Der Zeitpunkt, wann die Zähne ausfallen, ist von Kind zu Kind individuell. Allgemein gilt, dass die zweiten Zähne später durchbrechen, wenn auch das Milchgebiss eher spät kam. Eine pauschale Aussage ist daher schwierig.
Wann fallen die ersten Milchzähne aus?
Grundsätzlich verlieren die meisten Kinder den ersten Zahn etwa mit 6 oder 7 Jahren. Allerdings kann der Zahnwechsel auch ein Jahr früher oder später beginnen. Wenn der 8. Geburtstag näher rückt und vom Ausfallen der Milchzähne noch immer nichts zu sehen ist, machen viele Eltern sich Sorgen. Meist sind diese unbegründet.
Die Frage, wann Milchzähne ausfallen, kann also nicht pauschal beantwortet werden. Manche Kinder sind vier, manche sieben Jahre alt, wenn der erste Milchzahn ausfällt. Die meisten verlieren ihren ersten Milchzahn um den sechsten Geburtstag herum. Grob lässt sich sagen: Wer als Baby früh die ersten Zähne bekommen hat, verliert sie auch früh wieder.
Welche Zähne fallen als erstes aus?
Normalerweise fallen die Milchzähne in der Reihenfolge aus, in der sie gekommen sind. Als erstes wackeln meist die unteren Schneidezähne.
Der Ablauf des Zahnwechsels
Der Zahnwechsel verläuft in mehreren Phasen und kann etwa vom 6. bis zum 13. Lebensjahr dauern. Mit spätestens 15 sind alle bleibenden Zähne normalerweise vollständig sichtbar. Lediglich die Weisheitszähne fehlen zu diesem Zeitpunkt noch. Ihr Kind hat also reichlich Zeit für den Zahnwechsel.
Der gesamte Zahnwechsel dauert etwa sechs Jahre. Der Zahnwechsel findet in der Regel zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr statt. In dieser Zeit setzt sich das Gebiss aus noch vorhandenen Milchzähnen und neuen bleibenden Zähnen zusammen. Zwischen dem 16. und 24. Lebensjahr brechen darüber hinaus die Weisheitszähne durch das Zahnfleisch.
Warum gibt es einen Zahnwechsel?
Der Zahnwechsel versucht, das Verhältnis zwischen Kiefergröße und Zahngröße sowie der Zahnanzahl während der stärksten Wachstumsphase eines Menschen anzupassen. Da sich während dieser Wachstumsphase der Kiefer verändert, geht das ausgeglichene Verhältnis verloren, welches somit wiederhergestellt wird. Die Milchzähne fallen in verschiedenen Phasen des Zahnwechsels aus und die neuen Zähne erscheinen.
Die Milchzähne fungieren im Prinzip als eine Art Platzhalter für die bleibenden Zähne. Sie sind daher darauf angelegt, irgendwann Platz für die zweiten Zähne zu machen. Dass die Zähne, wenn die Zeit gekommen ist, überhaupt so einfach ausfallen können, liegt daran, dass ihre Wurzel sich vorher auflöst. Dies wird durch sogenannte Fresszellen erreicht, die die Wurzel bis zum Zahn auflösen.

3 Phasen des Zahnwechsels
Der Zahnwechsel ist in drei Phasen aufgeteilt, zwischen denen das Gebiss immer wieder zur Ruhe kommt. Die Funktionen der Zähne wie Essen und Sprechen sollen somit durchgehend gewährleistet sein. Bevor die bleibenden Zähne durchbrechen, sind sie schon im Kiefer angelegt. Wenn dann die Milchzähne ausfallen, können die bleibenden Zähne direkt nachrücken.
Die erste Phase
Die vorderen Backenzähne machen den Anfang unter den bleibenden Zähnen und erscheinen oft, bevor der erste Milchzahn ausfällt. Diese brechen meist im Alter von 6 Jahren durch und befinden sich weit hinten in der Mundhöhle. Da dort kein Milchzahn vorher existiert hat und somit auch kein Zahn ausfallen muss, bemerken Kinder und Eltern oft nicht einmal, dass dieser gekommen ist. Zudem fallen die Milchzähne der vorderen Schneidezähne aus und werden durch die "neuen" Zähne ersetzt.
Die zweite Phase
In der zweiten Phase, im Alter von circa neun Jahren, brechen die Backen- und Eckzähne sowie die zweiten großen Backenzähne durch. Diese Phase dauert ungefähr bis zum 12. Lebensjahr.
