Die Gefahren von Halsringen für Babys
Schwimmringe, die um Babys Hals platziert werden, machen immer wieder Negativ-Schlagzeilen und werden vereinzelt sogar mit Todesfällen in Verbindung gebracht. Diese Schwimmhilfen, oft als "neck floats" bezeichnet, sind bei einigen Eltern beliebt, um Babys im Schwimmbad oder für bestimmte Therapien im Wasser treiben zu lassen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn Schwimmringe für Babys können durchaus gefährlich sein.
Die U. S. Food and Drug Administration (FDA) rät klar von diesen Schwimmhilfen ab. Die Hauptrisiken bestehen darin, dass Babys ersticken oder ertrinken können. Zwar geschehen diese Vorfälle nur sehr selten, doch jeder einzelne Fall ist zu viel.
Auch der Schwimmlehrerbund in Großbritannien (STA) und die Non-Profit-Organisation Birthlight warnen vor den versteckten Risiken der Halsringe. Zu den potenziellen Gefahren gehören:
- Zusammendrücken der Halswirbel
- Dem Baby das Gefühl vermitteln, von seinem Umfeld abgeschnitten zu sein (wie geköpft)
- Einschränkung der freien Bewegung und Verhinderung des natürlichen Beugens und Streckens der Wirbelsäule
- Unterbindung natürlicher Reflexe: Normalerweise beginnen Babys im Wasser reflexartig zu strampeln, was durch Schwimmhilfen verhindert wird
- Störung der Entwicklung des Gleichgewichtssinns
Der fast starre Halsring kann die Integration der Bewegungen des Ober- und Unterkörpers blockieren. Der Ring verhindert die Krümmung und Streckung der Wirbelsäule, eine Bewegung, die für den Übergang von primitiven zu reiferen Reflexen notwendig ist. Schwimmhilfen schützen nicht vor dem Ertrinken.
Auch Schwimmringe, in denen die Babys sitzen, sind alles andere als förderlich für ihre Entwicklung. So sitzen Babys ab drei Monaten reflexartig gerade, was durch solche Sitze weiter eingeschränkt wird.

Kriterien für sicheres Babyschwimmen und Wassergewöhnung
Das Wichtigste im ersten Lebensjahr bei der Wassergewöhnung sind basale Erfahrungen, die oft durch den Einsatz von Übungen und Schwimmhilfen blockiert werden. Bei diesen Aktivitäten sind die Babys meist passiv und die Eltern aktiv. Entscheidend ist, wie Eltern ihrem Baby Raum für Erfahrungen im Wasser ermöglichen. Im Babyalter reicht oft eine Badewanne aus.
Damit das Babyschwimmen zu einer positiven Erfahrung wird, sollten folgende Kriterien erfüllt sein:
- Eine gewisse Routine beim Stillen und Schlafen hat sich eingestellt.
- Das Baby hat keine allergischen Vorbelastungen.
- Das Schwimmbad ist schnell und unkompliziert erreichbar und hat eine ausreichende Temperatur, in der sich die Eltern 15 Minuten wohlfühlen, ohne sich viel bewegen zu müssen.
- Der Schwimmkurs passt zum Schlafrhythmus des Babys.
- Mindestens beim ersten Mal ist ein Begleiter (Großeltern, Tanten etc.) dabei.
- Der Kurs ist bezahlbar, und Eltern ärgern sich nicht, wenn sie viele Termine nicht wahrnehmen können.
Wir leben in einer "Machen-Kultur", in der wir gezielt etwas mit dem Körper anstellen wollen, um Ergebnisse zu erzielen. Dennoch ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass bei all den Übungen und Schwimmhilfen die Babys meist passiv und die Eltern aktiv sind.
Risiken beim Babytauchen
Tauchen von Säuglingen kann gefährlich werden. Niemand weiß, wie lange der Atemschutzreflex hält, und es ist nicht erkennbar, ob der Reflex ausgelöst wurde - das bloße Schließen des Mundes reicht nicht aus. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Kinder, die als Babys untergetaucht wurden, später besser schwimmen können.
Abgrenzung zu Kinderschwimmsitzen
Von der Nutzung von "Kinderschwimmsitzen" wird dringend abgeraten. Diese können lebensgefährlich werden, wenn Kinder in ihnen beispielsweise herausrutschen oder das Sitzkippt. In sechs Fällen fanden Tester lebensgefährliche Schwimmsitze für Babys und Kleinkinder. Das Forum Kindersicherheit warnt vor solchen Schwimmhilfen, die oft im Urlaub gekauft werden.
