannt als "Strohhalm, Bastschuh und Blase" (russisch Три дровосека, Tri drowosseka), wurde 1959 im Studio Sojusmultfilm unter der Regie von Leonid Amalrik nach Motiven eines russischen Märchens geschaffen. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 10. Mai 1960.

Illustration der drei Hauptfiguren: Blase, Strohhalm und Bastschuh

In dem Film leben die drei Freunde, ein Strohhalm, ein Bastschuh und eine Blase, gemeinsam in einem Haus. Es ist Winter, und da kein Holz mehr im Haus ist, gibt es auch keinen süßen Brei auf dem Tisch. Dies veranlasst die drei Freunde, sich auf den Weg in den Wald zu machen, um Holz zu fällen.

Die Reise in den Wald und die Flussüberquerung

Auf ihrem Weg zum Wald stoßen die Freunde auf einen Fluss. Blase weigert sich, als Schwimmgefährt zu dienen, und Strohhalm befürchtet, unter dem Gewicht von Bastschuh zu zerbrechen und daraufhin vor Lachen zu platzen. Daher erklärt sich Bastschuh bereit, als Boot zu fungieren. Nach der erfolgreichen Überquerung ist Bastschuh durchnässt und erkältet.

Um ihn zu trocknen, machen die anderen beiden ein Feuer, über dem sie den an einen Spieß gebundenen Bastschuh trocknen. Anschließend machen sich die drei ans Bäumefällen und Holzhacken. Dabei muss Blase, der faule und schläfrige, mehrfach mit dem Versprechen von süßem Brei aus dem Schlaf gerissen und zur Arbeit animiert werden. Immer wenn es süßen Brei gibt, ruft Freund Blase: "Wo ist mein großer Löffel?"

Herausforderungen auf dem Rückweg

Auf dem Heimweg schleppt jeder sein Bündel Holz. Blase empfindet ihr Bündel jedoch als zu schwer und wirft nach und nach alle Scheite ab. Der hinter ihr laufende Bastschuh sammelt sie pflichtschuldig auf und steckt sie in sein immer schwerer werdendes Bündel. Nachdem Blase ihr Holz losgeworden ist, wird sie übermütig und hüpft unbeschwert durch den Schnee. Da sie nun so leicht ist, weht sie der aufkommende Schneesturm davon und sie landet in den Baumwipfeln, wo ihr auch noch die Luft entweicht.

Szene, in der Blase vom Schneesturm davongeweht wird

Nach diesem Missgeschick verspricht Blase Besserung und schleppt freiwillig das gesamte Holz, um nicht erneut davongeweht zu werden. Die drei erreichen wieder den Fluss, der nun jedoch zugefroren ist. In der Mitte des Flusses bricht das Eis, und Strohhalm und Bastschuh fallen ins Wasser.

Märchenhafte Ursprünge und Parallelen

Der Ausgangspunkt der Filmhandlung beruht auf dem russischen Volksmärchen "Blase, Strohhalm und Bastschuh". Dieses Märchen endet jedoch bereits mit der ersten Flussquerung, bei der sich der Strohhalm als Brücke zur Verfügung stellt, unter der Last des Bastschuhs zerbricht und die Blase daraufhin vor Lachen platzt.

Das Grundmotiv dieses Märchens findet sich in sehr ähnlicher Form in einem der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm; die handelnden Figuren sind dort allerdings Strohhalm, Kohle und Bohne (KHM 18). In den Anmerkungen erwähnen die Grimms auch eine Variante mit Kohle, Blase und Strohhalm "in einem wendischen Märchen bei Haupt und Schmaler".

Vergleich der Figuren aus verschiedenen Märchenversionen

Künstlerische und technische Aspekte

Der Regisseur Leonid Amalrik (1905-1997) war bereits im Studio Meschrabpomfilm unter anderem als Mitarbeiter des Trickfilmregisseurs Iwan Iwanow-Wano tätig und gehörte seit der Gründung 1936 zu den Regisseuren des Moskauer Studios Sojusmultfilm. Sein Film "Das Katzenhaus" (Кошкин дом, 1958) nach dem Märchen von Samuil Marschak hatte den Hauptpreis auf dem X. Internationalen Filmfestival von Venedig gewonnen.

Die künstlerische Leitung des Films "Die drei Holzfäller" übernahmen Tatjana Sasonowa und Amalriks Ehefrau Nadeschda Priwalowa. Beide arbeiteten auch an zahlreichen weiteren Filmen Amalriks mit. Der faule und schläfrige Blase wird mehrfach mit dem Versprechen, es gäbe süßen Brei, aus dem Schlaf gerissen.

In der deutschen Fassung des DEFA-Studios für Synchronisation war der Kurzfilm auch in der DDR populär. Die in dem bekanntesten Dialog („Hey, Freund Blase! Es gibt süßen Brei!“ - „Oh! Es gibt süßen Brei!“) waren drei zur damaligen Zeit in der DDR sehr populäre Schauspieler als Synchronsprecher verpflichtet worden, darunter Gerd E. Hoffmann als "Freund Blase".

Russischer Wasserball Teil 1/2.flv

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