Die dritte Phase
Da nicht jeder Mensch Weisheitszähne bekommt, zählen diese nicht zu dem regulären Gebissaufbau eines Menschen. Sie dienen als eine zusätzliche Verstärkung des Gebisses und kommen meist erst nach dem 17. Lebensjahr. Häufig reicht jedoch der Platz des Kiefers nicht aus, um auch Weisheitszähne zu beherbergen, oder weitere Probleme können auftreten, weshalb diese oft vorsorglich entfernt werden.
Was tun, wenn der erste Wackelzahn wackelt?
Grundsätzlich ist vom gewaltsamen Entfernen der Wackelzähne abzuraten. Denn dadurch könnten Schäden am Zahnfleisch entstehen. Zudem löst die Erfahrung bei vielen Kindern nachträglich Angst und Beklemmung aus.
Möchte das Kind den Zahn unbedingt loswerden und ist dieser bereits sehr stark gelockert, kann sanft nachgeholfen werden. Sollte der neue Zahn bereits durchbrechen, der alte aber noch nicht ausfallen wollen, gehen Sie zum Zahnarzt, statt den Zahn selbst entfernen zu wollen.
Soll ein stark gelockerter Zahn zum Ausfallen gebracht werden, versuchen Sie zunächst, diesen auf natürliche Art weiter zu lösen. Dazu eignet sich Zähneputzen mehrmals am Tag besonders gut. Zudem kann Ihr Kind viele härtere Lebensmittel wie Äpfel essen.
Gerade Backenzähne wollen aber manchmal einfach nicht von alleine ausfallen. Waschen Sie sich in diesem Fall die Hände, nehmen Sie ein sauberes Papiertaschentuch zur Hand und umfassen Sie den Zahn damit.
Dein Kind darf mit der Zunge an dem Wackelzahn herumspielen, aber lieber nicht mit den Fingern.
Sie sind sich unsicher, wie mit dem Wackelzahn/Milchzähnen Ihres Kindes umgegangen werden sollte? Den Trick mit der Türklinke kennen wir alle. Auf YouTube finden sich Videos kreativer Väter, die den Kindern helfen, den Zahn mit Hilfe einer Drohne zu ziehen. Allerdings ist ein solches ruckartiges Herausreißen eines Wackelzahns nicht zu empfehlen!
Die Rolle der Mundhygiene während des Zahnwechsels
Wichtig ist auch in der Zeit des Zahnwechsels die richtige Mundhygiene Ihrer Kinder. Das Zähneputzen darf nicht vernachlässigt werden, nur weil die Zähne ja nun ohnehin bald ausfallen werden. Andernfalls können Schäden an den durchbrechenden zweiten Zähnen entstehen.
Hat Ihr Kind Schmerzen beim Putzen der Zahnlücken, sprechen Sie mit ihm darüber, dass das Putzen dennoch wichtig ist. Putzen Sie weiterhin nach, am besten mit einer besonders weichen Zahnbürste. Wechseln Sie zudem mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne auf eine Zahnpasta mit mehr Fluorid.
Der Zahnwechsel beginnt meist still und leise: Als erster bleibender Zahn bricht der Backenzahn am Ende der Milchzahnreihe durch. Weil ihn niemand bemerkt und er sich sehr langsam durchs Zahnfleisch müht, ist er zu Anfang besonders kariesgefährdet. Das gilt auch für die anderen Zähne. Lockere Milchzähne, Zahnlücken und andere durchbrechende Zähne erschweren in der Zeit des Zahnwechsels die Mundhygiene. In dieser Phase ist die Unterstützung der Eltern beim Zähneputzen noch einmal sehr wichtig. Ebenfalls sinnvoll: von der Kinderzahncreme für Milchzähne auf eine Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt umsteigen.
Die Zahnfee: Ein magischer Begleiter
Alles in allem ist der Zahnwechsel also eine spannende Zeit - für Kinder und Eltern. Wackelzähne sind ein Meilenstein in der Entwicklung von Kindern. Und wackelnde Zähne sind natürlich ziemlich aufregend - nicht zuletzt, weil sich alle Kinder auf den Besuch der Zahnfee freuen.
Was hat's mit der Zahnfee auf sich? Die Zahnfee ist ein Fabelwesen, das nachts kommt, wenn kleine Kinder einen Wackelzahn verloren haben. Sie nimmt den ausgefallenen Milchzahn mit - und lässt eine kleine Überraschung zurück. Einst war die Zahnfee in Amerika heimisch, inzwischen fühlt sie sich aber auch bei uns pudelwohl. Nicht nur Eltern, sondern auch Zahnärzte freuen sich über sie, denn sie hilft, Kindern die Angst vor Zahnarztbesuchen zu nehmen und sie zur richtigen Zahnpflege zu motivieren.