Die Vorteile von Wassergewöhnung und spielerischem Lernen
Das Babyschwimmen hat wenig mit dem Erlernen von Schwimmtechniken zu tun. Es ist eher eine Art Wassergymnastik für Babys und ihre Eltern. Die Kinder sollen sich an das Wasser gewöhnen und Spaß dabei haben. Erst mit etwa vier Jahren sind die motorischen Fähigkeiten so weit entwickelt, dass der Nachwuchs schwimmen lernen kann.
Etliche Studien beweisen, dass Kindern Wasser guttut. Babys, die regelmäßig im Schwimmbecken sind, können ihren Körper besser koordinieren und ihr Gleichgewicht besser halten als Nichtschwimmer. Eine norwegische Untersuchung hat gezeigt, dass dieser Effekt noch Jahre nach den ersten Wasserübungen anhält, auch wenn die Kinder in der Zwischenzeit nicht an Kursen teilgenommen hatten. Allerdings gibt es beim Babyschwimmen auch einige gut belegte Risiken, zum Beispiel beim Babytauchen oder durch Keime im Wasser.
Förderung der Eltern-Kind-Bindung durch Planschen
Wer mit seinem Kind planscht, fördert auch die Eltern-Kind-Bindung. Mutter oder Vater und Baby haben im Wasser engen Hautkontakt und sind auf Augenhöhe. Das ist wie eine Kuschelstunde. In manchen Kursen tauchen die Kleinen sogar, wofür Eltern jedoch einiges wissen müssen. Deshalb sollte dies nur unter Anleitung geschehen und nicht auf eigene Faust ausprobiert werden.
Schwimmen lernen: Mit diesen Übungen gewöhnen sich Kinder an das Wasser
Praktische Übungen für das gemeinsame Erlebnis im Wasser
Für Baby und Familie gibt es zahlreiche Übungen, die viel Freude im Wasser bereiten:
Der Tragegriff
Der Tragegriff ist ideal, um ins Becken einzusteigen. Setzen Sie das Baby mit gegrätschten Beinen seitlich auf Ihre Hüfte. Mit der rechten Hand greifen Sie um den Oberkörper des Kindes, mit der linken Hand halten Sie sich am Geländer fest. Das Kleine hat freie Sicht auf das Wasser, kann das Einsteigen miterleben, und Sie bewegen sich sicher. Gehen Sie ein paar Mal durch das Becken.
Der Throngriff
Der Throngriff ist ideal, um das Baby mit dem Wasser vertraut zu machen. Setzen Sie das Kind auf Ihren rechten Unterarm, mit der rechten Hand umgreifen Sie sein linkes Bein. Das Kleine kann sich an Sie lehnen, wenn es möchte. Aus einem Becher oder einer Gießkanne können Sie nun Wasser plätschern lassen. Ihr Kind wird fasziniert sein und versuchen, die Wasserstrahlen zu berühren.
Der rückwärtige Rippengriff
Umgreifen Sie von hinten den Brustkorb Ihres Babys und legen Sie die Hände auf seine Rippen (Finger unter den Brustwarzen ansetzen). Ganz nach Belieben können Sie sich mit Ihrem Nachwuchs hin und her wiegen, durchs Becken laufen, hüpfen. Halten Sie das Kind etwas von sich weg, damit es das Wasser von allen Körperseiten spürt.
Der Rippengriff mit Höhenflug
Halten Sie Ihr Kind so, dass es zu Ihnen blickt: Legen Sie die Daumen auf die Rippenbögen. Ihre Hände umschließen breit gefächert Babys Körperseiten, sodass es stabilisiert ist, aber die Schultern beweglich bleiben (Rippengriff). So hüpfen Sie mit Ihrem Kleinen durch das Wasser, zählen "eins, zwei, drei" und heben es bei drei hoch. Wenn Ihre Hände unter die Achseln des Kindes rutschen, bitte korrigieren.
Rückenlage zur Entspannung
Ihr rechter Unterarm stützt bei der Rückenlage den Kopf des Kindes, Ihre Hand hält Babys Schulter und Arm fest. Die linke Hand schieben Sie unter das Becken. Sie können mit dieser Hand aber auch etwas Wasser über den Oberkörper träufeln. Gehen Sie so durch das Schwimmbecken, das Kleine ziehen Sie mit sich und halten immer Blickkontakt. Besonders in den ersten fünf, sechs Monaten mögen Babys diese Lage. Sie können sich dabei gut erholen.
Die "Schwerelos"-Lage
Legen Sie Ihre Daumenballen aneinander und spreizen Sie die Finger voneinander ab. Ihre Daumen legen Sie locker vor das Schultergelenk Ihres Kindes, die Handflächen an seine Körperseiten. Wenn Sie nun rückwärts gehen, gelangt das Baby in die Bauchlage und kann wie schwerelos schwimmen. Tauchen Sie bis zu den Schultern in das Wasser, damit Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Kleinen befinden.
