Die Geburt eines Kindes ist eine freudige Zeit, die jedoch auch finanzielle und organisatorische Herausforderungen mit sich bringen kann. Insbesondere Männer stehen vor der Frage, wie sie ihre Partnerinnen unterstützen können und welche finanziellen Hilfen ihnen zur Verfügung stehen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Elterngeld, Elternzeit und der Möglichkeit einer Haushaltshilfe, um Paaren in dieser besonderen Lebensphase zur Seite zu stehen.
Elterngeld und Elternzeit: Mehr Flexibilität für Väter
Das Elterngeld ist eine wichtige finanzielle Unterstützung für Eltern, die nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen oder reduzieren. Es dient als Ausgleich für wegfallendes Einkommen und richtet sich an Erwerbstätige, Erwerbslose, Hausfrauen und Hausmänner.
Die Bedeutung der Elternzeit für Väter
Eine repräsentative Befragung zeigt, dass sich Frauen und Männer eine gleichmäßige Aufteilung der Elternzeit wünschen, idealerweise mit jeweils sieben Monaten pro Partner. Aktuell ist die Praxis jedoch noch vom traditionellen Modell geprägt, bei dem Frauen im Durchschnitt 11,6 Monate Elterngeld beziehen, während Männer nur 2,8 Monate nutzen. Dies liegt daran, dass der volle Elterngeldanspruch bereits durch zwei Partnermonate ausgeschöpft werden kann.
Experten schlagen daher eine Ausweitung der bisher zwei Partnermonate auf mindestens vier Monate vor. Eine solche Reform würde Väter stärker in die Sorgearbeit einbinden und könnte zu einer gerechteren Verteilung der Aufgaben führen. Aktuell beziehen 46 Prozent der Väter Elterngeld, was doppelt so viele sind wie noch vor 15 Jahren. Jedoch nehmen drei Viertel von ihnen nur die zwei Partnermonate in Anspruch.

Vorteile einer Reform des Elterngeldes
Eine Reform des Elterngeldes, die eine stärkere Beteiligung der Väter fördert, hätte weitreichende positive Effekte. Wenn Frauen früher an den Arbeitsmarkt zurückkehren können, lassen sich Fachkräfte gewinnen und die Wirtschaft stärken. Studien deuten darauf hin, dass eine verstärkte Elternzeit von Vätern die Erwerbsunterbrechung von Müttern verkürzt. Dies kann Karrierebrüchen, geringerem Einkommen und später weniger Rente für Frauen entgegenwirken.
Expert:innen schlagen vor, die Lohnersatzrate von bisher 65-67 Prozent auf 80 Prozent zu erhöhen. Ein höheres Elterngeld würde das Haushaltseinkommen stabilisieren, Väter stärker zur Sorgearbeit motivieren und Müttern eine schnellere Rückkehr in den Beruf ermöglichen. Schätzungen zufolge könnte dies zu zusätzlichen 200.000 Vollzeitstellen führen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 16,5 Milliarden Euro steigern.
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Haushaltshilfe: Unterstützung bei besonderen Umständen
Neben dem Elterngeld gibt es weitere Hilfen, die Familien in Anspruch nehmen können, wenn das Geld knapp wird oder besondere Umstände vorliegen. Eine davon ist die Haushaltshilfe.
Voraussetzungen für eine Haushaltshilfe
Eine Haushaltshilfe kann auf Basis eines ärztlichen Attests beantragt werden, wenn gesundheitliche Probleme vorliegen und der Partner tagsüber abwesend ist. Die Kosten für eine Haushaltshilfe werden von der Krankenkasse übernommen, oft in Form eines Stundenkontingents.
Die rechtlichen Grundlagen für eine Haushaltshilfe sind in § 38 SGB V geregelt. Eine Haushaltshilfe soll die Weiterführung des Haushalts in seinen Grundfunktionen sicherstellen. Voraussetzung ist, dass keine andere im Haushalt lebende Person die Weiterführung des Haushalts übernehmen kann. Dies kann beispielsweise bei einer bevorstehenden Rehabilitationsmaßnahme, einer schweren Erkrankung oder einer Krankenhausbehandlung der Fall sein, die es unmöglich machen, den Haushalt alleine weiterzuführen.
Anspruch auf Haushaltshilfe
- Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse können eine Haushaltshilfe beantragen, wenn sie sich infolge eines Krankenhaus- oder Kuraufenthalts nicht in der Lage sehen, ihren Haushalt weiterzuführen.
- Berechtigt sind in der Regel Ehepaare, Alleinerziehende und Hausmänner.
- Im Haushalt muss mindestens ein Kind leben, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Für im Haushalt lebende behinderte Kinder gibt es keine Altersbegrenzung.
- Ist eine werdende Mutter auf ärztlichen Rat hin zur Bettruhe verpflichtet, hat der Ehemann jederzeit die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe zu beantragen.
Der Antrag auf eine Haushaltshilfe kann formlos bei der Krankenkasse gestellt werden. Die Kosten werden in der Regel direkt zwischen der Krankenkasse und der Hilfseinrichtung abgerechnet. Eine Kostenerstattung für eine private Person, wie beispielsweise eine Freundin, ist unter bestimmten Bedingungen ebenfalls möglich, jedoch nicht für Verwandte bis zum dritten Grad.