Lese-Tipp: Magische Phase - warum wir den kindlichen Glauben an Zahnfee, Einhörner und Co. unterstützen dürfen. Vielleicht liest die Zahnfee diese Zeilen ja - denn extra für sie haben wir Ideen gesammelt: Kleine Dinge, die im Austausch für einen ausgefallenen Milchzahn Kindern Freude machen. Zum Thema Zahnfee gibt es viele Geschichten und Bücher.
Häufige Fragen und mögliche Probleme
| Zähne (jeweils für Ober- & Unterkiefer) | Alter Zahndurchbruch | Alter Zahnverlust & Beginn Zahnwechsel |
|---|---|---|
| Erste Schneidezähne | 6. - 12. Monat | 6 - 8 Jahre |
| Zweite Schneidezähne | 7. - 16. Monat | 6 - 8 Jahre |
| Erste Backenzähne | 12. - 19. Monat | 9 - 11 Jahre |
| Eckzähne | 16. - 23. Monat | 9 - 12 Jahre |
| Zweite Backenzähne | 20. - 33. Monat | 10 - 12 Jahre |
| Bleibende Zähne komplett sichtbar | - | 15 Jahre |
| Weisheitszähne | 16 bis 25 Jahre oder später | - |
Bereitet der Zahnwechsel Schmerzen?
Während des Zahnwechsels lösen sich die Wurzeln der Milchzähne langsam auf, bis die Milchzähne ausfallen. Innerhalb weniger Wochen werden die so entstandenen Lücken im Gebiss durch die bleibenden Zähne gefüllt. Der Zahnwechsel bereitet im Normalfall keine Schmerzen. Kann jedoch, wenn ein Zahn etwas braucht, bis er ausfällt, etwas unangenehm werden.
Normalerweise schmerzt der Zahnwechsel gar nicht. Da Ihr Kind aber mit dem Zahnwechsel auch die hinteren Backenzähne bekommt, kann es hier durchaus zu Schmerzen kommen.
Hilfe, die neuen Zähne sehen ganz anders aus!
Die neuen Zähne sind größer und nicht mehr so weiß wie die Milchzähne. Außerdem haben sie sogenannte Höcker, weil sie noch ganz "neu" sind.
Welche Probleme und Herausforderungen können beim Zahnwechsel auftreten?
Während der Phase des Zahnwechsels kann es zu verschiedenen Problemen mit den bleibenden Zähnen kommen. Zum einen kann es durch zu früh verlorene Milchzähne zu Fehlstellungen sowie bei dem frühen Verlust der Schneidezähne zu einer Sprachentwicklungsstörung kommen. Bei Weisheitszähnen kann es zu einem erschwerten Zahndurchbruch kommen, indem sich das Zahnfleisch entzündet und so Schmerzen auftreten.
Wenn Milchzähne nicht ausfallen wollen, ist ein Besuch beim Zahnarzt angebracht. Auf einem Röntgenbild wird dann geschaut, ob die bleibenden Zähne schon angelegt sind und ob die Wurzel des Milchzahns noch vorhanden ist oder nicht. Falls sich die Wurzel noch hinter dem Zahn befindet, kann diese den Zahnwechsel blockieren.
Wenn die bleibenden Zähne schief wachsen, Zahn-Anomalien vorkommen oder gelbliche oder braune Flecken auf den bleibenden Zähnen zu sehen sind, sollte ein Zahnarzt kontaktiert werden.
Kinderzahnbehandlung - Der Unterschied: Kinderzahnarzt und Zahnarzt (Dr. Silke Schmidt)
Was können Eltern für einen problemlosen Zahnwechsel tun?
Um einen problemlosen Zahnwechsel Ihres Kindes zu gewährleisten, bietet es sich an, regelmäßige Kontrolluntersuchungen während des Zahnwechsels durchzuführen. Denn nur, wenn eventuelle Komplikationen früh erkannt werden, können negative Folgen für die bleibende Zähne vermieden werden. Zudem sollte das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen durch eine gute Zahnhygiene vorgebeugt werden. Dieses gilt jedoch auch für die richtige Zahnpflege vor und nach dem Zahnwechsel.
Falls Sie Probleme vermuten, sollten Sie direkt in unsere Praxis kommen. Haben Sie weitere Fragen oder suchen Sie nach einem Zahnarzt, der Ihr Kind behandelt? Kontaktieren Sie uns gerne und vereinbaren Sie einen Termin.