Spiel mit Hilfsmitteln
Wenn das Baby schon etwas älter ist, können Sie zum Beispiel eine Poolnudel einsetzen. Das Kleine hängt mit seinen Armen über der Poolnudel. Sie stützen es am Becken, an den Waden oder den Fußsohlen. In dieser Lage hat das Baby ein freies Blickfeld und kann sich ungehindert bewegen. Sie können nun mit ihm auf Ball- oder Quietscheentenjagd gehen.

Hautpflege nach dem Schwimmbadbesuch
Einen Schwimmbadbesuch finden die meisten Babys klasse, doch es ist wichtig, darauf zu achten, dass ihre Haut nicht darunter leidet. Sie ist viel empfindlicher als die von Erwachsenen.
Deswegen sollten Sie nach dem Planschen sofort die nasse Windel entfernen und das Kind abduschen. Das wichtigste Reinigungsmittel ist klares warmes Wasser. Wenn Sie einen reinigenden Zusatz verwenden möchten, dann eine milde, nicht schäumende, rückfettende Baby-Waschlotion, genau wie zu Hause, wenn Sie Ihren Nachwuchs in der Wanne baden.
Da die Hornschicht von Säuglingen noch sehr dünn ist, kann sie nur begrenzt Feuchtigkeit binden. Auch die hautfettenden Talgdrüsen sind bei Babys noch nicht richtig aktiv. Wird der Schutzfilm zu häufig abgewaschen, juckt und spannt die Haut. Manchmal rötet sie sich auch. Das kommt meist bei Kindern vor, deren zarte Hülle anlagebedingt trocken ist und bei denen die Eltern oft Neurodermitis haben.
Wenn Sie bei Ihrem Nachwuchs Ekzeme an Kopf, Ellenbogen oder Knien beobachten, sollten Sie bitte zum Arzt gehen. Es gibt außerdem Hinweise, dass Chlorwasser bei kleinen Kindern mit Allergieneigung Asthma begünstigen kann. Im Zweifel dazu am besten vom Arzt beraten lassen.
Zweimal pro Woche baden oder ein Schwimmbadbesuch und ein Wannenbad verkraftet Babyhaut meist gut. Wichtig ist die richtige Hautpflege. Trocknen Sie das Kleine nach dem Schwimmen gründlich ab, dabei nicht zu stark rubbeln. Eine Babylotion oder -creme mit hohem Flüssigkeitsanteil führt der Haut Feuchtigkeit zu. An den Stellen, wo die Haut trocken ist und sich wie Papier anfühlt, verwenden Sie eine Creme mit höherem Fettanteil.
Einige Zusätze haben sich bei der Babypflege bewährt, zum Beispiel Kamille, Ringelblume, Johanniskraut, Nachtkerzen- und Mandelöl, Panthenol und Glyzerin. Da die Hersteller ihre Produkte - Lotionen, Gele, Cremes und Salben - nicht einheitlich bezeichnen, sollten Sie sich in Ihrer Apotheke beraten lassen.
Gut gerüstet für den Schwimmbadbesuch
Bevor Sie ins Schwimmbad gehen, sollten Sie Ihr Baby zu Hause darauf vorbereiten. Senken Sie die Badetemperatur schrittweise auf 34 Grad ab und lassen Sie das Kleine in der großen Wanne planschen. Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind dabei niemals unbeaufsichtigt - kleine Kinder können schon in seichtem Wasser ertrinken.
Wenn Sie einen Babyschwimmkurs besuchen möchten, helfen Ihnen folgende Kriterien bei der Auswahl:
- Ideal sind Wassertemperaturen zwischen 32 und 34 Grad.
- Kurze Wege zwischen Umkleide und Becken sind von Vorteil.
- Ausreichend Wickel- und Füttermöglichkeiten sollten vorhanden sein.
- Der Kursleiter sollte entsprechend qualifiziert sein.
In Babys Badetasche gehören zwei Handtücher und eine Badehose oder eine Einmal-Schwimmwindel, die eng anliegen sollte. Achten Sie darauf, dass die Schwimmstunde nicht in die Schlafens- oder Essenszeit des Kleinen fällt. Bei Infekten sollten Sie ganz auf den Schwimmbadbesuch verzichten.
Marmorierte Haut, blaue Lippen und Zittern sind Signale dafür, dass das Kleine friert.
tags: #babyschwimmen #grober #ring #um #hals