Die Wahl des richtigen Buggys ist für Eltern eine wichtige Entscheidung, die Komfort, Sicherheit und Praktikabilität für unterwegs vereint. Stiftung Warentest und andere Konsumentenmagazine haben im Laufe der Jahre zahlreiche Buggys auf Herz und Nieren geprüft. Diese Tests beleuchten verschiedene Aspekte, von der Kindgerechten Gestaltung über die Handhabung bis hin zu Sicherheits- und Schadstoffprüfungen. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen.
Stiftung Warentest Buggy-Tests: Ergebnisse und Erkenntnisse
Die Stiftung Warentest hat in verschiedenen Ausgaben ihrer Zeitschrift "test" Buggys einer gründlichen Prüfung unterzogen. Ziel war es, Eltern bei der Auswahl eines sicheren und komfortablen Gefährts für ihre Kinder zu unterstützen. Die Tests umfassten sowohl klassische Buggys als auch spezielle Sportmodelle wie Jogger.
Buggy-Test 2018: Joie Litetrax 4 als Testsieger
Im Buggy-Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 4/2018) wurden insgesamt zwölf Buggys, darunter drei Joggermodelle, unter die Lupe genommen. Der Testsieger war der preiswerte Joie Litetrax 4 mit einer Gesamtnote von 2,2 (Gut). Dieser Buggy konnte in allen Prüfkriterien überzeugen und wurde besonders für seine Eignung für verschiedene Untergründe gelobt.
Ebenfalls gut abgeschnitten hat der iCoo Pace (Gesamtnote 2,3), ein Buggy mit doppelten Hinterrädern, der sich vor allem für städtisches Terrain eignet. Der Buggy Mint von ABC Design und das Modell Ohlalà von Chicco erhielten jeweils die Note 2,6 (Gut).
Ein wiederkehrender Kritikpunkt in vielen Tests, auch im Jahr 2018, war der Sitzkomfort. Bei allen getesteten Modellen gab es hier Abstriche. Speziell die Rückenlehnen wurden bemängelt, wenn sie nicht steil genug aufgerichtet werden konnten oder keine vollständige Liegeposition ermöglichten. Dies führt dazu, dass Kinder nach vorne rutschen und nicht mehr gut auf der Lehne aufliegen. Auch fehlende Möglichkeiten, Sitze komplett umlegen zu können, wurden kritisiert.
Ein weiterer Mangel, der bereits 2016 kritisiert wurde und auch 2018 noch bestand, war das Fehlen von mitwachsenden Fußstützen. Diese sind wichtig, um den Druck aus den Kniekehlen zu nehmen und den Sitzkomfort zu verbessern. Die Stiftung Warentest sprach daher erneut eine Empfehlung an die Hersteller aus, hier nachzurüsten.

Sicherheit und Schadstoffe in Buggys
Die Sicherheit der Kinder hat bei den Tests oberste Priorität. Bei den Jogger-Modellen von Britax, Tfk und Bugaboo wurden Sicherheitsprobleme festgestellt. Beispielsweise kann die am Schieber angebrachte Handschlaufe beim Britax Bob Revolution Pro und Bugaboo Runner dazu führen, dass der Wagen bei einem Sturz kippt. Beim Tfk Joggster kann die am unteren Bereich befestigte Sicherheitsleine eine Stolperfalle darstellen.
Besorgniserregend waren Funde von Schadstoffen in einigen Modellen:
- Im Schiebegriff des Luca +308 von Chic 4 Baby wurden sehr hohe Mengen an kurzkettigen Chlorparaffinen nachgewiesen, die unter Krebsverdacht stehen.
- Im Regenschutz des Bugaboo Runner und im Sitzbezug des Hauck Rapid 4 wurde das Flammschutzmittel TCPP gefunden.
Hersteller wie Hauck und Chic 4 Baby haben auf diese Funde reagiert und bieten Umtauschaktionen für betroffene Modelle an.
Aktuelle Buggy-Tests und Vergleiche
Neben den Tests der Stiftung Warentest gibt es zahlreiche weitere Vergleiche und Ratgeber, die Eltern bei der Auswahl unterstützen. Diese berücksichtigen oft auch aktuellere Modelle und deren spezifische Vorteile.