Besondere Situationen: Zwillinge und Mehrlingsgeburten
Bei Mehrlingsgeburten, wie beispielsweise Zwillingen, kann die Beanspruchung einer Haushaltshilfe besonders sinnvoll sein. In solchen Fällen kann es notwendig sein, die Unterstützung durch eine Haushaltshilfe frühzeitig zu klären, da die Organisation des Haushalts mit mehreren kleinen Kindern eine erhebliche Herausforderung darstellt.
Einige Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit Haushaltshilfen, die sie während der Schwangerschaft oder nach der Geburt zur Entlastung in Anspruch genommen haben. Die Unterstützung kann sich auf die Kinderbetreuung, die Wäsche oder andere haushaltsnahe Tätigkeiten erstrecken.
Weitere finanzielle Hilfen für Familien
Neben Elterngeld und Haushaltshilfe gibt es eine Reihe weiterer Unterstützungsmöglichkeiten für Familien, insbesondere wenn das Einkommen gering ist.
Staatliche Leistungen und Stiftungen
- Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und Sozialhilfe: Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann diese Leistungen beantragen. Jobcenter oder Sozialamt zahlen werdenden Müttern nach der zwölften Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf und die Erstausstattung für Schwangerschaft und Baby.
- Kindergeld: Dieses wird für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Bei Kindern in Ausbildung kann der Bezug bis zum 25. Lebensjahr erfolgen, bei arbeitslosen Kindern bis zum 21. Lebensjahr.
- Kinderzuschlag: Für Familien mit kleinem Einkommen kann ein Kinderzuschlag von bis zu 229 Euro monatlich pro Kind beantragt werden.
- Wohngeld: Ein Zuschuss zu den Mietkosten kann beim örtlichen Wohngeldamt beantragt werden.
- Stiftungen: Staatliche und kirchliche Stiftungen wie die Bundesstiftung Mutter und Kind können ergänzende Hilfen leisten und unter bestimmten Bedingungen Kosten für die Babyerstausstattung übernehmen.
Beratungsstellen als Anlaufpunkt
Schwangere und Familien, die finanzielle Unterstützung benötigen, sollten sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle wenden. Organisationen wie Caritas oder Diakonie bieten umfassende Beratung zu allen Leistungen und unterstützen bei der Antragstellung.

Fazit
Die finanzielle und organisatorische Bewältigung der ersten Zeit mit einem Kind kann herausfordernd sein. Das Elterngeld bietet eine wichtige Grundlage, um die Einkommensverluste während der Elternzeit auszugleichen. Eine Reform des Elterngeldes könnte die Gleichberechtigung von Vätern und Müttern in der Kinderbetreuung weiter fördern und positive Effekte auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft haben.
Darüber hinaus stehen Familien mit besonderen Bedürfnissen oder geringem Einkommen verschiedene Hilfsangebote wie die Haushaltshilfe oder staatliche Leistungen zur Verfügung. Eine frühzeitige Information und Beratung durch spezialisierte Stellen ist entscheidend, um alle verfügbaren Unterstützungsleistungen optimal zu nutzen.
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