Schnuller für Stillkinder: Auswahl und Empfehlungen

Die Entscheidung für oder gegen einen Schnuller bei einem gestillten Baby ist eine häufige Frage, die viele Eltern beschäftigt. Einerseits kann ein Schnuller beruhigend wirken und das Saugbedürfnis befriedigen, andererseits besteht die Sorge vor einer möglichen "Saugverwirrung", die das Stillen beeinträchtigen könnte. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte rund um das Thema Schnuller für Stillkinder, basierend auf Erfahrungen und Expertenmeinungen.

Das Saugbedürfnis von Babys

Babys haben einen angeborenen Saugreflex, der nicht nur der Nahrungsaufnahme dient. Saugen wirkt beruhigend, lindert Schmerzen, tröstet und hilft beim Einschlafen. Neben Schnullern nutzen Babys dafür auch ihre Händchen, Kuscheltiere oder den Daumen.

Die Sorge vor der Saugverwirrung

Eine Saugverwirrung kann auftreten, wenn die Saugtechnik an der Brust und am Schnuller sich stark unterscheidet. Dies kann dazu führen, dass das Baby Schwierigkeiten hat, Milch aus der Mutterbrust zu saugen, oder die Brust sogar verweigert. Um dies zu vermeiden, wird oft empfohlen, mit dem Anbieten eines Schnullers einige Wochen zu warten, bis sich das Stillen gut eingespielt hat.

Die Saugverwirrung beim Stillen - Vermeiden, Erkennen, Beheben

Expertenmeinungen und Empfehlungen

Das Europäische Institut für Stillen und Laktation hat sich ebenfalls mit der Schnullerfrage auseinandergesetzt. Die Gefahr der Saugverwirrung bei gestillten Babys wird als verhältnismäßig gering eingeschätzt, wenn der Schnullereinsatz zeitlich begrenzt ist. Bei bestehenden Stillproblemen kann ein Schnuller die Situation jedoch verschärfen. Bei Frühchen kann ein Schnuller unter Umständen therapeutisch wirken.

Langfristiger Schnullerkonsum bis ins Kleinkindalter kann negative Auswirkungen auf die Kiefer- und Zahnstellung haben und sogar Probleme beim Sprechen begünstigen. Daher ist es wichtig, den Schnuller rechtzeitig wieder abzugewöhnen.

Welche Schnuller sind für Stillkinder am besten geeignet?

Bei der Auswahl eines Schnullers für Stillkinder gibt es verschiedene Formen und Materialien, die von Eltern und Experten diskutiert werden:

Schnuller in Brustwarzenform (kiefergerecht/anatomisch)

  • Diese Schnuller sind entweder symmetrisch oder asymmetrisch (auf der Unterseite abgeflacht).
  • Sie ähneln der Brustwarze, die beim Saugen vom Baby zusammengedrückt wird.
  • Beide Formen gelten als risikoärmer für Zahnfehlstellungen und werden daher von Zahnärzten häufig empfohlen.
  • Ein dünner Steg ermöglicht es dem Baby, den Mund weitgehend natürlich zu schließen, was die natürliche Kieferhaltung und Zungenlage unterstützt.
  • Für Stillkinder empfehlen Hebammen oft die symmetrische Schnullerform.

Marken wie MAM und Avent bieten Schnuller in dieser Form an.

Vergleich von symmetrischen und asymmetrischen Schnullern

Schnuller in Kirschform (Naturform)

  • Diese Schnuller ähneln ebenfalls der natürlichen Form der Brustwarze.
  • Das Baby muss das Saugteil "aktiv in Form bringen".
  • Sie gelten als förderlich bei der Saugverwirrung, werden aber von Zahnärzten seltener empfohlen.

Die Marke Bibs ist bekannt für Schnuller in Kirschform. Auch NUK bietet Schnuller mit einer ähnlichen Form an, die von einigen Eltern als "kiefergerecht" bezeichnet werden, da sie vorne flach sind.

Beispiele für Schnuller in Kirschform

Materialien: Latex vs. Silikon

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Material des Saugteils:

  • Latex gilt als bissfester, kann aber bei einigen Babys Allergien auslösen.
  • Silikon ist eine häufig gewählte Alternative, die von vielen Babys gut vertragen wird.

Einige Eltern berichten, dass ihre Babys Latex ausspucken und weinen, während sie Silikonschnuller gut annehmen.

Praktische Erfahrungen von Eltern

Die Erfahrungen von Eltern sind vielfältig:

  • Manche Babys akzeptieren nur eine bestimmte Marke oder Form (z.B. nur MAM, nur NUK, nur Avent).
  • Ein häufig diskutiertes Problem sind Abdrücke um den Mund, die nach dem Tragen von Schnullern entstehen können. Diese werden manchmal mit dem Material oder der Form des Schnullers in Verbindung gebracht. Einige Eltern machen sich deswegen Sorgen, während andere dies als normal betrachten, solange es dem Baby nicht schadet und sich die Abdrücke schnell wieder zurückbilden. Es wird auch darauf hingewiesen, dass solche Abdrücke ein Zeichen dafür sein können, dass das Baby gut ernährt ist.
  • Manche Eltern bevorzugen Schnuller, die speziell für Stillkinder entwickelt wurden, wie z.B. Dentistar, da sie weniger Abdruck hinterlassen sollen.
  • Die Größe des Schnullers wird ebenfalls thematisiert. Einige Experten raten dazu, bei der Neugeborenengröße zu bleiben, da die Brustwarze auch nicht mitwächst und dies eine Verkaufsstrategie der Hersteller sein könnte.

Letztendlich entscheidet das Baby, welcher Schnuller ihm am besten gefällt. Eine Vorauswahl basierend auf Tests und Empfehlungen ist zwar möglich, aber die Akzeptanz durch das Kind ist entscheidend.

Collage aus verschiedenen Schnullermarken und -formen

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