Buggy-Test 2024: Maxi-Cosi Soho als Testsieger
Im Buggy-Test von Stiftung Warentest (03/2024) wurde der Maxi-Cosi Soho zum Testsieger gekürt. Dieser Buggy zeichnet sich durch seine hohe Rückenlehne aus, die auch älteren Kindern noch Komfort bietet. Er punktet zudem mit einem guten Klappmechanismus, Standfüßen zum Abstellen im zusammengeklappten Zustand und guten Noten in den Kategorien Haltbarkeit, Sicherheit und Schadstoffe. Das Testurteil lautete 2,2 (Gut).
Kritikpunkte am Maxi-Cosi Soho waren der nicht höhenverstellbare Schiebegriff und die Handhabung beim Umbauen und Verstellen.
Maxi-Cosi Soho im Überblick:
- Gewicht: 8,1 kg
- Belastbarkeit: bis 22 kg
- Altersempfehlung: ab 6 Monaten bis 4 Jahre
- Besonderheiten: mehrfach verstellbare Rückenlehne bis zur Liegeposition, verstellbare Beinablage, kompakt zusammenklappbar, pannensichere Kunststoffräder, 5-Punkt-Sicherheitsgurt, großes Verdeck mit Sichtfenster, großer Einkaufskorb (bis 8 kg belastbar).
- Kompatibilität: Teil eines Travelsystems, kompatibel mit Maxi-Cosi Babyschalen und Tragewannen.
How to fold and unfold your Maxi-Cosi Soho pushchair
Joie Mytrax Buggy: Komfort und leichte Handhabung
Der Joie Mytrax Buggy erzielte im Buggy-Test von Stiftung Warentest 2021 ebenfalls die Note 2,2 (Gut). Gelobt wurden der ordentliche Sitzkomfort, die kinderleichte Bedienung und der zuverlässige Sonnen- und Regenschutz. Als Nachteil wurde das relativ hohe Gewicht und die geringe Anpassbarkeit an die Körpergröße der Eltern genannt.
Joie Mytrax im Überblick:
- Gewicht: 10,6 kg
- Belastbarkeit: bis 22 kg
- Altersempfehlung: 9 Monate bis ca. 4 Jahre
- Besonderheiten: 4-fach verstellbare Rückenlehne, 2-fach verstellbare Fußstütze, höhenverstellbarer Schieber (98-107 cm), Einhand-Faltmechanismus, vollgefederte Hartschaum-Reifen, SoftTouch Gurtsystem, XXL-Sonnenverdeck mit UPF 50+, Getränkehalter und Einkaufskorb.
- Fahrtrichtung: Nur mit Blickrichtung nach vorne.
Kinderkraft Grande Plus: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Der Kinderkraft Grande Plus Buggy wurde im Test von Stiftung Warentest 2021 mit der Note 2,4 (Gut) bewertet und belegte den dritten Platz. Er bietet ein gutes Fahrgefühl dank vier großer, gefederter Schaumstoffräder und einer stufenlos verstellbaren Rückenlehne, die sich komplett flachlegen lässt. In Kombination mit der anhebbaren Fußstütze entsteht ein bequemer Schlafplatz.
Kinderkraft Grande Plus im Überblick:
- Gewicht: 9,8 kg
- Belastbarkeit: bis 22 kg
- Altersempfehlung: Nicht explizit genannt, aber durch Belastbarkeit für längere Nutzung geeignet.
- Besonderheiten: Stufenlos verstellbare Rückenlehne, 4-fach verstellbare Fußstütze, Einhand-Faltmechanismus, gefederte EVA-Schaumstoffräder, Stop & Ride Bremse, erweiterbares Sonnenverdeck, großer Einkaufskorb.
- Nachteil: Schiebegriff nicht höhenverstellbar.
Hauck Runner 2 Dreirad-Jogger: Geländetauglich und preiswert
Der Hauck Runner 2 Dreirad-Jogger wird als preiswertes Modell für Wanderungen über Stock und Stein beschrieben. Mit seinen drei großen Lufträdern ist er wendig und robust. Die Belastungsgrenze von 25 Kilogramm ermöglicht eine überdurchschnittlich lange Nutzungsdauer. Der Schiebegriff ist um bis zu 30 Zentimeter höhenverstellbar.
Wichtiger Hinweis: Obwohl "Jogger" im Namen steht, ist dieses Modell nicht zum Joggen oder Skaten zugelassen. Es wurde nach EN 1888 geprüft.
