Ein Käfig voller Helden: Hintergründe, Episoden und Charaktere

Die amerikanische Sitcom "Ein Käfig voller Helden" (Originaltitel: "Hogan's Heroes") spielt in einem fiktiven deutschen Kriegsgefangenenlager namens Stalag 13 während des Zweiten Weltkriegs. Die Serie zeigt Colonel Hogan und seine Mitgefangenen, die als alliierte Spione das Leben ihrer deutschen Bewacher, allen voran Lagerkommandant Oberst Klink und Feldwebel Schultz, auf humorvolle Weise erschweren.

Die Serie wurde von Bernard Fein und Albert S. Ruddy entwickelt und hatte ihre Erstausstrahlung in den USA am 17. September 1965 auf dem Fernsehsender CBS. Produziert wurde die Serie von Bing Crosby Productions und Desilu Studios (später Paramount Television). Als Inspirationsquelle für die Autoren diente der Film "Stalag 17" von Billy Wilder, was zu einer Klage der Filmproduzenten führte, die jedoch erfolglos blieb.

In Deutschland wurde die Serie erstmals im März 1992 auf Sat.1 unter dem Titel "Stacheldraht und Fersengeld" ausgestrahlt. Aufgrund geringer Zuschauerquoten wurde die Ausstrahlung nach 24 Folgen beendet. Die Kirch-Gruppe, die die Ausstrahlungsrechte besaß, beauftragte daraufhin die Rainer Brandt Filmproduction GmbH mit einer neuen Synchronisation, die mehr Humor und Gags einbrachte. Diese Neufassung erhielt den Titel "Ein Käfig voller Helden" und wurde ab 1994 auf Kabel 1 ausgestrahlt, wo sie zu einem großen Erfolg wurde und seitdem regelmäßig gezeigt wird.

Werner Klemperer als Oberst Klink in

Die Charaktere

Die Besetzung der Serie umfasste talentierte Schauspieler, die den Charakteren Leben einhauchten:

Colonel Robert E. Hogan

Colonel Hogan, gespielt von Bob Crane, ist der clevere und ranghöchste amerikanische Kriegsgefangene. Er ist der Vordenker hinter den meisten Sabotageaktionen und nutzt seinen Charme, um an wichtige Informationen zu gelangen. Er entwickelt eine vorgetäuschte Freundschaft mit Oberst Klink, um seine Pläne zu ermöglichen.

Oberst Wilhelm Klink

Oberst Klink, dargestellt von Werner Klemperer, ist der leicht einfältige und selbstüberschätzende Kommandant von Stalag 13. Er ist ständig bemüht, eine Versetzung an die Ostfront zu vermeiden, was ihm durch die Aktionen von Colonel Hogan und seinem Team oft gelingt. Klemperer, der Sohn des berühmten Dirigenten Otto Klemperer, war selbst ein renommierter Schauspieler und Sänger.

Interessanterweise war Werner Klemperer ein deutscher Jude, der vor den Nazis fliehen musste. Er übernahm die Rolle des Oberst Klink nur unter der Bedingung, dass Klink stets gegen Colonel Hogan verlieren würde. Er war erfreut über den unerwarteten Erfolg der Serie in Deutschland.

Sergeant First Class Andrew J. Carter

Sergeant Carter, gespielt von Ivan Dixon, ist der Sprengstoffexperte des Teams. Trotz seiner manchmal tollpatschigen Art ist er maßgeblich an den Sabotageeinsätzen beteiligt und übernimmt auch Verkleidungen, darunter zweimal die Rolle Adolf Hitlers.

Feldwebel Hans Georg Schultz

Feldwebel Schultz, dargestellt von John Banner, ist der gutmütige, aber leicht bestechliche deutsche Wachsoldat. Sein Motto lautet: "Ich seh' nix, ich hör' nix und ich weiß nix." Er wird oft durch Bestechung mit Delikatessen dazu gebracht, die Augen vor den Aktionen der Gefangenen zu verschließen. John Banner stammte, wie sein Kollege Leon Askin, aus Österreich.

Corporal Louis LeBeau

Corporal LeBeau, gespielt von Robert Clary, ist ein französischer Gefangener und der ausgezeichnete Koch des Teams. Seine geringe Körpergröße erweist sich oft als Vorteil bei Sabotageaktionen.

