Anna Netrebko erwartet ihr erstes Kind

Die gefeierte russische Sopranistin Anna Netrebko, die auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, erwartet im Herbst ihr erstes gemeinsames Kind mit ihrem Verlobten, dem uruguayischen Bassbariton Erwin Schrott. Diese freudige Nachricht wurde von mehreren Medien bestätigt, darunter die Zeitschrift „News“ und das Management der Künstlerin. Das Paar hatte sich Ende des Vorjahres in New York verlobt.

Anna Netrebko und Erwin Schrott bei einem gemeinsamen Auftritt

Auswirkungen auf berufliche Verpflichtungen

Aufgrund ihrer Schwangerschaft sah sich Anna Netrebko gezwungen, ihre Mitwirkung bei der Inszenierung von Charles Gounods „Romeo und Juliette“ bei den Salzburger Festspielen im August abzusagen. Festspieldirektor Jürgen Flimm und Präsidentin Helga Rabl-Stadler zeigten Verständnis für die Absage und betonten, dass ein Kind der schönste Grund sei. Sie kündigten an, Netrebko mit einem besonderen Blumenstrauß zu ehren.

Trotz der Absage für die Salzburger Festspiele plant Netrebko, ihre beruflichen Verpflichtungen, soweit es ihre Gesundheit und die ärztlichen Anweisungen zulassen, weiterhin wahrzunehmen. So soll sie nach Absprache mit ihren Ärzten an der Wiederaufnahme von Massenets „Manon“ an der Wiener Staatsoper am 4. April teilnehmen. Derzeit befindet sich die Sängerin in Wien, wo sie an den Dreharbeiten zum Film „La Bohème“ mitwirkt.

Das Management von Anna Netrebko bat in einer Aussendung darum, ihre Privatsphäre zu respektieren und von weiteren Anfragen zu diesem Thema abzusehen.

Anna Netrebko bei den Dreharbeiten zu

Zukünftige Auftritte und Karriereplanung

Die Schwangerschaft wirft Fragen hinsichtlich der zukünftigen Karriereplanung von Netrebko auf, die bis 2012 ausgebucht ist. Ihr Management betonte jedoch, dass sie ihre beruflichen Verpflichtungen so weit wie möglich einhalten werde. Es wird spekuliert, dass sie möglicherweise noch kurz vor dem großen Finale der Fußball-EM auf der Bühne stehen könnte, um sich dann für eine Weile von ihrem Publikum zu verabschieden.

Bis zu ihrer Babypause sind noch einige Auftritte geplant. Dazu gehört die Teilnahme an der Berliner Benefizgala „Cinema for Peace“ am 11. Februar, wo sie die Laudatio für einen neuen Umweltpreis halten soll. Für Ende Juni ist eine Gala im Schlosspark Schönbrunn mit namhaften Künstlern wie Rolando Villazón und Placido Domingo sowie den Wiener Philharmonikern angesetzt. Auch ein Konzert zur Euro 2008 am 27. Juni vor Schloss Schönbrunn soll sie wahrnehmen.

Hintergrundinformationen zur Künstlerin

Anna Netrebko, geboren in Krasnodar, Russland, absolvierte ihre Gesangsausbildung am renommierten Rimski-Korsakow-Konservatorium in Sankt Petersburg. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie im Jahr 2002 mit ihrer Darstellung der Donna Anna in Mozarts „Don Giovanni“ bei den Salzburger Festspielen. Im selben Jahr debütierte sie an der New Yorker Met. Seitdem ist die 36-jährige Sopranistin, die sich selbst nicht als „Diva“ bezeichnen lässt, ein gefragter Gast an allen großen Opernhäusern weltweit. Im Jahr 2006 nahm sie die österreichische Staatsbürgerschaft an, behielt aber auch ihren russischen Pass.

Anna Netrebko, sop. - Grieg: Solveig's Song (2008)

Das Paar und ihre Beziehung

Anna Netrebko und Erwin Schrott verbindet nicht nur die bevorstehende Elternschaft, sondern auch eine langjährige künstlerische Partnerschaft. Sie standen bereits mehrfach gemeinsam auf der Bühne, unter anderem in Mozarts „Don Giovanni“, einer Paraderolle Schrotts. Ihre Verlobung fand Ende des vergangenen Jahres in New York statt.

Zuvor war Netrebko mit dem italienischen Bariton Simone Alberghini liiert. Seit der Trennung hielt sie sich mit Äußerungen über ihr Privatleben zurück. Mitte Dezember hatte sie Gerüchten über ihre sexuelle Orientierung widersprochen und betont, dass eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt aufgrund ihres dichten Terminplans nicht möglich sei.

Anna Netrebko und Erwin Schrott bei einer Gala

Reaktionen aus der Opernwelt

Die Nachricht von Netrebkos Schwangerschaft löste vielfältige Reaktionen aus. Kritiker wie Ralf Tiedemann sehen in Stars wie Netrebko und Rolando Villazón eine große Chance für die Oper, da sie eine enorme Breitenwirkung erzielen und neue Anhänger für die klassische Musik gewinnen können. Die Tatsache, dass Superstars wie Netrebko nicht mehr nur im Feuilleton, sondern auch im Boulevard für Schlagzeilen sorgen, wird von manchen als positiv für die Popularität der Oper gewertet.

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