Hauck Runner 2 im Überblick:
- Gewicht: 11,0 kg
- Belastbarkeit: bis 25 kg
- Besonderheiten: Verstellbare Rückenlehne (Liegefläche 75 x 33 cm), höhenverstellbarer Schiebegriff (76-108 cm), große Lufträder mit Federung, schwenk- und feststellbares Vorderrad, großes Sonnenverdeck mit Netzgewebe, großer Korb.
- Einsatzbereich: Gut für Feld- und Waldwege, aber kein zugelassener Sportbuggy.

Worauf Sie beim Buggy-Kauf achten sollten
Bei der Auswahl eines Buggys spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, die von den individuellen Bedürfnissen der Familie abhängen:
Einsatzbereich und Mobilität
- Reisebuggys: Extrem leicht, kompakt zusammenfaltbar, oft handgepäcktauglich. Fokus liegt auf Mobilität, Komfort und Federung sind hier oft eingeschränkt.
- Stadt-Sportwagen: Guter Kompromiss aus Komfort, Stabilität und Handlichkeit. Oft mit fast flacher Liegeposition und gutem Faltmechanismus.
- Geländegängige Buggys: Größere, gut gefederte Räder für Feldwege, Wald oder Schotter. Meist etwas schwerer.
- Jogger-Buggys: Speziell für sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Skaten konzipiert. Besitzen in der Regel drei Räder, größere Räder und zusätzliche Sicherheitsfeatures.
Komfort und Ergonomie
- Sitzkomfort: Der Sitz sollte nicht zu tief sein, die Rückenlehne ausreichend lang und verstellbar sein. Eine (fast) ebene Liegeposition ist ideal für Nickerchen.
- Fußstütze: Verstellbare oder mitwachsende Fußstützen entlasten die Beine und verbessern die Sitzposition.
- Schiebegriff: Höhenverstellbare Griffe sind vorteilhaft für Eltern unterschiedlicher Körpergröße und beugen Rückenbeschwerden vor.
- Verdeck: Ein großes, ausziehbares Verdeck mit UV-Schutz (idealerweise UPF 50+) schützt vor Sonne und leichtem Regen.
Sicherheit und Handhabung
- Gurtsystem: Ein gut gepolsterter Fünfpunktgurt ist essenziell.
- Bremsen: Zuverlässige Feststellbremsen, idealerweise an mindestens einer Achse. Bei Joggern ist eine zusätzliche Handbremse wichtig.
- Klappmechanismus: Ein einfacher Einhand-Klappmechanismus mit Transportsicherung erleichtert die Handhabung.
- Stabilität: Das Gestell sollte stabil sein und auch bei Belastung keine Schwächen zeigen.
- Räder: Luftbereifung bietet bessere Federung auf unebenen Wegen, Hartgummiräder sind robuster. Schwenk- und feststellbare Vorderräder erhöhen die Wendigkeit.
Materialien und Pflege
- Schadstofffreiheit: Textilien sollten frei von Schadstoffen sein.
- Reinigung: Abnehmbare und waschbare Bezüge erleichtern die Pflege.
Typische Fragen und Antworten zu Buggys
Ab wann ist ein Buggy geeignet?
Die meisten Buggys eignen sich für Kinder, die bereits stabil sitzen können, in der Regel ab einem Alter von etwa 6 bis 9 Monaten. Für Neugeborene sind sie nur mit speziellen Aufsätzen wie Tragewannen oder Babyschalen nutzbar, sofern der Hersteller dies explizit erlaubt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Buggy und einem Jogger?
Ein Jogger ist ein spezieller Buggy mit meist drei Rädern, der für sportliche Aktivitäten wie Laufen oder Skaten konzipiert ist. Er verfügt über größere Räder, oft Luftbereifung, ein feststellbares Vorderrad und zusätzliche Sicherheitsfeatures für höhere Geschwindigkeiten und unebenes Gelände. Normale Buggys sind primär für den alltäglichen Gebrauch und kürzere Strecken gedacht.
Welches Gewicht ist bei einem Buggy sinnvoll?
Für häufiges Tragen (z.B. über Treppen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln) sind Buggys mit einem Gewicht von 7-11 kg praktikabel. Geländegängige Modelle oder Jogger können mehr wiegen, bieten dafür aber bessere Fahreigenschaften und Stabilität.