Corporal Peter Newkirk

Corporal Newkirk, dargestellt von Richard Dawson, ist ein englischer Gefangener mit geschickten Händen, der sich auf das Öffnen von Safes und Schlössern spezialisiert hat. Im Original spricht er britisch, in der deutschen Synchronisation wurde ihm jedoch ein Stottern hinzugefügt.

Staff Sergeant James Kinchloe

Staff Sergeant Kinchloe, gespielt von Larry Hovis, ist der Funk- und Abhörspezialist des Teams. Aufgrund seiner Hautfarbe als Afroamerikaner wird er selten für Außeneinsätze ausgewählt.

Helga / Hilda

Klinks attraktive Sekretärin, gespielt in der ersten Staffel von Cynthia Lynn und ab der zweiten Staffel von Sigrid Valdis. Sie ist eine heimliche Unterstützung für Colonel Hogan und seine Pläne.

Szene aus

Die deutsche Synchronisation

Die deutsche Synchronisation von Rainer Brandt trug maßgeblich zum Erfolg der Serie in Deutschland bei. Durch den Einsatz von schnodderiger Umgangssprache, Dialekten und humorvollen Gags wurde die Serie erheblich aufgewertet:

  • Oberst Klink spricht sächsisch.
  • Feldwebel Schultz wird mit einem bairischen Dialekt synchronisiert.
  • General Burkhalter, der aus Wien stammt, spricht mit österreichischem Einschlag.
  • LeBeau spricht mit französischem Akzent.
  • Der Engländer Newkirk wurde synchronisiert, um zu stottern, was im Original nicht der Fall war.

Die Dialoge wurden oft freier übersetzt, um den humoristischen Effekt zu verstärken. So wurden beispielsweise aus typischen Sabotagezielen wie Waffenfabriken im Deutschen kurzerhand Fabriken für Schnaps oder "synthetisches Toilettenpapier".

Für die Synchronisation wurden viele Sprecher aus dem früheren Ost-Berlin verpflichtet, darunter Thomas Wolff als Colonel Hogan, der auch die Synchronregie für die meisten Folgen übernahm. Rainer Brandt setzte auf eine Mischung aus Humor und Klamauk, was der Serie in Deutschland zu Kultstatus verhalf.

Episodenübersicht

"Ein Käfig voller Helden" umfasst insgesamt 6 Staffeln mit 168 Episoden.

Staffel Folgenanzahl Erstausstrahlung (USA)
1 32 17.09.1965 - 22.04.1966
2 30 16.09.1966 - 07.04.1967
3 30 09.09.1967 - 30.03.1968
4 26 28.09.1968 - 09.05.1969
5 26 19.09.1969 - 27.03.1970
6 24 18.09.1970 - 04.04.1971

Ein Käfig voller Helden - Trailer

Besondere Aspekte der Produktion

Die Serie wurde ursprünglich in Schwarz-Weiß gedreht, doch im Laufe der Produktion erfolgte die Umstellung auf Farbe. Die Rolle des Oberst Klink wurde von Werner Klemperer gespielt, dessen Vater Otto Klemperer ein bekannter Komponist und Dirigent war.

Das fiktive Stalag 13 befand sich angeblich in der Nähe von Hammelburg. Die Produzenten der Serie sahen sich mit der Herausforderung konfrontiert, ein Kriegsgefangenenlager als Schauplatz für eine Sitcom zu wählen, was zu jener Zeit als gewagt galt.

Im unterirdischen Tunnelsystem des Lagers befanden sich ursprünglich Einrichtungen wie eine Fälscherwerkstatt, eine Sauna und ein Friseursalon, die in späteren Folgen weniger prominent wurden. Die Figur des sowjetischen Kriegsgefangenen Vladimir Minsk, der als Schneider fungierte, wurde aufgrund von Bedenken des Darstellers Leonid Kinskey bezüglich der Ernsthaftigkeit der Darstellung von Nazis nicht weitergeführt. Seine Aufgaben übernahmen stattdessen Newkirk und LeBeau.

tags: #ein #kafig #voller #helden #schnulle